Identität. Wenn alles vorbei ist…

bleibt das:

Google-Scholar

Der Trump in uns.

Jeder trägt in sich einen kleinen Trump. Das merke ich selbst an mir, wenn ich Header besonders zugespitzt formuliere und sie dann entschärfen muss, weil sie einfach zu trumpig sind.
Natürlich beobachte ich permanent trumpiges Verhalten, wie gerade im Ingolstädter Stadtrat.
Aber es gibt auch Leute, die berufsmäßig untrumpig sein sollten, wie Philosophen. Der bekannteste, mediatisierteste, am meisten präsent auf allen Kanälen in Frankreich, Michel Onfray, ist alles andere als weise und besonnen. Er ist krawallig. Er ist ein Trump. Und alle seine Philosophenkollegen versuchen ihn zu übertrump(f)en!
Was das alles für eine aggressive Stimmung schafft!
Daher:
Erkenne den kleinen Trump in dir, zügele ihn, lege ihm Fesseln an, kehre zurück zur Vernunft. Emotionalisieren macht Spaß, aber es ist Gift für die Gesellschaft und für die Welt.

Joachim Grzega: LdL-Kontaktbrief Nr. 165 (Jg. 30) vom 25. Mai 2016

Liebe LdL-Freunde,

mit dieser Ausgabe gehen wir in das 30. Jahr der von Jean-Pol Martin initiierten LdL-Kontaktbriefe.

Sehr viel Austausch erfolgt weiterhin über die Facebook-Gruppe “Lernen durch Lehren”:

https://www.facebook.com/groups/484167501636333/

Der LdL-Kontaktbrief bleibt aber weiterhin erhalten, um meine eigenen LdL-Aktivitäten zusammenfassen und auf Berichte rund um den Globus hinzuweisen.

Auch wenn es aufgrund der Abschaffung von Präsenzen in Seminaren deutlich schwieriger geworden ist, Studierende für Projekte und eine konstante kognitive Auseinandersetzung mit dem Lernstoff zu gewinnen, bleibt LdL einstweilen für meine Hochschullehre die Basis. Wenn man vorher nie weiß, wer überhaupt in eine Sitzung kommt, läuft die konkrete Umsetzung von LdL freilich anders als bei besserer Vorhersehbarkeit (dazu wird es in einem eigenen Beitrag einmal ausführlichere Überlegungen geben). Auch in der Erwachsenenbildung setze ich LdL weiterhin ein, wenngleich das Europäische Haus Pappenheim, das ich in den letzten 4 Jahren als Bildungs- und Forschungseinrichtung aufbauen durfte, leider neulich den kommunalpolitischen Streitigkeiten zum Opfer gefallen ist. Ich habe es mir jedoch nicht nehmen lassen, für die letzte Veranstaltung im April noch einmal eine Veranstaltung mit Studentinnen durchzuführen. Wieder war LdL in der Vorbereitung sehr wichtig, um die Studentinnen für die kritische Öffentlichkeit fit zu machen. Dies gilt nicht nur hinsichtlich der Qualität des Auftritts (auch wenn dies oft das auffälligste ist), sondern gerade auch hinsichtlich der Qualität der Inhalte: Die Studentinnen hielten nicht einfach nur Vorträge, sondern animierten die Besucher auch zum Mitmachen. Was die Studentinnen präsentiert haben, ist in folgendem Zeitungsbericht zusammengefasst:

http://www.nordbayern.de/region/wei%C3%9Fenburg/stehende-ovationen-fur-grzega-1.5138878?searched=true

In einem Workshop “Wie lerne ich richtig?”, den ich vor Kurzem beim Forum der Lehre des Didaktikzentrums der bayerischen Fachhochschulen (DiZ) gegeben habe, gab es von einer teilnehmenden Studentin die Anmerkung, dass das Verteilen von Lernstoff in einer Kleingruppe wenig bringe, da man nicht immer alles von den Zusammenfassungen der Mitstudierenden verstünde und dann eben doch sicherheitshalber alles selber nochmal durchlese. Dem kann mit einem LdL-orientierten Ansatz abgeholfen werden: Die einzelnen Spezialisten sollten eben nicht nur eine Zusammenfassung liefern, sondern sich dazu gleich Übungen mit Musterlösungen überlegen. Wird eine Lösung von den anderen angeboten, haben sie aber auch zu prüfen, ob diese stimmt, selbst wenn es nicht der vorbereiteten Musterlösung entspricht. So wird der Stoff viel eher durchdrungen.

