Zitationen in der englischen Fachliteratur

Seit längerer Zeit wird LdL weltweit in der englischen Fachliteratur zitiert

2017

The effect of Learning by Teaching on Pre-Service Science Teacher’s Attitudes toward Chemistry

Putting Vision into Practice: Exploring Five Timeless Principles for Student Achievement

datingsummer17

Video Production as a Pathway for Building Identity

Pedagogical Mini-Games Integrated into Hybrid Course to Improve Understanding of Computer Programming: Skill Building Without the Coding Constraints

Learning Core Concepts of Business Information Systems Engineering by Teaching–Lessons Learned from a Comparative Teaching Experiment

eZoomBook Methodology and Template: A Case Study of Collective Authorship in the Classroom

ASHLEIGH SAYER’S METHOD OF COMMUNICATIVE LANGUAGE TEACHING IN PSYCHOLINGUISTICS CLASS TO SIXTH SEMESTER ENGLISH DEPARTMENT STUDENTS AT IAIN ANTASARI BANJARMASIN ACADEMIC YEAR 2009/2010

Learning by Teaching: Evidence-based Strategies to Enhance Learning in the Classroom

2016

Using an Active Learning Environment to Increase Students‘ Engagement

Teaching Shakespeare in the Digital Age: The eZoomBook Approach

Learning by teaching: developing transferable skills

2015

ECEL2015-14th European Conference on e-Learning,: ECEl2015

Improving Student Interaction and Engagement in the Flipped Classroom

Is Learning by Teaching Effective in Gaining 21st Century Skills? The Views of Pre-Service Science Teachers

DIGITAL LITERACY – ANALYZES AND SUGGESTS CROSS-CURRICULAR TEST MODELS.

2014

Teaching and Learning Methods for International Students

Evaluation of student-symposium as a teaching- learning tool

2013

Cross age peer tutoring in physics

Advertisements

Lernen durch Lehren: Konzeptualisierung als Glücksquelle

Dieser Artikel wird am 15.12.2017 in dem „Handbuch Unterricht und Erziehung“ veröffentlicht!        Konzeptualisierung-deutsch-pdf

 

07336000

Joachim Grzega: LdL-Kontaktbrief Nr. 165 (Jg. 30) vom 25. Mai 2016

Liebe LdL-Freunde,

mit dieser Ausgabe gehen wir in das 30. Jahr der von Jean-Pol Martin initiierten LdL-Kontaktbriefe.

Sehr viel Austausch erfolgt weiterhin über die Facebook-Gruppe “Lernen durch Lehren”:

https://www.facebook.com/groups/484167501636333/

Der LdL-Kontaktbrief bleibt aber weiterhin erhalten, um meine eigenen LdL-Aktivitäten zusammenfassen und auf Berichte rund um den Globus hinzuweisen.

Auch wenn es aufgrund der Abschaffung von Präsenzen in Seminaren deutlich schwieriger geworden ist, Studierende für Projekte und eine konstante kognitive Auseinandersetzung mit dem Lernstoff zu gewinnen, bleibt LdL einstweilen für meine Hochschullehre die Basis. Wenn man vorher nie weiß, wer überhaupt in eine Sitzung kommt, läuft die konkrete Umsetzung von LdL freilich anders als bei besserer Vorhersehbarkeit (dazu wird es in einem eigenen Beitrag einmal ausführlichere Überlegungen geben). Auch in der Erwachsenenbildung setze ich LdL weiterhin ein, wenngleich das Europäische Haus Pappenheim, das ich in den letzten 4 Jahren als Bildungs- und Forschungseinrichtung aufbauen durfte, leider neulich den kommunalpolitischen Streitigkeiten zum Opfer gefallen ist. Ich habe es mir jedoch nicht nehmen lassen, für die letzte Veranstaltung im April noch einmal eine Veranstaltung mit Studentinnen durchzuführen. Wieder war LdL in der Vorbereitung sehr wichtig, um die Studentinnen für die kritische Öffentlichkeit fit zu machen. Dies gilt nicht nur hinsichtlich der Qualität des Auftritts (auch wenn dies oft das auffälligste ist), sondern gerade auch hinsichtlich der Qualität der Inhalte: Die Studentinnen hielten nicht einfach nur Vorträge, sondern animierten die Besucher auch zum Mitmachen. Was die Studentinnen präsentiert haben, ist in folgendem Zeitungsbericht zusammengefasst:

http://www.nordbayern.de/region/wei%C3%9Fenburg/stehende-ovationen-fur-grzega-1.5138878?searched=true

In einem Workshop “Wie lerne ich richtig?”, den ich vor Kurzem beim Forum der Lehre des Didaktikzentrums der bayerischen Fachhochschulen (DiZ) gegeben habe, gab es von einer teilnehmenden Studentin die Anmerkung, dass das Verteilen von Lernstoff in einer Kleingruppe wenig bringe, da man nicht immer alles von den Zusammenfassungen der Mitstudierenden verstünde und dann eben doch sicherheitshalber alles selber nochmal durchlese. Dem kann mit einem LdL-orientierten Ansatz abgeholfen werden: Die einzelnen Spezialisten sollten eben nicht nur eine Zusammenfassung liefern, sondern sich dazu gleich Übungen mit Musterlösungen überlegen. Wird eine Lösung von den anderen angeboten, haben sie aber auch zu prüfen, ob diese stimmt, selbst wenn es nicht der vorbereiteten Musterlösung entspricht. So wird der Stoff viel eher durchdrungen.

International ging es bei einem 3-tägigen Blockseminar zu, das ich zum Thema “Intercultural Communication and Management” für Studierende des zweiten Semesters einer bayerischen Fachhochschule geben durfte. Die Zusammensetzung der Gruppen war hoch interessant. Nur ein deutscher Student und sonst zwei Dutzend Studierende aus fast allen Gegenden der Welt (Ost- und Südosteuropa, Mittel- und Südamerika, Nordafrika und Zentralafrika, sowie Naher und Ferner Osten). Studierende also, die aus ganz unterschiedlichen Unterrichtskulturen kamen. Auch hier habe ich sofort LdL praktiziert. Am Ende des ersten Tages ließ ich einen Feedback-Bogen ausfüllen. Dabei bestätigte sich, dass LdL auch bei kulturell hoch heterogenen Gruppen positiv aufgenommen wird. LdL wurde von Martin seinerzeit so konzipiert, dass es die essenziellen Bedürfnisse des Menschen anspricht – es wurde mit einem universal-anthropologischem Unterbau versehen. Die Studierenden waren zum Teil sogar selbst überrascht, dass trotz Unsicherheiten zu Beginn der Aufgabe die gewünschte Interaktivität so schnell funktioniert hat. Freilich war auch in meiner internationalen Gruppe zunächst das Zuhören und Reagieren auf Beiträge zu üben, sodass es zu einer guten inhaltlichen Vernetzung kam und man nicht nur vorbereitete Aussagen und Lösungen präsentierte. Dies rüberzubringen hat auch erst einmal ein paar Sequenzen gedauert. Aber dieses Einüben ist eben Teil von LdL – es soll ja weit mehr vermittelt werden als nur Faktenwissen.

Interkulturell sind natürlich auch weiterhin meine Kurse für Flüchtlinge, denen ich mit meinem Modell “Sprach-Not-Arzt” Basis-Kenntnisse in drei Tagen vermittle. In dieser Zeit kommt es nur vergleichsweise selten vor, dass ein Lernen die Lehrer-Rolle übernimmt. Einschlägige Szenen sind das Stellen von Rechenaufgaben oder das Erfragen von Informationen zu erdachten Personen. Aber Interaktivität ist ja nicht gleich Interaktivität. Hier stellt die LdL-Lehrkraft eben sicher, dass der Mini-Lehrer eben nicht nur eine Aufgabe stellt, sondern die Antwort auch prüft und notfalls noch einmal hilft: ganz entspannt, ohne Hektik und mit einem sich entwickelnden Einfühlungsvermögen für andere. Den meisten Beobachtern sticht freilich viel mehr der Teil ins Auge, der ungewöhnlich frontal, aber eben mit hoher Konzentration ganz auf die Wörter und Strukturen erfolgt. Hier dazu ein Bericht aus Wertinger Zeitung:

http://joachim-grzega.de/SNA_WertingerZeitung160404.pdf

Wir bleiben bei “LdL interkulturell”. Vor einiger Zeit hat mich ein Student aus Indonesien angeschrieben, der LdL in seiner Studienabschlussarbeit zum Thema gemacht hat und dazu auch Lehrversuche durchführen will. Auch hier darf man auf die Erfahrungen gespannt sein. Seit Anfang des Jahres gibt es jedenfalls schon mal einen Eintrag in der malaiisch-indonesischen Wikipedia.

