Jens Eichert: „Warum ich mich seit vielen Monaten so intensiv mit der wissenschaftlichen Arbeit von Jean-Pol Martin beschäftige.“

Warum ich mich seit vielen Monaten so intensiv mit der wissenschaftlichen Arbeit von Jean-Pol Martin beschäftige? Weil ich darin nicht nur das Potenzial einer grundlegenden Veränderung unserer gesellschaftlichen Orientierung sehe, sondern weil ich es verinnerlicht habe und lebe. Die Inhalte sind verständlich in ihrer Formulierung und hochkomplex in ihrer Wirkung. Ich behaupte, dass jede/r, der/die eine Ausbildung oder ein Coaching bei Nicole und mir durchläuft, sich danach ein anderes Bild von sich und der Gesellschaft, mit all ihren Problemen und Großartigkeiten macht. All meine FB-Freunde hier aus Deutschland können heute eine alte oder neue Regierung wählen. Ich habe es bereits getan.Jederzeit habt ihr aber die Wahl, euch selbst eine Stimme zu geben. Wer mich persönlich schon etwas länger kennt weiß, was ich schon alles durchgemacht und mit welchen Hürden ich gekämpft habe. Nichts, aber auch wirklich gar nichts hat mich so sehr positiv in meinem Mindset gepusht, wie die Auseinandersetzung mit den Neuen Menschenrechten und ihren Modulen. Danke Jean-Pol! Ich werde weiterkämpfen für mich und die positiven Impulse in unserer Gesellschaft. Buttom-Up! In so vielen Bereichen ächzen und stöhnen die Menschen, weil sich perspektivlos, überfordert oder unzufrieden sind. Schimpfen auf Arbeitgeber:innen oder die Politik. Kontrollverlust ist eine der lebensbedrohlichsten Zustände, die wir haben können. Dank der intensiven Schulungen und Gruppengespräche, die ich gemeinsam mit Nicole Kern, Jean-Pol Martin und weiteren wundervollen Menschen wie Isabelle Schuhladen Le Bourhis, Sylva Jürgensen, (um nur einige zu erwähnen, die anderen mögen es mir verzeihen), durchgeführt habe, kann ich heute selbstbestimmter und selbstbewusster durchs Leben gehen. Ohne, dass ich mich von „denen da oben“ abhängig mache.Exploratives Verhalten schenkt mit Woche für Woche neue Anreize mich weiterzuentwickeln. Und du kannst das auch! Bleib neugierig! Alle News hier und/oder bei Instagram als der_medienpaedagoge

Schönen Sonntag!

Neue Menschenrechte: Schulung

Jens Eichert: „(…) sei gewiss, dass Deine NMR keinen plötzlichen Projekttod erleiden werden. Aus meiner Haltung und dem Blick auf das Leben sind sie nicht mehr wegzudenken. 😉“

Meine Mail an Jens Eichert:

01.09.2021

Lieber Jens,

im Augenblick trägst du zusammen mit Nicole das ganze Projekt mit deinen Aktivitäten und deiner Motivation.
Dafür bin ich dir sehr dankbar. Manchmal sterben die tollsten Projekte einen plötzlichen Tod.
Das ist sehr unvorhersehbar.
Oder sie erleben einen plötzlichen Hype. Man muss als Projektleiter permanent pushen und auf alles gefasst sein.
Jedenfalls bringst du alles extrem voran!
Ich bin gespannt, wie es weitergeht!
Liebe Grüße
Jean-Pol

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Die Antwort von Jens:

Eigentlich wollte ich schon ins Bett gehen, doch auf deine Worte möchte ich nun doch sofort eingehen.

Um es mal kurz in NMR-Sprache auszudrücken:

Ich bin durch in die Inhalte in meinem Denken beflügelt und empfinde wieder Spaß an der Exploration, weil ich in dem, was ich leidenschaftlich gerne tue, gesehen, respektiert und unterstützt werde. Es geht mir sowohl physisch als auch psychisch gut (abgesehen von der chronischen Müdigkeit, die sich aus meiner intensiven Arbeit ergibt 😃 ). Ich fühle mich sicherer, weil ich hinter fast all den Dingen zu 100% stehen kann, die ich zurzeit tue. Ich bin der Konstrukteur meiner Gegenwart und Zukunft geworden.

