Vortrag Neue Menschenrechte 07.2021

Weiterführung:

Die 6 Module

Neue Menschenrechte. Artikel 1: Das Recht auf Denken

Antinomien? Was ist das?

Systeme (auch Menschen) bewegen sich im Spannungsfeld von Antinomien (Gegensätzen). Beispielsweise von zentripetalen und zentrifugalen Kräften. Um das Gleichgewicht zu halten (Kontrolle), muss permanent für Ausgleich zwischen den beiden Tendenzen aktiv gesorgt werden.

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45 Minuten

15 Minuten: Vorstellung des Konzeptes

15 Minuten: Gespräche in Zweiergruppen: Inwiefern führt diese Erkenntnis zu mehr Kontrolle und mehr Glück?

15 Minuten: Auswertung im Plenum

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1.Antinomien

Kategorie Kontrolle: Top-down – Zentripetale Kräfte

Kategorie Unbestimmtheit: Bottom-up – Zentrifugale Kräfte

Integration: Dialektisches Denken

2.Warum ist die Chance auf Glück größer, wenn man dies erkannt hat?

Materialien:

Mehr zum Thema „Exploratives Verhalten“

Mehr zum Thema Top-down vs. bottom-up

Mehr zum Thema „Dialektisches Denken“

LdL/NMR-Theorie: Gesamtpaket

Kontakt

Prof.Dr.Jean-Pol Martin
Ludwigstraße 40
D-85049 Ingolstadt

jpm@ldl.de
Tel. +49.841.12816507
http://de.wikipedia.org/wiki/Jean-Pol_Martin
Blog: https://jeanpol.wordpress.com

Kärtchen: NMR-Artikel 1 (Recht auf Denken)

Erstellt von Isabelle Schuhladen Le Bourhis

Neue Menschenrechte. Artikel 1. Das Recht auf Denken.

Teil I: Basiskonzepte

Lebenserhaltung als Ziel: Kontrolle

Das Ziel aller Lebewesen ist die Lebenserhaltung (Martin 2018, 346). Die Lebenserhaltung beruht auf einer Reihe von Verhaltensweisen und Handlungen, die Kontrolle über das Lebensfeld sichern. Dazu zählt die Versorgung des Organismus mit Energie, die Abwehr von Konkurrenten um Ressourcen, das Treffen von Entscheidungen, die für das aktuelle und künftige Überleben von Bedeutung sind. Alle Kontrollaktivitäten werden über das Nervensystem und das Gehirn gesteuert und koordiniert. Aufgabe des Gehirns ist es, Informationen zu verarbeiten und zu konzeptualisieren. Also zu denken. Die Qualität unseres Denkens ist entscheidend für die Qualität unseres Lebens.“

Warum sollen wir „dialektisch“ denken?

Unsere Handlungen haben nur ein Ziel: die Lebenserhaltung. Und die Lebenserhaltung läuft über die Kontrolle unseres Lebensfeldes. Auch das Denken gehört dazu (kognitive Kontrolle). Dialektisch Denken bedeutet, dass wir die Position des anderen in den Blick nehmen und versuchen, in unsere eigenen Überlegungen miteinzubeziehen, so dass wir unsere kognitive Kontrolle ausweiten. Es hat den Vorteil, dass beide Positionen am Ende auf einer höheren Ebene integriert sind (Kontrolle).

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45 Minuten

15 Minuten: Vorstellung des Konzeptes

15 Minuten: Gespräche in Zweiergruppen: Welche Bedürfnisse werden durch dialektisches Denken befriedigt?

15 Minuten: Auswertung im Plenum

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1.Systeme (auch Menschen) sind antinomisch angelegt

  • Wir wollen Ruhe <-> aber auch Bewegung
  • Wir wollen klare Vorgaben <-> aber auch Freiheit
  • Wir wollen in einer Gruppe integriert sein <-> aber auch als Individuum autonom sein
  • usw.

Um das Gleichgewicht zu erhalten (Kontrolle), sind wir auf die Integration beider entgegengesetzen Tendenzen angewiesen.

2.Warum ist es anstrengend, dialektisch zu denken und warum soll man es trotzdem tun?

