LdL in amtlichen Texten (Pdf-Dateien)

1. UNESCO: Bureau international d’éducation – Outils de Formation pour le Développement du Curriculum – Apprentissage Personnalisé, Genève, Juin 2017

2. ISB – LehrplanPLUS – Grundschule (1)

3. ISB – LehrplanPLUS – Grundschule (2)

4. ISB – LehrplanPLUS – GYM-Latein-Methodik

 

Advertisements

Wozu Bürgerbeteiligung? Wissenskonstruktion und die Gehirnmetapher.

Das Wirtschaftswachstum als Voraussetzung für die Steigerung des Glücks stößt an seine Grenzen. Mehr Konsum führt nicht zu mehr Glück sondern zum ökologischen Kollaps. In einem Bereich ist allerdings Wachstum noch möglich und wünschenswert: wir können unser Wissen spektakulär mehren. Die effektivste Wissensproduktionsmaschine ist das Gehirn. Lässt sich die Funktionsweise des Gehirns auf Menschengruppen übertragen?

Der Mensch als Neuron

Die kleinste Funktionseinheit des Gehirns ist die Nervenzelle (Neuron). Bekanntlich verfügt das Gehirn über etwa 90 Milliarden davon. Diese Neuronen sind in Netzen organisiert (neuronale Netze), die auf der Grundlage des Austausches und der Verarbeitung von Impulsen Gedanken hervorbringen. Die Neuronen kommunizieren also sehr schnell und intensiv untereinander und daraus entsteht Wissen. Natürlich ist die Organisation dieses Austausches zwischen den Neuronen im Gehirn sehr kompliziert. Dennoch können wir uns vorstellen, dass dank der Digitalisierung mit der Möglichkeit einer Verbindung zwischen allen Menschen so etwas wie ein weltweites Gehirn entsteht: jeder Mensch ist ein Neuron und durch die Interaktionen zwischen den Neuronen wird Wissen gemeinsam konstruiert. Allerdings setzt es ein bestimmtes Verhalten voraus, das ich metaphorisch so beschreibe: 1. Neuronen sind offen und transparent, 2. Neuronen geben ihr Wissen sofort weiter. Sie wollen nicht als Person bekannt werden und nehmen sich nicht wichtig, 3. Da Neuronen keine Angst haben, Fehler zu machen und sich zu blamieren, feuern sie sehr schnell ab, 4. Wenn Neuronen angedockt werden, reagieren sie sofort, 5. Neuronen versuchen ständig Kontakt zu anderen Neuronen herzustellen; sie haben keine Angst, penetrant zu wirken, 6. Neuronen sind nicht beleidigt, 7. Neuronen machen keine Pause; sie nehmen erst dann Urlaub, wenn ihr Projekt abgeschlossen ist, 8. Neuronale Netze gehen mit Unschärfen spielerisch um, 9. Neuronale Netze haben eine basisdemokratische Einstellung, 10. Achtung hohe Suchtgefahr: das Neuronverhalten muss kontrolliert und situationsabhängig eingesetzt werden!

Die Stadt und die kollektive Wissenskonstruktion

Angesichts des Umfangs und der Komplexität der Aufgaben, die auf die Gesellschaft zukommen, sind Stadträte, also kleinere Gruppen von delegierten Bürgern überfordert. Es müssen Verfahren eingeübt werden, die möglichst viele vorhandene Ressourcen aus der Bevölkerung mobilisieren und dauerhaft einbinden. Diese Mobilisierung könnte sich an der Architektur des Gehirns orientieren, zumindest in groben Zügen. Bereits jetzt werden ausgefeilte Bürgerbeteiligungsmodelle erprobt, die rasche und intensive Interaktionen zwischen den Bürgern auslösen. Auch in Ingolstadt wurde damit begonnen. Die ersten Beteiligungen, beispielsweise zum Georgianum, waren noch nicht überzeugend, weil viele Bürgervorschläge nicht berücksichtigt wurden. Die Beteiligung zum Bau der Kammerspiele war bereits wesentlich effektiver. Wir sind also auf einem guten Weg. Dennoch sind uns andere Bundesländer und andere Städte voraus und haben feste Beteiligungsstrukturen, beispielsweise Baden-Württemberg mit einer Staatsrätin im Kabinettsrang oder Potsdam mit einem Bürgerrat und einem Büro für Bürgerbeteiligung. In diesen Städten wird Beteiligung auf allen Ebenen zur Selbstverständlichkeit. Das Wissen der Bürger über die Probleme und Erfolge der Stadt wird stark erhöht sowie ihre Kompetenz und Motivation, sich an der Entwicklung des Gemeinwesens zu beteiligen. Untersuchungen zeigen, dass eine wesentliche Glücksquelle in der Verwirklichung gemeinsamer, umfangreicher Projekte liegt, die über den Einzelnen hinausreichen und auf die Zukunft bezogen sind. Lasst uns Ingolstadt zum Gehirn machen!

