Popper mag ich.

Popper kritisiert Platon und seine geistigen Nachfolger, u.a. Hegel und Marx (aus Robert Zimmer: „Das grosse Philosophenportal – Ein Schlüssel zu klassischen Werken“, S. 428 f.):

Perikles steht für die offene, demokratische Gesellschaft, Platon für den geschlossenen Ständestaat. Als Motto stellt Popper seinem Buch Zitate dieser beiden Protagonisten voraus. Das Perikles-Zitat betont die Mündigkeit des Bürgers: ‚Obgleich nur wenige eine politische Konzeption entwerfen und durchführen können, so sind wir doch alle fähig, sie zu beurteilen.‘ Das Platon-Zitat dagegen beginnt mit dem totalitären Führerprinzip: ‚Das erste Prinzip von allen ist dieses: Niemand, weder Mann noch Weib, soll jemals ohne Führer sein.“ Die Absicht der Offenen Gesellschaft ist es, die ideologische Tradition Platons und seiner Nachfolger zu entlarven und die Prinzipien einer offenen Gesellschaft in der Tradition des Perikles offen zu legen und zu verteidigen.  Dabei spürte er den Feinden der Freiheit, den ‚orakelnden Philosophen‘ nicht nur bis Platon, sondern bis in die frühgriechische Philosophie nach. Bereits bei dem Vorsokratiker Heraklit sieht er ein Muster, das sich auch bei späteren Feinden der offenen Gesellschaft wiederholen sollte: In einer Zeit des sozialen Umbruchs suchen die Gegner der Veränderungen nach festen Orientierungen, nach einer Erklärung oder einem Gesetz, mit dessen Hilfe sie den geschichtlichen Wandel deuten können. Sie stellen den ungeliebten Veränderungen das Konzept einer unveränderlichen, stabilen Ordnung entgegen. Eien Gesellschaft der unablässigen Reform lehnen sie ab. Sie bevorzugen den großen, endgültigen Wurf, der alle politischen Grundprobleme mit einem Schlag löst.