Tiefe Schichten im Menschen ansprechen.

Resume In der Fülle des Angebotes im Netz ist es unabdingbar geworden, schnell die richtige Auswahl zu treffen. Mit wem kann ich eine tiefere, fruchtbare Beziehung eingehen? Es sind drei Schritte.

1. Erster Schritt:  sofort die eigenen essentials offenbaren

Natürlich kommt es darauf an, welche Art von Beziehung man sucht. Wenn man beispielsweise an Austausch über Technik interessiert ist, muss man im Netz nicht gleich seine Philosophie offenbaren. Aber es wäre schade, wenn man twitter und blogs nur dazu benützen würde, kleine Tips auszutauschen. Ich sehe den eigentlichen Vorteil der virtuellen Welt darin, dass man tiefe (Projekt)-Beziehungen mit Menschen eingehen kann, die man real nie hätte treffen können. Nicht nur, weil sie geographisch entfernt sind, sondern auch, weil sie – selbst wenn sie in derselben Stadt leben – in der Hetze des Alltags nie die Zeit hätten, sich mit einem real und in der Tiefe zu befassen. Da ich auf der Suche nach solchen Beziehungen bin, muss ich selbst sofort das, was mein Leben steuert und bestimmt, offenlegen. Nur so habe ich die Chance, die Leute an Land zu ziehen, die für künftige Projekte in Frage kommen. Wer mit meinem Menschenbild und meinen Metaphern nichts anfangen kann, wird das Weite suchen, zu seiner und meiner Entlastung.

2. Zweiter Schritt: sofort existentiell relevante Projekte anbieten

Wenn jemand sich auf mein Menschenbild einlässt und wir eine ausreichende Schnittmenge gefunden haben, können wir gleich Projekte angehen. Im Lehrermilieu ist es naheliegend, dass man sich mit unterrichtsoptimierenden Maßnahmen (Methoden oder Input von Inhalten) befasst und gemeinsam versucht, diese umzusetzen. Da diese Vorhaben stets die tiefste Dimensionen berühren (professionelles Selbstbild, Ethik) entsteht eine Beziehung, die gleich existentiellen Charakter gewinnt. Das bedeutet nicht, dass der/die andere für das eigene Leben von zentraler Bedeutung wäre, denn hier müssten die oberen Wesens-Schichten einbezogen werden (Alltagsleben, Familie, Ferien etc), aber sie sind Ansprechpartner für das, was einen im professionellen Bereich beschäftigt. Und das ist eine Menge.

3. Dritter Schritt: Nachhaltigkeit anstreben

Ist es gelungen, a) Konsens über ein Menschenbild mit entsprechendem Globalziel (z.B. „Weltverbesserung“) und gemeinsamen Metaphern zu erreichen, b) ein existentiell relevantes Projekt anzusteuern, so bleibt nur noch die Frage, wie lange diese Beziehung fortgeführt werden kann. Je länger die gemeinsame Erfahrung, desto größer das Vertrauen und die Effektivität der Zusammenarbeit. Twitter ermöglicht, dass man zahlreiche Menschen erreicht, Blogs ermöglichen, dass man diese Menschen existentiell anspricht. Und dann werden mit Hilfe von Mixxt-Plattformen und Wikis die Projekte durchgeführt. Je nachhaltiger, desto besser für die Stabilität der Beziehungen.

Fazit Viele Menschen ansprechen und gleich die essentials offenlegen, existentiell relevante Projekte anbieten und dann dranbleiben, ein Leben lang!:-)))

Rennende Pferde

Resume Mein Hauptanliegen ist die Kollektive Konstruktion von relevantem Wissen (im Sinne der Weltverbesserung). Wenn das Wissen vorliegt, muss es verbreitet werden. Wie geht das?

1. Mit Wikis Wissen konstruieren

Seit zehn Jahren beschäftige ich mich mit kollektiver Wissenskonstruktion (siehe das IPK-Modul und Neuron). Kollektiv Wissen konstruieren ist sehr mühsam und verlangt viel Ausdauer. In dieser Hinsicht ist die Wikipedia eine tolle Schule. Um relevantes Wissen zu konstruieren, braucht man Menschen. Wo findet man sie? Das beste Reservoire ist das Internet. Im Rahmen der Wikipedia habe ich eine ganze Reihe von stabilen Mitwirkenden gefunden und schätzen gelernt. In der Wikipedia konnte ich auch Lernen durch Lehren (LdL)  sehr gut darstellen und durch Verlinkungen vernetzen und verankern. Nicht nur in der deutschen, sondern auch in der Englischen, der Rumänischen, der Russischen, und der Chinesischen Wikipedia. Aber wirklich bekannt wurde LdL dadurch nicht.

2. Mit Twitter und Blogs Wissen verbreiten

– Twitter als Rennbahn:   In Twitter wird kommuniziert, es werden Pakete ausgetauscht. Twitterleute kommen sehr viel herum, meist sind sie auch sehr schnell, wie rennende Pferde. Wenn ich möchte, dass sie meine Pakete (Wissensbausteine) weitertransportieren, muss ich warten, bis sie kurz anhalten, und dann schnell mein Paket auf den Rücken werfen (siehe auch: Aufmkersamkeitsfenster), in der Hoffnung, dass das Paket nicht gleich bei der nächsten Kurve runterfliegt. So geschieht es mit den LdL-Produkten.

– Blogs als Lagerraum und Vitrine: In den Blogs wird weniger interagiert, hier konstruiert der Blogger sein Wissen in Einsamkeit. Das Wissen wird geordnet und präsentiert. Es wird auch angereichert, wenn Rückmeldungen die Reflexion anregen.

3. Nach dem Produkt LdL kommt das Produkt IPK

Wikipedia ist eine Wissenskonstruktionsmaschine, die die Rekrutierung ihrer Mitwirkenden dem Zufall überläßt. IPK ist ebenfalls eine Wissenskonstruktionsmaschine, allerdings mit verbindlicher Rekrutierung und Führung.

Fazit: Rekrutieren und verbreiten mit Twitter und Maschendraht (Kontaktbörse), mit Blogs ordnen und präsentieren, mit Wikis und IPK Wissen konstruieren.

Statement von Claudius Konrad zur Wissenskonstruktion

„vermutlich ist heutzutage bei vielen der entstehungsprozess von gedanken der folgende: erst ideen generieren und besprechen in diskussionsforen, dann darüber berichten in einem blog und zum schluss veröffentlichen, wenn alles durch feedback perfektioniert wurde, bei wikipedia.“
Und das ist Claudius Konrad: