Geistesgeschichtlicher Parcours Ingolstadt: Fotos.

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„Die Verlierer sind die Bürger unserer Stadt“

03.05.2016 – 16:29

Der Stadtrat verabschiedete heute einstimmig die Bewerbung um das Digitale Gründerzentrum – Nur bei der Unterbringung im Kavalier Dallwigk gehen die Meinungen auseinander und es gab auch einige Gegenstimmen

Von Michael Schmatloch

Es ist viel von Bürgerbeteiligung die Rede dieser Tage. Hätte man dieses Verfahren in Anspruch genommen, um die gewünschte Bebauung des Gießereigeländes abzufragen, es sähe vermutlich völlig anders aus als es heute eben aussieht. Und vor allem gäbe es sicher Bereiche auf dem Gießereigelände, die den Ingolstädter Bürgern als Aufenthalts- und Erholungsort zur Verfügung stünden. Wie es der Stadtrat ja einst auch beschlossen hatte mit Grünanlagen, einer opulenten Donauterrasse und gastronomischen Anziehungspunkten.

Davon aber ist absolut nichts mehr übrig geblieben. Das Gießereigelände ist kein neues innenstadtnahes Viertel geworden, sondern eines, in dem die Ingolstädter wenig zu suchen haben. Von Studenten, Kongressteilnehmern und „Audi-Akademikern“ einmal abgesehen. Und nun eben auch von digital Gründungswilligen. Und von der viel zitierten Gastronomie auf dem Dach des Dallwigk, einem der schönsten Aussichtspunkte der Stadt, von der spricht man in CSU-Kreisen lediglich noch als einer „möglicherweise integrierbaren“ Gastronomie.

Genau das mahnte SPD-Stadtrat Manfred Schuhmann heute in der Sitzung des Stadtplanungsausschusses und auch in der anschließenden Stadtratssitzung an, als es um die Bewerbung für das digitale Gründerzentrum im Kavalier Dallwigk ging. „Ingolstadt vertut eine große Chance“, meinte Schuhmann und setzte noch einen drauf: „Walter Schober streckt seine Arme wie eine Krake aus.“ Und meint damit die Tatsache, dass sich die Technische Hochschule große Teile dieses Filetgrundstückes einverleibt hat. Und das jetzt mit dem digitalen Gründerzentrum im Kavalier Dallwigk zu einem für Schuhmann fatalen Ende bringt. „Das entspricht nicht dem, was wir 20 Jahre vorgesehen hatten“, meinte er. „Aus Ihrer Sicht ist dies das Optimale, aus unserer Sicht das Fatale“, sagte er in Richtung Regierungsbank.

Um keinen falschen Eindruck zu erwecken, neben der Mehrheitspartei und ihrem freiwählerischen Anhang sind alle Oppositionsparteien inklusive der SPD für das digitale Gründerzentrum, um das sich neben Ingolstadt auch Rosenheim und München-Land bewerben. Nur eben nicht im Kavalier Dallwigk. Und so stimmte der Stadtrat auch geschlossen für die Bewerbung um das Digitale Gründerzentrum, nicht aber für den Standort Kavalier Dallwigk. Obwohl CSU und sogar Bürgermeister Sepp Mißlbeck bis zuletzt versucht hatten, die Einstimmigkeit doch noch auch in diesem Punkt herbeizuführen.

Und es kam sogar noch zu einem kleinen Eklat im Stadtrat, als Bürgermeister Wittmann die Diskussion per Geschäftsordnung abbrechen lassen wollte. Und es gegen den vehementen Protest von Petra Kleine und auch den von Gerd Werding (FW) mit 27 zu 20 Stimmen auch schaffte.

Die Standortdiskussion ermunterte Manfred Schuhmann zu der generellen Kritik an der Nutzung  dieses „Filetgrundstücks europäischen Ausmaßes“, auf dem schon der Bau der Carissma-Forschungshalle eine Sünde gewesen sei. Immer seien auch die Kultur und die Allgemeinheit im Fokus gewesen. „Es geht nicht nur um die Entwicklung der Stadt, sondern auch um die kulturelle Entwicklung.“ Und die Verlierer in dieser Sache, das seien die Bürger von Ingolstadt.

