„Neue Menschenrechte“ – Leporello – PdF

PdF zum Herunterladen:

Ein Menschenbild für das 21.Jh. – Die 6 Grundbedürfnisse werden zu Menschenrechten

Digitale Innovationen in der Lehrerausbildung. (Martin 2018 zum ersten Mal zitiert).

Digitale Innovationen und Kompetenzen in der Lehramtsausbildung (#la-digital2019)
Universität Duisburg Essen, 25./26. Februar 2019

Nutzung digitaler Medien in Kooperationsprojekten fachdidaktischer Seminare mit Schulen

Dr. Katja Heim, Akademische Rätin im Bereich Fachdidaktik Englisch an der Universität Duisburg-Essen. katja.heim@uni-due.de
Stephanie Edel Farinha, Studiendirektorin am Burggymnasium in Essen und Fachleiterin für Englisch im Zentrum für schulpraktische Lehrerausbildung (ZfsL) in Essen. stephanie.edel.farinha@krabbat.de
1. Das Projekt im Überblick
Die Kooperation zwischen den beiden Akteurinnen mit den Zielen, durch gemeinsame Projekte von fachdidaktischen Seminaren und Schulklassen nicht nur kurzfristige Win-Win-Situationen für die jeweiligen Kontexte zu schaffen, sondern auch durch das Umsetzen neuer Ideen zusammen mit den zukünftigen Lehrkräften die Innovierung von Englischunterricht voranzutreiben, reicht bis ins Jahr 2008 zurück. Das Projekt, das im Rahmen des Workshops vorgestellt wird, fand im Februar 2017 statt, mit dem Gesamtziel, dass Studierende der UDE Kleingruppen von Schülerinnen und Schülern so autark wie möglich bei der Umsetzung eines Projekts zum Thema Global Issues unterstützen sollten. Digitale Medien wurden im Verlauf durchgängig verwendet: u.a. zur Organisation des Projekts (Moodle, Padlet), für die Recherche (Online Ressourcen) zum Erstellen von Produkten (Padlet, Moodle sowie weitere Tools), bei der Überarbeitung, für die Veröffentlichung (Padlet) sowie für die Evaluation des Projekts (Moodle). Die vielfältige Mediennutzung war Mittel zum Zweck, eingesetzt mit dem Ziel, die Schülerinnen und Schüler als Intercultural Agents (Heim & Ritter, 2012) dazu zu befähigen, sich auch über die Nutzung digitaler Medien am globalen Diskurs zu beteiligen.

2. Ziele des Projektes auf schulischer und universitärer Ebene
Konkretes Ziel des Projekts auf Schulebene war es, dass Gruppen von Schülerinnen und
Schülern sich durch das gegenseitige Bereitstellen selbst gestalteter interaktiver Informationsseiten zum Themenkomplex Global Issues informieren und zum Nachdenken über zentrale Fragestellungen (z.B. zu Climate Change o. Plastic Pollution) anregen. Unterstützt wurden die Schülerinnen und Schüler durch das Bereitstellen von Materialien (Hard Scaffolding) sowie durch die begleitenden Hilfestellungen der Studierenden (Soft Scaffolding) (Saye and Brush, 2002). Im Projekt sind so drei Padlets entstanden:
https://padlet.com/katja_heim/fairtradenews,
https://padlet.com/katja_heim/mv4ejlrs7wow;
https://padlet.com/katja_heim/pgxg45eembur.

Aus hochschuldidaktischer Sicht konnten vor allem für die Entwicklung folgender Bereiche Zielsetzungen formuliert werden:
– Sachkompetenz sowie Methodenkompetenz in der Durchführung von Projekten durch
a) das Erleben eines universitären Seminars in Projektform, b) das Bereitstellen von Literatur zum Thema und c) die Beteiligung an der Durchführung eines Projekts in Rahmen des schulischen Englischunterrichts.
– Handlungskompetenzen im Bereich der Nutzung digitaler Medien im Unterricht.
– Sozialkompetenz durch das gemeinschaftliche Durchführen eines Projektes im Unterricht.

