Erste Bildungsreportage aus Ingolstadt.

Resume Torsten Larbig hat mich beauftragt, über eine mögliche Entwicklung der Ingolstädter Grünen in Richtung  Wissensverbreitungsplattform zu berichten.

1. Paradigmenwechsel

Wie alle anderen Gruppen der Gesellschaft auch stellen sich die Ingolstädter Grünen auf Web20 ein. Sie versuchen, über die neuen Medien mehr Bürger zu erreichen und deren Impulse aufzufangen und umzusetzen. Meine These ist, dass die Parteien durch die neuen Medien neue Aufgaben zugewiesen bekommen. Sie müssen, vielmehr als es bisher der Fall war, Plattformen bieten, auf der die intellektuellen und emotionalen Ressourcen einer breiten Bevölkerung sichtbar werden. Sie müssen auch kollektive Reflexion organisieren. Sie müssen schließlich, damit diese Reflexion fruchtbar wird, relevantes Wissen zur Verfügung stellen.

2. Veränderung im Aufgabenbereich von Parteien

Um dieses relevante Wissen bereitzustellen, müssen die Parteien den modernen Medien entsprechenden Techniken anwenden. Es empfehlen sich, politisch relevantes Wissen auf zahlreichen Internet-Plattformen, wie eine eigene interaktive Homepage, aber auch mixxt, twitter, Blogs und youtube zu deponieren. Auf diese Weise wird ein direkter Kontakt zu den Bürgern als User hergestellt, so dass Anliegen rasch aufgegriffen und bearbeitet werden.

3. Veränderung im Selbstverständnis der Parteien

Natürlich wird sich das Selbstverständnis der Parteien durch die Ausweitung ihrer Aufgaben verändern. In der Wissensgesellschaft ist die Bedeutung von Wissenskonstruktion und Wissensdiffundierung zentral. An diesem Phänomen können Parteien nicht vorbei. In welche Richtung sie sich dann entwickeln, ist im Augenblick noch nicht deutlich zu sehen. Es muss experimentiert werden.

Fazit Ich bin gespannt, wie diese Gedanken aufgegriffen werden und werde auch darüber berichten.

Wie mache ich mich (weiter) attraktiv?

Resume Nach meinem – wie ich denke gelungenen – Abgang aus Uni und Schule stellt sich die Frage, woher ich meine Kicks in Zukunft erhalten werde.

1. Gelungener Abgang: keine Ausfransungen

Für mich war es schon immer wichtig, einen sauberen Abgang zu finden, ohne Sentimentalitäten und Festklammerungen. Dies gilt für persönliche Beziehungen und selbstverständlich auch für berufliche. Letzte Woche war mein letzter Workshop sehr gelungen, das verdanke ich der äußerst liebevollen Aufnahme in Grebenstein/Kassel.  Ferner wird in der November-Nummer von GEO-Wissen ein Porträt über mich erscheinen, und das freut mich natürlich.  Sauberer Schnitt. Nichts wäre für mich schrecklicher gewesen als eine Selbstdemontage vor aller Augen. Unter Senioren bin ich jung und habe eine schöne Zukunft vor mir.

2.  Warum muss ich attraktiv bleiben?

An anderer Stelle habe ich beschrieben, dass es über die von Maslow beschriebenen Bedürfnisse hinaus ein Grundbedürfnis nach Informationsverarbeitung gibt. Wie kann ich also sichern, dass dieses mein Grundbedürfnis auch in der Zukunft befriedigt wird? Natürlich kann ich die Zeitung lesen und sonstige Informationsquellen anzapfen. Die Informationsverarbeitung bleibt aber einseitig und undynamisch. Wozu soll ich Informationen aufnehmen, wenn das Ergebnis ihrer Verarbeitung (Konzeptualisierung) nicht abgefragt wird?  Ich muss also weiterhin Projekte durchführen, denn nur im Rahmen von Projekten entsteht die Notwendigkeit, Informationen intensiv zu verarbeiten und als Problemlösungen zu konzeptualisieren. Und für Projekte brauche ich Partner. Also muss ich attraktiv bleiben, bzw. mich in neuen Feldern attraktiv machen.

3. Seniorenglück

Es liegt auf der Hand, dass ich als Adressaten die Gruppe aufsuche, die mir Zukunft bietet. Es sind die Senioren, denn im Gegensatz zur Jugend gibt es keine Altersgrenze nach vorne. Ich werde nie aus der Seniorengruppe wegen Altersüberschreitung rausgeworfen. Da mein Thema lautet „Wie werde ich glücklich(er)?“ interessiert es die Senioren ganz besonders, denn sie haben viel Zeit, sich mit dieser Frage zu befassen. Ich möchte Projekte anbieten, die ehrgeizige Ziele verfolgen, weil dadurch intensive Erlebnisse induziert und große Kicks ausgelöst werden, wenn man das Ziel erreicht.  Gestern habe ich darüber mit Petra Kleine gesprochen, und sie schien interessiert.

Fazit Ich denke, es wird mir gelingen, ein Feld zu strukturieren, das mir intensive Informationsverarbeitung für viele Jahre sichert.

Was heißt sexy?

Das nenne ich sexy:

Explikation:  „sexy“ sind Produkte (Gegenstände, Gedanken oder Personen), die möglichst viele Bedürfnisse des Menschen ansprechen. So wendet sich das Video von Lutz Berger an die physiologischen Bedürfnisse (Musik, fröhliche Menschen, Humor im Sinne einer Befreiung von Zwängen), an die Bedürfnisse nach sozialer Zugehörigkeit, an die Selbstverwirklichung (Freiheit der Aktivitäten) und an das Bedürfnis nach Sinn (es wird die Zukunft vorbereitet).  Wenn Gegenstand oder Personen „sexy“ sind, kann vorübergehend oder langfristig eine Fixierung auf diese Entitäten stattfinden (z.B. Verliebtheit, siehe: Liebe als Fixierung auf eine Quelle der Bedürfnisbefriedigung).

Jesus als Modell für Verbreitungsaktivitäten?

Wenn man, wie wir, bestimmte Konzepte verbreiten will, ist es günstig, wenn man sich an erfolgreichen Modellen orientiert. Und die Verbreitung des Christentums war fraglos erfolgreich. Das liegt u.a. an folgenden Faktoren:

1. Die Konkurrenzmodelle (z.B. das Judentum) waren streng und wenig attraktiv. Jesus kommt mit einer Botschaft die wesentlich sexyer ist: wir sollen uns gegenseitig lieben, alle – auch die ärmsten und einfachsten – sind willkommen. Genau das macht auch den Charme unserer Neuronen-Bewegung aus: das alte Wissenschaftsparadigma (alles kontrollieren, die Studenten sind zunächst mal doof) wird von unserem neuem Wissenschaftsangebot abgelöst: wir lieben uns neuronenmäßig alle, alle sind willkommen, jeder kann Wissenschaft betreiben. Diese Botschaft muss ankommen!

2. Das Personal: Jesus als junge dynamisch, aktive Gestalt, Maria als idealisiete Frau, Gott als ältere erfahrene Instanz und die Apostel bedienen die Identifiaktionssehnsüchte einer breiten Bevölkerung. Hier möchte ich die Bildung von Analogien zu unserer Bewegung natürlich dezent der Fantasie des Lesers überlassen.

3. Eine einheitliche Terminologie als Integrationsinstrument: natürlich war sehr schnell die Gefahr gegeben, dass aufgrund des großen Zulaufes Abspaltungen (zentrifugale Kräfte) stattfinden. Um dem vorzubeugen wurde die Botschaft in Texten kodifiziert. So gab es eine einheitliche Terminologie, auf die sich jeder beziehen konnte und so auch affektiv in Resonanz mit den anderen geriet. Mit der Neuron-Bewegung kommen wir jetzt in die Phase der Kodifizierung. Natürlich werden uns viele alternative Begriffe aus anderen Systemen und Kontexten angeboten (beispielsweise neulich „NetNeutrality“ als Alternative zu „Netzsensibilität“ von Helge).

Wir sollen aber bei unseren Begriffen bleiben, denn nur sie sind mit anderen im Rahmen eines gesamten Theoriegebäudes verlinkt und evozieren bei ihrem Auftreten sofort einen Hof von Assoziationen, der wiederum Resonanz bei Zuhörer auslöst. Und die kollektive Resonanz kann zu einem „Synergierausch“ führen.