Er plädierte für einen spezifischen Neubau für das Gründerzentrum, der schneller und wahrscheinlich auch billiger zu realisieren gewesen wäre. Und das müsse seiner Meinung nach auch nicht unbedingt in der Innenstadt sein. „Aber es geht Ihnen ja nur darum, das Dallwigk möglichst kostengünstig zu sanieren“, wetterte er im Ausschuss und im anschließenden Stadtrat und liegt damit sicher nicht ganz verkehrt.

Dass er nicht ganz schief liegt, formulierte Hans Achhammer (CSU) selbst: „Wir haben die einmalige Chance, das Dallwigk zu sanieren.“ Und appellierte an die Opposition, den Vorschlag mitzutragen, dass Kavalier an das Gründerzentrum zu vergeben.

Christoph Lauer von den Grünen brachte noch einen anderen Gedanken ins Spiel. Es sei das absolut richtige Projekt für Ingolstadt, aber für ihn eher zu klein gedacht. „Wir stellen uns vor, dass man größer denken und aus dem digitalen Gründerzentrum ein Leuchtturmprojekt werden lassen könnte.“ Nicht zuletzt deswegen ist auch er nicht überzeugt, dass das Dallwigk der ideale Ort ist. „Mit einem Neubau wären wir besser beraten gewesen.“

Auch die Grünen sehen im Dallwigk also – aus zweierlei Gründen sogar – nicht die optimale Lösung, wie Petra Kleine im Stadtrat noch einmal ausführte. Und sogar eher der falsche Ansatz, um den Wettbewerb zu gewinnen. „Wenn Sie das geschlossene Signal gesucht hätten, dann hätten Sie mit dem Planungen anders umgehen können und auf die zugehen müssen, die jahrelang ein Donaumuseum geplant haben“, so Petra Kleine in Richtung Oberbürgermeister, „zumindest hätten Sie Alternative überprüfen und über einen Plan B nachdenken müssen.“ Sie warf dem Oberbürgermeister schlechtes Management vor. Er habe damit viel Porzellan zerschlagen.

„Wir halten die baulichen Überlegungen für zu klein gedacht. Wenn ich auch baulich einen Leuchtturm daraus machen will, muss ich mir um die Gestaltung ganz andere Gedanken machen“, so Kleine weiter. Ein Architekturwettbewerb wäre eigentlich das gebotene Mittel.

Das unterstrich auch Achim Werner (SPD) im Stadtrat. Er ging sogar soweit, das Gründerzentrum auch zu installieren, selbst wenn Ingolstadt den Zuschlag der Regierung und damit die Fördergelder nicht bekommen sollte. Aber das Vorgehen der Stadt sei eben falsch gewesen. „Hätte man Geschlossenheit gewollt, dann hätte man es anders aufziehen müssen. Sie sind mit ihrem Vorgehen gescheitert“, sagte auch er dem OB, „wann immer ich höre, etwas wäre alternativlos, dann läuten bei mir die Alarmglocken.“ Das Dallwigk sei für ihn etwas, wo die Bürger jeden Tag hingehen können müssen.

Für Christian Lange (BGI)  ist es Zeichen des „Hauruckverfahrens“, das Dallwigk als sozusagen alternativlosen Standort für das Gründerzentrum zu verwenden. Und dass der Standort, wie er meinte, nicht der beste ist, das werde sich spätestens dann zeigen, wenn es schlicht zu eng wird, wenn dieses Gründerzentrum ein Erfolg werden sollte. „Sie sind schon mal wieder über einen ihrer Kardinalfehler gestolpert“, meinte Lange in Richtung Regierungsbank, „und der heißt Intransparenz.“ Lange schlug vor, die Entwicklungsmöglichkeiten auf dem Gelände wenigstens offen zu lassen und deswegen auf Kongresshotel und Kongresszentrum zu verzichten.

