Gutes individualisieren, Böses somatisieren

Auszug aus meiner Biographie:

„(…) Prinzipiell habe ich mich daran gewöhnt, wenn eine Person etwas Gutes tut, dies auf ihr individuelles Konto zu legen, dagegen wenn sie was Böses tut, dies dem Bösen im Menschen allgemein zuzurechnen. Beispiel: die Schülerin Anna hat sich sehr hilfreich gezeigt und ich merke mir das, wenn aber die Schülerin Anna sich aggressiv verhält, schiebe ich es dem allgemeinem Triebhaften in ihr und in uns allen zu, das belastet Annas Konto also nicht. Auf diese Weise besteht die Welt um mich herum aus lauter netten Individuen. Das Böse in ihnen wird entindividualisiert, kann also dem einzelnen nicht präzise zugeordnet werden. Das funktioniert zwar nicht immer, aber immer wieder ganz gut. Auch in meinem Text werde ich Personen, die in einem guten Licht dargestellt werden, beim Namen nennen, wenn sie aber Böses tun, wird es dem Bösen (der auch in uns lebt) zugesprochen und sie werden kurzfristig in XY umbenannt. Eine und dieselbe Person kann also einmal als „Fritz Müller“ erscheinen, wenn sie Gutes tut, und ein paar Zeilen später als XY, wenn sie Böses verrichtet. Allerdings kenne ich ein paar Leute, die ich leider immer als XY werde erscheinen lassen. (…)“

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