Identität. Wenn alles vorbei ist…

bleibt das:

Google-Scholar

LdL-Basics Dezember 2014

Als Einstieg:

„Was Menschen brauchen, um glücklich zu sein“ (Anthropologische Basis, Video 40 Minuten)

Dann:

Vier Aufsätze (davon zwei kurze Blogeinträge).

Sie klingen zunächst furchtbar kompliziert wegen der Terminologie (=Begriffe), aber wenn man diese Fremdwörter verstanden hat, ist das ganz einfach. Schüler aus der Realschule in Meitingen haben die Artikel verstanden und die Inhalte ihren Lehrern im Rahmen eines LdL-Tages vermittelt (siehe Fotos unten).

Also:

1. Ein absolutes Muss:

„‚Weltverbesserungskompetenz‘ als Lernziel?“ (aufsatz2002-2(2))

2. Nächster Schritt:

„Konzeptualisierung als Glücksquelle“

3. Nächster Schritt (sehr komplizierte Terminologie, einfache Gedanken)

„Klassenraumdiskurs“

4. Für Fortgeschrittene:

„Lernziel Partizipationsfähigkeit und Netzsensibilität“

5. Überblick über die ganze Theorie

Wer sich in meine Theorie eineinbartein will, kann das Glossar durcharbeiten.

Das wär’s!

Und jetzt schön weiterverbreiten nach dem Prinzip LdL! Viel Spaß dabei!!!

Falls jemand eine Übersicht für einen Vortrag braucht, sollte er diese Vorlage verwenden.

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Isabelle Schuhladen Le Bourhis Foto

Flow

Flow-Erlebnisse

Informationsverarbeitung, intensität des denkens und ewige wiederkehr!

Ja, Wahnsinn!

Dem Mooc verdanke ich, dass ich jetzt richtig in google+ einsteige. Und was entdecke ich da? Den text, den Dr.Pommer vor zwei jahren verfasst hat. Dr. Pommer ist ein ehemaliger schüler, zu der zeit als ich noch referendar in regensburg war, das war februar bis juli 1976! Unglaublich! Damals war ich noch nicht auf LdL gekommen, aber schüleraktivation war bereits zu diesem zeitpunkt meine obsession!
Peter Dr. Pommer

10.06.2012
Lieber Herr Martin,
ich durchschaue dieses google+ nicht so richtig und weiß daher nicht wie ich Ihnen auf anderem Wege eine Nachricht senden kann.
Sie waren mein Französischlehrer 1975 oder 1976 am Werner-von Siemens-Gymnasium in Regensburg. Ich möchte Ihnen sagen, dass ich alle meine praktisch verwertbaren Französischkenntnisse bis zu meinem Umzug ins Elsass 2001 (bis 2003) Ihnen verdankt habe – von 5 Jahren Französischunterricht das einzig wirklich effektive. Dass ich eine so positive Einstellung zu Frankreich hatte und wagte, dort als Practicien Hospitalier zu arbeiten, verdanke ich auch zu großen Teilen Ihnen.
Heute noch zahle ich jedes Jahr meine Beiträge an den Ordre des Medecins, habe ausschliesslich einen französischen Arztausweis und behalte mir vor, jederzeit nach Frankreich zurückzukehren, wenn sich die Lage im Medizinsystem hier noch weiter verschlechtert.
Und noch was Lustiges: Bis heute unterschreibe ich schwungvoll-graphisch und über die Zeile hinweg – wie Sie uns gelehrt hatten (ein leserliche Unterschrift auf einer Zeile gehe in Frankreich nicht als wirkliche Unterschrift durch – dass das wirklich wahr ist, habe ich in meiner Zeit im Elsass erfahren).Danke und herzliche Grüße – verbunden mit Glückwünschen für Ihre Lebenswerk!
Peter Pommer

Die Neuruheständler in Ingolstadt: das Glücksprojekt!

Resume  Nach meiner Pensionierung 2008 wurde ich auf das Angebot des Bürgerhauses in Ingolstadt aufmerksam gemacht. Herr Ferstl, der Leiter, hatte eine neue Gruppe gebildet, die Neuruheständler.

1. Ausgangspunkt

Grundsätzlich gehe ich bei jeder Analyse einer Lebenssituation von der Maslowschen Bedürfnispyramide aus. Es ist ein gutes Instrument, um festzustellen, ob die individuellen Bedingungen eines Menschen so gestaltet sind, dass er „glücklich“ sein kann.

beduerfnispyramide

Nun ist schnell ersichtlich, dass es für etliche Rentner schwer ist, nachdem sie aus ihrem Arbeitskontext ausgeschieden sind,  Grundbedürfnisse wie das nach sozialen Kontakten, nach sozialer Anerkennung, nach Selbstverwirklichung und nach Sinn zu befriedigen. Eine harte Situation also, die auch von den Institutionen erkannt wurde. Daher das Angebot des Bürgerhauses in Ingolstadt.