Eine eigentlich konsequente Forderung. Denn die diversen Nutzungen, denen das Gießereigelände gerecht werden soll, sind in der Tat überaus umfangreich und wohl nur zu realisieren, wenn keinerlei Entwicklung in der Zukunft mehr stattfindet. Weder von Seiten der Hochschule, noch von Seiten des digitalen Gründerzentrums. Und gerade diese in hohem Maße zukunftsorientierte Institution, die der Grundstein sein könnte für ein Ingolstädter „Silikon Valley“, wird mit der Entscheidung, es in den historischen Bau nebst Anbau zu pferchen, von Anfang an zum kleinkarierten Bauchladen degradiert.  Und der so genannte Bürger zur persona non grata auf diesem Areal, das einst als neues Stadtviertel gedacht war.

LdL + Migrantenprojekt + Prezi von Peter Ringeisen: Explosion?

Gegenwärtig erlebe ich dank Peter Ringeisen, Veronika Peters und Akinyi Bittner so etwas wie die Besteigung eines 8 Tausenders:
Das Prezi von Peter Ringeisen liefert die komplette Theorie zur Methode LdL sehr anschaulich und sehr aktuell!
Gleichzeitig aber liefert dieses Modell („Weltverbesserungskompetenz als Lernziel?“) nicht nur die Theorie zu LdL, sondern auch zu allen anderen Lebens- und Projektaufgaben. Beispielsweisie die Förderung und Integration von Asylbewerbern und Migranten über kulturell sehr anspruchsvolle Projekte, wie das Aufstellen und Präsentieren von Stationen über die Ingolstädter Geistesgeschichte.
Und da werde ich massiv von Veronika Peters und Akinyi Bittner unterstützt!

Asyl? Mehr davon!

Habe ich gerade in Facebook gepostet:

Ich freue mich unglaublich darauf: am kommenden Montag werden Zainab Mohammed (20) und ihr Bruder Youssouph (14) (aus dem Irak) die von Paul Polman (ü 70, aus Holland) erstellte Powerpointpräsentation über Ludwig den Gebarteten im Café International Stadttheater Ingolstadt (geleitet von Akinyi Bittner, Kenya) vorstellen. Nur wer seit Jahren an ähnlichen intergenerationellen und interkulturellen Projekten arbeitet, kann ermessen, was dieses Ereignis bedeutet!
Jean-Pol Martin (Frankreich, 73).

Unterforderung der Schüler und jetzt der Asylbewerber.

Andreas Seidl stellt fest:
„Guten Morgen zusammen. Ja es ist unglaublich wie diese zwei Geschwister aus dem Irak gestern Details aus der Ingolstädter Geschichte erzählt haben als würden sie schon immer in Ingolstadt wohnen. Dabei sind sie erst seit 8 Monaten (!!) in Deutschland. Jean-Pol Martin hat es verstanden eine Brücke zwischen sich den Jugendlichen und der Thematik zu finden. Zwei Dinge sind mir aufgefallen die wichtig sind um so ein Erfolgserlebnis beim Lernenden hervorzurufen: a) der Lehrer muss ein Experte auf dem Gebiet sein das er lehrt b) der Lehrer hat ein unglaubliches Vertrauen in das intellektuelle Potential seiner Schüler. Normalerweise würde man denken was macht ein Lehrer mit Menschen die gerade mal 8 Monate in Deutschland sind? Erste einfache Texte lesen oder Vokabelübungen. Jean-Pol macht etwas anderes: Er fordert die Schüler intellektuell so massiv und zeigt Ihnen so seine Wertschätzung . Ganz abgesehen davon haben wir bald mindestens zwei Fremdenführer aus dem Irak, die Bürgern Ingolstädter Geschichte näherbringen können.“

Er bezieht sich darauf:

