NM: Programm

Programm der Wählerliste „Neue Menschenrechte“

(im Aufbau)

Motto: Ressourcenorientierung und Partizipation -> Bürgerbeteiligung   (Wegweiser Bürgergesellschaft)  –  Bürgerwissen   (Leitlinien Bürgerbeteiligung)

Theoretische Basis

Das Programm steht auf einer bedürfnistheoretisch und kognitionspsychologisch fundierten wissenschaftlichen Grundlage. Es stützt sich auf ein exakt definiertes Menschenbild mit den sich daraus ergebenden 6 Menschenrechten. Diese stellen die Leitlinie für alles politische Handeln. Alle politischen Entscheidungen sollen darauf ausgerichtet sein.

Inhalte

Sofern angebracht bediene ich mich bei allen Parteien, Bürgerinitiativen und Petitionen von einzelnen Bürgern. Die Qualität meiner Vorschläge liegt an der unterschiedlichen Priorisierung. Die Priorisierung nehme ich aufgrund meiner spezifischen Zielsetzung vor.

1.Denken (Informationsverarbeitung und Konzeptualisierung)

1.1. Agile Strukturen

Es wird angestrebt, agile Strukturen in Verwaltungen, Unternehmen, Schulen und Hochschulen  in Ingolstadt zu verbreiten:

Entwicklung der Agilität

Aus meiner Sicht ist die Fähigkeit, die Menschen schon sehr früh erwerben sollen, die Kompetenz zur Konzeptualisierung. Damit meine ich, dass man sich aktiv in Handlungsfelder begibt, Probleme identifiziert, qualifizierte Partner zur Problemlösung sucht, gemeinsam Informationen sammelt und sortiert (was im Netz geschieht), und gemeinsam Problemlösungen erarbeitet (Konzeptualisierung).
Der Hauptakteur hat also die Aufgabe, sich permanent einen Überblick über die aus einem bestimmten Feld stammenden Informationen zu verschaffen, ein Problem identifizieren, Partner zu suchen und die kollektive Reflexion zu organisieren bis eine Lösung gefunden wurde. (…)“ (JP.Martin, zitiert von Margret Ruep, 2020)

1.2. Bürgerbeteiligung

– Bürgerbeteiligungsrat:  (Antrag der Grünen (April 2018) zusammen mit der BGI und der ÖDP)

Compliance-Richtlinien:   (Anträge der BGI)

1.3. Einsatz von KI bei der Vorbereitung von politischen Entscheidungen

2. Gesundheit

2.1 Grünring  (SPD-Antrag)  Grünring (Grüne-Antrag)

2.2. Radverkehr (BGI-Anträge)  Radverkehr (ÖDP-Antrag)

2.2. Petition C02 in Ingolstadt  (LINKE/Christian-Linus Pauling)

Wir fordern den Oberbürgermeister dazu auf, 2035 als Frist für die CO2-Neutralität der Stadt festzulegen. Ingolstadt soll in Bayern eine Vorreiterrolle im Kampf gegen den Klimawandel einnehmen und zum grünen Herzen des Bundeslandes werden. (…)“

3. Sicherheit

3.1. Arbeit

3.2. Wohnen

3.3. Integration

4. Soziale Einbindung

4.1. Petition Heilig Geist Spital  (Bernd Rachner)

Die Heilig Geist Spital Stiftung wurde vor nunmehr 700 Jahren gegründet. Kurz vor dem Jahrestag scheint die Stiftung in einem maroden finanziellen Zustand zu sein. Wir, die Freunde der Heilig Geist Spital Stiftung, die betroffenen Bewohner und Angehörige, aber auch alle interessierten Bürger der Stadt fordern Sie auf (…)“

4.2. ÖPNV  (BGI-Programm, siehe S.19ff)

4.3. Integration/Asyl:  Ankerzentren   (Antrag Grüne-BGI-SPD-ÖDP)

4.4. Kulturpolitik: Kammerspiele und die 6 Bedürfnisse, insbesondere soziale Integration und Partizipation

5. Selbstverwirklichung und Partizipation

5.1. Bürgerbeteiligung  (Wegweiser Bürgergesellschaft)

6.Sinn

Der Sinn ergibt sich aus der Möglichkeit zur Teilhabe an 1-5 gemäß den persönlichen Lebensumständen und Zielsetzungen jedes Einzelnen.

 

Beispiele für Bürgerbeteiligung

Thema 1: Die Situation der Flüchtlinge in Ingolstadt. Deutschunterricht und berufliche Integration

Organisation:  Verwaltung, Stadträte, Bürgergesellschaft (Ehrenamtliche, Experten)

1. Ziel der Bürgerbeteiligung

Das Thema Asyl wird uns lange begleiten. Es ist emotional besetzt und birgt  Konfliktpotenziale. Die Bürgerbeteiligung soll zu einer rationaleren Auseinandersetzung mit dem Thema innerhalb der Ingolstädter Bevölkerung beitragen.

– Es werden Informationen über die  bisher erzielten Erfolge gesammelt und es werden die noch vorhandenen Defizite aufgezeigt

– Ideen und Ressourcen aus der Bevölkerung werden mobilisiert, um eventuellen Defiziten zu begegnen.