2. Die Neuruheständler

Die Gruppe der „Neuruheständler“ wurde 2009 gegründet. Herr Ferstl wollte eine neue Struktur einführen, die von dem Vereinsmodell mit Vorstand und formalistierten Abläufen Abstand nimmt. Die Neuruheständler, inzwischen etwa 80 Personen, treffen sich einmal im Monat und stellen ein Aktivitätenprogramm für die kommenden Wochen auf. Zu den Treffen kommen etwa 40 Senioren. Die sehr offene, zu nichts verpflichtende Form, entspricht genau den Bedürfnissen von Menschen, die Verantwortung im Beruf trugen, höhere Ansprüche an ihren Aktivitäten stellen aber sich keiner Fremdbestimmung unterziehen wollen. Das Bürgerhaus hilft kräftigt bei der Realisierung des Programms, eine Mitarbeiterin ist eigens für unsere Gruppe zuständig, aber es wird in keinerlei Hinsicht Zwang ausgeübt. Es werden Wanderungen durchgeführt, eintägige Exkursionen zu Städten und Museen organisiert, Weihnachtsfeiern und Faschingsparties gestaltet, Bildervorträge angeboten, all das unter Regie von Personen aus der Gruppe.

3. Mein Angebot

Geschichte der Philosophie

Als ehemaliger, recht besessener Hochschullehrer kam ich auf die Idee, eine Philosophie-Gruppe ins Leben zu rufen. Das Thema war: „Geschichte der Philosophie von der Antike bis zur Gegenwart“. Bezogen auf Maslow zielte ich auf das Grundbedürfnis nach Sinn! Also gleich die höchste Stufe! Gleichzeitig ließ sich das Bedürfnis nach sozialer Einbindung und für einige Teilnehmer nach Selbstverwirklichung zumindest teilweise befriedigen. Sogar die soziale Anerkennung kann geliefert werden, denn die Teilnehmer stellen selbst die Philosophen vor und ihnen wird entsprechend nach einer Präsentation gratuliert. Der Gesprächskreis besteht seit nun fünf Jahren und die Gruppe umfasst heute etwa 25 Teilnehmer. Die Treffen finden alle zwei Wochen statt. Als ich nach drei Jahren eine Pause brauchte, wurde die Gruppe von Gottfried von der Heydte weitergeführt.

Glück im Alter

Als Ausweitung des philosophischen Angebots gründete ich die Gruppe „Glück im Alter“. Hier geht es darum, noch genauer die Bedingungen herauszuarbeiten, unter denen Glück entstehen kann. Auch hier bildet Maslow die Grundlage für unsere Überlegungen.  Zur inhaltlichen Stütze benutzen wir das Buch „Glück. Ein philosophischer Streifzug„, im Fischer-Verlag. Auch in dieser Gruppe übernimmt jedes Mitglied die Präsentation eines Textes. Der Kreis besteht seit einem Jahr und die etwa fünfzehn Teilnehmer bestätigen, dass unsere Arbeit ihnen hilft, Glücksmomente besser zu erkennen und herbeizuführen.

Geschichte von Ingolstadt

Um die Beschäftigung mit abstrakten Themen durch Sachwissen zu ergänzen, biete ich seit einem Jahr einen Gesprächskreis „Geschichte von Ingolstadt von den Anfängen bis zur Gegenwart“.  Hier können wir uns direkt mit der Stadt befassen. Durch die genauere Kenntnis der Vergangenheit können wir die Gegenwart besser verstehen und vor allem die Zukunft vorbereiten. In dieser Gruppe befassen wir uns auch mit der Kommunalpolitik, insbesondere wenn es um Projekte und Entscheidungen geht, die die historische Substanz und die Identität der Stadt berühren.

In allen diesen Gruppen werden die Befriedigung der Bedürfnisse nach Sinn, nach Selbstverwirklichung, nach sozialer Anerkennung und nach sozialer Einbindung angestrebt. Wo bleiben aber die physiologischen Bedürfnisse (Gesundheit: Schlafen, Essen, Bewegung, Sexualität)?

Disco: Oldies für Oldies

Vor einem Halben Jahr kam die Idee auf, einmal im Monat einen Disco-Abend zu gestalten (Oldies für Oldies). Es findet im Diagonal statt, eine ideale Location! Nach zaghaften Anfängen kommen immer mehr Discoaffine, inzwischen regelmäßig 30 Rockwillige! Es wird sehr heftig getanzt, es macht viel Spaß und wir wundern uns über unsere verbliebenen Energie- und Begeisterungsressourcen!

Fazit All das geschieht im Bürgerhaus. Maslow würde sich freuen!

Anita: „Geistiges Minenfeld“

Anita, am 12. Februar 2014 um 08:57 sagte:

Alle Vorlesungen, die du zwar auch thematisch zusammengefasst hast bilden trotz dieser thematischen Gliederung ein einheitliches Ganzes und das ist weit mehr als die Summe der einzelnen Beiträge. Ich hab das in ähnlicher Weise schon mal erwähnt. Es handelt sich also nicht um eine eine einzelne Vorlesung, (siehe deine Ueberschrift) auf die sich mein Wusch einer Rezeption bezieht.

Man kann das eine nicht vom andern trennen und isoliert betrachten, es will einfach nicht so recht gelingen. Kristina Luzius hat es einmal als “geistigen Sprengstoff” bezeichnet. Ich würde es sogar als geistiges Minenfeld bezeichnen. Tritts tu auf eine Mine, katapultiert es dich unweigerlich auf die nächste. :)

Jean-Pol es trifft halt auch diesbezüglich zu: “die Geister, die ich rief…..”

Es freut mich auf jedenfalls, dass ich mit meinen diesbezüglichen Gedanken nicht alleine bin.

Es gibt ein Leben nach dem Tod.

Resume Selbst Menschen, die an keiner Transzendenz orientiert sind, wünschen, dass sie nach dem Tod in der Erinnerung ihrer Mitmenschen bleiben. Dabei könnte es ihnen gleichgültig sein, denn sie existieren dann nicht mehr. Woher kommt dieser Wunsch nach Präsenz über den Tod hinaus?

1. Der Blick des Anderen

Vorweg: meine Ausführungen stützen sich nicht auf tiefenpsychologische oder psychoanalytische Texte. Sie entsprechen dem gesunden Menschenverstand. Ausgelöst wurden sie durch einen Blogeintrag von Christian Spannagel.

Unsere Identität entwickeln wir in permanenter Einbeziehung des Anderen. Wenn wir uns mit uns selbst beschäftigen und an der Konstruktion unseres aktuellen und künftigen Ichs arbeiten, brauchen wir als Korrektiv zu unserer Subjektperspektive eine Aussensicht. Das beschreibt auch Hegel in seinem Stufenmodells des „An-Sich-Seins“ (der Geist steht außerhalb von Raum und Zeit), „Anders-Seins“ (der Geist begibt sich in die Welt) und schließlich „An-und-für-Sich-Seins“ (der Geist kehrt zurück unter Integration seiner Erfahrung in der Welt).  Wie dem auch sei: von der Geburt an wird die Außenperspektive zur Ich-Konstruktion herangezogen. Besonders im Hinblick auf die Gestaltung der eigenen Zukunft ist der Blick des Anderen wichtig. Wenn ich dies und jenes tue, wie werden die anderen reagieren?

2. Ich-Kohärenz und Lebenserhaltung

Ist diese Konstruktion, Aufrechterhaltung und Weiterentwicklung der Identität so wichtig? Das Ich ist das Instrument, mit dem wir unsere aktuellen und künftigen Handlungen koordinieren. Wir haben ein grosses Interesse daran, dass dieses Ich stabil und kohärent bleibt, damit wir zuverlässig die nächsten Schritte in unserem Leben planen können. Das ist eine Frage der Lebenserhaltung.  Und der Blick des Anderen ist ein wesentlicher Bestandteil der Identität selbst. Wir haben ihn sosehr verinnerlicht, dass wir gar nicht mehr daran denken, dass es so ist. Wenn wir uns beispielsweise in der Früh waschen und anziehen, ist uns nicht klar, dass bereits in diesen ersten Schritten die anderen gemeint sind. Ich suche mir eine Hose aus dem Schrank nicht für mich sondern für die Anderen. Der Blick der Anderen ist also ein konstitutiver Teil meiner Identität.

3. Der Blick der Anderen existiert unabhängig von meiner Existenz

Der Blick der Anderen ist nicht nur konstitutiver Teil meiner Identität sondern er ist gleichzeitig exteriorisiert. Er existiert, auch wenn ich nicht da bin. Ich habe ein großes Interesse daran, dass dieser exteriorisierte Teil meiner Identität positiv und stabil bleibt, denn er sichert mein eigenes Bestehen. Wenn man das Ich aufteilt in Vergangenheit-Ich, Gegenwart-Ich und Zukunft-Ich, dann gilt unsere ganze Anstrengung der Gestaltung des Zukunft-Ichs. Das ist auch der Grund, warum die Konzeptualisierung eine so große Rolle in unserem Leben spielt. Und selbstverständlich ist der Blick des Anderen auch in der Zukunft von größter Bedeutung. Der Wunsch, auch nach dem Tod in der Erinnerung der Anderen zu bleiben, entpricht also dem Bedürfnis, im Sinne der Lebenserhaltung den Teil unserer Identität zu retten, der eine so wichtige Rolle in unserem Leben gespielt hat, der verinnerlichte Blick des Anderen.  Und da man gerne in positiver Erinnerung bleibt, freut man sich, wenn man berühmt ist (vgl. Spannagels Blogeintrag!:-))

Fazit Es kann uns auch als nicht transzendental Orientierte nicht gleichgültig sein, welches Bild wir nach dem Tod hinterlassen…