Asyl: meine Arbeit im Café International

Auch wenn es absurd oder surreal wirkt: gestern habe ich den Inhalt dieser Seite mit Zainab Mohammed, 20 Jahre, aus dem Irak, und ihrem 14 jährigen Bruder eingeübt. Beide finden es sehr interessant und beherrschen es auch. Am kommenden Montag werden sie die weiteren Abschnitte der Ingolstädter Geistesgeschichte verinnerlichen.
Wieder zeigt sich, was ich bereits als Lehrer und Professor erlebt hatte: wir unterfordern unsere Kinder skandalös! Und wir unterfordern auch unsere Asylbewerber intellektuell skandalös. Andreas Seidl war dabei. Er kann es bezeugen! Andreas, kannst du bitte was dazu schreiben? Und du, Marius Müller, warst auch ganz kurz dabei. Kannst du ein paar Worte dazu schreiben?

Jean-Pol Martins Foto.

AK: „Was braucht der Mensch, um glücklich zu sein“: Tagesordnungen und Kurzprotokolle.

Tagesordnung 13.02.2016:
1. Berichte über die Hausaufgaben (Glückspotentiale erkennen und nutzen)
2. Festigung des Glücksmodells und der Terminologie
3. Vorbereitung: Neuronenverhalten – Netzsensibilität
https://jeanpol.wordpress.com/2016/01/30/torsten-larbig-ueber-neuronenverhalten-und-netzsensibilitaet/

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Kurzprotokoll Treffen 30.01.2016
Anwesend: 8 Teilnehmer

1. Berichte über die Hausaufgabe „Schaffung von Glücksstrukturen“. Es wurden ausführliche Aktivitäten entfaltet, insbesondere im familiären Bereich und im beruflichen Umfeld. Der Schwerpunkt lag auf der expliziten Anerkennung von Verhalten und „Leistungen“ von Familienmitgliedern. Ferner wurde vielfach das Glücksmodell direkt im Umfeld als Basis zur Eigenreflexion erläutert und zur Anwendung empfohlen. Darüber hinaus wurde aktiv in konfliktuellen Situationen Deeskalation engestrebt und erreicht. Schließlich wurde über systematisches und wiederholtes exploratives Verhalten berichtet. Aus meiner Sicht beachtliche Erfolge also.
2. Das Glücksmodell wird für die neuen Teilnehmern dargestellt (von Marius Müller) und anhand zalreicher Beispiele veranschaulicht. Die Terminologie wird erneut eingeübt, insbesondere „lange Inkubation, plötzliche Emergenz“, „Exploratives Verhalten“, die Busmetapher, die Gruppe als neuronales Netz. Ferner wurden Ereignisse aus der Stadtpolitik analytisch erörtert.
3. Hausaufgaben: die TN nehmen sich Konkretes vor, sowohl im familiären als auch im beruflichen Kontext. Dabei wird das Glückmodell offensiv nach außen kommuniziert und dessen Nützlichkeit anderen vermittelt.
Nächstes Treffen: 13.02.2016Vorbereitung: „Neuronenverhalten“ – „Netzsensibilität“:

Hervorragende Vorstellung der beiden Konzepte im Rahmen einer Ringvorlesung an der Universität…
jeanpol.wordpress.com

Tagesordnung 30.01.2016:
1. Berichte über die Hausaufgaben:
Ist es mir gelungen, Glückspotentiale in meinem Umfeld zu erkennen und zu nutzen (z.B anderen Anerkennung zukommen zu lassen)? Ist es mir gelungen, Selbstverwirklichungsräume für andere bereitzustellen?
2. Wiederaufgreifen des Glücksmodells: Terminologie festigen und neue Begriffe: „Komplexitätskompression“, „Neuronenmetapher“.
3. Arbeitsgruppen: Fortsetzung der begonnenen Projekte (Unglücksquellen identifizieren und minimieren, Glücksräume erkennen und ausbauen).

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Kurzprotokoll des Treffens am 16.01.2016:
Anwesend: 10 TN
1. Berichte über die Hausaufgabe:
„Erkenne Glückspotentiale in deinem unmittelbaren Umfeld, insbesondere die Möglichkeit, das Bedürfnis nach Anerkennung zu befriedigen.“
Zahlreiche überzeugende, glückbringende Erfahrungen werden beschrieben, insbesondere im familiären Bereich.
2. Wiederaufgreifen und Vertiefung des Glücksmodells. Die Begriffe werden erneut besprochen, insbesondere „Ressourcenorientierung“, „Exploratives Verhalten“, „Antinomien“, „Flow“, „Konzeptualisierung“, „Lange Inkubation, plötzliche Emergenz“, „Spermienmetapher“.
3. Hausaufgaben:
– Weiterausbauen der im Rahmen der letzten Hausaufgabe eröffneten Glücksfelder (z.B. in der Familie).
– Schaffen von Selbstverwirklichungsmöglichkeiten für Personen aus dem unmittelbaren Lebensraum.
4. Bildung von Arbeitsgruppen.
SprecherInnen der Arbeitsgruppen:
Marius Müller: Umfeld Schule
Juliane Martin: Umfeld Familie
Alexander Ens: Umfeld Freunde
Veronika Peters: Umfeld Unternehmen
Weitere Gruppen: Umfeld Kunst – Umfeld Politik – Umfeld Asyl

Nächstes Treffen: 30. Januar, 16-17:30 Uhr in Vroni’s Ratschhaus

Tagesordnung 16.01.2016:
1. Berichte über die Glücks-Schaffungs-Übungen
2. Anwendung der LdL-Terminologie in unterschiedlichen Kontexten (Vertiefung und Automatisierung)
3. Neuer Begriff: „Konzeptualisierung als Glücksquelle“
4. Bildung von Themengruppen: Familie – Arbeitsplatz – Schule – Politik – sonstiges

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Kurzprotokoll des Treffens am 02.01.2016:
1. Wiederholung und Vertiefung des Glücksmodells und der entsprechenden Terminologie. Insbesondere
– Exploratives Verhalten
– Der Mensch im Spannungsfeld antinomischer Bedürfnisse
– Die Liebe als Fixierung auf eine Quelle der Bedürfnisbefriedigung
– Lange Inkubation, plötzliche Emergenz
– Synergierausch
– Spermienmetapher
2. Aufgabe für das nächste Treffen:
Kleine Glücksschaffungsübungen in ausgewählten Lebensräumen (Schraubendrehen): Familie, Arbeitsplatz, Politische Aktionsräumen, Schule
Nächstes Treffen: 16.01.2016

Tagesordnung 02.01.2016:
1. Wiederholung der Zentralbegriffe: Maslow – Antinomien – Exploratives Verhalten – Lange Inkubation, plötzliche Emergenz – Regeln für die Durchführung von Internetprojekten
2. Neue Begriffe: Konzeptualisierung als Glücksquelle – Die Spermatozoidenmetapher
3. Planung der weiteren Schritte:
– LdL am Apian-Gymnasium: Marius Müller
– Geistesgeschichtlicher Parcours im Stadtmuseum: Jean-Pol Martin, Elizabeth Toro, Stephania Lorenz, Marius Müller

https://jeanpol.wordpress.com/2013/06/02/konzeptualisieren-gluck/

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Kurzprotokoll vom 19.12.2015:

1. Wir haben noch einmal definiert, welche Grundbedürfnisse Menschen haben und unter welchen Bedingungen Menschen glücklich sein können.
2. Wir haben konkrete Lebensräume definiert, in denen wir versuchen, glückförderliche Strukturen zu schaffen.
3. Marius Müller nimmt sich vor, das Glücksmodell in seinem Umfeld zu verbreiten und dafür zu kämpfen, dass im Apian-Gymnasium über LdL als Methode gründlich nachgedacht wird.
4. Anwesende, darunter Elizabeth Toro und Stephania Lorenz erklären sich bereit, bei der Gestaltung der geistesgeschichtlichen Parcours im Stadtmuseum mitzuwirken.
5. Das Phänomen „Lange Inkubation, plötzliche Emergenz“ wurde beschrieben und als Interpretationsinstrument verinnerlicht.
6. Die Basisregeln für erfolgreiche Internetprojekte wurden vorgetragen und verinnerlicht.
7. Nächtstes Treffen: 2.01.2016

Auf die Bedeutung von kontinuierlicher Mitarbeit („Dranbleiben“) wurde mehrfach hingewiesen!

