Warnung vor Selbstidealisierung!

Resume Macht eröffnet bessere Chancen, die eigenen Bedürfnisse zu befriedigen. Wer sagt, er interessiert sich nicht für Macht, weiß nicht, wie er selbst funktioniert!:-)

1. Kein Interesse an Macht?

Wenn wir eine Machtposition anstreben, behaupten wir meist, dass wir selbstlos und nur zum Wohle der Allgemeinheit handeln. Wenn man aber die Bedürfnispyramide von Maslow betrachtet sieht man, dass Macht eine optimale Befriedigung aller Bedürfnisse sichert: wer Macht besitzt kommt als erster dran beim Büffet, bei der Wahl von Sexualpartnern, beim sozialen Anschluss und beim Ansehen, bei der Selbstverwirklichung und sogar beim Sinn, denn man hat die Möglichkeit, sinnvolle/altruistische Projekte zu realisieren und sich dabei wohl zu fühlen. Da es aber nicht sozial akzeptiert ist, dass man offen zugibt, Macht oder gar Ruhm anzustreben, präsentiert man als einzige Motivation die, die die größte Anerkennung verspricht: „Ich will die Macht nicht für mich, sondern wegen der (guten) Sache“. Man präsentiert also ein idealisiertes Bild von sich. Und man glaubt auch daran, also man glaubt, dass man selbstlos ist. Das ist natürlich verhängnisvoll, denn man durchschaut sich selbst nicht und meint, man sei „besser“ als alle anderen.

2. Sich nicht ethisch überfordern

Wenn jemand mir also sagt, er sei an Macht oder an Ruhm nicht interessiert, glaube ich ihm nicht. Für unser Projekt ist diese Erkenntnis wichtig, denn wir sollten uns selbst nicht „ethisch“ überfordern. Ich selbst habe bereits erklärt, warum ich an Aufmerksamkeit interessiert bin: ich möchte mein Grundbedürfnis nach Informationsverarbeitung auf hohem Niveau befriedigen. Und das geht nur über Projekte. Die einzige Frage, die sich stellt, ist ob diese Projekte auch für die anderen von Vorteil sind. Ist es der Fall, dann kann es doch jedem egal sein, aus welchem Grund ich mich hier einbringe. Oder?

Fazit: es ist legitim, wenn man wie jedes andere Lebewesen auch seine Grundbedrüfnisse befriedigen will („Meerschweinchenmetapher„). Man soll dies aber nicht nach außen anders darstellen (Selbstidealisierung). Wenn man die eigene – „egoistische“ – Motivation offen beschreibt und die anderen Menschen sehen, dass auch sie von den damit verbundenen Aktivitäten profitieren, werden sie das in Ordnung finden.