3. Evaluation des Projekts durch Lernende und Lehrende
Informelle Evaluationen zeigten, dass die Art der Kooperation für alle einen Gewinn darstellte. Für die Schülerinnen und Schüler stand in den Evaluationen vor allem die Unterstützung durch die Studierenden bei der Arbeit mit den digitalen Medien besonders im Vordergrund, ebenso wie die Relevanz der Inhalte für das eigene Leben, die Möglichkeit, kreativ zu arbeiten, die Relevanz der Arbeit mit den gewählten Medien und das gute Gefühl gemeinsam als Gruppe an etwas gearbeitet zu haben.
Für die fach- und universitätsübergreifende Diskussion im Netzwerk bietet das hier dargestellte Projekt viele Optionen, u.a. das Potenzial der Nutzung digitaler Medien im Rahmen von Projektarbeit. Auch die Elemente des Konzepts Lernen durch Lehren im Projekt (Martin 2018) bieten aus unserer Sicht großes Potenzial für weitere Diskussionen, ebenso wie die Akzeptanz des Soft Scaffolding durch die Studierenden im Verlauf des Projekts. Insgesamt soll dargelegt werden, wie durch die praktische Arbeit mit digitalen Medien im Unterricht sowie durch anschließende Reflexionen (vgl. Wallace, 1981) im Zuge einer solchen Kooperation sowohl auf Seiten der Studierenden als auch auf Seiten der Lehrkräfte in Schulen eine nachhaltige Innovierung von Unterricht in Gang gesetzt werden kann.
Literatur
Heim, Katja, Ritter, Markus. (2012). Teaching English: Computer Assisted Language Learning. Paderborn: Schöningh.
Martin, Jean Pol. (2018). Lernen durch Lehren: Konzeptualisierung als Glücksquelle. In: Olaf-Axel Burow, Stefan Bornemann (Hrsg.): Das große Handbuch Unterricht & Erziehung in der Schule. Carl Link Verlag, 2018. S. 345–360.
Saye, J. and Brush, T. (2002). Scaffolding critical reasoning about history and social issues in multimedia-supported learning environments. In: Educational Technology Research and Development, 50, 77-96. URL: http://dx.doi.org/10.1007/BF02505026. (8.10.2018).
Wallace, M.J. (1991). Training Foreign Language Teachers: A Reflective Approach. Cambridge: Cambridge University Press.

Paradigmenwchsel: als erster Politiker bezieht sich seit 2017 Christian Lange ausdrücklich auf meine „Neuen Menschenrechte“

Auszug aus der Haushaltsrede 2018

„(…) Aber auf meiner Agenda steht auch etwas viel Wichtigeres für diese Stadt: Es sind die Menschen, für die wir hier sitzen. Die Menschen, die in Ingolstadt leben – sie haben uns als Volksvertreter gewählt.

In meiner Haushaltsrede aus dem letzten Jahr habe ich gesagt, dass die Menschen sich in unserer Stadt sicher fühlen wollen, dass sie sich darauf verlassen wollen, dass wir ihre Bedürfnisse kennen und diese auch ernst nehmen. Das bedeutet, dass ich mich aus Sicht der Bürger mit deren Bedürfnissen und Erwartungen auseinandersetzen muss. Dazu habe ich mich im vergangenen Jahr an den Menschenrechten meines Freundes Jean-Pol Martin orientiert. Er hat in sechs ganz einfachen Rechten eines jeden Menschen zusammengefasst, was für alle in einer Gesellschaft wichtig ist. Zur Erinnerung: Diese sechs waren das Recht auf Denken, Gesundheit, Sicherheit (insbesondere Einkommen und Wohnen), soziale Einbindung, Selbstverwirklichung und Partizipation sowie das Recht auf ein sinnvolles und sinngebendes Leben. Aus diesen neuen Menschenrechten leite ich die Fragen für Kommunalpolitik ab, die wir alle als Volksvertreter heute stellen sollten.