Da wir prinzipiell darauf aus sind, alles zu bestimmen (zu kontrollieren), fällt uns sehr schwer, unsere eigene Position mental zu verlassen und die Position des anderen einzunehmen. Es verlangt sehr viel Selbstdisziplin, das zu tun. Tun wir es nicht, so sind die Nachteile offensichtlich:

  • Wenn ich nur meine Position sehe, verfüge ich nicht über alle Elemente einer Situation und werde das Problem nicht umfassend lösen können,
  • mein Partner wird automatisch eine Gegenposition einnehmen und blockiert damit eine konstruktive Lösungssuche,
  • es entstehen negative Emotionen, die die Suche nach der Problemlösung belasten,
  • die Kontrolle über die Situation entzieht sich meinem Denken, denn ich verfüge nicht über einen Überblick über alle Informationen.

Viel sinnvoller ist es, sowohl meine Position als auch die des Partners in den Blick zu nehmen und beide so zu integrieren, dass die entstehende Lösung umfassend und stabil ist.

3. Inwiefern hilft uns dialektisches Denken unsere Bedürfnisse zu befriedigen? Was steht uns im Wege, wenn wir in unserem Alltag versuchen, dialektisch zu denken? Wie können wir diese Hindernisse überwinden und die Situation kontrollieren?

Materialien:

6 zentrale Begriffe im Rahmen meines Modells

LdL/NMR-Theorie: Gesamtpaket

Was braucht der Mensch, um glücklich zu sein? Youtube-Educamp 2014, 45 Minuten

Kontakt

Prof.Dr.Jean-Pol Martin
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Warum sollen wir uns explorativ verhalten?

Davon ausgehend, dass das zentrale, alles einschließende Bedürfnis des Menschen in der Kontrolle seines Lebensfeldes besteht (Lebenserhaltung), so entspricht exploratives Verhalten einer Ausdehnung von Kontrolle.

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45 Minuten

15 Minuten: Vorstellung des Konzeptes

15 Minuten: Gespräche in Zweiergruppen: Welche Bedürfnisse werden durch exploratives Verhalten befriedigt?

15 Minuten: Auswertung im Plenum

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1.Exploratives Verhalten führt zur Ausdehnung der kognitiven Kontrolle

Definition: Unter explorativer Haltung versteht man die Bereitschaft von Menschen, sich in Situationen zu begeben, die ein hohes Maß an Unbestimmtheiten enthalten.

Explorative Menschen suchen Felder auf, mit denen sie nicht vertraut sind, und versuchen, sich in diesen Feldern problemlösend zu behaupten. Jede auf diese Weise gewonnene Erfahrung wird zu einem abstrakten, kognitiven
Schema
verarbeitet. Je mehr Erfahrungen, desto mehr Schemata, desto breiter die kognitive Landkarte. Eine breite kognitive Landkarte sichert Kontrolle über mehr Bereiche, sie ermöglicht eine schnellere Verarbeitung neuer Eindrücke und schützt vor emotionalen Einbrüchen. Sie sichert, dass neue Situationen erfolgreich bewältigt werden. Das Gefühl der Kontrolle festigt sich, das Selbstbewusstsein wächst und dadurch die Bereitschaft, unbekannte Felder anzugehen, also sich erneut explorativ zu verhalten.

Flow als Belohnung: Gefühl des Fließens, des Aufgehens in einer Handlung.

  • Unbekannte Felder betreten, Neues entdecken;
  • Situationen mit offenem Ausgang, für die man die Verantwortung trägt;
  • Probleme lösen, hohe Anforderungen bewältigen;
  • Ausschöpfen der eigenen Ressourcen;
  • Gefühl der Selbstentgrenzung;
  • Kontrolle über das eigene Handeln und das Umfeld.

2. Welche Kontrollbedürfnisse werden durch exploratives Verhalten befriedigt? Welche Hindernisse stehen uns im Alltag im Wege, wenn wir uns explorativ verhalten wollen? Mit welchen Massnahmen können wir (noch) mehr Kontrolle gewinnen?

