Jetzt ganz behutsam.

Resume Aufgrund der Kommentare im letzten Blogeintrag nehme  mich mir vor, ganz behutsam vorzugehen. Das Missonarische wird leider sowieso immer wieder durchschimmern.

1. Fehler, die man vermeiden sollte

– Ich muss Lisa Rosa recht geben, wenn sie  meint, dass Missionare ganz auf ihre eigene Botschaft konzentriert sind und unzugänglich für Signale von außen.

– Auch Jörg Kantel gebe ich recht, wenn er anmerkt: „alle wollen gerne missionieren, aber niemand will gerne missioniert werden“

– „Nervt man zuviel, wird die Mission nicht mehr angenommen.“ (Horst Sievert)

2. Auf das Missionieren nicht ganz verzichten

– “ Man muss die Menschen manchmal zu ihrem Glück zwingen!“ Also missioniere emsig weiter…;-)) (Anntheres)

– „Beim Missionar steht das positive Angebot im Vordergrund, die Aussicht auf das Himmelreich. Beiden Ansätzen ist gemein, dass man nicht so schnell locker läßt. Im persönlichen Umgang ist mir der beharrliche Überzeugte wohl der Liebste, weil man seine guten Absichten spürt.“ (sjgriebel)

3. Die Perspektive

– „Unsere Strategie ist es, möglichst niedrigschwellige Angebote zu machen und die Leute da abzuholen, wo sie sich im Augenblick vom Wissen und Wollen befinden. Natürlich zeigen wir aber auch, was alles möglich ist. Damit gelingt es uns, manchmal Interesse zu wecken.“ (Herbert Schmidt)

– Ich erzähle mal 2 Beispiele: Meine Freundin hat – als ich damals bei Hosi angefangen habe Web 2.0 zu lernen, sehr interessiert zugeschaut und fand es toll, glaubte aber sie kann das nicht. Nach und nach hat sie es dann probiert und nach einem Jahr macht sie es nun recht gut. Trotzdem hat sie immer diese Unsicherheit im Kopf – weiss aber, dass ich ihr jedesmal wieder auf die Sprünge helfe. (…) Eines unserer Vereinsmitglieder – ehem. Lehrer – arbeitet auch für den BUND, schon seit Jahren mit PC und Internet – aber Internet nutzt er nicht sinnbringend, wie ich immer wieder feststelle. Es werden keine Recherchen gemacht, die zu Ergebnissen führen usw.  Jetzt hat er nach langem Zuschauen begonnen, den ersten Blog einzurichten. Aber die Unsicherheit ist sehr groß, ich muss immer dabeisitzen und Hinweise geben, bis die Arbeitsabläufe drin sind. Es wird also eine Weile dauern, bis das Handling sitzt. Wir können nicht erwarten, dass andere genauso viel Kenntnis haben wie wir, die wir uns in viele Dinge reinwursteln und einfach ausprobieren. Man kann nur versuchen Interesse zu wecken und die Möglichkeit darzustellen, auch seine Hobbys damit auszubauen und zu bereichern… Also, mach weiter und übe Dich ein wenig in Geduld… (Anntheres)

Fazit: Übe dich ein wenig in Geduld.

Nerven als Strategie? Wie ich zum Missionar wurde.

Resume Vorgestern hat ein TN der Bürgertreff-Gruppe vorsichtig gemeint, ich trete ein bisschen missionarisch auf. Andere finden, dass ich unglaublich penetrant bin und schrecklich nerve. Bin ich damit erfolgreich?

1. Wie es dazu kommt

Als ich 1980 auf die Idee kam, meine Schüler sich gegenseitig im Fach Französisch unterrichten zu lassen, war es in meinen Augen nur eine kleine Technik, die allerdings viele Probleme löste. Ich dachte, jeder Lehrer, jeder Fachdidaktiker würde die Vorteile sofort erkennen und die Methode aufgreifen. Somit war das Thema für mich mehr oder minder erledigt. Als ich aber festellen musste, dass ich auf großen Widerstand stieß, fing ich an, immer mehr auf diese Technik zu insistieren, sie wissenschaftlich zu untermauern, Verbündete zu suchen, und so wurde ich zum Missionar.

2. Und mit dem Internet?

Als ebenfalls in den 80er Jahren die Computer aufkamen, dachte ich, dass man diese benutzen könne, um alle Stellen der Welt miteinander zu verbinden und beispielsweise die Güterproduktion mit der Güterkonsumption abzugleichen. Das würde die Weltressourcen schonen. Heute macht man sowas mit der Energie. Damals verfasste ich ein Papier darüber und stieß sowohl auf Interesse, als auch auf starke Ablehnung. Die Ablehnung eines aus meiner Sicht so einfachen Prinzips machte mich auch in dieser Sache zum Missionar. Als 1990 das Internet aufkam war für mich klar, dass wir uns auf diese Weise herrlich vernetzen könnten. Als Metapher kam mir das Gehirn in den Sinn und ich unterbreitete diese Evidenz meiner unmittelbaren Umwelt. Neuron und Weltgehirn wurden für mich zu Standardmotto und alle fühlten sich missioniert.

3. Ist das erfolgreich?

Natürlich bekomme ich immer wieder eine auf die Rübe. Dennoch hat sich nun LdL als Methode etabliert, und das Internet als internationales Kommunikationsmittel hat sich sehr früh zunächst in meinen Kursen und dann in anderen in Eichstätt bewährt und eingebürgert. Und jüngst habe ich, glaube ich, extrem im Ingolstädter Grünenkontext genervt. Aber jetzt lassen sie sich voll auf das Internet ein (nicht nur durch mich, aber auch durch mich). War ich mit meinem Nerven erfolgreich?

Fazit Natürlich ist es eine Temperamentssache. Aber wenn man der Überzeugung ist, dass eine Neuerung von großem Nutzen ist, dann ist es vielleicht legitim, zu nerven. Sofern man damit Erfolg hat!:-)))