Learning by teaching: Conceptualization as a source of happiness

Hier die PdF-Datei:

Learning by teaching: Conceptualization as a source of happiness

07336000

 

Ingolstadt: Leitbild für die Bürgerbeteiligung

Leitbild für die Bürgerbeteiligung pdf-Datei

 

Meine Bürgerbeteiligungsmodelle seit 2011

Alles bottom-up!

1. Tag der Migranten

2. Modul Ingolstadt-Expertise

Ingolstadt Expertise

In der Herschelschule

Bild: Tiefere Einblicke in die Stadtgeschichte. Ingolstadt Ingolstadt (DK) Gestern Vormittag stellten zehn Schüler der Sir-William-Herschel-Mittelschule, die am Projekt „Ingolstadt Expertise“ teilgenommen hatten, ihre Ergebnisse vor. Initiiert worden war das Projekt von Prof. Jean-Pol Martin von der Freiwilligenagentur.

 

 

 

 

 

 

Mittelschule auf der Schanz

0l-ingolstadtexpertise #MBL

3. Projekt Georgianum

 

Vortrag im Elisa

1026212_579202445506242_604307122_o

4. Projekt Geistesgeschichte im Stadtmuseum

Bild könnte enthalten: 2 Personen, Bart

5. Projekt Broschüre zur Geistesgeschichte

Bild könnte enthalten: 6 Personen, Text

„Konzeptualisierung“ in verständlicher Sprache

Eine Gruppe von Fachleuten haben meinen Artikel „Lernen durch Lehren: Konzeptualisierung als Glücksquelle“ gelesen und wollen diesen Text vielen Menschen zugänglich machen. Daher haben sie beschlossen, den Artikel in „verständliche Sprache“ zu übersetzen.

Dieser Abschnitt wurde von Simon Wilhelm Kolbe übertragen.

(…)

2.6 Konzeptualisierung

Die Abläufe und die Verarbeitung von Informationen im Gehirn ist mit guten Gefühlen verbunden. Mit dem sogenannten Flow, das ist ein Gefühl von großem Glück und Konzentration bei einer bestimmten Tätigkeit, wird man vor allem bei der Konzeptualisierung belohnt. Konzeptualisierung bedeutet, dass man in seinen Gedanken bestimmte Muster erstellen kann, die umfangreiche Informationen vereinfachen, verständlich und umsetzbar machen. So ein Prozess heißt Komplexitätsreduktion. Komplexitätsreduktion ist schwere Arbeit für das Gehirn, weil man sehr viele Informationen vereinfachen und sortieren muss. Mit der Komplexitätsreduktion möchte man möglichst viele Menschen erreichen: Zum Beispiel weil sie keine Zeit haben so viele Informationen zu lesen. Oder weil sie die Informationen gar nicht haben. Oder weil sie die Informationen nicht verstehen können. Die Komplexität von einem Thema zu reduzieren fühlt sich sehr gut an. Man wird nämlich mit einen Flow belohnt. Wenn man Informationen verarbeitet hat man ein Gefühl von Kontrolle. Wenn man aber Konzeptualisierung betreibt, dann hat man viel bessere Kontrolle. Diese Kontrolle fördert und erhält das Leben von einem Menschen. Je länger und je mehr man konzeptualisieren kann desto besser.

(…)

4. Eigenes Forschen in Projekten macht glücklich

Jean Pol hat herausgefunden, dass   Projekte sich sehr gut eignen, um gut forschen und lernen zu können und dass es sogar glücklich macht. Projekte sind große Forscheraufträge zu einem Thema. Die Menschen, die etwas zu diesem Thema wissen wollen, sind die Forschergruppe. Beim gemeinsamen Forschen zu einem Thema werden viele Bedürfnisse befriedigt, weil die Forscher selber entscheiden, was, wieviel und wie sie lernen wollen und wie sie mit dem neuen Wissen Ideen umsetzen können.  Anders als im normalen Unterricht macht das Erledigen von Aufgaben in Projekten als eigener Forscher den Menschen Spaß und sie wollen immer mehr wissen und mehr eigene Ideen umsetzen. Es macht Menschen glücklich, wenn sie merken wie viel sie in einem Projekt gelernt haben, welche Wirkungen ihre Ideen hatten und  wie viel Spaß sie dabei hatten.

(…)

Die „Gehirnmetapher“ in verständlicher Sprache

Eine Gruppe von Fachleuten haben meinen Artikel „Lernen durch Lehren: Konzeptualisierung als Glücksquelle“ gelesen und wollen diesen Text vielen Menschen zugänglich machen. Daher haben sie beschlossen, den Artikel in „verständliche Sprache“ zu übersetzen. Ein wichtiges Konzept in dem Text ist die „Gehirnmetapher“.