Einen bereits fertigen Erfahrungsbericht hat Anke Pfeiffer, Stv. Leiterin des Didaktikzentrums der Hochschule für Technik Stuttgart, zum Thema “Inverted Classroom und Lernen durch Lehren mit Videotutorials” ins Netz gestellt:

https://www.e-teaching.org/etresources/pdf/erfahrungsbericht_2015_pfeiffer_vergleich_videobasierter_lehrkonzepte.pdf

A propos Lernvideos: Selbst der Duden-Verlag hat jüngst einen Video-Wettbewerb mit LdL begründet:

https://learnattack.de/journal/videowettbewerb/

Laura Cau, Autorin des LdL-Blogs https://fightforldl.wordpress.com/, hat vor Kurzem eine Prezi “LdL im Fremdsprachenunterricht” erstellt:

https://prezi.com/9rvaemrvfuiq/lernen-durch-lehren-im-fremdsprachenunterricht/?utm_campaign=share&utm_medium=copy

Einige Schulen haben wieder einmal öffentlichkeitswirksame LdL-Projekte durchgeführt, so etwa das Berufskolleg Eiffel (zwischen zwei Klassen, zum wiederholten Male):

https://prezi.com/9rvaemrvfuiq/lernen-durch-lehren-im-fremdsprachenunterricht/?utm_campaign=share&utm_medium=copy

Auch das Goethe-Gymnasium Hamburg und die Auguste-Viktoria-Schule Flensburg integrieren LdL.

http://www.goethe-gymnasium-hamburg.de/news/news-nach-fach/sport/2016-02-25/lernen-durch-lehren

http://www.shz.de/lokales/flensburger-tageblatt/an-der-avs-helfen-jugendliche-ihren-mitschuelern-id12400301.html

Im 30. Jahr der LdL-Kontaktbriefe ist aber vor allem erfreulich, dass manche Schulen LdL sogar zum schulumfassenden Prinzip erklärt haben, so etwa das Gymnasium Rietberg und das Gymnasium Bondenwald:

http://www.nepomucenum-rietberg.de/lernen-durch-lehren/

http://www.gymnasium-bondenwald.de/index.php/projekte/evat

Schöne Grüße


Joachim Grzega

Viel Applaus für Studentinnen, stehende Ovationen für Joachim Grzega!

Es war die letzte Veranstaltung im EHP als Zentrum für Politik, Kulturen und Sprachen. Der Saal war noch einmal voll besetzt.

Unter der Betreuung von EHP-Leiter Prof. Dr. Joachim Grzega hatten sich Studentinnen der Universität Eichstätt-Ingolstadt anhand von deutschen, französischen, spanischen, polnischen und britischen Zeitungsüberschriften der manipulativen Kraft von Sprache gewidmet. Dazu waren 3 Stationen sowie das EUROLINGUA-Museum aufgebaut, die die Besucher in verschiedenen Gruppen durchliefen. Jede Studentin bot dabei nicht nur ihre Ergebnisse, sondern animierte das Publikum auch zum Mitdenken. Anne Würth demonstrierte die Benennungen verschiedener Regierungschefs: Merkel, Obama, Cameron, Hollande, Tsipras, Assad, Putin. Dabei falle etwa auf, dass Putin am seltensten mit Vornamen genannt werde. Da Vornamen eine gewisse Nähe und positive Emotion vermitteln, könnte ein Grund darin liegen, dass man keine Sympathie aufkommen lassen will. Dazu passe auch, dass er unter den analysierten Personen der einzige ist, bei dem man eindeutig negative Wertungen findet, wie “der böse Putin”. Agnes Giglberger hatte verschiedene Ausdrücke ungleicher Vermögensverteilung untersucht. Bei geringeren Unterschieden in der Vermögensverteilung eines Staates dominieren die weniger scharf klingenden Begriffe „Ungleichheit“ und “Gleichheit”. Ist die Schere größer, überragen die emotionaleren Begriffe „Armut“ und „Reichtum“, auch wenn diese eigentlich einseitig sind und vergessen lassen, dass Armut nur die Kehrseite von Reichtum ist. Carolin Schlosser zeigte Wörter für verschiedene Gruppen von Zuwanderern auf. Grundsätzlich sei dabei von Vorteil, wenn man viele Arten von Zuwanderern unterscheidet, weil dies auch eine differenziertere Sichtweise ermögliche. Allerdings könne dies auch zu wertenden Sprechweisen führen. Wenn zum Beispiel der Worttyp “Migrant” nur mit osteuropäischen Herkunftsstaaten, aber nicht mit westeuropäischen verknüpft wird, werde der Begriff negativ mit Armut verknüpft. Die Genfer Flüchtlingskonvention regele den Begriff “Flüchtling”, schließe dabei aber nicht ein, wenn jemand vor dem Hungertod flieht. Dadurch könne das Wort “Wirtschaftsflüchtling” den Eindruck vermitteln, dass die Flucht nicht wirklich berechtigt sei.