Auch zu Artikel 4-6 könnte ich viele Zeilen schreiben. Das kannst Du dir sicherlich denken.

Lieber Jean-Pol, ich kann Dir nicht genug für das danken, was Du geschaffen und in den persönlichen Gesprächen in mir ausgelöst hast. Ich habe schon vor sehr vielen Jahren den Wunsch bzw. Drang in mir gespürt, etwas Größeren für diese Welt zu erschaffen. Irgendetwas, dass man auch nach meinem Tod nicht vergessen wird. Ein Hinderungsgrund an der Umsetzung war stets mein Mangel an Selbstbewusstsein und der fehlende Plan. Beides entwickelt sich seit Monaten rasant und ich komme kaum mit der Verarbeitung hinterher. Aber das ist eine äußerst positive Überforderung, mit der ich sehr gut leben und arbeiten kann.

Viele Gedanken durchstreifen noch meinen Kopf, doch für heute mache ich erstmal Schluss.

Hab eine angenehme Nachtruhe und sei gewiss, dass Deine NMR keinen plötzlichen Projekttod erleiden werden. Aus meiner Haltung und dem Blick auf das Leben sind sie nicht mehr wegzudenken. 😉

Gute Nacht!

Jens

NMR-Module

Folgende Modules sind für 45 Minuten-Sessions gedacht. Adressaten sind Menschen, die über ihre Bedürfnisse und die ihrer Mitmenschen nachdenken wollen, beispielsweise weil sie in sozialen Berufen aktiv sind.

1.>>>Was top-down mit uns anstellt.

Bottom-up die Welt verändern! Mehr Kontrolle gewinnen! – Können wir unsere Bedürfnisse in unserer Alltagswelt so befriedigen, dass wir uns glücklich fühlen? Welche Veränderungen müssten wir in unserer Lebenswelt vornehmen, um unsere Situation (noch) zu verbessern?“

2.>>>Warum sollen wir dialektisch denken?

Unsere Handlungen haben nur ein Ziel: die Lebenserhaltung. Und die Lebenserhaltung läuft über die Kontrolle unseres Lebensfeldes. Auch das Denken gehört dazu (kognitive Kontrolle). Dialektisch Denken bedeutet, dass wir die Position des anderen in den Blick nehmen und versuchen, in unsere eigenen Überlegungen miteinzubeziehen, so dass wir unsere kognitive Kontrolle ausweiten. Es hat den Vorteil, dass beide Positionen am Ende auf einer höheren Ebene integriert sind (Kontrolle).

3.>>>Warum sollen wir uns explorativ verhalten?

Davon ausgehend, dass das zentrale, alles einschließende Bedürfnis des Menschen in der Kontrolle seines Lebensfeldes besteht (Lebenserhaltung), so entspricht exploratives Verhalten einer Ausdehnung von Kontrolle.

4.>>>Zentripetale vs zentrifugale Kräfte in einer Gruppe

Systeme bleiben dadurch stabil, dass sich zentripetale und zentrifugale Kräfte im Gleichgewicht halten. Gelingt es nicht, so löst sich das System auf (die zentrifugalen Kräfte sprengen das System) oder es erstickt (die zentripetalen Kräfte verhindern Expansion). Diese Metapher hilft, zahlreiche Phänomene innerhalb von Gruppen zu beschreiben und kontrollierbar zu halten.

5.>>>Neuronenverhalten? Wozu?

Dass exploratives Verhalten günstig für ein gelungenes Leben ist, wissen wir. Durch Exploration dehnt das Individuum seine Kontrolle über sein Lebensumfeld. Exploratives Verhalten wiederum setzt sich zusammen aus bestimmten Haltungen, die metaphorisch als „Neuronenverhalten“ bezeichnet werden.

6. >>>Antinomien? Was ist das?

Systeme (auch Menschen) bewegen sich im Spannungsfeld von Antinomien (Gegensätzen). Beispielsweise von zentripetalen und zentrifugalen Kräften. Um das Gleichgewicht zu halten (Kontrolle), muss permanent für Ausgleich zwischen den beiden Tendenzen aktiv gesorgt werden.

Neue Menschenrechte. Artikel 1. Das Recht auf Denken.

Teil I: Basiskonzepte

Lebenserhaltung als Ziel: Kontrolle

Das Ziel aller Lebewesen ist die Lebenserhaltung (Martin 2018, 346). Die Lebenserhaltung beruht auf einer Reihe von Verhaltensweisen und Handlungen, die Kontrolle über das Lebensfeld sichern. Dazu zählt die Versorgung des Organismus mit Energie, die Abwehr von Konkurrenten um Ressourcen, das Treffen von Entscheidungen, die für das aktuelle und künftige Überleben von Bedeutung sind. Alle Kontrollaktivitäten werden über das Nervensystem und das Gehirn gesteuert und koordiniert. Aufgabe des Gehirns ist es, Informationen zu verarbeiten und zu konzeptualisieren. Also zu denken. Die Qualität unseres Denkens ist entscheidend für die Qualität unseres Lebens.“

Warum sollen wir uns explorativ verhalten?

Davon ausgehend, dass das zentrale, alles einschließende Bedürfnis des Menschen in der Kontrolle seines Lebensfeldes besteht (Lebenserhaltung), so entspricht exploratives Verhalten einer Ausdehnung von Kontrolle.

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45 Minuten

15 Minuten: Vorstellung des Konzeptes

15 Minuten: Gespräche in Zweiergruppen: Welche Bedürfnisse werden durch exploratives Verhalten befriedigt?

15 Minuten: Auswertung im Plenum

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1.Exploratives Verhalten führt zur Ausdehnung der kognitiven Kontrolle

Definition: Unter explorativer Haltung versteht man die Bereitschaft von Menschen, sich in Situationen zu begeben, die ein hohes Maß an Unbestimmtheiten enthalten.

Explorative Menschen suchen Felder auf, mit denen sie nicht vertraut sind, und versuchen, sich in diesen Feldern problemlösend zu behaupten. Jede auf diese Weise gewonnene Erfahrung wird zu einem abstrakten, kognitiven
Schema
verarbeitet. Je mehr Erfahrungen, desto mehr Schemata, desto breiter die kognitive Landkarte. Eine breite kognitive Landkarte sichert Kontrolle über mehr Bereiche, sie ermöglicht eine schnellere Verarbeitung neuer Eindrücke und schützt vor emotionalen Einbrüchen. Sie sichert, dass neue Situationen erfolgreich bewältigt werden. Das Gefühl der Kontrolle festigt sich, das Selbstbewusstsein wächst und dadurch die Bereitschaft, unbekannte Felder anzugehen, also sich erneut explorativ zu verhalten.

Flow als Belohnung: Gefühl des Fließens, des Aufgehens in einer Handlung.

  • Unbekannte Felder betreten, Neues entdecken;
  • Situationen mit offenem Ausgang, für die man die Verantwortung trägt;
  • Probleme lösen, hohe Anforderungen bewältigen;
  • Ausschöpfen der eigenen Ressourcen;
  • Gefühl der Selbstentgrenzung;
  • Kontrolle über das eigene Handeln und das Umfeld.

2. Welche Kontrollbedürfnisse werden durch exploratives Verhalten befriedigt? Welche Hindernisse stehen uns im Alltag im Wege, wenn wir uns explorativ verhalten wollen? Mit welchen Massnahmen können wir (noch) mehr Kontrolle gewinnen?