Dabei stellen sich für mich einige besonders entscheidende Fragen für Ingolstadt:

Was muss und kann eine Stadtverwaltung tun, um das Zusammenleben aller Menschen in Ingolstadt zu verbessern?
Was muss und kann eine Stadt tun, um politischen Extremismus – wie zum Beispiel den der AfD – zurückzudrängen oder gar nicht erst in der Stadt entstehen zu lassen?
Was muss und kann eine Stadt tun, um zu verhindern, dass immer mehr Menschen sogenannte „Kunden“ der Ingolstädter Tafel werden?
Was muss und kann eine Stadt tun, um Menschen, die aus ihrer Heimat geflüchtet sind, ein menschenwürdiges Leben auf unserem Stadtgebiet zu ermöglichen und diesen Menschen mehr Hilfe zur Integration anbieten zu können?
Was muss und kann eine Stadt tun, damit der Verkehr in dieser Stadt tatsächlich wieder funktioniert, Fahrradfahren zum Vergnügen wird und der ÖPNV ein Angebot zur Verfügung stellt, dass attraktiv genug ist, um den „Modal Split“ in unserer Stadt deutlich zu Gunsten des sogenannten „Umweltverbundes“ (Bus, Rad, zu Fuß) zu verändern?
Was muss und kann eine Stadt tun, um den Menschen in unserer Stadt eine ernsthafte Bürgerbeteiligung anzubieten, die Einfluss auf kommunale Entscheidungen nimmt?
Was muss und kann eine Stadt tun, um zu verhindern, dass in Ingolstadt Menschen, die einen Vollzeitjob haben, nicht in der Lage sind, von ihrem Einkommen ihre Familie und sich zu ernähren?
Was muss und kann eine Stadt tun, um zu verhindern, dass weiter steigende Mieten dazu führen, dass Menschen aus der Stadt getrieben werden?
Was muss und kann eine Stadt tun, dass sich die Menschen, die in ihr leben, mit dieser Stadt identifizieren und dass Stadtidentität als Thema der gesamten Stadtgesellschaft gesehen wird?“ (…).

Simon Wilhelm Kolbe zu „meinen“ Menschenrechten

Ausgangspunkt: Ein Menschenbild für das 21.Jh.

Uli Sager meint:
„Jeder von uns könnte die Menschenrechte neu formulieren, aber das wird uns nicht weiterbringen. Es gibt eine UN-Agenda 2030 und die sollte gestärkt werden, damit sich die Staaten daran halten. Einige Städte verwenden diese Agenda als Vorlage. Das sollten wir unterstützen. Wenn jeder seinen eigenen Kram macht, dann kommen wir zu nichts.“

 

Was meinst du, Simon Wilhelm Kolbe?

Simon Wilhelm Kolbe, danke für die Frage:

Ich sehe deine Ausarbeitungen zu den „neuen Menschenrechten“ als ein wissenschaftlich fundiertes und humanistisch motiviertes Ansinnen die menschlichen Bedürfnisse in einem Format von „Menschenrechten“ zu verbreiten. Nach meinem Verständnis handelt es sich dabei aber nicht um eine fragwürdige Neufassung oder einen zu vernachlässigenden Individualweg. Sondern hier entsteht ein Angebot, dass Individuen, Institutionen und Organisationen mit Hilfe unterschiedlicher theoretischer Begründungen und Bezügen die Möglichkeit bietet, die eigene Agenda konkret optimieren zu können. Vor allem bietet die Komplexitätsreduzierung in Verbindung mit klaren Theorie- und Menschenrechtsbezügen eine Niederschwelligkeit an, die durch eine leichte Verständlichkeit charakterisiert ist. Das steht in keinem Widerspruch zu notwendigen globalen Maßnahmen, Diskursen, den Menschenrechten und anderen Formaten (e.g. Salamanca Erklärung, Bonner Erklärung oder Behindertenrechtskonvention). Diese sind, wie viele andere Gesetze und Verordnungen juristischer Natur und daher für viele nicht fassbar und umsetzbar. Die Bedürfnisdomänen von Martin sind jedoch klar benannt und haben eine Richtlinienfunktion. Die Existenz vieler anderer Erklärungsansätze ist ein Indiz für die Notwendigkeit von neueren Modellen. Also ist Martin im Recht, wenn er mit seiner Expertise versucht ein Modell zu zeigen, dass für alle gedacht ist, das verstanden werden kann, das reflektiertes Handeln ermöglicht und das individuelles und gesellschaftliches Streben nach Lebenszufriedenheit mit der Bearbeitung von Bedürfnisdomänen beantwortet sieht.