International ging es bei einem 3-tägigen Blockseminar zu, das ich zum Thema “Intercultural Communication and Management” für Studierende des zweiten Semesters einer bayerischen Fachhochschule geben durfte. Die Zusammensetzung der Gruppen war hoch interessant. Nur ein deutscher Student und sonst zwei Dutzend Studierende aus fast allen Gegenden der Welt (Ost- und Südosteuropa, Mittel- und Südamerika, Nordafrika und Zentralafrika, sowie Naher und Ferner Osten). Studierende also, die aus ganz unterschiedlichen Unterrichtskulturen kamen. Auch hier habe ich sofort LdL praktiziert. Am Ende des ersten Tages ließ ich einen Feedback-Bogen ausfüllen. Dabei bestätigte sich, dass LdL auch bei kulturell hoch heterogenen Gruppen positiv aufgenommen wird. LdL wurde von Martin seinerzeit so konzipiert, dass es die essenziellen Bedürfnisse des Menschen anspricht – es wurde mit einem universal-anthropologischem Unterbau versehen. Die Studierenden waren zum Teil sogar selbst überrascht, dass trotz Unsicherheiten zu Beginn der Aufgabe die gewünschte Interaktivität so schnell funktioniert hat. Freilich war auch in meiner internationalen Gruppe zunächst das Zuhören und Reagieren auf Beiträge zu üben, sodass es zu einer guten inhaltlichen Vernetzung kam und man nicht nur vorbereitete Aussagen und Lösungen präsentierte. Dies rüberzubringen hat auch erst einmal ein paar Sequenzen gedauert. Aber dieses Einüben ist eben Teil von LdL – es soll ja weit mehr vermittelt werden als nur Faktenwissen.

Interkulturell sind natürlich auch weiterhin meine Kurse für Flüchtlinge, denen ich mit meinem Modell “Sprach-Not-Arzt” Basis-Kenntnisse in drei Tagen vermittle. In dieser Zeit kommt es nur vergleichsweise selten vor, dass ein Lernen die Lehrer-Rolle übernimmt. Einschlägige Szenen sind das Stellen von Rechenaufgaben oder das Erfragen von Informationen zu erdachten Personen. Aber Interaktivität ist ja nicht gleich Interaktivität. Hier stellt die LdL-Lehrkraft eben sicher, dass der Mini-Lehrer eben nicht nur eine Aufgabe stellt, sondern die Antwort auch prüft und notfalls noch einmal hilft: ganz entspannt, ohne Hektik und mit einem sich entwickelnden Einfühlungsvermögen für andere. Den meisten Beobachtern sticht freilich viel mehr der Teil ins Auge, der ungewöhnlich frontal, aber eben mit hoher Konzentration ganz auf die Wörter und Strukturen erfolgt. Hier dazu ein Bericht aus Wertinger Zeitung:

http://joachim-grzega.de/SNA_WertingerZeitung160404.pdf

Wir bleiben bei “LdL interkulturell”. Vor einiger Zeit hat mich ein Student aus Indonesien angeschrieben, der LdL in seiner Studienabschlussarbeit zum Thema gemacht hat und dazu auch Lehrversuche durchführen will. Auch hier darf man auf die Erfahrungen gespannt sein. Seit Anfang des Jahres gibt es jedenfalls schon mal einen Eintrag in der malaiisch-indonesischen Wikipedia.

Einen bereits fertigen Erfahrungsbericht hat Anke Pfeiffer, Stv. Leiterin des Didaktikzentrums der Hochschule für Technik Stuttgart, zum Thema “Inverted Classroom und Lernen durch Lehren mit Videotutorials” ins Netz gestellt:

https://www.e-teaching.org/etresources/pdf/erfahrungsbericht_2015_pfeiffer_vergleich_videobasierter_lehrkonzepte.pdf

A propos Lernvideos: Selbst der Duden-Verlag hat jüngst einen Video-Wettbewerb mit LdL begründet:

https://learnattack.de/journal/videowettbewerb/

Laura Cau, Autorin des LdL-Blogs https://fightforldl.wordpress.com/, hat vor Kurzem eine Prezi “LdL im Fremdsprachenunterricht” erstellt:

https://prezi.com/9rvaemrvfuiq/lernen-durch-lehren-im-fremdsprachenunterricht/?utm_campaign=share&utm_medium=copy

Einige Schulen haben wieder einmal öffentlichkeitswirksame LdL-Projekte durchgeführt, so etwa das Berufskolleg Eiffel (zwischen zwei Klassen, zum wiederholten Male):

https://prezi.com/9rvaemrvfuiq/lernen-durch-lehren-im-fremdsprachenunterricht/?utm_campaign=share&utm_medium=copy

Auch das Goethe-Gymnasium Hamburg und die Auguste-Viktoria-Schule Flensburg integrieren LdL.

http://www.goethe-gymnasium-hamburg.de/news/news-nach-fach/sport/2016-02-25/lernen-durch-lehren

http://www.shz.de/lokales/flensburger-tageblatt/an-der-avs-helfen-jugendliche-ihren-mitschuelern-id12400301.html

Im 30. Jahr der LdL-Kontaktbriefe ist aber vor allem erfreulich, dass manche Schulen LdL sogar zum schulumfassenden Prinzip erklärt haben, so etwa das Gymnasium Rietberg und das Gymnasium Bondenwald:

http://www.nepomucenum-rietberg.de/lernen-durch-lehren/

http://www.gymnasium-bondenwald.de/index.php/projekte/evat

Schöne Grüße


Joachim Grzega

Geistesgeschichtlicher Parcours Ingolstadt: Fotos.

Um die Bilder in voller Größe zu betrachten unten rechts klicken auf „

Peter Ringeisen: LdL-Workshop in Augsburg!

Peter Ringeisen

1. Tag meiner LdL-Fortbildung in Augsburg
Wir haben am Vormittag den „Weltverbesserungskompetenz“-Aufsatz gelesen, visualisiert und diskutiert.

Jean-Pol Martins Foto.

2. Tag meiner LdL-Fortbildung in Augsburg:

Um LdL aus eigener Praxis (und aus Schülersicht) kennenzulernen, bereiteten zwei Deutsch-L eine Chemiestunde vor (Säure, Versuchsbeispiel: verfärbt Tee); eine L für Deutsch und eine für Haushalt und Ernährung präsentierten ein Kapitel aus Wirtschaft und Recht (Strafrecht); zwei Deutsch-L brachten der Gruppe bei, wie sich Großstädte und ihre Vororte in den USA entwickelten (Cities and Suburbs); und eine Musik-L schulte zusammen mit einer L für Ernährungslehre die ganze Gruppe im kunstvollen Falten von Servietten.

Das alles natürlich, nachdem sie am Vortag gründlich in die LdL-Theorie eingetaucht waren. Die meisten genossen die Situation und hatten viel Spaß dabei, in die Schülerrolle zu schlüpfen – sowohl als LdL-Team als auch als Mitschüler in der Lerngruppe. Auf diese Weise wurde deutlich, wie eine LdL-Einheit gelingen kann.

Helfen ohne Naivität. Sozialisation in Flüchtlingsunterkunft.

»Da kommt man auf dumme Ideen«

Ein Heimleiter packt aus

Matthias Strobel, Ex-Leiter einer Notunterkunft für Flüchtlinge in Friedrichshain, spricht über Liebe, Prostitution, Drogenhandel, ein neues Leben und das Verzweifeln an der Bürokratie

Protokoll: Martin Schwarzbeck   Fotos: Petra Konschak

Der Start

Dass die Turnhalle in Friedrichshain in eine Flüchtlingsunterkunft verwandelt werden soll, haben wir keine 24 Stunden vorher mitgeteilt bekommen. Über unser Helfer-Netzwerk konnten wir 65 Freiwillige zusammentrommeln, die den Boden verlegt, die Betten aufgebaut, die Betten bezogen, Sachspenden gesammelt, das Spielzimmer und den Essensbereich eingerichtet haben. Nachts um drei kamen die ersten Geflüchteten mit dem Zug aus Wien, meist Familien und später ein kleinerer Teil alleinreisender Männer. Einige kamen mit einem Rucksack oder einer Plastiktüte, aber viele auch nur mit den Klamotten, die sie trugen. Sie waren es gewohnt, nur an sich selbst zu denken, was auch total verständlich ist. Wenn sie nach links und rechts gucken würden, könnten sie ihr Ziel aus den Augen verlieren. Der Egoismus ist sehr ausgeprägt bei den Neuankömmlingen. Nur dadurch haben sie auch diesen Erfolg: Dass sie aus einem fernen Land auf schrecklichen Wegen bis nach Berlin kommen. Sie haben sich vom ersten Essen, das sie bekamen, gleich das Dreifache geholt und unter das Bett gestellt, weil sie dachten, am nächsten Tag gibt es vielleicht nichts mehr. Oder ich erklärte ihnen, dass sie teilen sollen, aber es dauerte keine zwei Minuten, und die ausgeteilte Ware, zum Beispiel Spielzeug, war verschwunden.

Der Weg

Es hat lange gedauert, den Menschen beizubringen, dass sie hier sicher sind, dass wir sie unterstützen. Dass sie in dieser Turnhalle nicht eine Woche bleiben werden, sondern vielleicht sogar Monate und dass es wichtig ist, dass alle miteinander klarkommen. Das sind 130 Individuen, vom zweimonatigen Baby bis zum 72-Jährigen Mann, aus unterschiedlichen Kulturen, Ländern und Gesellschaftsschichten. Es gibt Menschen hier, die waren sehr, sehr reich in ihrer Heimat, aber auch welche, die haben auf einem Bauernhof ohne Strom und Wasser gelebt. Nun ist es ist ja so, dass die Leute, je nachdem aus was für Verhältnissen sie kommen, unterschiedliche Toiletten gewöhnt sind. Viele haben nur Löcher im Boden. Die setzen sich dann oft mit den Füßen auf die Brille. Menschen, die eine westliche Toilette kennen, regen sich natürlich über die auf, die sich daraufhocken und dann im wahrsten Sinne des Wortes danebenkacken.

Demokratie lernen

Da wir viele Familien mit Kindern hatten, war mein Führungsstil anfangs sehr Laissez-faire. Ich dachte, die organisieren sich schon selbst, aber es war ein ziemliches Chaos. Nach fünf Tagen kam ein Bewohner zu mir und sagte: „Du verlangst von uns, die wir alle aus Ländern kommen, die eine Diktatur haben, dass wir auf einmal in dieser Turnhalle eine Demokratie leben. Wir wissen alle nicht, wie Demokratie funktioniert. Wir brauchen am Anfang klare Regeln und Konsequenzen, wenn wir Regeln nicht befolgen. Wir möchten in einer Demokratie leben, aber jemand muss uns dort hinführen.“ Daraufhin habe ich eine Hausordnung verfasst. Die habe ich in verschiedenen Sprachen ausgehängt und den Leuten erklärt, und ab dem Tag hat sich alles geändert. Ein paar Bewohner habe ich allerdings rausschmeißen müssen, weil sie sich nicht an die Regeln gehalten haben, also zum Beispiel in der Turnhalle geraucht oder mit Verlängerungskabel und Elektroherd heimlich gekocht oder sich geprügelt. Jeder bekommt eine zweite Chance bei mir, aber danach ist es vorbei.

Selbstorganisation

Matthias Strobel

Matthias Strobel, 34, hat von der Eröffnung am 13. November 2015 bis zum 1. März 2016 eine Notunterkunft für Flüchtlinge in einer Turnhalle an der Grenze von Friedrichshain und Pankow geleitet. Dort leben 130 Menschen, hauptsächlich aus Syrien, dem Irak und Iran, darunter rund 40 Kinder. Strobel hat Wirtschaftskommunikation studiert und das Start-up Nagual Sounds gegründet, zum Heimleiter wurde das Mitglied der Initiative „Friedrichshain hilft!“ eher zufällig. Es hatte sich kein erfahrener Bewerber gefunden.

Wir haben es anfangs mit einem alphabetischen Putzplan versucht. Aber die sahen morgens: „Aha, ich stehe heute drauf.“ Und dann gingen sie den ganzen Tag in die Stadt. Die sind ja nicht blöd. Geputzt haben immer die mit dem stärksten Sauberkeitsbedürfnis. Inzwischen ist der Putzplan so organisiert, dass wer Wäsche waschen lassen will, am nächsten Tag auf dem Putzplan landet. Auch bei der Essensausgabe helfen inzwischen Flüchtlinge. Das Kinderzimmer betreuen Mütter mit, deren Kinder dort spielen. Andere Flüchtlinge helfen bei Übersetzertätigkeiten. Oder zum Beispiel bei der Eröffnung des Bankkontos. Wir haben einem Menschen, der Arabisch, Farsi und Englisch spricht, gezeigt, wie man ein Konto eröffnet. Seitdem nimmt er jeden Mittwoch zehn an die Hand und geht mit ihnen zur Bank, um sein Wissen weiterzugeben. Die Bewohner helfen sich untereinander. Als sich die ganzen 130 Mann nachts vor dem Lageso anstellen mussten, gab es nicht genug Decken und Jacken. Sie haben sie sich dann untereinander geliehen. Am Anfang wäre das undenkbar gewesen. Aber dieses Egoismusdenken ist komplett verschwunden.

Liebe

Es gibt vier aus unserem Camp, die jetzt in Beziehungen sind mit Frauen aus der Nachbarschaft, ein Pärchen hat sogar geheiratet. Aus Liebe und nicht wegen der Aufenthaltsgenehmigung. Er ist in der Zwischenzeit wieder in sein Heimatland zurückgegangen, weil er dort noch Verwandte hat, um die er sich kümmern muss. Sie besucht ihn jetzt immer, so lang ihr Visum gilt.

Eifersucht

Ein Mann aus dem Irak lebt mit seiner Frau und den drei Kindern im Camp. Vor 15 Jahren hatte der eine Freundin, die auch geflohen ist, mit ihren zwei Kindern, und zufällig auch bei uns in der Turnhalle landete. Ein krasser Zufall. Er kam dann zu mir: Bitte schmeißʼ meine Ex-Freundin aus dem Camp. Ich bin zwar seit 13 Jahren nicht mehr mit der zusammen, aber meine Frau flippt aus. Ich habe gesagt: „Das kann ich nicht machen. Auch sie hat ein Recht hier zu sein. Ihr seid erwachsene Menschen, klärt das untereinander.“

Bürokratie

Es herrscht totale Willkür darüber, wer wann die Halle wieder verlassen darf. Der erste kam nach vier Wochen aus dem Camp raus. Aber das lag nur daran, dass der Mitarbeiter beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge einen guten Tag hatte. Der Bewohner ist direkt durchgereicht worden, hat eine dreieinhalbjährige Aufenthaltserlaubnis bekommen, konnte sich eine Wohnung suchen. Er ist aber der Einzige, der den Prozess komplett durchlaufen hat. Ein paar Bewohner haben jetzt ihre Aufenthaltsgestattung verlängert bekommen und wurden in andere Unterküfte verlegt. Der Plan war, erst nach drei, dann nach sechs Monaten die Turnhalle für die Sportler freizuräumen. Aber es gibt zu wenig Plätze in Gemeinschaftsunterkünften. Deshalb ist die Ansage unseres Sozialsenators, dass die Turnhallen bis nach den Sommerferien geräumt werden sollen, utopisch.

Tod

Zwei Mädels aus der Nachbarschaft haben eine Flüchtlingsfamilie von uns bewirtet, in der niemand englisch oder deutsch sprach. Die Unterhaltung ging mit Händen und Füßen. Im Laufe des Abends hat die schwangere Frau immer mehr Unterleibsschmerzen bekommen. Die beiden Nachbarinnen haben den Notarzt gerufen, sind mit der Frau ins Krankenhaus, sie hatte eine Frühgeburt. Das Kind kam in den Inkubator, bekam drei Wochen später eine Gehirnblutung und starb. Die Eltern, praktizierende Muslime, wollten es möglichst schnell beerdigen. Drei andere Helfer und ich haben das Beerdigungsinstitut aus eigener Tasche bezahlt. Inzwischen ist es vier Monate her, und das Lageso hat das Geld immer noch nicht erstattet. Wenn wir nicht gezahlt hätten, wäre das Kind immer noch nicht beerdigt. Das war zum Glück unser einziger Todesfall. Sonst kommt der Tod immer nur über die Smartphones in die Halle, zuletzt wurden der Bruder eines Bewohners in der Türkei erschossen und die Freunde eines anderen wurden im Iran hingerichtet.

Krankheit

Ich hatte einen anderen Bewohner, der dringend eine Operation brauchte, weil er einen Riesen-Abszess hatte. Und zwar an einer Stelle, an der ihn niemand haben möchte, weil man sich damit nicht mal hinsetzen kann. Wir bekamen eine Überweisung vom Facharzt ins Krankenhaus und haben damit beim Lageso eine Kostenübernahme beantragt. Dort habe ich mit der Abteilungsleiterin gesprochen, die es an die Zuständige weiterleiten wollte. Dann habe ich die Sachbearbeiterin recherchiert und ihr die Situation noch einmal geschildert. Zehn Wochen später kam die Zusage zur Kostenübernahme. Ich habe großen Respekt vor den Mitarbeitern des Lageso. Die arbeiten oft am Limit ihrer Möglichkeiten. Es sind die Abteilungsleiter und -leiterinnen, denen es an Empathie, Führungsqualitäten und Arsch in der Hose mangelt. Sie drücken sich vor Verantwortung und haben Angst, Entscheidungen zu treffen.

In einer Flüchtlingsunterkunft

„Wir haben Räume aus Holz und Stoff in die Halle gebaut. Jede Familie hat so wenigstens etwas Privatsphäre. Laut ist es trotzdem“, sagt Matthias Strobel

Nachwuchs

Wir haben mehrere Geburten gehabt im Camp. Für die Familien mit den Neugeborenen haben wir andere Unterkünfte gesucht, wo sie wenigstens einen Raum abschließen können. Die Turnhalle ist kein Platz für Babys und die Bewohner freuen sich auch nicht, wenn da ein kleines Kind die ganze Nacht schreit. Glücklicherweise war die Kommunikation mit anderen Heimleitern meist sehr positiv und eine Umverlegung schnell organisiert. Aber ginge es nach dem Lageso, wären die alle noch hier. Es gibt kein Vorgehen für Härtefälle, auch Menschen mit krassen psychischen Erkrankungen oder Krebs im Endstadium kommen in die Turnhallen.

Gewalt

Ich habe versucht, das Stresslevel möglichst gering zu halten. Wenn es Differenzen gab, habe ich dafür gesorgt, dass die Parteien darüber sprechen und das klären oder wenn es gar nicht mehr ging, mussten beide Parteien das Camp verlassen und in zwei unterschiedliche Hallen. Bedrohlich fand ich die Situationen nie. Aber wir haben auch viele Familien – Eltern sind meist nicht die, die sich prügeln – und zum Teil auch eine sehr gute Security. Natürlich gibt es da auch Menschen, die dumm sind, die Ansagen nicht verstehen, aber die meisten sind in Ordnung. Und dann gibt es da auch einige, die sprechen arabisch und andere Sprachen der Bewohner, und haben wirklich Sozialkompetenz.

Helfer-Kapitalismus

Die Träger der Unterkünfte haben große Macht. Manchmal wird sie auch missbraucht. Das zeigt sich gerade in der Geibelstraße und am Tempelhofer Ufer in Kreuzberg, wo die Initiative „Kreuzberg hilft!“ vom Träger, der Akzente-Sozial UG, Hausverbot in den Turnhallen bekommen hat. Der Betreiber missbraucht sein Hausrecht, um die Menschen auszuschließen, die dafür sorgen, dass die Bewohner ein einigermaßen menschenwürdiges Leben haben und die Chance zur Integration bekommen. Es gibt Träger, die nur das gute Geschäft suchen, die sich bereichern, die Personal abrechnen, das gar nicht vor Ort ist, und die von dem Geld, das sie für die Flüchtlinge bekommen, möglichst viel behalten möchten. Damit keine Missstände von den Freiwilligen-Initiativen aufgedeckt werden können, wird ihnen dann halt Hausverbot erteilt.

Christen und Muslime

Ich hatte neben Muslimen auch viele Christen in der Unterkunft. Menschen, die in ihrem Herkunftsland ihre Religion nicht ausüben durften, sich in Katakomben zum Beten treffen mussten und dafür ausgepeitscht werden konnten. Vom ersten Tag an habe ich allen 130 Bewohnern klar gemacht, dass Religion in diesem Camp niemals Ausgangspunkt für eine Diskussion oder gar einen Streit sein darf. Mittlerweile kochen muslimische Syrerinnen mit christlichen Iranerinnen regelmäßig in der Küche der nahen Pfingstgemeinde.

Bewohner der Unterkunft lernen Deutsch in einem Aufenthaltsraum

Bewohner der Unterkunft lernen Deutsch in einem Aufenthaltsraum

Begegnungen

Ein Mann aus unserem Camp wurde auf der Straße von einer Frau angesprochen, die sehr kritisch gegenüber Flüchtlingen eingestellt war. Sie war der Meinung, das die sich hier bereichern. Die beiden konnten sich auf Englisch ganz gut unterhalten. Sie arbeitet für eine große IT-Firma und als sie herausfand, dass er in seiner Heimat IT Professor war und sehr nett ist, hat sie ihn mit seiner Familie erst zum Essen eingeladen und später sogar dazu, mit ihr gemeinsam in ihrem Loft zu wohnen. Seitdem kommt sie immer wieder vorbei, gibt Sachspenden ab oder verbringt den Nachmittag mit den Eltern und Kindern im Camp.

Trennung und Wiedersehen

Wenn man nicht verheiratet oder direkt verwandt ist, kann es sein, dass man in entgegengesetzte Ecken Deutschlands verteilt wird. Ich hatte den Fall von einem Paar, das kurz vor der Hochzeit geflüchtet ist und einem Mann, der mit seinem besten Kumpel aus Syrien geflohen ist, durchs Kriegsgebiet, übers Meer – in beiden Fällen wurden sie durch die deutsche Bürokratie getrennt. Aber genauso habe ich auch rührende Geschichten erlebt, wie die von der Familie, die ewig auf den Vater gewartet hat, der sich in Syrien alleine auf den Weg machte, und plötzlich hieß es: „Er hat sich gemeldet, er ist in Deutschland, kann er nicht zu uns in die Halle?“ Ich hatte die schöne Rolle, das mit einem Telefonat klären zu können.

Prostitution, Drogenhandel, Diebstahl

Verwunderlich ist, dass in der Halle, in der es nur wenige Steckdosen für viele Handys gibt, fast nie ein Handy gestohlen wird. Gestohlen werden eher andere Dinge, Rucksäcke, Spielzeug, Kleidung. Oft werden die Sachen verkauft um wieder Bargeld für die täglichen Bedürfnisse zu haben. Kein Wunder, wenn man mit knapp über 100 Euro pro Monat über die Runden kommen muss. Da kommt man auf dumme Ideen. Drogenhandel oder Prostitution zum Beispiel. Ich hatte einen im Camp, der hat sich von seinem Taschengeld Gras gekauft und das in der Halle weiterverkauft. Drei osteuropäische Mädels haben für Geld mit den Männern in der Unterkunft geschlafen. Nach einer Zeit haben das immer mehr Leute mitbekommen und sich bei mir darüber beschwert. Als die Mädels eines Nachts übermütig wurden und gegen 3 Uhr morgens dachten, in der Frauendusche ungestört zu sein und mit Männern aus dem Camp zugange waren, kamen zwei arabische Mütter rein, die sie in flagranti erwischten. Die Reaktion war wildes Geschrei, Verbrüderung aller arabischen Frauen im Camp und eine Schlägerei. Die hat damit geendet, dass zwei arabische Frauen im Krankenhaus lagen.

Das Ergebnis

Ich bin sehr zufrieden mit dem, was ich geschafft habe. Fast alle kleinen Kinder sind in der Kita, die größeren alle in der Schule, von den Erwachsenen sind 80 Prozent jeden Tag im Deutschunterricht, die anderen warten auf die Bewilligung für einen Integrationskurs, zwei haben bereits eine Praktikumsstelle gefunden. Und unsere fantastischen Nachbarn unternehmen viel mit den Bewohnern und schaffen eine Vielzahl an Freizeitangeboten.

Die Zukunft

Die Flüchtlingsströme werden sich durch Grenzschließungen nicht stoppen lassen. Sie werden neue Wege finden, gefährlichere Wege. Zukünftig werden die Schlauchboote von der Türkei nach Italien oder Albanien fahren, noch weiter, mit noch mehr Toten. Denn wenn hinter dir dein zerbombtes Haus liegt, dann gibt es kein Zurück.

„Die Verlierer sind die Bürger unserer Stadt“

03.05.2016 – 16:29

Der Stadtrat verabschiedete heute einstimmig die Bewerbung um das Digitale Gründerzentrum – Nur bei der Unterbringung im Kavalier Dallwigk gehen die Meinungen auseinander und es gab auch einige Gegenstimmen

Von Michael Schmatloch

Es ist viel von Bürgerbeteiligung die Rede dieser Tage. Hätte man dieses Verfahren in Anspruch genommen, um die gewünschte Bebauung des Gießereigeländes abzufragen, es sähe vermutlich völlig anders aus als es heute eben aussieht. Und vor allem gäbe es sicher Bereiche auf dem Gießereigelände, die den Ingolstädter Bürgern als Aufenthalts- und Erholungsort zur Verfügung stünden. Wie es der Stadtrat ja einst auch beschlossen hatte mit Grünanlagen, einer opulenten Donauterrasse und gastronomischen Anziehungspunkten.

Davon aber ist absolut nichts mehr übrig geblieben. Das Gießereigelände ist kein neues innenstadtnahes Viertel geworden, sondern eines, in dem die Ingolstädter wenig zu suchen haben. Von Studenten, Kongressteilnehmern und „Audi-Akademikern“ einmal abgesehen. Und nun eben auch von digital Gründungswilligen. Und von der viel zitierten Gastronomie auf dem Dach des Dallwigk, einem der schönsten Aussichtspunkte der Stadt, von der spricht man in CSU-Kreisen lediglich noch als einer „möglicherweise integrierbaren“ Gastronomie.

Genau das mahnte SPD-Stadtrat Manfred Schuhmann heute in der Sitzung des Stadtplanungsausschusses und auch in der anschließenden Stadtratssitzung an, als es um die Bewerbung für das digitale Gründerzentrum im Kavalier Dallwigk ging. „Ingolstadt vertut eine große Chance“, meinte Schuhmann und setzte noch einen drauf: „Walter Schober streckt seine Arme wie eine Krake aus.“ Und meint damit die Tatsache, dass sich die Technische Hochschule große Teile dieses Filetgrundstückes einverleibt hat. Und das jetzt mit dem digitalen Gründerzentrum im Kavalier Dallwigk zu einem für Schuhmann fatalen Ende bringt. „Das entspricht nicht dem, was wir 20 Jahre vorgesehen hatten“, meinte er. „Aus Ihrer Sicht ist dies das Optimale, aus unserer Sicht das Fatale“, sagte er in Richtung Regierungsbank.

Um keinen falschen Eindruck zu erwecken, neben der Mehrheitspartei und ihrem freiwählerischen Anhang sind alle Oppositionsparteien inklusive der SPD für das digitale Gründerzentrum, um das sich neben Ingolstadt auch Rosenheim und München-Land bewerben. Nur eben nicht im Kavalier Dallwigk. Und so stimmte der Stadtrat auch geschlossen für die Bewerbung um das Digitale Gründerzentrum, nicht aber für den Standort Kavalier Dallwigk. Obwohl CSU und sogar Bürgermeister Sepp Mißlbeck bis zuletzt versucht hatten, die Einstimmigkeit doch noch auch in diesem Punkt herbeizuführen.

Und es kam sogar noch zu einem kleinen Eklat im Stadtrat, als Bürgermeister Wittmann die Diskussion per Geschäftsordnung abbrechen lassen wollte. Und es gegen den vehementen Protest von Petra Kleine und auch den von Gerd Werding (FW) mit 27 zu 20 Stimmen auch schaffte.

Die Standortdiskussion ermunterte Manfred Schuhmann zu der generellen Kritik an der Nutzung  dieses „Filetgrundstücks europäischen Ausmaßes“, auf dem schon der Bau der Carissma-Forschungshalle eine Sünde gewesen sei. Immer seien auch die Kultur und die Allgemeinheit im Fokus gewesen. „Es geht nicht nur um die Entwicklung der Stadt, sondern auch um die kulturelle Entwicklung.“ Und die Verlierer in dieser Sache, das seien die Bürger von Ingolstadt.

Er plädierte für einen spezifischen Neubau für das Gründerzentrum, der schneller und wahrscheinlich auch billiger zu realisieren gewesen wäre. Und das müsse seiner Meinung nach auch nicht unbedingt in der Innenstadt sein. „Aber es geht Ihnen ja nur darum, das Dallwigk möglichst kostengünstig zu sanieren“, wetterte er im Ausschuss und im anschließenden Stadtrat und liegt damit sicher nicht ganz verkehrt.

Dass er nicht ganz schief liegt, formulierte Hans Achhammer (CSU) selbst: „Wir haben die einmalige Chance, das Dallwigk zu sanieren.“ Und appellierte an die Opposition, den Vorschlag mitzutragen, dass Kavalier an das Gründerzentrum zu vergeben.

Christoph Lauer von den Grünen brachte noch einen anderen Gedanken ins Spiel. Es sei das absolut richtige Projekt für Ingolstadt, aber für ihn eher zu klein gedacht. „Wir stellen uns vor, dass man größer denken und aus dem digitalen Gründerzentrum ein Leuchtturmprojekt werden lassen könnte.“ Nicht zuletzt deswegen ist auch er nicht überzeugt, dass das Dallwigk der ideale Ort ist. „Mit einem Neubau wären wir besser beraten gewesen.“

Auch die Grünen sehen im Dallwigk also – aus zweierlei Gründen sogar – nicht die optimale Lösung, wie Petra Kleine im Stadtrat noch einmal ausführte. Und sogar eher der falsche Ansatz, um den Wettbewerb zu gewinnen. „Wenn Sie das geschlossene Signal gesucht hätten, dann hätten Sie mit dem Planungen anders umgehen können und auf die zugehen müssen, die jahrelang ein Donaumuseum geplant haben“, so Petra Kleine in Richtung Oberbürgermeister, „zumindest hätten Sie Alternative überprüfen und über einen Plan B nachdenken müssen.“ Sie warf dem Oberbürgermeister schlechtes Management vor. Er habe damit viel Porzellan zerschlagen.

„Wir halten die baulichen Überlegungen für zu klein gedacht. Wenn ich auch baulich einen Leuchtturm daraus machen will, muss ich mir um die Gestaltung ganz andere Gedanken machen“, so Kleine weiter. Ein Architekturwettbewerb wäre eigentlich das gebotene Mittel.

Das unterstrich auch Achim Werner (SPD) im Stadtrat. Er ging sogar soweit, das Gründerzentrum auch zu installieren, selbst wenn Ingolstadt den Zuschlag der Regierung und damit die Fördergelder nicht bekommen sollte. Aber das Vorgehen der Stadt sei eben falsch gewesen. „Hätte man Geschlossenheit gewollt, dann hätte man es anders aufziehen müssen. Sie sind mit ihrem Vorgehen gescheitert“, sagte auch er dem OB, „wann immer ich höre, etwas wäre alternativlos, dann läuten bei mir die Alarmglocken.“ Das Dallwigk sei für ihn etwas, wo die Bürger jeden Tag hingehen können müssen.

Für Christian Lange (BGI)  ist es Zeichen des „Hauruckverfahrens“, das Dallwigk als sozusagen alternativlosen Standort für das Gründerzentrum zu verwenden. Und dass der Standort, wie er meinte, nicht der beste ist, das werde sich spätestens dann zeigen, wenn es schlicht zu eng wird, wenn dieses Gründerzentrum ein Erfolg werden sollte. „Sie sind schon mal wieder über einen ihrer Kardinalfehler gestolpert“, meinte Lange in Richtung Regierungsbank, „und der heißt Intransparenz.“ Lange schlug vor, die Entwicklungsmöglichkeiten auf dem Gelände wenigstens offen zu lassen und deswegen auf Kongresshotel und Kongresszentrum zu verzichten.

Eine eigentlich konsequente Forderung. Denn die diversen Nutzungen, denen das Gießereigelände gerecht werden soll, sind in der Tat überaus umfangreich und wohl nur zu realisieren, wenn keinerlei Entwicklung in der Zukunft mehr stattfindet. Weder von Seiten der Hochschule, noch von Seiten des digitalen Gründerzentrums. Und gerade diese in hohem Maße zukunftsorientierte Institution, die der Grundstein sein könnte für ein Ingolstädter „Silikon Valley“, wird mit der Entscheidung, es in den historischen Bau nebst Anbau zu pferchen, von Anfang an zum kleinkarierten Bauchladen degradiert.  Und der so genannte Bürger zur persona non grata auf diesem Areal, das einst als neues Stadtviertel gedacht war.

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