Spannagel: die nächsten Schritte

Hallo christian,

wie ich dir in meiner jüngsten Mail geschrieben habe, erwächst uns aus der Begeisterung, die wir bei vielen ausgelöst haben, eine große Verantwortung. Wir können nicht Menschen, die aufgestanden sind, um eine neue Welt zu schaffen, vage Vorstellungen als Ziel anbieten.

Daher:

1. Das Verhalten des einzelnen: Neuron

Wir stecken immer noch in der Phase 1, wo wir unseren Mitstreitern vermitteln, was das Wesen von LdL ausmacht, nämlich dass Schüler und Studenten wie „Neuronen“ handeln. Wie Neuronen im Rahmen von LdL und in der virtuellen Welt handeln sollen, das hast du in deinem Blog unübertrefflich beschrieben. Was sollen nun aber diese Neuronen tun? Sie sollen Handlungswissen konstruieren.

2. Die Organisation kollektiver Reflexion: Cortex

Wir müssen unsere Leute in die Lage versetzen, Neuronenensembles zusammenzufügen und kollektive Reflexion zu organisieren, wie du und ich es im Augenblick tun. Kollektive Reflexion organisieren bedeutet, dass wir Einfluss nehmen auf die Verbindungen zwischen den Neuronen, um die Interaktionen zielbezogen zu optimieren. Wie du weißt, erfolgt lernen auf der neuronalen Ebene dadurch, dass stabile Neuronenkonnexionen entstehen. Und diese Stabilität erfolgt wiederum dadurch, dass die Neuronen intensiv interagieren (Transmitteraktivitäten). Soweit sind wir auch in unserem Projekt. Wir interagieren stabil mit Lutz, Alexander, Jana, Mo und vielen anderen Leuten. Auf diese Weise entsteht eine „Lernende Organisationen“. Damit dies optimal verläuft, müssen wir bestimmte Regeln anwenden. Hier sind sie: Wie man als Cortex ressourcenorientiert arbeitet.

3. Als Gehirn Probleme lösen

Wenn es soweit ist, können wir die sich allmählich konstituierenden Gehirne auf a) die Konstruktion relevanten Wissens, das in die Wikipedia eingespeist wird, und b) auf die Lösung von Problemen ansetzen. Wir werden mit kleinen Übungen anfangen, das haben wir bereits in Ilmenau und in Berlin begonnen, mit unseren Neuronenprojekten. Später werden wir, wenn wir international werden wollen, die IPK-Stuktur übernehmen müssen.

Das klingt alles sehr bestimmend, aber du lässt dich nicht steuern. Du nimmst, was dir sinnvoll erscheint und verwirfst, was dir nicht so schmeckt. So kenne ich dich.

Das Ganze wird uns ein paar Monate beschäftigen.

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2 Antworten

  1. Mal eine Frage an dieser Stelle:
    Das erste Maxim ist die totale Vernetzung effektiver Ressourcen. Die Wissensansammlung und Häufung über die ständig in Bewegung sich findenden Neuronen. Um dann existierende Probleme mit dem aktiven Cortex anzugehen. (Bitte verbessern, wenn ich das falsch verstanden habe…)
    Wenn man im einzelnen nun das Problem „Bildung in Deutschland“ betrachtet, wäre es dann nicht sinnvoller sich anstatt International erst um die nationalen Probleme zu kümmern? und so einen Weg für Internationales zu ebnen? Ich verstehe natürlich, dass dieses „Baby“ groß rauskommen soll, aber denke, dass das Heranwachsen eben seine Zeit braucht um eventuell mit erzieherischen Maßnahmen einzugreifen. In diesem Sinne: „Neuronen-Feuer frei“

  2. Wir können das Problem „Bildung in Deutschland“ nicht losgelöst von allen anderen Problemen angehen, weder von den Problemen in Deutschland, noch von den Problemen in der Welt. Hier muss multipolar angesetzt werden. Das kann man nicht einmal mit dem winzigsten Problemchen in Ludwigsburg tun. Schon beim Einkaufen und Müllentsorgen geht es nicht. Und erst recht bei Bildung. Das zentrale Problem das uns ganz natürlich beschäftigen wird, ist die Frage der Armut, des Bildungsunterschiedes zwischen Nord und Süd usw. Alle, die ich gut kenne, und die höhere Positionen bekleiden (Margret Ruep z.B.) denken immer global, egal was sie gerade für Thema behandeln. Und bei mir war auch von Anfang an bei unserem Neuron-Projekt die gobale Perspektive dabei.

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