John Rawls.

Resume: In der Philosophie gibt es „harte“ Bereiche, wie die Erkenntnistheorie oder die Logik und weiche. John Rawls hat sich zentral mit Ethik befasst, und Ethik ist ein weicher Bereich.

Auszüge aus: John Rawls, Wikipedia

1. Rawls Beitrag zur politischen Philosophie

In seinem Hauptwerk „A Theory of Justice“ bestimmt er die Rolle der Gerechtigkeit als erste Tugend sozialer Institutionen. Die Aufgabe von Gerechtigkeitsgrundsätzen besteht ihm zufolge darin, die Grundstruktur der Gesellschaft festzulegen, d. h. die institutionelle Zuweisung von Rechten und Pflichten und die Verteilung der Güter. Wie aus der Bezeichnung seiner Theorie („Gerechtigkeit als Fairness“) und seinen Überlegungen zur Rechtfertigung ersichtlich wird, ist seine Gerechtigkeitstheorie eine Theorie der Verfahrensgerechtigkeit.

2. Die zwei Grundsätze der „Gerechtigkeit als Fairness“

1. „Jede Person hat den gleichen unabdingbaren Anspruch auf ein völlig adäquates System gleicher Grundfreiheiten, das mit demselben System von Freiheiten für alle vereinbar ist.“

2.„Soziale und ökonomische Ungleichheiten müssen zwei Bedingungen erfüllen: erstens müssen sie mit Ämtern und Positionen verbunden sein, die unter Bedingungen fairer Chancengleichheit allen offenstehen; und zweitens müssen sie den am wenigsten begünstigten Angehörigen der Gesellschaft den größten Vorteil bringen (Differenzprinzip).“

Der erste Grundsatz hat Vorrang vor dem zweiten. Dasselbe gilt für die beiden Unterpunkte im 2. Grundsatz: Es ist nicht erlaubt, die Chancengleichheit zu beschneiden, um dem Differenzprinzip mehr Geltung zu verschaffen. In Abgrenzung zum von ihm kritisierten Utilitarismus will er mit diesen Vorrangregeln verhindern, dass zugunsten der Güterverteilung auf Freiheiten verzichtet werden darf.

3. Der Urzustand

Konstruktion einer fairen und gleichen Verhandlungssituation, die die Gerechtigkeitsprinzipien legitimieren soll. In dieser rein theoretischen Situation wird der Gesellschaftsvertrag geschlossen.

  • Gesellschaft von freien und vernünftigen Personen, die miteinander die Grundstruktur ihrer Gesellschaft, ihre Gerechtigkeitsprinzipien festlegen wollen.
  • Interessenharmonie: Zusammenarbeit ist wünschenswert und möglich
  • Interessenkonflikte: Wie werden die Früchte der Zusammenarbeit verteilt?
  • Rational und auf Erfüllung der eigenen Interessen bedacht, jedoch frei von Neid
  • Der Schleier des Nichtwissens: die Personen wissen nicht, welche Position sie in der von ihnen aufgebauten gesellschaftliche Struktur einnehmen werden. Daher ihre Motivation, auch solche gesellschaftliche Stellungen abzusichern, die in der sozialen Hierarchie unterprivilegiert sind. Es könnte ihnen nämlich passieren, dass sie gerade diese Position einnehmen müssten.

Fazit: Wir werden versuchen, uns des weichen Themas hart anzunehmen!

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4 Antworten

  1. …was daran soft sein soll, möchte ich gerne mal wissen. Je nach Thema ist die Ethik nämlich auch hart. Diese beiden Kategorien verkürzen die Sachlage unzulässig.

  2. @ingrid
    Für Popper beispielsweise ist Ethik keine Wissenschaft.

  3. Das Fazit erinnert mich an Jostein Gaarders Sofies Welt

  4. @Hannes
    :-))

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