Materialien:

Mehr zum Thema Exploratives Verhalten

LdL/NMR-Theorie: Gesamtpaket

Was braucht der Mensch, um glücklich zu sein? Educamp 2014, 45 Minuten

Kontakt

Prof.Dr.Jean-Pol Martin
Ludwigstraße 40
D-85049 Ingolstadt

jpm@ldl.de
Tel. +49.841.12816507
http://de.wikipedia.org/wiki/Jean-Pol_Martin
Blog: https://jeanpol.wordpress.com

Innovationen 1980-2021…

Bottom-up

Alle Innovationen beruhen auf einer bottom-up Perspektive. Bei Lernen durch Lehren unterrichten nicht mehr die Lehrer sondern die Schüler. Das neue Menschenbild konzentriert sich auf die Bedürfnisse, insbesondere die Selbstverwirklichung und die Partizipation. Die Ingolstädter Geistesgeschichte zeigt den Prozess der intellektuellen Emanzipation der Bürger am Beispiel einer Stadt. Die Neuen Menschenrechte liefern einen bedürfnistheoretisch und kontrolltheoretisch fundierten Hebel, um gemeinsam „glückbringende“ Strukturen von unten nach oben durchzusetzen. Um diesen Hebel zur Anwendung zu bringen, müssen besonders die Bedingungen für produktives Denken geschaffen werden.

1984: Lernen durch Lehren

2004: Internet- und Projektkompetenz (IPK)

2014: Was braucht der Mensch, um glücklich zu sein?

2015: Ingolstadts Geistesgeschichte

2018: Neue Menschenrechte

2021: Art.1: Das Recht auf Denken

Dr.Isabella Kreim interviewt Jean-Pol Martin: Kulturkanal Ingolstadt (25 Min.)

Kulturkanal

Kulturkanal

Kulturkanal

Kulturkanal

Kulturkanal

Kulturkanal

Kulturkanal

Nicole Kern im Gespräch mit Jean-Pol Martin (56 Min.)

„Neue Menschenrechte“? Der Text von Robert Zelyk.

Gabriele Schäfer Verlag

Robert Zelyk  

Robert Zelyk kam im Jahr 2008 nach Ingolstadt. Er ist 37 Jahre alt, verheiratet und Angestellter beim  Freistaat Bayern. Mit dem Verfasser verbindet Robert Zelyk eine Freundschaft von 10 Jahren, in denen ein intensiver Austausch über Lebensentwürfe, wissenschaftliche Reflexionen und das vom Verfasser entwickelte Modell stattfand. Hier werden Auszüge aus seinem Erfahrungsbericht abgedruckt.  

Kontrolle und Flow

(…) Diese Kontrolle über den Tagesablauf überträgt man auf alle Bereiche. Aktive und disziplinierte ständige Reflexion mit dem Selbst und seiner Umwelt gibt Freiheit und führt zu einem selbstbestimmteren Leben. Jean-Pol Martin hebt diese Kontrolle als übergeordnetes Bedürfnis hervor. Es kommt zum Flow-Effekt als Belohnung für exploratives Verhalten und Gewinnung von Kontrolle. An diesem Punkt wird auch die Konzeptualisierung als Grundbedürfnis und Menschenrecht klar. Sich ein messbares Ziel zu setzen und dieses innerhalb eines Projekts oder im Alltag (wobei alles irgendwie ein Projekt ist) mit dem besten Wissen und Gewissen abzuschließen, gibt Glücksgefühle bzw. den Flow-Effekt. Diesen sollte jeder schon einmal oder mehrmals erlebt haben. Somit macht Aktivität glücklich. Geistige sowie körperliche Aktivität sprechen dabei dieselben Rezeptoren im Gehirn an und das merkt man auch. Wenn eine bestimmte Laufstrecke ausgesucht und diese gut bewältigt wird, führt ebenso zu guter Laune, wie wenn ein berufliches Projekt gut abgeschlossen wurde. Das ist somit im Beruf sowie im Privaten zu erleben. Für die Kontrolle über das Leben ist die ständige Reflexion der eigenen Person sowie der Umwelt notwendig. Gerade wenn man die Sichtweise des Konstruktivismus  bedenkt, dass jeder Mensch seine eigene Wirkli chkeit „konstruiert“, also jeder die Welt subjektiv und somit unterschiedlich wahrnimmt, schult es auch die Empathie, weil man aus den Launen der anderen Rückschlüsse für sein eigenes Wohlbefinden und dessen Umstände ziehen kann (…).