 

Ein weiteres Statement von Simon Wilhelm Kolbe am 13.12.2018

„Tatsächlich sind die „neuen Menschenrechte“ in meinen Augen ein sehr wichtiger Teil in der sozialpädagogischen Handlungsorientierung. Wir können an diesem Modell sehr schnell erkennen wo bei unseren Klienten*innen Bedürfnisse strukturell oder individuell nicht berücksichtigt oder vernachlässigt werden. Dann kann man in den einzelnen Settings gemeinsam mit den Betroffenen überlegen und daran arbeiten, diese Lücken bestmöglich zu schließen. Dabei spielt die Expertise der Betroffenen eine elemtare Rolle, sie können ihre Bedürfnisse äußern und die Sozialpädagogen haben die Aufgabe, die strukturellen Bedingungen zu erläutern und gemeinsam mit allen Beteiligten Handlungsoptionen zu entwickeln. Dabei vermitteln sie zwischen den Perspektiven der Behörden, Gesetzgebern, Klienten*innen, Anwälten, Medizin und Gesellschaft (uvm) . Diese haben dabei wiederum bestimmte eigene Bedürfnisausprägungen, die wir mit dem Modell nach Jean-Pol Martin genauso erarbeiten können. Damit kann man sehr gut auf einer gleichwertigen Verständnisebene kommunizieren und zusammenarbeiten.“

LdL: Bezugswissenschaften (bezogen auf den Artikel Martin, 2018)

Die LdL-Theorie bezieht sich auf eine Reihe von unterschiedlichen Wissenschaften. Der Vorteil: sie ist ganzheitlich. Der Nachteil: sie wird von keiner wissenschaftlichen community rezipiert, weil sie sich außerhalb der bestehenden akademischen Disziplinen und Institutionen bewegt.

Die einzelnen Abschnitte des Artikels: „Lernen durch Lehren: Konzeptualisierung als Glücksquelle“  (Martin, 2018)  lassen sich auf folgende Theorien/Wissenschaften beziehen:

1.

2.2. Glück: Grundbedürfnisse, Kontrolle, Flow und LdL

Bezug: Positive Psychologie – Bedürfnisforschung – Glücksforschung

2.

2.2.3:  Informationsverarbeitung und Kontrolle

Bezug: Neurowissenschaften

3.

2.2.4: Exploratives Verhalten und Flow

Bezug: Kognitive Psychologie – Emotionsforschung – Problemlösepsychologie

4.

2.2.5 Instrumente zur kognitiven Kontrolle liefern

Bezug: Systemtheorie

5.

2.2.6 Konzeptualisierung

Bezug: Gehirnforschung – Emotionsforschung – Denkpsychologie

6.

2.3. Denken und Glück aus Sicht der Philosophie

Bezug: Philosophie

7.

2.4. Projekt als glückgenerierende Struktur

Bezug: Glücksforschung

8.

2.5 Die Globalisierung und die Ausdehnung der Konzeptualisierungsräume

Bezug: Netzforschung

9.

2.6. Konzeptualisierung als Grundbedürfnis und Menschenrecht

Bezug: Politische Philosophie – Denkpsychologie – Glücksforschung

LdL in amtlichen Texten (Pdf-Dateien)

1. UNESCO: Bureau international d’éducation – Outils de Formation pour le Développement du Curriculum – Apprentissage Personnalisé, Genève, Juin 2017

2. ISB – LehrplanPLUS – Grundschule (1)

3. ISB – LehrplanPLUS – Grundschule (2)

4. ISB – LehrplanPLUS – GYM-Latein-Methodik

 

Wozu Bürgerbeteiligung? Wissenskonstruktion und die Gehirnmetapher.

Das Wirtschaftswachstum als Voraussetzung für die Steigerung des Glücks stößt an seine Grenzen. Mehr Konsum führt nicht zu mehr Glück sondern zum ökologischen Kollaps. In einem Bereich ist allerdings Wachstum noch möglich und wünschenswert: wir können unser Wissen spektakulär mehren. Die effektivste Wissensproduktionsmaschine ist das Gehirn. Lässt sich die Funktionsweise des Gehirns auf Menschengruppen übertragen?

Der Mensch als Neuron

Die kleinste Funktionseinheit des Gehirns ist die Nervenzelle (Neuron). Bekanntlich verfügt das Gehirn über etwa 90 Milliarden davon. Diese Neuronen sind in Netzen organisiert (neuronale Netze), die auf der Grundlage des Austausches und der Verarbeitung von Impulsen Gedanken hervorbringen. Die Neuronen kommunizieren also sehr schnell und intensiv untereinander und daraus entsteht Wissen. Natürlich ist die Organisation dieses Austausches zwischen den Neuronen im Gehirn sehr kompliziert. Dennoch können wir uns vorstellen, dass dank der Digitalisierung mit der Möglichkeit einer Verbindung zwischen allen Menschen so etwas wie ein weltweites Gehirn entsteht: jeder Mensch ist ein Neuron und durch die Interaktionen zwischen den Neuronen wird Wissen gemeinsam konstruiert. Allerdings setzt es ein bestimmtes Verhalten voraus, das ich metaphorisch so beschreibe: 1. Neuronen sind offen und transparent, 2. Neuronen geben ihr Wissen sofort weiter. Sie wollen nicht als Person bekannt werden und nehmen sich nicht wichtig, 3. Da Neuronen keine Angst haben, Fehler zu machen und sich zu blamieren, feuern sie sehr schnell ab, 4. Wenn Neuronen angedockt werden, reagieren sie sofort, 5. Neuronen versuchen ständig Kontakt zu anderen Neuronen herzustellen; sie haben keine Angst, penetrant zu wirken, 6. Neuronen sind nicht beleidigt, 7. Neuronen machen keine Pause; sie nehmen erst dann Urlaub, wenn ihr Projekt abgeschlossen ist, 8. Neuronale Netze gehen mit Unschärfen spielerisch um, 9. Neuronale Netze haben eine basisdemokratische Einstellung, 10. Achtung hohe Suchtgefahr: das Neuronverhalten muss kontrolliert und situationsabhängig eingesetzt werden!

Die Stadt und die kollektive Wissenskonstruktion

Angesichts des Umfangs und der Komplexität der Aufgaben, die auf die Gesellschaft zukommen, sind Stadträte, also kleinere Gruppen von delegierten Bürgern überfordert. Es müssen Verfahren eingeübt werden, die möglichst viele vorhandene Ressourcen aus der Bevölkerung mobilisieren und dauerhaft einbinden. Diese Mobilisierung könnte sich an der Architektur des Gehirns orientieren, zumindest in groben Zügen. Bereits jetzt werden ausgefeilte Bürgerbeteiligungsmodelle erprobt, die rasche und intensive Interaktionen zwischen den Bürgern auslösen. Auch in Ingolstadt wurde damit begonnen. Die ersten Beteiligungen, beispielsweise zum Georgianum, waren noch nicht überzeugend, weil viele Bürgervorschläge nicht berücksichtigt wurden. Die Beteiligung zum Bau der Kammerspiele war bereits wesentlich effektiver. Wir sind also auf einem guten Weg. Dennoch sind uns andere Bundesländer und andere Städte voraus und haben feste Beteiligungsstrukturen, beispielsweise Baden-Württemberg mit einer Staatsrätin im Kabinettsrang oder Potsdam mit einem Bürgerrat und einem Büro für Bürgerbeteiligung. In diesen Städten wird Beteiligung auf allen Ebenen zur Selbstverständlichkeit. Das Wissen der Bürger über die Probleme und Erfolge der Stadt wird stark erhöht sowie ihre Kompetenz und Motivation, sich an der Entwicklung des Gemeinwesens zu beteiligen. Untersuchungen zeigen, dass eine wesentliche Glücksquelle in der Verwirklichung gemeinsamer, umfangreicher Projekte liegt, die über den Einzelnen hinausreichen und auf die Zukunft bezogen sind. Lasst uns Ingolstadt zum Gehirn machen!