Seit einigen Jahrzehnten kenne ich LdL, ich bin darauf gestoßen, als ich an meiner Dissertation gearbeitet habe (zum Thema Interessenbildung im Unterricht). Nach dem Kontakt mit Jean-Pol Martin habe ich begonnen, LdL theoretisch auch vor dem Hintergrund meiner eigenen Forschung zu reflektieren und es systematisch in meinem Unterricht umzusetzen. Die Erfolge waren überwältigend gut – bis dahin, dass einzelne Schüler mir viele Jahre später aus ihrer jeweiligen beruflichen Praxis berichtet und rückgemeldet haben, dass sie das, was sie jetzt brauchen, im Rahmen von LdL gelernt hatten. Darunter war ein erfolgreicher Trainer (in Organisationsentwicklung) und Führungskräfte in verschiedenen Firmen. Weiterhin sind daraus gemeinsame Fortbildungsveranstaltungen mit Jean-Pol erwachsen (in Bayern und Baden-Württemberg). In Baden-Württemberg wurde es wie in Bayern später systematisch in die allgemeine Lehrerfortbildung integriert. Im Konzept der Gemeinschaftsschule BW ist das Prinzip Kooperativen Lernens verankert. So arbeitet zum Beispiel die als exzellent evaluierte Gemeinschaftsschule „Alemannenschule Wutöschingen“ mit LdL. Ich habe auch in der Hochschullehrer mit LdL gearbeitet. Aktuell habe ich einen Artikel für eine Publikation der FH Karlsruhe zur Hochschuldidaktik geschrieben (wird demnächst veröffentlicht): „Lernen durch Lehren – Ein handlungsorientiertes und auf Demokratie ausgerichtetes Bildungskonzept“. In: „Innovative Methoden zur Förderung der Sprachkompetenz in der Hochschullehre“. LdL war und ist für mich deutlich mehr als nur eine Methode. Es ist, wenn man die theoretische Grundlage verstanden hat, Lehr-Lern-Prinzip, das auch übertragbar ist auf Organisationsentwicklungsprozesse. Im Kontext von Bildungsmanagement, eines meiner Themen als Privatdozentin an der Universität Karlsruhe, sind die Prinzipien und das Konzept von LdL gleichermaßen gültig und überaus hilfreich.