Linear denken in einer nicht-linearen Welt?

Digitale Welt:

Viele Menschen leben im neuen Paradigma mit mentalen Strukturen aus dem alten. Sie können Unschärfen nicht aushalten und versuchen vergeblich jedes kleine Element unter Kontrolle zu bringen. Sie denken linear und empfinden Nicht-Linearität als Bedrohung und Chaos. Sie schützen und verbergen da, wo man öffnen und verbreiten sollte. Jede Perturbation ist für sie verunsichernd, obwohl gerade Perturbationen das kollektive Gehirn zur kollektiven Reflexion anregt. Oh Gott! Da braucht man echt Geduld!!!

Facebook als optimale Infrastruktur:

In Facebook-Gruppen arbeiten wir nicht-linear. Das ist etwas ganz anderes als “chaotisch”! Nicht-linear arbeiten ist die adäquate Form, um den real existierenden Chaos zu orden. Im “Gehirn” Facebook werden parallel verschiedene, komplexe, relevante Themen in Threads bearbeitet. Zahlenmäßig sind es etwa 10 Threads, die von jeweils etwa 5 Personen bearbeitet werden. Wird ein Thema besonders intensiv bearbeitet, so “emergiert” es in der Gruppenseite, so dass sofort sichtbar wird, welche Inhalte gerade relevant für das “Gehirn” sind. Denn jede neue Eintragung katapultiert den Thread ganz nach oben. Wie im Gehirn eben!:-)

Menschen nicht-linear betrachten:

Lineares Denken bewirkt, dass man andere Menschen linear ansieht und von ihnen Perfektion verlangt. Wenn man den anderen wie ein Gebilde betrachtet, das aus mehreren Threads besteht, die miteinander um die Aufmerksamkeit des Cortexes konkurrieren, dann weiß man, dass beispielsweise der Thread “ich bin faul” gegen den Thread “ich muss arbeiten” konkurriert und sich vielleicht durchsetzen wird. Den Anderen betrachte ich in seiner Nicht-Linearität und wenn der Thread “ich bin faul” sich in dieser Situation durchsetzt, dann wundere ich mich nicht sondern habe Verständnis.

Neuronenverhalten und Basisregeln für Internetprojekte.

Wie verhalten sich Neuronen?

1. Neuronen sind offen und transparent

2. Neuronen geben ihr Wissen sofort weiter. Sie wollen nicht als Person bekannt werden und nehmen sich nicht wichtig

3. Da Neuronen keine Angst haben, Fehler zu machen und sich zu blamieren, feuern sie sehr schnell ab

4. Wenn Neuronen angedockt werden, reagieren sie sofort

5. Neuronen versuchen ständig Kontakt zu anderen Neuronen herzustellen; sie haben keine Angst, penetrant zu wirken

6. Neuronen sind nicht beleidigt

7. Neuronen machen keine Pause; sie nehmen erst dann Urlaub, wenn ihr Projekt abgeschlossen ist

8. Neuronale Netze gehen mit Unschärfen spielerisch um

9. Neuronale Netze haben eine basisdemokratische Einstellung

10. ACHTUNG, HOHE SUCHTGEFAHR: das Neuronenverhalten muss kontrolliert und situationsabhängig eingesetzt werden!

Basisregeln für Internet-Projekte

Was ich im Netz suche, sind Mitstreiter, Leute, die ich andocken kann, um mit ihnen langfristige Projekte durchzuführen. Hier zählt also Nachhaltigkeit, Ausdauer und Zähigkeit. Um in der virtuellen Welt Mitstreiter für meine Projekte zu gewinnen, beachte ich folgende Regeln:

  1. Mach dich transparent: liefere in deinem Profil möglichst viele, für den Benutzer spannende Informationen über dich. Je mehr Informationen du über dich gibst, desto größer die Chance, dass jemand einen Ansatzpunkt zur Zusammenarbeit entdeckt. Angst vor Missbrauch der Angaben ist meistens unbegründet. No risk, no fun!
  2. Biete motivierende Projekte an: Was mich persönlich angeht, so stütze ich mich auf die Beschreibung der Grundbedürfnisse von Maslow. Meine Angebote sprechen das Bedürfnis nach sozialer Zugehörigkeit und sozialer Anerkennung, nach Selbstverwirklichung aber vor allem nach Sinn, weil nur dieses langfristig tragfähig ist: wir wollen die Welt verbessern!
  3. Kontaktiere viele Leute: Wenn du Mitstreiter suchst, muss du Leute ansprechen, auch wenn du auf manche penetrant wirken kannst. Wenn du dich nicht rührst, wird dich niemand beachten. Wenn jemand dich penetrant findet, wäre er sowieso kein guter Arbeitspartner für dich.
  4. Wenn jemand auf deine Angebote positiv reagiert, pflege ihn: Zeige ihm, dass du dich für ihn interessierst. Als möglicher Partner besitzt er bestimmt “Ressourcen”, die für die Zusammenarbeit wertvoll sind. Diese Fähigkeiten musst du entdecken.
  5. Antworte stets zügig (Reaktionsgeschwindigkeit), sei präsent und zuverlässig: Enttäusche die Menschen nicht, die Energie und Zeit für dich investieren. Im Netz sind Menschen und Beziehungen sehr volatil, du aber willst mehr mit den Menschen tun! Du hast was mit den Leuten vor! Das müssen sie spüren!
  6. Stelle deine Partner auf eine Bühne und vernetze sie: Wenn du mit Leuten langfristig zusammenarbeiten willst, solltest du sie miteinander verbinden. Zeige, was sie können, führe ihnen Aufmerksamkeitsströme zu, indem du sie in Sammelmails erwähnst und auf ihre Arbeit hinweist.
  7. Überlege dir immer wieder spannende Projektziele und achte darauf, dass diese Ziele auch erreicht werden. Das ist zwar auch im RL wichtig, aber im virtuellen Raum noch viel mehr, weil – wie bereits festgestellt – die Beziehungen im Netz besonders volatil sind. Beteiligungsinitiativen verlangen, dass der Initiator immer wieder Impulse einbringt. Bis zum Schluss.

Diese Verhaltensweisen bilden das, was ich Netzsensibilität nenne. Sie müssen automatisiert werden, wenn man im neuen Paradigma erfolgreich arbeiten will. Wer im traditionellen Wissenschaftssystem sozialisiert wurde, hat dies nicht gelernt.

Jean-Pol Martins Werk in a nutshell (zur raschen Verbreitung).

1. Das Glücksmodell (Vortrag 40 Minuten)

2. “Weltverbesserungskompetenz als Lernziel?” aufsatz2002-2(2)

3. “90 Minuten, um Ingolstadt zu verstehen”

Kampf gegen das Kongresshotel! “Der streitbare Professor”.

Der streitbare Herr Professor

Artikel von Michael Schmatloch in Ingolstadt-Today

Die dazugehörige Petition: Bitte unterschreiben!

25.04.2015 – 12:32

Die Gruppe „High Noon“ kämpft an einem Infostand in der Fußgängerzone gegen das Kongresshotel, das immer breiter und höher wird

(ty) „Wir sind für Schönheit, nicht für Scheußlichkeit.“ Jean-Pol Martin, der emeritierte Professor mit dem kämpferischen, kritischen Geist, hält ein Bild hoch, das den Blick vom Gießereiareal auf das Neue Schloß zeigt. Den Blick, den es wohl nicht mehr lange geben wird, weil er dem Koloss am Schloß, dem Kongresshotel, weichen muss. Jean-Pol Martin und seine Mitstreiter der Gruppe „High Noon stehen heute mit ihrem Infostand in der Fußgängerzone, um die Bürger aufmerksam zu machen, was da draußen auf dem Gießereigelände passiert.

Und das Interesse ist sehr groß. Kein Wunder, bei dem angeborenen schauspielerischen Talent von Jean-Pol Martin, der mit großen Gesten und tragender Stimme die Scheußlichkeit der Hotelplanung erläutert. Hinter ihm eine Infowand, auf der Sprüche stehen wie „Höher, breiter hässlicher – immer scheibchenweise“ oder „Ingolstadt: die Altstadt zum Audi Werk“.

Jean-Pol Martin, Joachim Hägel und Klaus Staffel wollen so lange informieren, aufmerksam machen auf das aus ihrer Sicht städteplanerische Unding, bis dieser Kampf entweder endgültig verloren ist oder sie eben doch noch etwas erreichen mit ihrem bürgerlichen Widerstand. „Solange das Ding nicht steht, kämpfen wir weiter“, so Martin. Auch Petra Kleine von den Grünen zeigt sich demonstrativ bei der engagierten Truppe, sagt, sie hätte, wären die Grünen in der glücklichen Lage gewesen, den Oberbürgermeister zu stellen, als erstes eine Alternativplanung für Kongresszentrum und Kongresshotel in Auftrag gegeben.

Hier geht es weiter

Gießereigelände: Wissenscontainer!

Resume: Die Ingolstadtgeschichte ist einmalig! Wir haben die Chance, durch die entsprechende Gestaltung des Gießereigeländes einen Teil der Geschichte sichtbar zu machen, also die Lücke zwischen 1800 und 2015 zu schließen.

Dafür müssen wie die Ingolstädter Bevölkerung informieren und mobilisieren.

Das ist der Weg dahin:

I. Wissen aufbauen und verbreiten:

1. Präsentation und Verbreitung des Wissens über die Geistesgeschichte seit 806

2. Präsentation und Verbreitung des Wissens über die Geschichte des Gießereigeländes

a) als Teil der Festung seit dem Mittelalter

b) als Industrieareal seit 1880

II. Der Kampf um die Erhaltung dieses Areals für die Ingolstädter Bürger seit 2009:

1. Kein Koloss am Schloss

2. Ansprache gegen das Kongresshotel

3. Ingolstadt: 550 Jahre Innovationen

4. Bayerisches Fernsehen 2014

5. Popularklage

Popularklage 14-04-04

Entscheidung des Bayerischen Verfassungsgerichtshofs

6. Liste aller bisher veröffentlichen Artikel/Videos über das Gießereigelände

(Fortsetzung folgt)

Kongresshotel: der Kampf geht weiter!

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Randolph Preisinger-Kleine: LdL auf europäischer Ebene verbreiten…

Lieber Jean-Pol und LDL-Enthusiasten,

wir bauen gerade unter Mitwirkung der LMU München und Uni Glasgow eine europäische Wissens- und Praxisgemeinschaft zum Lebenslangen Lernen auf. Das wäre eine gute Gelegenheit, LDL auch auf europäischer Ebene zu verbreiten, mit Bildungsakteuren zu diskutieren oder gemeinsame Praxisprojekte zu initiieren. Momentan ist die Plattform nur in englischer Sprache verfügbar, in Kürze aber auch in deutsch.

www.discuss-community.eu

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