Napoleon in Bayern: der Bündniswechsel!

Prolog

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Napoleons Einzug in München am 24. Oktober 1805

Am 24. Oktober 1805 hatte Bayern nach der Beteiligung an drei Koalitionskriegen gegen die Franzosen (der dritte war noch nicht zu Ende), die Fronten gewechselt. Und zwar rechtzeitig, denn direkt danach siegte Napoléon in Austerlitz und Bayern stand auf der Seite der Winner! Das Eingangsbild zeigt den Einzug Napoléons in München. Alle jubeln dem Kaiser zu, der ein paar Wochen vorher noch der Feind war. Wie kam es zu diesem Wechsel? Wir vergessen dieses Bild und drehen die Zeit zurück.

Der Bündniswechsel

Jacques-Louis_David_-_Napoleon_Crossing_the_Alps_-_Kunsthistorisches_Museum

Napoléons rasanter Aufstieg

In Frankreich, im Zuge der Revolution, wächst ein junger Artillerieoffizier zur dominierenden Persönlichkeit seiner Zeit. Brigadegeneral mit 24, Oberbefehlshaber der Italienarmee mit 27, erster Konsul mit 30, Kaiser mit 35. Activite , vitesse, vitesse!
Napoléon ist Artillerist, also Ingenieur. Bei ihm steht die Effektivität im Vordergrund. Dazu gehört die Propaganda. Um sein Volk, insbesondere seine Soldaten zu mobilisieren, greift er auf prestigeträchtige Symbole. Auf den Lorbeerkranz (Antike), auf den Reichsapfel (Monarchie), auf das Schwert (Mittelalter). Als er sich zum Kaiser krönt, schreiben wir 1804.

Bayern

Zu diesem Zeitpunkt stehen die Bayern immer noch im Bündnis mit Österreich, denn sie gehören zum Heiligen Römischen Reich deutscher Nation, dessen Oberhaupt der Österreichische Kaiser Franz II ist. Wie steht es nun mit Bayern?
Bayern hatte nie gute Erfahrungen mit Österreich gemacht. Als Mitglied des HRRs war es verpflichtet, in Konfliktfällen 20.000 Soldaten dem Kaiser zur Verfügung zu stellen. Natürlich wäre Bayern lieber neutral geblieben, aber das duldete Österreich nicht. Österreich zeigte ohnehin immer wieder die Bereitschaft, sich Bayern einzuverleiben. Das bayerische Territorium war zersplittert. Die Wittelsbacher herrschten, über Altbayern hinaus, über Gebiete am Rhein, namentlich um Mannheim und um Düsseldorf. Diese Gebiete waren seit 1792 von den Franzosen besetzt. Allerdings hatte Napoléon durch den Reichsdeputationshauptschluss dafür gesorgt, dass die Fürsten, die Territorien verloren hatten, entschädigt wurden: über Mediatisierung und Sekularisierung.

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Max IV. Joseph und Montagelas

Nach dem Tod des bayerischen Kurfürsten Karl Theodor, war Max IV Joseph, aus der Zweibrücker Linie, Kurfürst in München geworden. Als zweitgeborener war er ursprünglich nicht für ein solches Amt vorgesehen. Er hatte die Militärlaufbahn eingeschlagen, war Oberst eines Französischen Regiments in Straßburg und führte das Leben eines Lebemannes. Man bescheinigte ihm ein schlichtes Gemüt. Allerdings wurde er von einem hervorragenden Staatsmann beraten, dem Grafen Montgelas. Montgelas, ein Kind der Aufklärung, hatte bereits eine Reihe von grundlegenden Reformen vorbereitet, so dass der Max IV Josephs Einzug in München sehr begrüßt wurde.