Routinen als Kontrollinstrument

(…) Also bei allen Tätigkeiten folgt man strukturiert seinem persönlichen moralischen Kompass, gestützt von Routinen, auf die ein jeder sich verlassen kann, wenn es einmal chaotisch wird. Es ist wie eine Uniform oder Arbeitskleidung. Man muss sich keine Gedanken mehr machen, was man anziehen möchte. Das sind die Routinen  –   die Arbeitskleidung. Manchmal hat man keine Lust sie anzuziehen, aber die Frage darf sich nicht stellen, sondern sie wird einfach angezogen, damit man besser arbeiten kann.

Während der Auseinandersetzung mit dem Verfasser über diese Kontrolle über das eigene Leben kristallisierte sich heraus, dass dem Humor eine entscheidende Rolle zugeschrieben werden kann, da eine humoristische Sicht auf das Leben Vieles entspannen kann. Er nimmt den Ernst und den Schrecken aus vielen Situationen, die einem als „schlimm“ eingeredet werden, und hilft, die Dinge nüchterner anstatt emotionaler anzugehen und Distanz zu den Dingen zu bekommen, die einen sonst  belasten würden. Voraussetzung ist, vorbereitet zu sein. Ist man es nicht, fehlt einem die Lockerheit, die lustigen Seiten der Lage zu sehen. Also helfen wieder Routinen und Strukturen, humorvoll durch  bestimmte Lebenssituationen zu kommen. Das wiederum ist ein Plus an Lebensqualität. Und das kann man sich antrainieren, genau wie man sich antrainieren kann, alles schwarz und negativ zu sehen oder immer zu nörgeln. Man erstellt sich aktiv sein eigenes Denk- und Lebensmuster (…).

Routinen schaffen Freiheit

(…) Wenn man mit vielen Krankenhausaufen thalten, mit vielen unangenehmen Untersuchungen und Ergebnissen zu tun hat, muss man sich also auf seine Routinen verlassen können, damit in chaotischen Zeiten der Tagesablauf auch beibehalten werden kann und man sich nicht nur mit seinen Problemen    beschäftigt. Dabei kommt die Reflexion ins Spiel, durch die man erkennen muss, was einem und wer einem guttut. Irgendwann geht es so in einen über, dass man ohne diesen „Scan“ nicht mehr durchs Leben geht. Es wird irgendwann zur Routine.

Was alles etwas zwanghaft kontrolliert klingt, bringt am Ende die größtmögliche Freiheit. Ähnlich wie  bei einem erzogenen Hund. Wenn man ihn anfangs gut erzieht, hat er später mehr Freiheit, weil er gelernt hat, sich gut in der Welt zurechtzufinden und seine Routine in bestimmten Situationen hat. Dadurch muss er nicht mehr ständig an der Leine hängen und kann mehr selbstbestimmt und in Freiheit unternehmen. In der Erziehungsphase des Hundes wurde oftmals angemerkt, dass dies zu überzogen streng sei. Nun ist er vier Jahre alt, anhänglich, sozial, verspielt, kann allein sein und ist  perfekt in das eigene Leben integriert, ohne dass er seinem Herrchen den Alltag vorschreibt. Auch dabei halfen eine Struktur, Routinen und Willensstärke. Dass ein Hund sehr auf Stimmungen reagiert, wird in der Auseinandersetzung mit dem Tier bewusst. Somit wird klar, dass ein Hund sich von  jemandem, den er nicht mag, fernhält und sich an denen orientiert, die ihm eher zusagen. Eben dieses Verhalten des Hundes erinnert auch an das persönliche Verhalten. Die Resonanzen der Mitmenschen sind zwar fast immer positiv, aber so viele scheitern an der langfristigen Umsetzung, da die Grundvoraussetzungen fehlen und keine Ziele gesetzt wurden. Hat man seine Ziele visualisiert, bekommt ein jeder mithilfe von Jean-Pol Martins Theorie die Strukturen für die Umsetzung dieser Ziele. Egal ob geschäftlich oder privat, die „Schablone“ kann mit den angesprochenen erlernbaren Voraussetzungen von jedem und für alles eingesetzt werden. Dieses Werkzeug bietet das Grundgerüst für ein optimiertes, glückliches und zielorientiertes Leben. Gerade in Krisensituationen hilft es, sich auf seine Strukturen und Routinen zu verlassen, damit der Grundbetrieb möglichst optimiert weiterläuft, ohne dass man viel darüber nachdenken muss (…).  

