LdL/NMR-Theorie: Gesamtpaket

Hier ist die Grundaustattung für die Gründung von autonomen, vernetzten Gruppen mit dem Ziel einer breiten, bottom-up Transformation der Gesellschaft.

Theorie für Anfänger

Aufsätze

1.„Weltverbesserungskompetenz“ als Lernziel? (2002)

2. Lernen durch Lehren: Konzeptualisierung als Glücksquelle (2018)

Terminologie (bei Bedarf)

LdL-Glossar

Das LdL/NMR-Team

Akteur*innen

Materialien

Neue Menschenrechte: Leporello

Theorie für Fortgeschrittene

Aufsätze

1.Lernziel Partizipationsfähigkeit und Netzsensibilität (2009)

2.Neubegründung und Reformulierung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte (2020)

3. Neue Menschenrechte: Artikel 1 – Das Recht auf Denken (2021)

LdL/NMR-Theorie für Fortgeschrittene

Hier ist die Grundaustattung für die Gründung von autonomen, vernetzten Gruppen mit dem Ziel einer breiten, bottom-up Transformation der Gesellschaft.

Aufsätze

1.“Weltverbesserungskompetenz“ als Lernziel? (2002)

2.Lernziel Partizipationsfähigkeit und Netzsensibilität (2009)

3.Lernen durch Lehren: Konzeptualisierung als Glücksquelle (2018)

4.Neubegründung und Reformulierung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte (2020)

5. Neue Menschenrechte: Artikel 1 – Das Recht auf Denken (2021)

Terminologie (bei Bedarf)

LdL-Glossar

Das LdL/NMR-Team

Akteur*innen

Materialien

  1. Neue Menschenrechte: Leporello
  2. Kärtchen:

Innovationen 1980-2021…

Bottom-up

Alle Innovationen beruhen auf einer bottom-up Perspektive. Bei Lernen durch Lehren unterrichten nicht mehr die Lehrer sondern die Schüler. Das neue Menschenbild konzentriert sich auf die Bedürfnisse, insbesondere die Selbstverwirklichung und die Partizipation. Die Ingolstädter Geistesgeschichte zeigt den Prozess der intellektuellen Emanzipation der Bürger am Beispiel einer Stadt. Die Neuen Menschenrechte liefern einen bedürfnistheoretisch und kontrolltheoretisch fundierten Hebel, um gemeinsam „glückbringende“ Strukturen von unten nach oben durchzusetzen. Um diesen Hebel zur Anwendung zu bringen, müssen besonders die Bedingungen für produktives Denken geschaffen werden.

1984: Lernen durch Lehren

2004: Internet- und Projektkompetenz (IPK)

2014: Was braucht der Mensch, um glücklich zu sein?

2015: Ingolstadts Geistesgeschichte

2018: Neue Menschenrechte

2021: Art.1: Das Recht auf Denken

Top-down UND bottom-up!

Seit Beginn der Menschheit herrscht das Top-down-System, weil es der Natur des Menschen entspricht (Kontrollbedürfnis). Dessen Merkmale:

Top-down:

  • Von oben nach unten
  • Hochgradige Selbstreferenzialität
  • Eigene Mindsets und eigene Terminologie
  • Abschottung nach außen und Zugang nur über Insiderkontakte und gruppenkonformen Habitus
  • Hohe Affinität zur Autokratie/Oligarchie

Somit entsteht eine undurchdringliche Machtblase (Verwaltungen, wissenschaftliche communities, Unternehmen, Parteien, Vereine, stabile Gruppen…)

Inzwischen sieht man immer deutlicher die Nachteile eines solchen Musters: Die beschriebene Struktur verhindert Veränderungen und die permanenten Anpassungen, die zur Erhaltung des Systems notwendig sind. Der Veränderungsdruck kommt von innerhalb des Systems oder aus der Umwelt. Modernisiert sich das System nicht, so führt es zu dessen Auflösung.

Nun wird überall versucht, ein Bottom-up Komponente zu integrieren:

Merkmale einer Bottom-up Struktur:

  • Von unten nach oben
  • Gespeist aus allen möglichen Quellen
  • Verschiedene Mindsets und Terminologien
  • Offen nach außen und Zugang für jede/n
  • Hohe Affinität zur Demokratie. Starke Ressourcenorientierung.

Somit entsteht ein offenes System, das allerdings wenig kohärente und nachhaltige Identität aufweist.

Anzustreben ist also eine gute Mischung Top-down/Bottom-up. Das Problem ist, dass im Gegensatz zur Top-down-Struktur, die seit Jahrtausenden völlig internalisiert ist, die Bottom-up Komponente recht neu ist und sich gegen heftige Widerstände durchsetzen muss. Ferner ist noch viel trial-and-error notwendig, bis die Mischung Top-down/Bottom-up gut funktioniert.

Dr.Isabella Kreim interviewt Jean-Pol Martin: Kulturkanal Ingolstadt (25 Min.)

Kulturkanal

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„Neue Menschenrechte“? Rezension von Prof.Dr.Lutz Becker.

Zum Buch: Simon W. Kolbe, Jean-Pol Martin und Margret Ruep (Hg.) (2020): “Neue Menschenrechte?” Bestandsaufnahme eines Bedürfnisorientierten Handlungsansatzes. Herne. Gabriele Schäfer Verlag.

Link auf den Blog von Lutz Becker.

„Über  Jean-Pol Martin bin ich erstmals vor knapp zwölf Jahren “gestolpert”. Meine damaligen Kolleg*innen und ich haben uns seinerzeit sehr intensiv mit der Frage auseinandergesetzt, wie Hochschullehre im 21. Jahrhundert gestaltet werden sollte. Kathederdidaktik passte nicht mehr in eine Welt, in der Steve Jobs kurz zuvor das iPhone vorgestellt hatte. Die klassische Hochschuldidaktik hatte keine Antworten, auf Komplexität, Diversität, veränderte Lebenswelten und die immer kürzeren Zyklen in den Wissensständen unserer Gesellschaft. Vor allem meine Fächer, die real existierende BWL und die VWL, waren und sind heute noch von erschütternder methodischer und didaktischer Tristesse geprägt. Es waren zwei Konzepte von Jean-Pol Martin, die mich damals hellhörig machten und fortan mein weiteres wissenschaftliches Leben prägen sollten: „Lernen durch Lehren“ und „Weltverbesserungskompetenz“.

Waren beides anfangs vielleicht noch didaktische Konzepte, entwickelte Jean-Pol mit seinen Apologeten, wenn man das so sagen darf, sie immer mehr in Richtung eines integrierten philosophischen Ansatzes, der die Bedürfnisse der Lernenden in den Mittelpunkt rückte. Doch die Entwicklung dieser Gedankenwelt, die ich seither vor allem im gemeinsamen Austausch über sozialen Medien verfolgen durfte,  endete nicht in dem geschützten Raum der Schule, oder wie bei uns an der Hochschule, sondern integrierte zunehmend gesamtgesellschaftliche  Fragestellungen bis hin zu den nun als Sammelband vorliegenden „Neuen Menschenrechten“

Es ist eine nur allzu konsequente Entwicklung: Wer, wie wir Lehrenden, junge Menschen auf Zukünfte vorbereiten soll, die weder sie noch wir kennen, muss sehr grundsätzliche Fragen stellen. Die Frage, wie wir Gesellschaft gestalten wollen, die Frage nach dem Menschenbild,  die Frage nach Kultur et cetera bilden in einer immer schnelleren, unsicheren und volatileren Welt stabile Anker, die helfen, die großen ungelösten Fragen bezüglich möglicher Zukünfte zu beantworten, oder die es erleichtern die „Wicked Problems“ im Zusammenwirken von technologischem und ökologischem Wandel auf der einen und eigensinnigen gesellschaftlichen Praktiken auf der anderen Seite zu lösen. Unser Studierenden im Master Sustainable Marketing & Leadership kennen diese Diskussionen nur zu gut.

Ende des 17. Jahrhunderts war es der junge Arzt John Locke, der vor dem Hintergrund der Pest in London und der eigenen Quarantäneerfahrung auf dem Land, den Dreiklang aus Life, Liberty and Estate –  die Frage nach einem gesunden und selbstverwirklichten Leben, nach Freiheit und Rechten – in den Mittelpunkt stellte. 1948 ist dann der Völkergemeinschaft ein weiterer großer Wurf gelungen, indem sie als Lehre aus den grausamen Völkermorden und Kriegen des 20. Jahrhunderts die Würde des Menschen – was für ein unglaublich kluges Bild – gemeinsam mit Rechten und Freiheiten in den Mittelpunkt der weltpolitischen Arbeit rückte. Nicht minder klug haben die Eltern des Grundgesetzes genau diesen Begriff der Menchenwürde ein Jahr später zum Leitbild der jungen Bundesrepublik gemacht. 2015 gelang es dann den Vereinten Nationen die Menschenwürde mit den 17 Sustainable Development Goals  weiter zu operationalisieren und für heutige und künftige Generationen greifbar zu machen. Jean-Pol Martin geht nun mit den Neuen Menschenrechten nochmals einen Schritt weiter, in dem er die Bedürfnisse des Menschen in den Mittelpunkt der menschlichen Entwicklung stellt: Es geht im darum, wirtschaftliche, politische und ethische. Bedingungen für ein „Mehr an Glück aller Lebewesen“ zu schaffen.

Der von Simon W. Kolbe und Margret Ruep gemeinsam mit Jean-Pol Martin herausgegebene Sammelband greift die Idee der „Neuen Menschenrechte“ auf und stellt sie auf den Prüfstand. Herausgekommen ist ein facettenreicher und vielschichtiger Band mit zahlreichen klugen Anregungen und Ausflügen, nicht nur für Lehrende. 

Simon W. Kolbe, Jean-Pol Martin und Margret Ruep (Hg.) (2020): “Neue Menschenrechte?” Bestandsaufnahme eines Bedürfnisorientierten Handlungsansatzes. Herne. Gabriele Schäfer Verlag.

Siehe auch: Interview mit Jean-Pol Martin (2019): The Fourth Club mit Thomas Koch und Ralf Schwartz

Woher kommen unsere Mindsets?

Inventar der in der abendländischen Denktradition generierten Mindsets

Vorbemerkungen:

1. Ein zentraler Fehler, der dem idealistischen Strang inhärent ist, ist das teleologische Prinzip. Diesen Fehler findet man auch in materialistischen Konzepten, wie beispielsweise dem Marxismus.

2. Die totalitaristische Komponente ist dem idealistischen Modell nicht inhärent, aber sie bietet sich als Herrschaftsinstrument an. Man beobachtet bei idealistischen Modellen, dass sie in der Realisierung meist totalitaristisch sind.

3. Der Materialismus induziert eine Reflexion über glückgenerierende Strukturen. Und die Demokratie ist eine solche Struktur.

4. Um die Wirksamkeit eines Modells zu beurteilen, ist es unabdingbar zu prüfen, ob es sich in der Praxis bewährt (Empirie)

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I .Wissenschaftlicher Strang/Affinität zu Demokratie:

Fokus: reale Welt und Glück  über die Befriedigung der Grundbedürfnisse

II. Spekulativer Strang/Affinität zu Totalitarismus:

Fokus: Abwertung der realen Welt und Fixierung auf Forderungen einer konstruierten Transzendenz

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Chronologischer Ablauf

-Thales (624-546)

Empiriker: beobachtet die Natur. Hypothese: alles kommt vom Wasser

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-Xenophanes(570-470): Gott ist ewig. Wissen ist Vermutung, Wahrheit nicht erkennbar.

-Pythagoras (570-500)

Die Mathematik liefert die Weltformel. Sie ist göttlicher Natur. Nur eine Elite kann die Mathematik beherrschen. Pythagoras stellt sich als Guru dar, mit eigenen Riten und Gebräuchen, beispielsweise das Verbot, Bohnen zu essen. Der Zugang zu Gott und zur Wahrheit erfolgt nur über das Denken, nicht über die Sinne (Rationalismus).

-Parmenides (510-?): Gegner der Empirie: die Sinne täuschen uns. Nur das Denken führt uns zum „Sein“ (Ontologie).

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-Protagoras (490-411): Wahrheit gilt nur für den Wahrnehmenden (Sensualismus)

– Demokrit (460-370)

Atomist. Materialist (nur die Materie existiert, auch das Bewusstsein wird vom Organismus generiert (Gehirn).  Die Gegenstände strahlen winzige Atome aus, die über die Sinne an das Gehirn weitergeleitet werden. Die Gesellschaft soll demokratisch gestaltet werden. Nur das Leben im Diesseits zählt. Ein Jenseits gibt es nicht. Nach dem Tod lösen sich die Körper auf als Atome.

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– Platon (428-348)

Die Sinne täuschen uns. Das wahre Leben ist abstrakt und wahr ist nur die Welt der Ideen. Unser Leben auf der Erde ist nur eine unfertige Kopie der Welt der Ideen. Nur die Philosophen haben Zugang zu dieser Welt. Elitistische, hierarchische, totalitäre Welt. Die Seele: Vernunft – Mut – Begierde. Die Gerechtigkeit hält alles im Gleichgewicht.

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– Aristoteles (384-324)

Empirist, Wissenschaftler, der die Welt auf empirische Weise beschreibt. Die Seele (=eigentlich Nervenzentralsystem) enthält einen vegetativen Teil,  einen animalischen Teil (mittlere Cortex) et einen menschlichen Teil (=Frontalcortex). Angestrebt ist eine Gesellschaft der goldenen Mitte.

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– Epikur (342-271)

Atomist. Materialist. Ziel ist das Glück auf Erde. Nach dem Tod lösen sich die Körper auf als Atome. Genuss in Maßen.