Der Krimi von Bogenhausen

Der unbeliebte Bündnispartner Österreich, verkörpert durch Franz II, drängte Max Joseph zur Bereitstellung der 20.000 Soldaten, denn man war im Krieg gegen Napoléon. Es war die 3. Koalition und die Franzosen drohten einzumarschieren. Max Joseph hatte seit längerer Zeit schon geheime Verhandlungen mit Napoléon aufgenommen. Es saß in Nymphenburg, Montgelas war in Bogenhausen. Fürst Schwarzenberg wird von Franz II nach Nymphenburg geschickt. Er steht mit 100 Husaren vor dem Schloss und spricht ein Ultimatum aus: wenn Bayern die Soldaten nicht liefert, marschieren die Österreicher in Bayern ein. Max Joseph wird krank und schickt Schwarzenberg zu Montgelas nach Bogenhausen. Montgelas ist auch krank. Hin und her, hin und her, und als Schwarzenberg wieder einmal vor Nymphenburg steht, ist der Kurfürst weg. Auf dem Weg nach Würzburg. Dort wartet er ab, bis er sicher ist, dass die Franzosen siegreich heranmarschieren. Als dies klar wird, unterschreibt Max den Bündnisvertrag mit Frankreich. Bayern kämpft nun auf der Seite von Napoléon. Er wird ihn in den 4., 5. und 6. Koalitionen begleiten. Bis er noch knapp vor der Schlacht von Leipzig, dem Niedergang von Napoléon, schnell erneut das Lager wechselt.

Petra Kleine: wir sind auf Experten angewiesen

Quelle: Petra Kleine

Gerade der Laie, selbst als Entscheider kann sich auf dem Plan nicht vorstellen, wie voll etwas wird. Man ist auf die Experten angewiesen. Erst wenn gebaut ist, bekommt man selbst eine gute Einschätzung, kann man sich selbst ein Bild machen. Was auf dem Rahmenplan gut aussah, hat sich jetzt als eng und hoch bebaut erwiesen, teilweise “schluchtig”. Die jetzt noch freien Flächen ziwschen Dallwigk und neuer THI tun dem Auge, der Seele, dem Gelände sehr gut … Ein schwieriges Problem, weil es eine hochattraktive und wichtige stadtnahe Fläche ist, dahinter ohne hin gleich das Glacis …. was freilassen, was bebauen – noch ist das Hotel nicht gebaut: es wird das Gelände noch einmal nachhaltig verändern und verriegeln (ich benutze ausdrücklich diesen wertenden Ausdruck)

Quelle: Petra Kleine: Ein Zurück zu Kühn/Malvezzi wird es nicht geben

Ein Zurück zur Fassade von Kühn/Malvezzi wird es nicht geben können. Hier Argumente dazu. Doch zuerst: Warum stelle ich das fest. Viele der BürgerInnen, die wir um Unterstützung gefragt hatten, wären mit Kühn/ Malvezzis Entwurf zufrieden gewesen. Ihm wurde nicht nur Grandezza (Gest.beirat) bescheinigt, er nahm sich und seine baulichen Elemente (Fenster, Farben, Dachgeschosse) sehr zurück und präsentierte sich als ein gut geformter Baukörper, der dem Schloss seine Dominanz lassen wollte. Der Wunsch/ die Forderung ist jetzt, wenigstens im Stil von KM zu bauen. Das wird definitiv nicht möglich sein.
1. der neue Entwurf hat 30% mehr Zimmer, die der neue Investor und der Betreiber jetzt fordern: 215 Zimmer statt vorher 160. jedes Zimmer mindestens 1 Fenster und so ergeben sich.
2. andere Baumassen, andere Baugestalt. Das Hotel wird breiter, vorauss. höher, auf das Kongresßzentrum kommen Aufbauten: was vorher im Hotel war, kommt nun dort aufs Dach.
3. War vorher das Ziel formuliert: ein Bau der sich zurücknimmt, so gilt jetzt: das Gebäude muss repräsentativ wirken. Das zeigt sich auch optisch: die Femster werden größer und bekommen Gitter ( frz. Fenster). die Fenster in den beiden OG treten heraus und werden schmale Gauben, das Dach geht nicht zurück, sondern kommt nach vorn, zeichnet fast eine gerade Linie.
Der Entwurf vom April 2015 hat k e i n e der gestalterischen Ideen von Kühn/ Malvezzi aufgenommen. Ein Ergebnis, das diesem Fassadenentwurf auch nur nahekommt wird es nicht mehr geben können.

Video: Levent Özkiran rezipiert mein Integrationsmodell.

Linear denken in einer nicht-linearen Welt?

Digitale Welt:

Viele Menschen leben im neuen Paradigma mit mentalen Strukturen aus dem alten. Sie können Unschärfen nicht aushalten und versuchen vergeblich jedes kleine Element unter Kontrolle zu bringen. Sie denken linear und empfinden Nicht-Linearität als Bedrohung und Chaos. Sie schützen und verbergen da, wo man öffnen und verbreiten sollte. Jede Perturbation ist für sie verunsichernd, obwohl gerade Perturbationen das kollektive Gehirn zur kollektiven Reflexion anregt. Oh Gott! Da braucht man echt Geduld!!!

Facebook als optimale Infrastruktur:

In Facebook-Gruppen arbeiten wir nicht-linear. Das ist etwas ganz anderes als “chaotisch”! Nicht-linear arbeiten ist die adäquate Form, um den real existierenden Chaos zu orden. Im “Gehirn” Facebook werden parallel verschiedene, komplexe, relevante Themen in Threads bearbeitet. Zahlenmäßig sind es etwa 10 Threads, die von jeweils etwa 5 Personen bearbeitet werden. Wird ein Thema besonders intensiv bearbeitet, so “emergiert” es in der Gruppenseite, so dass sofort sichtbar wird, welche Inhalte gerade relevant für das “Gehirn” sind. Denn jede neue Eintragung katapultiert den Thread ganz nach oben. Wie im Gehirn eben!:-)

Menschen nicht-linear betrachten:

Lineares Denken bewirkt, dass man andere Menschen linear ansieht und von ihnen Perfektion verlangt. Wenn man den anderen wie ein Gebilde betrachtet, das aus mehreren Threads besteht, die miteinander um die Aufmerksamkeit des Cortexes konkurrieren, dann weiß man, dass beispielsweise der Thread “ich bin faul” gegen den Thread “ich muss arbeiten” konkurriert und sich vielleicht durchsetzen wird. Den Anderen betrachte ich in seiner Nicht-Linearität und wenn der Thread “ich bin faul” sich in dieser Situation durchsetzt, dann wundere ich mich nicht sondern habe Verständnis.

Neuronenverhalten und Basisregeln für Internetprojekte.

Wie verhalten sich Neuronen?

1. Neuronen sind offen und transparent

2. Neuronen geben ihr Wissen sofort weiter. Sie wollen nicht als Person bekannt werden und nehmen sich nicht wichtig

3. Da Neuronen keine Angst haben, Fehler zu machen und sich zu blamieren, feuern sie sehr schnell ab

4. Wenn Neuronen angedockt werden, reagieren sie sofort

5. Neuronen versuchen ständig Kontakt zu anderen Neuronen herzustellen; sie haben keine Angst, penetrant zu wirken

6. Neuronen sind nicht beleidigt

7. Neuronen machen keine Pause; sie nehmen erst dann Urlaub, wenn ihr Projekt abgeschlossen ist

8. Neuronale Netze gehen mit Unschärfen spielerisch um

9. Neuronale Netze haben eine basisdemokratische Einstellung

10. ACHTUNG, HOHE SUCHTGEFAHR: das Neuronenverhalten muss kontrolliert und situationsabhängig eingesetzt werden!

Basisregeln für Internet-Projekte

Was ich im Netz suche, sind Mitstreiter, Leute, die ich andocken kann, um mit ihnen langfristige Projekte durchzuführen. Hier zählt also Nachhaltigkeit, Ausdauer und Zähigkeit. Um in der virtuellen Welt Mitstreiter für meine Projekte zu gewinnen, beachte ich folgende Regeln:

  1. Mach dich transparent: liefere in deinem Profil möglichst viele, für den Benutzer spannende Informationen über dich. Je mehr Informationen du über dich gibst, desto größer die Chance, dass jemand einen Ansatzpunkt zur Zusammenarbeit entdeckt. Angst vor Missbrauch der Angaben ist meistens unbegründet. No risk, no fun!
  2. Biete motivierende Projekte an: Was mich persönlich angeht, so stütze ich mich auf die Beschreibung der Grundbedürfnisse von Maslow. Meine Angebote sprechen das Bedürfnis nach sozialer Zugehörigkeit und sozialer Anerkennung, nach Selbstverwirklichung aber vor allem nach Sinn, weil nur dieses langfristig tragfähig ist: wir wollen die Welt verbessern!
  3. Kontaktiere viele Leute: Wenn du Mitstreiter suchst, muss du Leute ansprechen, auch wenn du auf manche penetrant wirken kannst. Wenn du dich nicht rührst, wird dich niemand beachten. Wenn jemand dich penetrant findet, wäre er sowieso kein guter Arbeitspartner für dich.
  4. Wenn jemand auf deine Angebote positiv reagiert, pflege ihn: Zeige ihm, dass du dich für ihn interessierst. Als möglicher Partner besitzt er bestimmt “Ressourcen”, die für die Zusammenarbeit wertvoll sind. Diese Fähigkeiten musst du entdecken.
  5. Antworte stets zügig (Reaktionsgeschwindigkeit), sei präsent und zuverlässig: Enttäusche die Menschen nicht, die Energie und Zeit für dich investieren. Im Netz sind Menschen und Beziehungen sehr volatil, du aber willst mehr mit den Menschen tun! Du hast was mit den Leuten vor! Das müssen sie spüren!
  6. Stelle deine Partner auf eine Bühne und vernetze sie: Wenn du mit Leuten langfristig zusammenarbeiten willst, solltest du sie miteinander verbinden. Zeige, was sie können, führe ihnen Aufmerksamkeitsströme zu, indem du sie in Sammelmails erwähnst und auf ihre Arbeit hinweist.
  7. Überlege dir immer wieder spannende Projektziele und achte darauf, dass diese Ziele auch erreicht werden. Das ist zwar auch im RL wichtig, aber im virtuellen Raum noch viel mehr, weil – wie bereits festgestellt – die Beziehungen im Netz besonders volatil sind. Beteiligungsinitiativen verlangen, dass der Initiator immer wieder Impulse einbringt. Bis zum Schluss.

Diese Verhaltensweisen bilden das, was ich Netzsensibilität nenne. Sie müssen automatisiert werden, wenn man im neuen Paradigma erfolgreich arbeiten will. Wer im traditionellen Wissenschaftssystem sozialisiert wurde, hat dies nicht gelernt.

Jean-Pol Martins Werk in a nutshell (zur raschen Verbreitung).

1. Das Glücksmodell (Vortrag 40 Minuten)

2. “Weltverbesserungskompetenz als Lernziel?” aufsatz2002-2(2)

3. “90 Minuten, um Ingolstadt zu verstehen”

Kampf gegen das Kongresshotel! “Der streitbare Professor”.

Der streitbare Herr Professor

Artikel von Michael Schmatloch in Ingolstadt-Today

Die dazugehörige Petition: Bitte unterschreiben!

25.04.2015 – 12:32

Die Gruppe „High Noon“ kämpft an einem Infostand in der Fußgängerzone gegen das Kongresshotel, das immer breiter und höher wird

(ty) „Wir sind für Schönheit, nicht für Scheußlichkeit.“ Jean-Pol Martin, der emeritierte Professor mit dem kämpferischen, kritischen Geist, hält ein Bild hoch, das den Blick vom Gießereiareal auf das Neue Schloß zeigt. Den Blick, den es wohl nicht mehr lange geben wird, weil er dem Koloss am Schloß, dem Kongresshotel, weichen muss. Jean-Pol Martin und seine Mitstreiter der Gruppe „High Noon stehen heute mit ihrem Infostand in der Fußgängerzone, um die Bürger aufmerksam zu machen, was da draußen auf dem Gießereigelände passiert.

Und das Interesse ist sehr groß. Kein Wunder, bei dem angeborenen schauspielerischen Talent von Jean-Pol Martin, der mit großen Gesten und tragender Stimme die Scheußlichkeit der Hotelplanung erläutert. Hinter ihm eine Infowand, auf der Sprüche stehen wie „Höher, breiter hässlicher – immer scheibchenweise“ oder „Ingolstadt: die Altstadt zum Audi Werk“.

Jean-Pol Martin, Joachim Hägel und Klaus Staffel wollen so lange informieren, aufmerksam machen auf das aus ihrer Sicht städteplanerische Unding, bis dieser Kampf entweder endgültig verloren ist oder sie eben doch noch etwas erreichen mit ihrem bürgerlichen Widerstand. „Solange das Ding nicht steht, kämpfen wir weiter“, so Martin. Auch Petra Kleine von den Grünen zeigt sich demonstrativ bei der engagierten Truppe, sagt, sie hätte, wären die Grünen in der glücklichen Lage gewesen, den Oberbürgermeister zu stellen, als erstes eine Alternativplanung für Kongresszentrum und Kongresshotel in Auftrag gegeben.

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