Voraussetzungen für die Umsetzung der Theorie

(…) Trotz der Verständlichkeit sind für die Umsetzung der Theorie einige wichtige Grundvoraussetzungen mitzubringen. Denn ohne Disziplin (die reinste Form der Selbstliebe), Aktivität, Neugier und Reflexion gibt es auch keine Routinen, und ohne Routine gibt es keine richtige Struktur und somit bleibt der Flow-Effekte ein Zufall. Die Fähigkeit, bewusste Entscheidungen zu treffen (Stichwort Willensstärke), gehört somit ebenfalls zu den Grundvoraussetzungen für diese Theorie. Man muss seine ganze Umwelt bewusster wahrnehmen, um bewusst und aktiv auf sie reagieren zu können. Gerade alltägliche Entscheidungen werden unbewusst getroffen, wobei doch gerade diese teilweise entscheidend für das Wohlbefinden sind.

   Was esse ich?

   Wie viel bewege ich mich?

   Mit wem umgebe ich mich?

   Was macht mich zufrieden?

   Was macht mich unglücklich?

Mithilfe dieser Aufteilung sollte man sich die Ziele setzen, die man durch die Theorie erreichen möchte. Bei den Überlegungen zur Zielsetzung sollten alle Teile miteinbezogen werden. Welches Ziel soll langfristig und so intensiv verfolgt werden, dass man bereit ist, andere Dinge dafür unterzuordnen? Diese Fragen bleiben oftmals unbeachtet und ergeben sich erst durch die Umstände des Lebens. Aber auch hier sind sehr bewusste Entscheidungen zu treffen, um die Lebensqualität zu erhalten und die Kontrolle zu behalten. Denn allein die Stimmung und Einstellung der Mitmenschen haben einen maßgeblichen Einfluss, eine Person herunterzuziehen oder aufzubauen, zu motivieren oder zu frustrieren. Deshalb sollte aufgrund von Erfahrungen ständig darauf geachtet werden, zukünftigen oder altbekannten energiefressenden Mitmenschen konsequent aus dem Weg zu gehen. Während der ganzen Ablenkung im Alltag ist es manchmal schwer, bewusste Entscheidungen zu treffen. Darum sind Ziele entscheidend. Das ist wichtig, da ohne Ziel keine Willenskraft geschärft   werden kann. Durch das Verfolgen der Ziele fällt einem der Verzicht auf bestimmte Dinge leichter, als wenn man planlos auf die eine oder andere Sache verzichten möchte, weil man gerade denkt, es wäre gut für einen.

Anhand kurzer Beispiele soll die Umsetzung aufgezeigt werden. Einen durchtrainierten Körper zu haben, kann ein Ziel sein. Die ständige Versuchung ist womöglich Fastfood. Die Willensstärke wird ab dem Moment geschult, in dem das große Ziel nicht aus den Augen verloren und daher dem ersten Impuls nicht nachgegeben, sondern auf Fastfood verzichtet wird. Ein anderes Ziel ist, eine gute Beziehung zu führen. Eine Partnerin findet Dinge interessant, über die man zuvor nie nachgedacht hat, sie selbst zu tun. Durch die Verfolgung aller eigenen persönlichen Interessen könnte man sich gegenseitig verletzen. Durch einen intensiven Dialog benennen beide ihre Bedürfnisse und vermeiden durch Willensstärke das zu tun, was die Beziehung gefährden könnte, um das große langfristige Ziel zu erreichen  –   eine gute, gleichberechtigte Beziehung. Dabei liegt ein Fokus darauf, frühzeitig auf Situationen einzugehen, bevor diese sich negativ entwickeln. Ist die Impulskontrolle ein paar Mal gelungen, fällt es beim nächsten Mal noch leichter. Und diese Technik (für größere Ziele andere Dinge unterzuordnen) kann in allen anderen Bereichen ebenfalls angewendet werden. Jedes Mal, wenn man durch Überwindung an sein persönliches Ziel gekommen ist, steigert das nebenbei das Selbstvertrauen und man erschließt sich weitere Bereiche, die man zukünftig nicht hinterfragt, sondern beherrscht und kontrolliert. Auch hinter dieser Willensstärke, die unverzichtbar für die Umsetzung der Theorie von Jean-Pol Martin ist, gibt es ein bewusstes Vorgehen. Es sind drei Sätze, an denen man sich orientiert:

   „Ich werde nicht“  

   „Ich werde“  

   „Ich will“  

Willenskraft ist wie ein Muskel, der trainiert werden kann. Allerdings kann er auch von zu viel energieraubenden, aber sinnfreien Einflüssen überbelastet werden. Daher ist es wichtig, seine Energiefresser zu erkennen und, wo es nur geht, abzustellen, um langfristig bewusste Entscheidungen für wichtige, weiterbringend e Dinge treffen zu können. Denn das Gefühl, dass man dem „Schicksal“ irgendwie ausgeliefert ist und selbst kaum Einfluss auf sein Leben hat, gleicht einem fremdbestimmten Leben, mit einem Glauben an irgendetwas, was einem Halt gibt, obwohl man sich den selber geben könnte! Man darf sich aber nicht belügen. Hat man wirklich keine Zeit für Sport oder ist man nur faul? Hat man das eine oder andere wirklich verdient oder müsste man noch mehr tun, bis man sich  belohnen kann? Hat es vielleicht einen Grund, dass man weniger Geld hat als der Nachbar? Tut man genug für sein persönliches Ziel? Man muss sich also an sein eigenes Wort halten und ständig reflektieren, sonst verliert man den Kompass und alles, was einen antreibt. Denn Ausreden, Dinge nicht tun zu müssen, findet man genug. Und hat man erst einmal angefangen, Ausreden für sein Versagen zu suchen, wird es immer schwerer, die Willenskraft für das vielleicht mal gesteckte Ziel aufzubringen. Abgesehen von dem schlechten Gewissen, das einen eigentlich zu Recht plagt. Man muss sich trainieren, seine Fehler nicht schönzureden, sondern klar zu benennen und zukünftig zu vermeiden. Das alles ist ein langer Lernprozess, der nicht von heute auf morgen verinnerlicht ist. Aber mithilfe der Theorie kann diese Entwicklung systematisch vorangetrieben werden. Dadurch wird man nicht nur erfolgreicher, sondern auch weniger anfällig für Neid und Missgunst. Man füllt sich mit sich selbst und seinen abgeschlossenen, laufenden und anstehenden Projekten aus und fühlt sich daher glückl ich! Somit macht Aktivität glücklich! Ganz nach dem Motto „Der Weg ist das Ziel“ geht es nicht immer nur um das Ergebnis, sondern um die Erkenntnisse, die man im Prozess erschließt, und um das Abrufen von Fähigkeiten aus vorherigen Projekten. Das gibt Selbstvertrauen und wir empfinden Arbeit (Projekte) als glücksgenerierende Struktur. Glück kann man steuern! Mithilfe der angesprochenen Werkzeuge kann man sein Leben aktiv und positiv leben und Glückssituationen hervorrufen. Reines positives Denken bringt leider nichts. Man muss aktiv an einem glücklichen Leben arbeiten. Immer wieder bewusste und konsequente Entscheidungen treffen, sich mit positiven und inspirierenden Leuten umgeben und stetig Projekte entwickeln. Stimmung ist ansteckend  –   positiv wie negativ (…).

Aus: Die „Neuen Menschenrechte“ als Rahmen für Selbstreflexion. In: Simon W. Kolbe, Jean-Pol Martin, Margret Ruep (Hrsg): Neue Menschenrechte? Bestandsaufnahme eines bedürfnisorientierten Handlungsansatzes. Gabriele Schäfer Verlag. Herne. 2020 (172-189)

Gabriele Schäfer Verlag