Materialien:

Mehr zum Thema Exploratives Verhalten

LdL/NMR-Theorie: Gesamtpaket

Was braucht der Mensch, um glücklich zu sein? Educamp 2014, 45 Minuten

Kontakt

Prof.Dr.Jean-Pol Martin
Ludwigstraße 40
D-85049 Ingolstadt

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Tel. +49.841.12816507
http://de.wikipedia.org/wiki/Jean-Pol_Martin
Blog: https://jeanpol.wordpress.com

LdL/NMR-Theorie: Gesamtpaket

Theorie-Austattung für die Gründung von autonomen, vernetzten Gruppen mit dem Ziel einer breiten bottom-up Transformation der Gesellschaft.

Der Anfang von LdL (spezifisch für den Fremdsprachenunterricht)

1.Für eine Übernahme von Lehrfunktionen durch Schüler (1986)

2.Schüler in komplexen Lernumwelten (1988)

LdL/NMR-Theorie für Anfänger („Weltverbesserungsansatz“)

Aufsätze

1.„Weltverbesserungskompetenz“ als Lernziel? (2002)

2. Lernen durch Lehren: Konzeptualisierung als Glücksquelle (2018)

Terminologie (bei Bedarf)

6 zentrale Begriffe im Rahmen meines Modells

LdL-Glossar

Das LdL/NMR-Team

Akteur*innen

Materialien

Neue Menschenrechte: Leporello

LdL/NMR-Theorie für Fortgeschrittene (Neue Menschenrechte)

Aufsätze

1.Lernziel Partizipationsfähigkeit und Netzsensibilität (2009)

2.Neubegründung und Reformulierung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte (2020)

3. Neue Menschenrechte: Artikel 1 – Das Recht auf Denken (2021)

Für Besessene

Alle meine Aufsätze (38 an der Zahl)

6 Module für Sessions auf Workshops und Barcamps – Jeweils 45 Minuten

1. Top-down vs. bottom-up 2.Dialektisches Denken 3.Zentripetal vs. zentrifugal 4.Exploratives Verhalten. 5.Neuronenverhalten 6.Antinomien

Weiterführende Literatur

Kolbe, S.W., Martin, J.-P., Ruep, M. (Hrsg.) (2020): „Neue Menschenrechte“? – Bestandsaufnahme eines bedürfnisorientierten Handlungsansatzes. Gabriel Schäfer Verlag. Herne.

NMR. Artikel 1. Das Recht auf Denken

LdL/NMR-Theorie für Fortgeschrittene

Hier ist die Grundaustattung für die Gründung von autonomen, vernetzten Gruppen mit dem Ziel einer breiten, bottom-up Transformation der Gesellschaft.

Aufsätze

1.“Weltverbesserungskompetenz“ als Lernziel? (2002)

2.Lernziel Partizipationsfähigkeit und Netzsensibilität (2009)

3.Lernen durch Lehren: Konzeptualisierung als Glücksquelle (2018)

4.Neubegründung und Reformulierung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte (2020)

5. Neue Menschenrechte: Artikel 1 – Das Recht auf Denken (2021)

Terminologie (bei Bedarf)

LdL-Glossar

Das LdL/NMR-Team

Akteur*innen

Materialien

  1. Neue Menschenrechte: Leporello
  2. Kärtchen:

Wer soll die Neuen Menschenrechte durchsetzen?

Frage von Johanna Pareigis

Lieber Jean-Pol, was sagst du dazu: wer soll die Menschenrechte durchsetzen?
LG, JoHanna

Meine Antwort:

Du, liebe Johanna, und ich.

Du, indem du
1. die Menschen um dich herum mithilfe der Kärtchen anregst, zu überlegen, welche Bedürfnisse sie haben und in welchem Maße sie befriedigt sind;
2. sie anregst zu überlegen, welche strukturelle Veränderungen notwendig sind, damit sie Chancen haben, ihre Bedürfnisse zu befriedigen;
3. sie motivierst, politisch vor Ort zu handeln, um zu testen, ob ihre Ideen für strukturelle Veränderungen umsetzbar sind.

Ich, indem ich

Erfahrungen sammle und permanent konzeptualisiere. Wie jetzt gerade!
Das ist ganz einfach!
LG, Jean-Pol