Durststrecken auf Kommunikationsplattformen.

Resume Offene Plattformen werden zur Kommunikation eingerichtet. Ich bin so naiv und fange an zu reden. Bis jemand antwortet. Das kann dauern…

Dann dupliziere ich mich einfach

@JP als Wissenschaftler
Danke für diese Absicht. Aber bitte zeitnah! Wir sind hier ja im Internet, das geht normalerweise ganz schnell!
Dein Jeanpol

@Jeanpol
Zeitnah? Ok. Aber dann muss ich weg.
Also: ich habe mit ein paar Leuten gesprochen, die deinen Text gelesen haben und die sich wirklich auskennen. Sie sind recht begeistert, weil sie dein Unternehmen sehr originell finden, eigentlich völlig neu. Allerdings bedauern sie, dass du an bestimmten Stellen deine Pferde zurückhältst und nicht radikal genug bist. So deine Ausführungen über dein Verhältnis zur Weiblichkeit, das von einem Tag auf den anderen völlig anders wurde. Dass so etwas geht, glauben sie nicht. Ferner wünschen sie sich, dass du bei deiner Beschreibung der Uni-Verhältnisse offensiver vorgehst. Um im Pferdekontext zu bleiben, sie wünschen sich, dass du Pferd und Reiter nennst. Sonst könne jeder von dir beschriebene „Böse“ sagen, mich meint er ja nicht, sondern den Kollegen Soundso.
Und jetzt muss ich wirklich weg.
JP als Wissenschaftler.

Der Kontext: Es wurde eine Mixxt-Plattform eingerichtet für Wissenschaftler, die sich mit Fragen der Bildung im Kontext von Web 2.0 befassen. Ich habe mein entstehendes Buch eingestellt und hoffte auf Peers, die „reviewen“ wollen.  Im Augenblick reviewe ich mich selbst. Hier mein thread.

Gemeinsam Wissen konstruieren

Resume Die Probleme, die die Menschenheit zu lösen hat, werden akuter, aber wir können heute viel mehr Menschen zur Problemlösung mobilisieren, als es vor dem Internet der Fall war. Wir verfügen über tools und Arbeitsplattformen, die uns ermöglichen intensiv kollektiv Wissen zu konstruieren.

1. Rekrutierung

Im akademischen Kontext kann die Rekrutierung über Kurse erfolgen. In Schule und Hochschule können Kurse angeboten werden, die explizit die gemeinsame, virtuelle Wissenkonstruktion als Ziel festlegen, so z.B. das Modul „Internet- und Projektkompetenz“ (IPK).  Außerhalb des institutionalisierten Kontextes besteht die Möglichkeit, zur  Rekrutierung darin, Kommunikationsplattformen anzusteueren, die von vielen Menschen besucht werden. Da diese sich nach Interessen aggregieren, findet man relativ schnell eine Community, die bereit ist, bei der Wissenskonstruktion mitzuwirken. Dazu ein Beispiel: die Plattform Twitter erreicht eine sehr hohe Anzahl von Menschen, die permanent über ihre momentane Position berichten („bin aufgestanden: schönes Wetter, freue mich auf meinen ersten Kaffee„,  „sitze gerade vor Frankfurt im Stau“, „Kinder in die Schule gebracht“). Eine anschauliche Beschreibung der Twitterplattform im Leben eines Twitters beschreibt Christian Spannagel in einem Blogeintrag:  „Twitter, Chats, Großraumbüros und Jogginghosen“. Weitere, berufsspezifischere Plattformen findet man beispielsweise im Umfeld von Educamp (Bildungssystem im weiteren Sinne). Rekrutieren bedeutet, dass man aktiv Menschen anspricht und ihnen das Angebot unterbreitet, mit ihnen Wissen zu konstruieren.

2. Kommunikation

Wenn Konsens über die allgemeine Zielsetzung „Gemeinsame Konstruktion relevanten Wissens“ besteht, wobei als oberstes Ziel emphatisch die „Weltverbesserung“ angeboten wird (siehe anthropologische Voraussetzungen), geht es an die Arbeit.  Es müssen Wissensprodukte hergestellt und verbreitet werden. Mit dem Ziel der Wissenskonstruktion wurde in der Folge des Educamps in Ilmenau die Mixxt-Kommunikationsplattform Neuron erstellt.  Mit dem Ziel der Rekrutierung und Verbreitung entstand die Mixxt-Plattform Maschendraht.

3. Die Arbeitsplattformen und die Wissensprodukte

Die zu erstellenden und zu verbreitende Wissensprodukte sind beispielsweise die Unterrichtsmethode „Lernen durch Lehren„, die zwar als Ganzes bereits vorliegt, aber im Hinblick auf eine stärkere Verbreitung in kleine Päckchen heruntergebrochen werden soll. Als Beispiel für solche Produkte sei der in Einzelarbeit angefertigte LdL-Comic von Kathrin Gaißer, einer Studentin aus Ludwigsburg, sowie der LdL-Podcast von Lutz Berger. Kollektive Wissenskonstruktion benötigt aber elaboriertere Tools, also Wikis. Wir haben uns in der Wikiversity eingerichtet. Als Beispiel einer Wissenskonstruktionswerkstatt sei angeführt der Wiki „Informatik/LdL“ von Christian Spannagel und seinen Studenten in Ludwigsburg.  Sehr umfangreiche Wissenskonstruktionsplattformen findet man im Rahmen des IPK-Moduls.

4. Die Mitarbeiterskills

Damit die kollektive Wissenskonstruktion gelingt, müssen die Teilnehmer eine Reihe von Skills automatisieren. Diese Skills lassen sich über die Neuronmetapher und über die Ressourcenorientierung beschreiben.

Fazit Alle Voraussetzungen sind gegeben, damit wir zügig und effektiv an die Konstruktion relevanten Wissens herangehen. Let’s go!