Im Laufe des Abends zog Joachim Grzega auch kurz Bilanz über die weit über 100 EHP-Veranstaltungen. Das EHP habe stets Hilfe für Menschen angeboten, damit man Europa sowohl kulturell als auch ökonomisch besser versteht. Grzega sagte, dass es Bildungseinrichtungen für eine neue Art der Aufklärung bräuchte – echt europäisch, auf der Grundlage von komplexer wissenschaftlicher Beobachtung, aber allgemein verständlich formuliert, manchmal mit einer Prise Humor. Er betonte die zentrale Rolle seiner Sprachlehrkonzepte, die sich auch die Pappenheimer Bürger vorwiegend gewünscht hatten: Er erinnerte an den 91-jährigen Lerner in seinem Basic-Global-English-Kurs, den SprachFitnessStudio-Teilnehmer aus Flensburg, die vielen zufriedenen Teilnehmer seiner Sprach-Not-Arzt-Angebote. Damit hatte er sogar den Sprung ins bayerische Fernsehen geschafft. Des Weiteren freute sich Grzega über Einladungen in alle Regierungsbezirke Bayerns und etliche Orte darüber hinaus: Magdeburg, Lüneburg, Saarbrücken, Stuttgart, Innsbruck. Ferner zeigte er auf, dass er stets im Sinne der gesamten Stadt dachte und Seminare und Tagungen so plante, damit so auch die Innenstadt mit Gästen belebt wurde, auch außerhalb der touristischen Hauptsaison. Weitere Tagungen wären bereits geplant gewesen. Schließlich bedankte er sich auch für die Mitarbeit bei Wilma Vogel, Dr. Bea Klüsener und einigen Vereinen. Alle, die beim Aufbau des EHP mitgearbeitet hätten, könnte auf das Erreichte stolz sein. Im Gegenzug bedankten sich Renate Prusakow vom Heimat- und Geschichtsverein sowie Martin Stehr und Ludwig Schütz vom Städtepartnerschaftsverein bei Grzega für die gute Kooperation und zeigten sich über das Ende des EHP-Betriebs tief betroffen. Bewegt blickte auch 1. Bürgermeister Uwe Sinn auf die Zeit mit Grzega zurück. Grzega habe stets alle Vorgaben des Stadtrats übertroffen, bei inhaltlichen Herausforderungen schnell Lösungen geboten und außerdem zahlreiche international hochkarätige Personen nach Pappenheim gebracht. All dies habe zur Aufwertung Pappenheims und zu einer überregional positiven Werbung für die Stadt beigetragen. Manch einer im Saal hatte eine Träne im Auge und das Publikum dankte Grzega mit stehendem Applaus für dessen Leistung. Er wahrte trotz der wehmütigen Stimmung auch seinen Humor und lud ein, mit ihm in Kontakt zu bleiben. Abschließend präsentierte Grzega seine jüngste Komposition: sie vereint die Wendung “in Frieden” in verschiedenen europäischen Sprachen. Am Ende sang das Publikum mit. Bilder unter http://www.ehp-online.eu.