Folgende Passage wurde von Sylva Jürgensen (Flensburg) übersetzt.

(…)

5.Weltweites Forschen ist möglich

Viele Menschen nutzen heute das Internet und sind mit vielen anderen Menschen in Kontakt. Im Internet kann ich Menschen überall auf der Welt immer wieder sehr schnell erreichen. Jean-Pol vergleicht das Internet daher mit einem Riesengehirn. Bevor Menschen handeln, haben sie eine Idee. Diese Idee besteht aus vielen Gedanken und diese Gedanken bestehen aus vielen Kontakten von Nervenzellen in unserem Gehirn. Diese Zellen heißen Neurone. Jean Pol sagt, dass Menschen im Riesengehirn Internet eigentlich so gut zusammenarbeiten können wie diese Neurone damit es viele neue gemeinsame Ideen gibt. Damit das Riesengehirn Internet wie unser Gehirn funktionieren kann, hat Jean-Pol sich lustige Regeln für Neuronen ausgedacht.

  1. Neuronen sind anderen gegenüber offen und sagen was sie denken.
  2. Neuronen geben ihr Wissen weiter und nehmen sich selbst nicht so wichtig.
  3. Neuronen haben keine Angst etwas falsch zu machen, daher reagieren sie schnell.
  4. Wenn Neuronen einen Kontakt haben, antworten sie sehr schnell.
  5. Neuronen versuchen immer wieder in Kontakt zu sein mit anderen Neuronen.
  6. Neuronen sind nicht beleidigt, wenn ein anderes Neuron eine andere Meinung hat.
  7. Neuronen machen ihr Projekt zu Ende.
  8. Wenn sehr viele Neuronen gleichzeitig in Kontakt sind, ist es schwierig klare gemeinsame Ideen zu haben. Vielleicht gibt es auch eine kleine Verwirrung, das stört die Neuronen nicht. Sie machen weiter bis sie sich sicher sind.
  9. Wenn sehr viele Neuronen in Kontakt sind, wissen sie, dass alle das gleiche Recht haben ihre Meinung so zu sagen, dass kein anderes Neuron dadurch verletzt oder verärgert wird.
  10. Man muss mit dem Riesengehirn Internet sehr vorsichtig umgehen. Es macht solchen Spaß in Kontakt zu sein und gemeinsam Ideen zu haben, dass es süchtig und krankmachen kann, wenn Neurone zu viel Kontakt haben. Daher muss man sich kontrollieren und Grenzen setzen, wann und wieviel Kontakt man hat.

Jean Pol möchte gern mit anderen Menschen zusammen größere Projekte machen, dafür sucht er im Internet Partner. Um diese zu finden, braucht er viel Geduld. Wenn du wie er im Internet die richtigen Partner für deine Projekte finden möchtest, gibt er dir folgenden Rat:

  1. Zeige in deinem Profil viele spannende Informationen über dich. Je mehr man von dir weiß, desto mehr Menschen können eine Gemeinsamkeit mit dir für ein Projekt entdecken.
  2. Biete Projekte an, die die Menschen Freude machen, dabei zu sein. Bei den Projekten von Jean Pol mögen Menschen gern mitmachen. Seine Angebote erfüllen die Bedürfnisse von Menschen dazuzugehören und auch anerkannt zu sein. Es fühlt sich gut an, weil man mit eigenen Ideen zur Verbesserung der Welt beitragen kann.
  3. Nimm zu vielen Menschen immer wieder Kontakt auf,sonst bemerkt dich niemand. Wenn es für jemand zu viel Kontakt ist und es ihn nervt, ist er kein guter Partner für dich.
  4. Wenn jemand sich über deinen Kontakt freut, zeige ihm, dass du dich für ihn interessierst. Vielleicht hat er „Schätze“ für dich. Finde heraus, welche es sind.
  5. Antworte schnell auf die Kontakte, sei für die Menschen da. Enttäusche die Menschen nicht, die dir ihre Zeit schenken. Im Internet können Kontakte schnell wieder verloren gehen, wenn du nicht reagierst. Zeige deinen Partnern, dass sie dir wichtig sind.
  6. Zeige deinen anderen Kontakten deine Partner im Internet. Jean Pol nennt das „Stell sie auf die Bühne“.  So können alle sie gut sehen. Bringe deine Partner miteinander in Kontakt und zeige den anderen welche Schätze sie haben. Jean Pol sagt dazu „Vernetzen“, weil so jeder mit jedem in Kontakt kommen kann.
  7. Überlege dir spannende Ziele. Achte darauf, dass  sie erreicht werden. Bleib an deinen Zielen und deinen Partnern dran. Wenn viele Partner mitmachen, ist es wichtig, dass du ihnen immer wieder deine Ideen  mitteilst, bis dein Ziel erreicht ist.

(…)