Ingolstadt: Geistesgeschichte als Identifikationsangebot.

Fassung: 03.01.2016

Resume: Gegenwärtig erleben wir einen Zustrom an neuen Bürgern in Ingolstadt. Zur Konstruktion der eigenen Identität spielt der Wohnort eine bedeutsame Rolle. Welches Angebot hält Ingolstadt den Ankömmlingen als Baustein bereit? Auf Anhieb fällt Audi ein. In dem Beitrag wird die Geistesgeschichte als weiteres Angebot vorgeschlagen.

1. Die Konstruktion einer stabilen Identität als Grundbedürfnis

Nimmt man ein modernes anthropologisches Konstrukt als Grundlage, so stellt man fest, dass die Kontrolle, also das Gefühl, die eigene Person und das Lebensumfeld „im Griff“ zu haben, das alles überragende Grundbedürfnis des Menschen ist. Das Selbstbild, also die Identität, ist ein Festigkeit verleihendes Gerüst der Person, vorausgesetzt, diese Identität ist stabil. Das Selbstbild setzt sich aus vielen Teilen zusammen, darunter die soziale Herkunft, die Ausbildung, der Beruf, die Familiensituation und auch der Wohnort.

2. Der Wohnort als Teil der Identität

Ich wurde in Paris geboren und dort sozialisiert. Von Kindheit an prägte mich diese Tatsache, die ich dem Zufall verdankte, mein Selbstbild. Pariser sind schnell und lustig und legen Wert auf gute Kleidung. So wurde es mir kommuniziert und so sollte ich auch sein, wenn ich ankommen wollte. Ferner war Paris die Hauptstadt eines „wichtigen“ Landes und Paris hatte eine bedeutsame und weltbekannte Geschichte. Zusätzlich zu meinen individuellen Eigenschaften war ich also Pariser, mit allen den Parisern zugeordneten Merkmalen. Das war meine Identität. Das gab mir Stabilität und Stärke. Was gibt den Ingolstädtern Stabilität und Stärke?

3. Das Ingolstädter Identitätsangebot

„Zeitreise durch die Stadtgeschichte – Historiker Tobias Schönauer und Architekt Joachim Hägel zeigen die Entwicklung Ingolstadts hin zum Industriestandort auf“ Aus: Donaukurier Nr.287, Samstag/Sonntag, 12/13. Dezember 2015, Seite 29

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4. Stolz auf die Universität und die Geistesgeschichte

Natürlich ist Ingolstadt mit seiner rasanten wirtschaftlichen Entwicklung und seiner Stellung in den Rankings ein Ort, der das Selbstwertgefühl der Einwohner stärkt. Wir wohnen in einer aktuell spannenden Stadt und auch die Zukunft verspricht, aufregend zu sein. Weniger bekannt ist unsere Geistesgeschichte und die Tatsache, dass seit 1392 bis heute hervorragende Persönlichkeiten in Ingolstadt gewirkt haben und von da aus in Bayern und weit darüber hinaus starke Impulse gegeben haben. Dass es nicht bekannt ist, ist schade, denn eine intensivere Beschäftigung mit diesen Gestalten und den mit ihnen verbundenen Ereignissen könnten weitere Bausteine zum Aufbau einer positiven Ingolstädter Identität liefern.

5. Acht Abteilungen mit Persönlichkeiten, die zur Identifikation einladen.

Gestützt auf Dieter Dörner (1983) lässt sich über erfolgreiche Problemlöser feststellen, dass sie in hohem Maße exploratives Verhalten aufweisen. Sie sind tatkräftig, innovativ, versuchen, über sich hinauszuwachsen. Sie wissen, wie man andere Menschen begeistern kann, indem man ihnen Möglichkeiten eröffnet, sich selbst zu verwirklichen. Sie sind vernetzungskompetent und netzsensibel. Und sie arbeiten meist sehr hart. In Ingolstadt haben im Laufe der Jahrhunderte viele solcher Persönlichkeiten gelebt. Sie wurden nicht alle positiv von der Nachwelt bewertet, aber eines verbindet sie alle: sie haben die Geschichte der Stadt und des Landes Bayern, teilweise auch Deutschlands geprägt. Man kann sie Epochen zuordnen: dem Mittelalter, der Renaissance (Humanismus, Reformation, Gegenreformation), dem Barock, der Aufklärung.

Abteilung 1:
Landesteilung und die Zeit Ludwigs des Gebarteten

Stephan der Kneissel – Isabeau de Bavière – Ludwig der Bucklige – Münster – Pfründnerhaus

Eigenschaften:
Exploratives Verhalten, überdimensionierter Ehrgeiz, Kreativität, Organisationstalent, Hartnäckigkeit, Arbeitswut, Wunsch, über sich hinauszuwachsen

 

Abteilung 2.
Die Zeit des Humanismus (1)

Universität, Conrad Celtis, Aventin, Peter Apian, Philipp Apian, Albrecht V

Jean-Pol Martins Foto.
Fokus auf   Peter Apian
Eigenschaften:
Naturwissenschaftliches Genie, überdimensionierter Ehrgeiz, Arbeitswut, Griff nach den Sternen

Abteilung 3.
Die Zeit des Humanismus (2)

Buchdruck. Kartographie.

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Fokus auf  Philipp Apian
Eigenschaften:
Arbeitswut, naturwissenschaftliches Genie, moralische Integrität bis zur Selbstaufgabe, Hartnäckigkeit, Exploratives Verhalten

Abteilung 4.
Reformation – Gegenreformation:

Seehofer – Argula von Grumbach – Johannes Eck

Jean-Pol Martins Foto.
Fokus auf Johannes Eck
Eigenschaften:
Arbeitswut, Besessenheit, Verfolgen einer Idee bis zum Äußersten, Rhetorische Begabung

Abteilung 5.
Jesuiten in Ingolstadt:

Petrus Canisius – Missionare – Wissenschaftler – Jesuistentheater – Maximilian I

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Eigenschaften:
Arbeitswut, exploratives Verhalten, Multibegabungen, Altruismus

Abteilung 6:
Aufklärung:
Ickstatt – Weishaupt (Illuminaten)

Jean-Pol Martins Foto.
Fokus auf Ickstatt
Eigenschaften:
Rationales Denken, Organisationstalent, Ausgewogenheit beim Verfolgen seiner Ziele, Hartnäckigkeit

Abteilung 7
Landesfestung:

Streiter, Becker, Leo von Klenze – Kulturleben in der Garnisonstadt

Jean-Pol Martins Foto.
Fokus auf Schafhäutl
Eigenschaften:
Universalgenie, Liebe zu Ingolstadt, Arbeitswut, Altruismus

Abteilung 8.
Tradition und Zukunft

* Hochschulen als Fortsetzung der Universität –
* Audi (Ingenieure/Architekten) als Fortsetzung der Landesfestung (Ingenieure/Architekten)

Jean-Pol Martins Foto.
Fokus auf Peter Schnell
Eigenschaften:
Bürgernähe, hoher Arbeitseinsatz, Durchsetzungskraft, Entscheidungsstark, Vorausschauend
Fazit: Die Geschichte von Ingolstadt bietet eine große Anzahl von herausragenden Persönlichkeiten, die ihren Stempel auch im Stadtbild hinterlassen haben. Sie waren nicht nur für Ingolstadt sondern auch für Bayern und Deutschland von Bedeutung, durch die unterschiedlichen Epochen der Geistesgeschichte durch.  Ein großes Reservoire an Identifikationsfiguren!
Detailliertere Ausführungen zur Ingolstädter Geschichte: