Ab ins Heim! Vom lockeren Umgang mit Unschärfen usw…

Resume Ich vertrete die Position, dass man im Zeitalter intensiver Kommunikation seine Daten offensiv zur Verfügung stellen soll. Cum grano salis…

1. Zeige alles, dann zeigt man dir alles!

Als Aktionsforscher besteht meine Methode darin, Perturbationen zu verursachen und zu sehen, was daraus entsteht. Das ist auch wohl (indirekt) im Sinne von Karl Popper. Im Zusammenhang mit meiner Internet-Forschung teste ich also, was entsteht, wenn ich meine Daten sehr offensiv an die Öffentlichkeit trage (bis auf meine Bankkonten).  Von der Theorie her untermauere ich dieses Vorgehen mit einem Menschenbild, das Risikobereitschaft hochhält (vor allem für Forscher) und das „Aushalten von Unbestimmtheiten und Unschärfen“ als zentrale Fähigkeit einstuft.

2. Meine Erfahrungen

Bisher bin ich eher gut damit gefahren. Ich meine als Forscher. Denn ich konnte eine ganze Menge wertvolle Erfahrungen über den von mir untersuchten Gegenstand Internet sammeln und wissenschaftlich aufarbeiten, also konzeptualisieren.  Die Unannehmlichkeiten, die mit diesem Vorgehen verbunden sind, konnte ich als „Unschärfen“ neutralisieren!:-)) Damit meine ich die sehr harten Attacken, denen man oft aufgesetzt wird, wenn man – wie ich lange Zeit – in der Wikipedia mitarbeitet. Hier gilt für mich das Motto: „no risk, no fun“.

3. Selten so gelacht!

Nun zeigt sich, dass das Aushalten von Unbestimmtheiten und Unschärfen seine Grenzen hat!:-)) So war ich sehr zufrieden und sehr stolz nach den positiven Reaktionen auf mein jüngstes Youtube-Video mit dem Titel „Von Platon lasse ich mich nicht terrorisieren„! Einige Feed-Backs erhielt ich auf der Youtube-Seite selbst, andere aus der Außenwelt, z.B. vom berühmten Schockwellenreiter, Jörg Kantel. Was war nicht mein Entsetzen, als ich gestern auf diversen Kommentarseiten vom selben Autor (einem Scherzbold) lesen  musste: „Selten so gelacht! Ab ins Heim! Kurz vorm Ableben“ und ähnliches… Das ist der Preis, den ich für meine Freude am Forschen bezahlen muss. Denn neue Erkenntnisse toppen gefühlsmäßig alles. Trotzdem, das muss ich gestehen: diese Kommentare habe ich tatsächlich entfernt!-))

Fazit No risk, no fun? OK! Aber kalkulierte Risiken!:-))

Das kleine Energie-Video. Für Antony Crossley.

Resume Antony Crossley hat mich vor einiger Zeit gebeten, ein kleines Video über meine Auffassung von „Energie“ zu erstellen. Er will es morgen in seiner Veranstaltung zeigen.

1. Anthropologische Voraussetzungen

An anderer Stelle habe ich bereits ausgeführt, dass eine wesentliche Eigenschaft „erfolgreicher Problemlöser“ das explorative Verhalten sei. Exploratives Verhalten ist mit Risiken und Anstrengungen verbunden, man muss Hürden überwinden. Wenn die Aktionen allerdings gelingen, werden wir mit „Kicks“ (Flow) belohnt. Diese Belohnungen müssen sein, denn sonst würden wir in Passivität verharren und bald nicht mehr lebensfähig sein. Um sich aber zum Handeln aufzuraffen, braucht man Energie.

2. Woher beziehe ich meine Energie?

Als ich noch als Hochschullehrer und am Gymnasium aktiv war, wurde ich immer wieder gefragt, woher ich meine Energie beziehe. Und meine Antwort war stets dieselbe: von den Schülern, den Studenten und den sonst an meiner Arbeit Interessierten. Da ich meine Arbeit stets als Projekt strukturierte, war ich auf die Unterstützung der Teilnehmer angewiesen. Wenn sie sich mit meinen Zielen identifizierten, brachten sie mir Zuspruch, intensive Mitarbeit und emotionale Zuwendung. Das waren die Energiebausteine, aus denen ich meine Kraft bezog. Noch mehr: das Ziel, gemeinsam anspruchsvolle Aufgaben zu bewältigen, zwang uns, in uns selbst alle vorhandenen Energien zu mobilisieren um auftretende Schwierigkeiten zu überwinden. Belohnt wurden wir durch permanenten Flow. Heute hole ich sehr viel Energie aus dem Netz. Schon in der Früh, bei meinem ersten Griff zu Twitter, erfahre ich Zuwendung, Motivation und Ansporn. Ich erhalte kleine oder größere Aufträge, wie beispielsweise den, einen Beitrag über „Energie“ für einen Kommunikationspartner zu erstellen.

Fazit  Wenn es mir gelingt, relevante Projektziele auszumachen und einer Gruppe anzubieten, schenken mir die Teilnehmer ihre Energie, damit wir gemeinsam das Ziel erreichen.