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– Plotin (205-270)

Radikalisierung von Platon. Der Mensch und die Materie sind verachtenswert. Nur das „Eine“ existiert. Die Materie hat keine reale Existenz.

– Augustinus (354-430)

Kirchenvater. Begründet die Fundamente des Christentums zurückgreifend auf Plato und Plotin. Erbsünde. Prädestination. Sexualität ist schlecht, weil sie von Gott ablenkt.

– Christentum (etabliert sich gegen 400)

Totalitarismus und Hierarchie. Gott ist allmächtig und allgegenwärtig.

– Islam

600 Jahre nach Christus. Ähnlichkeiten mit dem Christentum in den Grundzügen. Weniger komplex zu verstehen. Leicht zu gebrauchen als totalitäres System.

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– Francis Bacon (1561-1626)

Wissenschaftstheorie. Kombination von empirischen Datenerhebungen und kognitive Verarbeitung der Daten (Spinne und Ameisen).

– Stuart Mill (1806-1873)

Utilitarist. Ziel ist die Befriedigung der Bedürfnisse. Das größte Glück für die größte Anzahl von Menschen. Erklärt, wie wir Informationen, die über die Sinne vermittelt werden,

verarbeiten. Kämpft für die Emanzipation der Frau und der Arbeiterklasse.

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-Sekulare Ideologien

Faschismus – Kommunismus

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-Bertrand Russell (1872-1970)

Logischer Atomismus – Materialismus

– Neurowissenschaften, Arbeiten über das Gehirn (verstärkt seit 2000).

NMR. Wir erstellen ein politisches Programm.

Um die Inhalte der 6 Neuen Menschenrechte zu konkretisieren!

Was wäre aus Ihrer Sicht günstig, damit Sie Ihre Bedürfnisse besser befriedigen können:

  1. Unter welchen Bedingungen, würden Sie intensiver und interessanter denken?
  2. Unter welchen Bedingungen würden Sie noch gesünder leben?
  3. Unter welchen Bedingungen würden Sie sich noch sicherer fühlen?
  4. Unter welchen Bedingungen könnten Sie sich noch mehr sozial anschließen und einbinden?
  5. Unter welchen Bedingungen würden Sie noch mehr Ihre Ressourcen und Fähigkeiten ausschöpfen können? Unter welchen Bedingungen, würden Sie sich noch mehr sozial einbringen?
  6. Unter welchen Bedingungen würden Sie Ihrem Leben noch mehr Sinn verleihen?

Auf diese Weise kann man Stoff sammeln, und zwar sehr viel, denn jede/r wird was anderes sagen und man könnte daraus ein politisches Programm zusammenstellen. Das ist eigentlich das Ziel meines Projektes/Konzeptes!

Wiener Student*innen entdecken die Neuen Menschenrechte

Petra Kleine

(Ingolstdäter Bürgermeisterin)

„Überraschung des Tages – was Wiener Studierende aus Ingolstadt mitnehmen – oder der Max-Emmanuel-Park bei Etting und die „neuen Menschenrechten“ von Jean-Pol Martin …. Heute war ich den ganzen Tag in der Jury eines Wettbewerbes für den Max-Emmanuel-Park. Er soll zwischen Audi und Etting entstehen und auch die Landschaft dort erlebbar machen und aufwerten. 5 Teams aus Student*innen der Landschaftsarchitektur der Wiener Uni für Bodenkultur waren zum Wettbewerb geladen. Seit Montag waren sie in IN unterwegs und haben recherchiert, Stadt und Landschaft gelesen, interpretiert und beplant. Ein Team hatte zum Schluss die „neuen Menschenrechte“ eingebaut, die sie in einer Location „gefunden“ hatten (Vroni’s Ratschhaus?) und die sie faszinierend fanden, sogar zur Unterstützung ihrer eigenen Planungsidee und Präsentation gemacht. Ich habe das O.k. das Bild hier zu posten. Dachte es würde Dich freuen Jean-Pol, dass diese kleine Postkarte so stark wahrgenommen wird. Das Team war im übrigen dasjenige, das die Reste der Moorlandschaft bei Etting in Wert gesetzt hatte. Bald mehr dazu, wie es im Norden weitergehe könnte. Toll dass unsere Stadtplanung solche Wettbewerbe möglich macht.

Neubegründung und Reformulierung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte?

Jean-Pol Martin: Neubegründung und Reformulierung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte? In: Simon W. Kolbe, Jean-Pol Martin, Margret Ruep (Hrsg): Neue Menschenrechte? Bestandsaufnahme eines bedürfnisorientierten Handlungsansatzes. Gabriele Schäfer Verlag. Herne. 2020. (109-147), 2020
 
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