2. Methode: das Bürgerpanel

Ein Bürgerpanel besteht in seinem Kern aus einer regelmäßig (3-4 mal jährlich) stattfindenden, repräsentativen Befragung von Bürgerinnen und Bürgern. In einem ersten Schritt wird eine repräsentative Gruppe von 500 bis 1000 Bürgerinnen und Bürgern, die sich einverstanden erklärt haben, über einen Zeitraum von 3 bis 4 Jahren regelmäßig an 3 bis 4 jährlichen Befragungen zu kommunalen Themen teilzunehmen, für den sog. Befragtenpool rekrutiert und befragt.“

3. Ablauf in Ingolstadt

– Ein erstes Treffen mit Experten und Ehrenamtlichen wird im Juni 2019 stattfinden. Daraus soll die Steuerungsgruppe entstehen.

-Es werden Informationsmaterialien und Fragebögen für die beteiligten Bürger erstellt.

-Das Bürgerbeteiligungskonzept wird der Stadt Ingolstadt vorgelegt.

Thema 2: Verkehrskonzept in Ingolstadt – ÖPNV

Organisation:  Verwaltung, Stadträte, Experten, Bürgergesellschaft

1. Ziel der Bürgerbeteiligung

Das aktuelle Verkehrskonzept weist ehrhebliche Defizite auf. Die verschiedenen Parteien haben zum Teil sehr unterschiedliche Vorschläge. Die große Sachkompetenz der Bürger als Benutzer sollte nachhaltig mobilisiert werden.

2. Methode: Planungszelle

Durch die Methode erhalten zufällig ausgewählte Bürger/innen eine Gutachterrolle, in der sie – unterstützt durch den Input von Experten und Interessenvertretern – verschiedene Lösungsansätze für eine vorgegebene Fragestellung diskutieren und abwägen. Gemeinsam treffen die Bürgergutachter/innen informierte Entscheidungen, die dem Auftraggeber in einem Bürgergutachten als Empfehlung vorgelegt werden.

3. Ablauf in Ingolstadt

(im Aufbau)

O-T(h)öne führte ein Interview mit Professor Jean-Pol Martin zur neuen Stadtratsliste

 

Eine neue Stadtratsliste in Ingolstadt für die Kommunalwahl 2020

Herr Professor Martin, Sie beabsichtigen, bei der Kommunalwahl im Jahr 2020, in Ingolstadt mit einer eigenen Stadtratsliste anzutreten, wie soll diese heißen?

Sie soll heißen „Neue Menschenrechte“.

Warum gerade dieser Name der Stadtratsliste?

Der Arbeitstitel „Neue Menschenrechte“ soll hervorheben, dass die Gruppe ein bestimmtes Menschenbild zur Grundlage politischer Entscheidungen heranziehen möchte. Im Fokus stehen die Grundbedürfnisse, im Wesentlichen von Abraham Maslow in den 50er Jahren herausgearbeitet. Dazu habe ich eigene Ergänzungen vorgenommen. Die „Neuen Menschenrechte“ sind also ein Instrument zur Bewertung politischer Vorschläge.

Was sind die Ziele der neuen Stadtratsliste im Stadtrat?

Die über die Liste gewählten Stadträte und Stadträtinnen sollen bei anstehenden Entscheidungen prüfen, welche Optionen aus ihrer Sicht den genannten Bedürfnissen der Bürger am besten entsprechen. Natürlich stellt sich die Frage, welche Bürger sie in den Blick nehmen. Als gewählte Vertreter und Vertreterinnen werden sie einen besonderen Akzent auf die Bedürfnisse der Bürger legen, die über keine Lobbys verfügen und weniger Beachtung finden.

Ist es denn nötig, zur Verwirklichung dieser Ziele, eine neue Stadtratsliste zu gründen? Könnten Sie Ihre Ziele nicht in bestehenden Parteien und Gruppierungen im Stadtrat verwirklichen?

Sehr gerne hätte ich meine Überlegungen in existierende Parteien eingebracht. Ich habe das auch immer wieder versucht. Aber Parteien sind keine philosophischen Seminare. Sie handeln pragmatisch und kämpfen um Wählerstimmen. Sie bieten keinen Raum für anthropologische Reflexionen und lassen sich nicht gerne auf Experimente ein.

Mit welchem Wahlprogramm wollen Sie die Wählerschaft überzeugen, Ihrer Liste die Stimme zu geben?

Als Wahlprogramm dienen die 6 aufgestellten „Neuen Menschenrechte“, die als Ziel aller unserer Bemühungen gelten werden: 1. Denken 2. Gesundheit 3. Sicherheit (Arbeit, Wohnen) 4.Soziale Einbindung 5. Selbstverwirklichung und Partizipation 6.Sinn.

Was wären Ihre ersten 5 Anträge im neuen Stadtrat zur Umsetzung Ihrer politischen Ideen?

Der erste Antrag wird der Einrichtung eines Bürgerbeteiligungsrates gewidmet. Auch in Ingolstadt ist die Stadtspitze bemüht, Bürgerbeteiligung zu etablieren, aber mit einer Behäbigkeit, die nicht angemessen ist. Nach Artikel 1 der „Neuen Menschenrechte“ ist das Denken zentrales Grundbedürfnis. Die Bürger wollen mitdenken. Sie sind intelligent und informiert, sie haben Lösungsvorschläge anzubieten. Ferner entspricht die Bürgerbeteiligung Artikel 4 (Soziale Einbindung), Artikel 5 (Selbstverwirklichung und Partizipation) und Artikel 6 (Sinn). Weitere Anträge werden die soziale Einbindung betreffen, beispielsweise den Erhalt des Stifts in der Fechtgasse an diesem Standort. Weitere Anträge möchte ich so früh nicht nennen, denn alle Schritte der Liste werden Ergebnis einer gemeinsamen Reflexion sein. Und wie die Situation in einem Jahr steht, können wir jetzt nicht prognostizieren.

Wie zuversichtlich sind Sie, dass Sie die 385 Unterstützerunterschriften, die im Rathaus persönlich geleistet werden müssen, zusammen bekommen, damit Sie überhaupt zur Kommunalwahl zugelassen werden?

Ich stehe ganz am Anfang und habe keine kommunalpolitische Erfahrung. Wir befinden uns mitten in einem Paradigmenwechsel in der Technik und folglich in der Gesellschaft. Jeder Tag bringt neue Herausforderungen und Überraschungen. Es sind Chancen. Wir brauchen einen anderen, einen präziseren Blick auf den Menschen, wenn wir Strukturen schaffen wollen, die dem Wohl der Bürger dienen. Mit meinem Modell liefere ich dieses Menschenbild als Entscheidungsgrundlage. Ob ich damit Bürger überzeugen kann, wird sich herausstellen.

Wie viele Stadtratssitze halten Sie für Ihre neue Stadtratsliste für möglich, wenn Sie zur Wahl zugelassen werden?

Diese Frage habe ich mir nicht gestellt. In einem Jahr werde ich leichter antworten können. Im Augenblick bin ich dabei, wenn Sie von Sitzen sprechen, mir einen Stuhl für den Stand in der Fußgängerzone auszusuchen.

Ist auch eine Kandidatur zur Oberbürgermeister/Innenwahl angedacht, um so auch mehr Stimmen für Ihre Liste zu bekommen?

Mein  Lebensmotto ist „no risk, no fun“ und mein wissenschaftliches Vorgehen  ist „trial and error“.

Wann und wo kann man mit Ihnen in Kontakt treten, um sich persönlich über Ihre Ziele und die der neuen Stadtratsliste zu informieren?

Ab Mitte Mai werde ich einen Stand am Samstag in der Fußgängerzone aufstellen. Wer auf Facebook aktiv ist, kann der Gruppe „Neue Menschenrechte“ beitreten.

Danke für das Gespräch.

Danke für das Interview!

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„Neue Menschenrechte“ – Leporello – PdF

Aktualisierte Version (1.04.2019) siehe: Neue Menschenrechte – Leporello 1.04.2019

PdF zum Herunterladen:

Ein Menschenbild für das 21.Jh. – Die 6 Grundbedürfnisse werden zu Menschenrechten

Digitale Innovationen in der Lehrerausbildung. (Martin 2018 zum ersten Mal zitiert).

Digitale Innovationen und Kompetenzen in der Lehramtsausbildung (#la-digital2019)
Universität Duisburg Essen, 25./26. Februar 2019

Nutzung digitaler Medien in Kooperationsprojekten fachdidaktischer Seminare mit Schulen

Dr. Katja Heim, Akademische Rätin im Bereich Fachdidaktik Englisch an der Universität Duisburg-Essen. katja.heim@uni-due.de
Stephanie Edel Farinha, Studiendirektorin am Burggymnasium in Essen und Fachleiterin für Englisch im Zentrum für schulpraktische Lehrerausbildung (ZfsL) in Essen. stephanie.edel.farinha@krabbat.de
1. Das Projekt im Überblick
Die Kooperation zwischen den beiden Akteurinnen mit den Zielen, durch gemeinsame Projekte von fachdidaktischen Seminaren und Schulklassen nicht nur kurzfristige Win-Win-Situationen für die jeweiligen Kontexte zu schaffen, sondern auch durch das Umsetzen neuer Ideen zusammen mit den zukünftigen Lehrkräften die Innovierung von Englischunterricht voranzutreiben, reicht bis ins Jahr 2008 zurück. Das Projekt, das im Rahmen des Workshops vorgestellt wird, fand im Februar 2017 statt, mit dem Gesamtziel, dass Studierende der UDE Kleingruppen von Schülerinnen und Schülern so autark wie möglich bei der Umsetzung eines Projekts zum Thema Global Issues unterstützen sollten. Digitale Medien wurden im Verlauf durchgängig verwendet: u.a. zur Organisation des Projekts (Moodle, Padlet), für die Recherche (Online Ressourcen) zum Erstellen von Produkten (Padlet, Moodle sowie weitere Tools), bei der Überarbeitung, für die Veröffentlichung (Padlet) sowie für die Evaluation des Projekts (Moodle). Die vielfältige Mediennutzung war Mittel zum Zweck, eingesetzt mit dem Ziel, die Schülerinnen und Schüler als Intercultural Agents (Heim & Ritter, 2012) dazu zu befähigen, sich auch über die Nutzung digitaler Medien am globalen Diskurs zu beteiligen.

2. Ziele des Projektes auf schulischer und universitärer Ebene
Konkretes Ziel des Projekts auf Schulebene war es, dass Gruppen von Schülerinnen und
Schülern sich durch das gegenseitige Bereitstellen selbst gestalteter interaktiver Informationsseiten zum Themenkomplex Global Issues informieren und zum Nachdenken über zentrale Fragestellungen (z.B. zu Climate Change o. Plastic Pollution) anregen. Unterstützt wurden die Schülerinnen und Schüler durch das Bereitstellen von Materialien (Hard Scaffolding) sowie durch die begleitenden Hilfestellungen der Studierenden (Soft Scaffolding) (Saye and Brush, 2002). Im Projekt sind so drei Padlets entstanden:
https://padlet.com/katja_heim/fairtradenews,
https://padlet.com/katja_heim/mv4ejlrs7wow;
https://padlet.com/katja_heim/pgxg45eembur.

Aus hochschuldidaktischer Sicht konnten vor allem für die Entwicklung folgender Bereiche Zielsetzungen formuliert werden:
– Sachkompetenz sowie Methodenkompetenz in der Durchführung von Projekten durch
a) das Erleben eines universitären Seminars in Projektform, b) das Bereitstellen von Literatur zum Thema und c) die Beteiligung an der Durchführung eines Projekts in Rahmen des schulischen Englischunterrichts.
– Handlungskompetenzen im Bereich der Nutzung digitaler Medien im Unterricht.
– Sozialkompetenz durch das gemeinschaftliche Durchführen eines Projektes im Unterricht.

3. Evaluation des Projekts durch Lernende und Lehrende
Informelle Evaluationen zeigten, dass die Art der Kooperation für alle einen Gewinn darstellte. Für die Schülerinnen und Schüler stand in den Evaluationen vor allem die Unterstützung durch die Studierenden bei der Arbeit mit den digitalen Medien besonders im Vordergrund, ebenso wie die Relevanz der Inhalte für das eigene Leben, die Möglichkeit, kreativ zu arbeiten, die Relevanz der Arbeit mit den gewählten Medien und das gute Gefühl gemeinsam als Gruppe an etwas gearbeitet zu haben.
Für die fach- und universitätsübergreifende Diskussion im Netzwerk bietet das hier dargestellte Projekt viele Optionen, u.a. das Potenzial der Nutzung digitaler Medien im Rahmen von Projektarbeit. Auch die Elemente des Konzepts Lernen durch Lehren im Projekt (Martin 2018) bieten aus unserer Sicht großes Potenzial für weitere Diskussionen, ebenso wie die Akzeptanz des Soft Scaffolding durch die Studierenden im Verlauf des Projekts. Insgesamt soll dargelegt werden, wie durch die praktische Arbeit mit digitalen Medien im Unterricht sowie durch anschließende Reflexionen (vgl. Wallace, 1981) im Zuge einer solchen Kooperation sowohl auf Seiten der Studierenden als auch auf Seiten der Lehrkräfte in Schulen eine nachhaltige Innovierung von Unterricht in Gang gesetzt werden kann.
Literatur
Heim, Katja, Ritter, Markus. (2012). Teaching English: Computer Assisted Language Learning. Paderborn: Schöningh.
Martin, Jean Pol. (2018). Lernen durch Lehren: Konzeptualisierung als Glücksquelle. In: Olaf-Axel Burow, Stefan Bornemann (Hrsg.): Das große Handbuch Unterricht & Erziehung in der Schule. Carl Link Verlag, 2018. S. 345–360.
Saye, J. and Brush, T. (2002). Scaffolding critical reasoning about history and social issues in multimedia-supported learning environments. In: Educational Technology Research and Development, 50, 77-96. URL: http://dx.doi.org/10.1007/BF02505026. (8.10.2018).
Wallace, M.J. (1991). Training Foreign Language Teachers: A Reflective Approach. Cambridge: Cambridge University Press.

Paradigmenwechsel: als erster Politiker bezieht sich seit 2017 Christian Lange ausdrücklich auf meine „Neuen Menschenrechte“

Auszug aus der Haushaltsrede 2018

„(…) Aber auf meiner Agenda steht auch etwas viel Wichtigeres für diese Stadt: Es sind die Menschen, für die wir hier sitzen. Die Menschen, die in Ingolstadt leben – sie haben uns als Volksvertreter gewählt.

In meiner Haushaltsrede aus dem letzten Jahr habe ich gesagt, dass die Menschen sich in unserer Stadt sicher fühlen wollen, dass sie sich darauf verlassen wollen, dass wir ihre Bedürfnisse kennen und diese auch ernst nehmen. Das bedeutet, dass ich mich aus Sicht der Bürger mit deren Bedürfnissen und Erwartungen auseinandersetzen muss. Dazu habe ich mich im vergangenen Jahr an den Menschenrechten meines Freundes Jean-Pol Martin orientiert. Er hat in sechs ganz einfachen Rechten eines jeden Menschen zusammengefasst, was für alle in einer Gesellschaft wichtig ist. Zur Erinnerung: Diese sechs waren das Recht auf Denken, Gesundheit, Sicherheit (insbesondere Einkommen und Wohnen), soziale Einbindung, Selbstverwirklichung und Partizipation sowie das Recht auf ein sinnvolles und sinngebendes Leben. Aus diesen neuen Menschenrechten leite ich die Fragen für Kommunalpolitik ab, die wir alle als Volksvertreter heute stellen sollten.

Dabei stellen sich für mich einige besonders entscheidende Fragen für Ingolstadt:

Was muss und kann eine Stadtverwaltung tun, um das Zusammenleben aller Menschen in Ingolstadt zu verbessern?
Was muss und kann eine Stadt tun, um politischen Extremismus – wie zum Beispiel den der AfD – zurückzudrängen oder gar nicht erst in der Stadt entstehen zu lassen?
Was muss und kann eine Stadt tun, um zu verhindern, dass immer mehr Menschen sogenannte „Kunden“ der Ingolstädter Tafel werden?
Was muss und kann eine Stadt tun, um Menschen, die aus ihrer Heimat geflüchtet sind, ein menschenwürdiges Leben auf unserem Stadtgebiet zu ermöglichen und diesen Menschen mehr Hilfe zur Integration anbieten zu können?
Was muss und kann eine Stadt tun, damit der Verkehr in dieser Stadt tatsächlich wieder funktioniert, Fahrradfahren zum Vergnügen wird und der ÖPNV ein Angebot zur Verfügung stellt, dass attraktiv genug ist, um den „Modal Split“ in unserer Stadt deutlich zu Gunsten des sogenannten „Umweltverbundes“ (Bus, Rad, zu Fuß) zu verändern?
Was muss und kann eine Stadt tun, um den Menschen in unserer Stadt eine ernsthafte Bürgerbeteiligung anzubieten, die Einfluss auf kommunale Entscheidungen nimmt?
Was muss und kann eine Stadt tun, um zu verhindern, dass in Ingolstadt Menschen, die einen Vollzeitjob haben, nicht in der Lage sind, von ihrem Einkommen ihre Familie und sich zu ernähren?
Was muss und kann eine Stadt tun, um zu verhindern, dass weiter steigende Mieten dazu führen, dass Menschen aus der Stadt getrieben werden?
Was muss und kann eine Stadt tun, dass sich die Menschen, die in ihr leben, mit dieser Stadt identifizieren und dass Stadtidentität als Thema der gesamten Stadtgesellschaft gesehen wird?“ (…).

Simon Wilhelm Kolbe zu „meinen“ Menschenrechten

Ausgangspunkt: Ein Menschenbild für das 21.Jh.

Uli Sager meint:
„Jeder von uns könnte die Menschenrechte neu formulieren, aber das wird uns nicht weiterbringen. Es gibt eine UN-Agenda 2030 und die sollte gestärkt werden, damit sich die Staaten daran halten. Einige Städte verwenden diese Agenda als Vorlage. Das sollten wir unterstützen. Wenn jeder seinen eigenen Kram macht, dann kommen wir zu nichts.“

 

Was meinst du, Simon Wilhelm Kolbe?

Simon Wilhelm Kolbe, danke für die Frage:

Ich sehe deine Ausarbeitungen zu den „neuen Menschenrechten“ als ein wissenschaftlich fundiertes und humanistisch motiviertes Ansinnen die menschlichen Bedürfnisse in einem Format von „Menschenrechten“ zu verbreiten. Nach meinem Verständnis handelt es sich dabei aber nicht um eine fragwürdige Neufassung oder einen zu vernachlässigenden Individualweg. Sondern hier entsteht ein Angebot, dass Individuen, Institutionen und Organisationen mit Hilfe unterschiedlicher theoretischer Begründungen und Bezügen die Möglichkeit bietet, die eigene Agenda konkret optimieren zu können. Vor allem bietet die Komplexitätsreduzierung in Verbindung mit klaren Theorie- und Menschenrechtsbezügen eine Niederschwelligkeit an, die durch eine leichte Verständlichkeit charakterisiert ist. Das steht in keinem Widerspruch zu notwendigen globalen Maßnahmen, Diskursen, den Menschenrechten und anderen Formaten (e.g. Salamanca Erklärung, Bonner Erklärung oder Behindertenrechtskonvention). Diese sind, wie viele andere Gesetze und Verordnungen juristischer Natur und daher für viele nicht fassbar und umsetzbar. Die Bedürfnisdomänen von Martin sind jedoch klar benannt und haben eine Richtlinienfunktion. Die Existenz vieler anderer Erklärungsansätze ist ein Indiz für die Notwendigkeit von neueren Modellen. Also ist Martin im Recht, wenn er mit seiner Expertise versucht ein Modell zu zeigen, dass für alle gedacht ist, das verstanden werden kann, das reflektiertes Handeln ermöglicht und das individuelles und gesellschaftliches Streben nach Lebenszufriedenheit mit der Bearbeitung von Bedürfnisdomänen beantwortet sieht.

 

Ein weiteres Statement von Simon Wilhelm Kolbe am 13.12.2018

„Tatsächlich sind die „neuen Menschenrechte“ in meinen Augen ein sehr wichtiger Teil in der sozialpädagogischen Handlungsorientierung. Wir können an diesem Modell sehr schnell erkennen wo bei unseren Klienten*innen Bedürfnisse strukturell oder individuell nicht berücksichtigt oder vernachlässigt werden. Dann kann man in den einzelnen Settings gemeinsam mit den Betroffenen überlegen und daran arbeiten, diese Lücken bestmöglich zu schließen. Dabei spielt die Expertise der Betroffenen eine elemtare Rolle, sie können ihre Bedürfnisse äußern und die Sozialpädagogen haben die Aufgabe, die strukturellen Bedingungen zu erläutern und gemeinsam mit allen Beteiligten Handlungsoptionen zu entwickeln. Dabei vermitteln sie zwischen den Perspektiven der Behörden, Gesetzgebern, Klienten*innen, Anwälten, Medizin und Gesellschaft (uvm) . Diese haben dabei wiederum bestimmte eigene Bedürfnisausprägungen, die wir mit dem Modell nach Jean-Pol Martin genauso erarbeiten können. Damit kann man sehr gut auf einer gleichwertigen Verständnisebene kommunizieren und zusammenarbeiten.“

Ein Menschenbild für das 21.Jh.

Basistext: PdF-Download

Jean-Pol Martin: Lernen durch Lehren: Konzeptualisierung als Glücksquelle. In: Olaf-Axel Burow, Stefan Bornemann (Hrsg.): Das große Handbuch Unterricht & Erziehung in der Schule. Carl Link Verlag, 2018. S. 345–360. ISBN 978-3-556-07336-0.

 

Vortrag

Politische Strukturen orientieren sich an den Menschenbildern, die in einer Gesellschaft  vorherrschen.  Diese sind noch stark von Religion und  Philosophie geprägt. Seit einigen Jahrzehnten haben die Gehirnforschung und die positive Psychologie neue Erkenntnisse über die Funktionsweise des Menschen gewonnen. Auf dieser Grundlage ist es möglich, ein neues, weltweit konsensfähiges Modell vorzuschlagen, auf das sich alle gesellschaftlichen Akteure beziehen können. Dies führt dazu, dass die tradierten Menschenrechte neu bestimmt und  als Grundbedürfnisse reformuliert werden. Damit wird das Recht auf Partizipation als Grundbedürfnis erkannt und die Bürgerbeteiligung bekommt eine ganz neue Dimension.

1. Lernen durch Lehren

Zu Beginn der 80er Jahre war ich Französischlehrer in Eichstätt und ich kam auf die Idee, Lehraufgaben an meine Schüler zu delegieren. Damit sollte in erster Linie ihr Sprechanteil erhöht werden.  Ferner würde das Verfahren die Motivation der Lernenden fördern, denn sie würden stärker beteiligt sein. Diese Ziele wurden erreicht. Insbesondere die Motivation der Lernenden wurde stark erhöht. Auf der Suche nach einer theoretischen Begründung dieses Motivationsanstieges, widmete ich mich der Bedürfnisforschung, stieß aber zugleich auf die damals noch peripher einbezogenen Neurowissenschaften.

2. Die Grundbedürfnisse

(Nach Maslow)

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  • Physiologische Bedürfnisse: Schlafen, Essen, Bewegung, Sexualität
  • Bedürfnis nach Sicherheit: Physische Sicherheit (keine körperliche Bedrohung), Psychische Sicherheit (keine Demütigung, Arbeitsplatz, Wohnung)
  • Bedürfnis nach sozialer Einbindung: In einer Gruppe sein
  • Bedürfnis nach Anerkennung: Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein
  • Bedürfnis nach Selbstverwirklichung: Seine Potenziale realisieren
  • Bedürfnis nach Sinn: Warum lebe ich?

3. Informationsverarbeitung und Kontrolle als übergeordnetes Bedürfnis

Alle Grundbedürfnisse entsprechen Kontrolldimensionen im Sinne der Lebenserhaltung (Kontrolle über das eigene Leben):

  • Physiologische Bedürfnisse (Erhaltung des Organismus – Kontrolle über den Körper damit er lebenstüchtig bleibt),
  • Sicherheit (ist gleichzusetzen mit Kontrolle über Umfeld und unmittelbaren Lebensraum),
  • Soziale Einbindung (Freunde helfen mir, das Umfeld „im Griff zu behalten“),
  • Soziale Anerkennung (signalisiert mir, dass ich lebenstüchtig bin),
  • Selbstverwirklichung (ich dehne mein Kontrollfeld aus, z.B. indem ich ein Instrument spiele und mir neues Wissen aneigne),
  • Sinn (ich gewinne Kontrolle über mein Leben und empfinde es als kohärent)

Die Verarbeitung von Information ist Voraussetzung für eine kontinuierliche Anpassung des Organismus an den Zustand der Umwelt. Passt sich der Organismus nicht an den Zustand der Umwelt an, ist er nicht mehr lebensfähig. Die Informationsverarbeitung erlaubt also Kontrolle. Und sie wird auf der mentalen Ebene als „Flow“ empfunden.

4. Exploratives Verhalten und Flow

Um „mehr von der Welt“ zu haben, also mehr Felder zu „kontrollieren“, ist es günstig, wenn man sich explorativ verhält, also neue, unbekannte Bereiche betritt. Dadurch wird die „kognitive Landkarte“ ausgeweitet, das Selbstbewusstsein wird gestärkt und fördert wiederum das explorative Verhalten. Ein sich selbst verstärkender Prozess. Damit wir motiviert sind, uns explorativ zu verhalten, werden wir durch „Flow“ belohnt. Ein tolles Gefühl des Fließens.

5. Instrumente zur kognitiven Kontrolle liefern

Kontrolle/Unbestimmtheit

Ordnung/Chaos

Klarheit/Unschärfe

Einfachheit/Komplexität

Integration/Differenzierung

Gesellschaft/Individuum

Zwang/Freiheit

Konkretion/Abstraktion

Linearität/Nicht-Linearität

Zentralisierung/Dezentralisierung

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Der Mensch sehnt sich bewusst nach Ordnung, Klarheit, Einfachheit… Aber sehr schnell werden ihm solche Strukturen langweilig. Der Bauplan der Natur sieht vor, dass Lebewesen permanent trainieren, Unbestimmtheit, Chaos, Komplexität und Unklarheit zu reduzieren. Menschen sind so konstruiert, dass sie Chaos, Unbestimmtheit und Komplexität aufsuchen, um daraus Ordnung, Klarheit und Einfachheit zu schaffen.

6. Dialektisches Denken

Dialektisches Denken führt permanent zu einer Integration scheinbar widersprüchlicher Positionen, die sich auf einem (höheren) Niveau vereinen und weiterentwickeln. Gerade für politisch Handelnde kann diese Erkenntnis sehr fruchtbar sein, denn sie ermöglicht ein gemeinsames Angehen von Problemen über Parteien hinweg.

7. Konzeptualisierung

Unter Konzeptualisierung ist die Erstellung von kognitiven Schemata zu verstehen, die umfangreiche Informationen zu kompakten, handlungsmotivierenden Modellen bündeln

8. Denken und Glück aus Sicht der Philosophie

In der griechischen Antike die Befriedigung von Bedürfnissen als Quelle des Glücks hervorgehoben, wobei unterschieden wird zwischen niedrigeren und höheren Genüssen. Die wertvolleren Freuden werden dem Bereich des Denkens zugeordnet.

9. Projekt als glückgenerierende Struktur

Auf der Suche nach Aufgabenprofilen, die permanent Konzeptualisierung verlangen, hohe Potenziale zur Befriedigung der Grundbedürfnisse enthalten und gleichzeitig Flow-Gefühle dauerhaft induzieren stößt man rasch auf die Projektstruktur.

10. Die Globalisierung und die Ausdehnung der Konzeptualisierungsräume

Die Digitalisierung und die Globalisierung haben neue Räume eröffnet. Hier bietet sich an, das Internet metaphorisch als Makrohirn zu definieren und zu erkennen, dass die Menschen aufgrund der neuen Kommunikationsmöglichkeiten weltweit in raschen und stabilen Interaktionen treten können, wie dies Milliarden von Neuronen im Gehirn tun.

11. Konzeptualisierung als Grundbedürfnis und Menschenrecht

Die Glücksforschung führt zu der Erkenntnis, dass das menschliche Glück von der Befriedigung der von Maslow aufgelisteten Grundbedürfnisse abhängt. Allerdings wird bei Maslow das Denken (Informationsverarbeitung und Konzeptualisierung) nicht aufgeführt. Das liegt daran, dass die Neurowissenschaften erst in den letzten Dekaden die Funktionsweise des Gehirns ins Bewusstsein gerückt  haben. Wenn das so ist, so müssten die Menschenrechte neu formuliert werden.

Neue Menschenrechte

Die „Erklärung der Menschenrechte“ wurde 1948 verfasst und unterlag anderen Prämissen als heute. Die Terminologie ist philosophisch und religiös geprägt. Dies ist an den unscharfen Begriffen zu erkennen. So ist das zentrale Konzept der Würde unbestimmt, eröffnet für unzählige Deutungen Raum und ist kaum operationalisierbar. Dies trifft auch zu für andere Kernbegriffe der aktuellen Menschenrechte wie Brüderlichkeit, Gleichheit, Gerechtigkeit. Ein Bezug auf die Grundbedürfnisse eröffnet andere Möglichkeiten für eine Umsetzung im Alltag und in der Gesetzgebung. Ist eine Glücksbedingung des Menschen die Reflexion und die Partizipation an der kollektiven Reflexion über die Zukunft der Menschheit, so müsste diese Tätigkeit an prominenter Stelle in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte stehen.

Meine Vorschläge hierzu:

(Unter jedem Abschnitt stehen die Nummern der Artikel aus der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, die sich inhaltlich an den jeweiligen Text anbinden lassen):

Präambel:Glück
Ziel aller Maßnahmen weltweit ist die Schaffung von Strukturen (wirtschaftlichen, politischen, ethischen), die für ein Mehr an Entfaltung für die Natur und an Glück für alle Lebewesen sorgen. Die nachfolgenden Artikel bilden dazu Voraussetzungen.

Allg. Erklärung der Menschenrecht: entfällt

Artikel 1: Denken

Zentrales Grundbedürfnis des Menschen ist das Denken (Informationsverarbeitung und Konzeptualisierung).
Es müssen Bedingungen geschaffen werden, damit alle Menschen Zugang zu Informationen und zur Möglichkeit der Konzeptualisierung erhalten. Denken setzt die Realisierung der Artikel 2 bis 6 voraus.

Allg. Erklärung: Artikel 18, 19, 26, 27

Artikel 2: Gesundheit

Alle Maßnahmen sollen weltweit getroffen werden, damit Lebewesen ihre physiologischen Bedürfnisse (z.B. Schlaf, Hunger, Sexualität) befriedigen können. Mit der Natur als Reservoir wird sorgfältig und schonend umgegangen.

Allg. Erklärung: Artikel 24, 25

Artikel 3: Sicherheit

Es wird weltweit angestrebt, Strukturen zu schaffen, die für ein Maximum an Sicherheit für alle Lebewesen sorgen. Mit der Natur wird auch in diesem Zusammenhang schonend umgegangen.

Allg. Erklärung: Artikel 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11, 12, 14, 15, 17, 22, 28

Artikel 4: Soziale Einbindung

Es wird weltweit dafür gesorgt, dass Lebewesen sich in einem sozial stützenden Umfeld bewegen können. Es sollen Strukturen geschaffen werden, die Selbstverwirklichung sozial unterstützen.

Allg. Erklärung: Artikel  1,  16, 20, 22, 25, 26, 27

Artikel 5: Selbstverwirklichung und Partizipation

Es ist weltweit dafür zu sorgen, dass Lebewesen alle ihre Potenziale zur Entfaltung bringen können. Dabei ist schonend mit der Natur umzugehen. Die Entfaltung des Einzelnen kann nur im Rahmen der ihn umgebenden Strukturen erfolgen. Es muss die Möglichkeit bestehen, Einfluss auf diese Strukturen zu nehmen, also teilzunehmen. Die Gesellschaft ist darauf angewiesen, dass möglichst viele ihre intellektuellen, emotionalen und materiellen Ressourcen dafür zur Verfügung stellen.

Allg. Erklärung: Artikel 12, 13, 17, 18, 19, 20, 21, 23, 24, 25, 26, 27

Artikel 6: Sinn

Es wird weltweit dafür gesorgt, dass Lebewesen ihr Leben als sinnvoll und befriedigend empfinden können.

Allg. Erklärung: entfällt

Ein Vorteil dieser Neuformulierung der Menschenrechte besteht in ihrer Operationalisierbarkeit. Während „die Menschenwürde“ oder die „Freiheit“ wegen ihrer Abstraktheit schwer direkt einklagbar sind, lässt sich das „Recht auf gute Denkbedingungen“ leichter konkretisieren. So wird ein Inhaftierter, der keinen Zugang zu Informationen erhält, dem keine Arbeitsgruppe zur Verfügung steht, der geistig unterfordert wird, auf sein Recht auf Konzeptualisierung bestehen können. Dies gilt auch für eine große Anzahl von Berufstätigen, die  keine intellektuelle Herausforderung an ihrem Arbeitsplatz erleben. Wenn die Befriedigung des Grundbedürfnisses nach Information und Konzeptualisierung zum Menschenrecht  erhoben wird, so verlangt es eine neue Organisation der Gesellschaft.  Sie hat das Ziel, die aufkommenden Probleme lösen und eine bessere Welt schaffen.

12. Bürgerbeteiligung als Konzeptualisierungs- und Glücksfeld

Um die neudefinierten Menschenrechte in die Realität umzusetzen, müssen alle Menschen sich gesellschaftlich betätigen. Dabei können sie alle ihre Grundbedürfnisse, insbesondere das Bedürfnis nach Konzeptualisierung und nach Sinn befriedigen. Insofern ist Bürgerbeteiligung eine Glücksquelle.

Dokumente

Was braucht der Mensch, um glücklich zu sein?

Google-Scholar (Jean-Pol Martin)

Lernen durch Lehren: Youtube Videos

Wikipedia-Article „Learning by teaching“

Zugriffe auf „Learning by teaching“

Wir brauchen neue Menschenrechte (Artikel im Donaukurier)

Vortrag in Wikiversity

Allgemeine Erklärung der Menschenrechte (1948)

Einordnung des Konzeptes durch Simon Wilhelm Kolben

Einordnung des Konzeptes durch Andreas Broszio