Ingolstadt: Junge „Migranten“ als Ideenlieferanten!

Folgendes Posting auf facebook* wurde von zahlreichen Entscheidungsträgern geliked:

„Wenn wir ganz intensiv unsere jungen „migranten“ bei der planung unserer zukunft in Ingolstadt einbinden würden, bekämen wir viele neue ideen. Das nennt man ressourcenorientierung. Sind wir so blind, dass wir die ungenutzten potentiale gar nicht sehen? Ich zumindest begegne vielen klugen, ehrgeizigen, attraktiven jugendlichen „mit migrationshintergrund“, die einen frischen wind in Ingolstadt bringen würden. Das wäre alternativ zu (oder zusammen mit) Audi ein alleinstellungsmerkmal. Ich denke beispielsweise an Friseur Volyum (also Fatma Aydin), die mit 22 jahren ein frisörsalon eröffnet hat, aber auch an die schülerinnen in der herschelschule, mit denen ich gerade ein projekt durchziehe… Das macht richtig spaß!“

*Ich habe das posting auf verschiedenen threads eingespeist…

„Willkommenskultur“: Was kann ich als Freiwillige(r) bieten?

Am 17.12.2011 wird eine Veranstaltung zum Tag der Migranten mit Beteiligung der Freiwilligen Agentur in Ingolstadt organisiert.

Wenn Sie uns bei der Vorbereitung helfen wollen, beantworten Sie bitte unter Nutzung der Kommentarfunktion folgende Fragen:

1. Welchen Problemen begegnen Migranten in Ingolstadt bei ihren Bemühungen, sich am gesellschaftlichen Leben zu beteiligen, beispielsweise in Vereinen oder politisch?

2. Finden Migranten in ihren Bemühungen um Integration genug Unterstützung durch die Stadt? Wo könnte das Angebot verbessert werden?

3. Was könnten Freiwillige als Zusatzangebot leisten, was weder von der Stadt noch von den Migrantenorganisationen geleistet werden kann?

Am 07.12. findet im Bürgerhaus Ingolstadt, Raum B1 um 20Uhr ein Vorbereitungstreffen statt, wo die oben gestellten Fragen erörtert werden.

Sarrazin täuscht sich: Migranten-„Eliten“ auf dem Vormarsch!

Fegefeuer in Ingolstadt? Mein Leserbrief an den Donaukurier.

Wie brauchen mehr Migranten in den Stadträten und den Parlamenten

Was die Beteiligung von Migranten an politischen Entscheidungen angeht, steht Ingolstadt zusammen mit Heilbronn bundesweit als Schlusslicht da.  Bei einem Bevölkerungsanteil von 40% sitzen im Ingolstädter Stadtrat 0% Personen mit Migrationshintergrund. Nun ist der Stadtrat so etwas wie eine Regierung, mit gewählten Volksvertretern, einem Kanzler und einigen Ministern.  In einer Stadt, die stark expandiert und vor umfangreichen Veränderungen steht (z.B. Neugestaltung des Gießereigeländes) ist es sehr ungeschickt, wenn die Intelligenz, die Kreativität, die Alltagserfahrungen von jungen Familien, wie es bei Migranten oft der Fall ist, nicht genutzt werden.  Für die Identifikation der Zuwanderer mit der Stadt ist es sehr wichtig, dass sie an Entscheidungen beteiligt werden, die ihr Leben unmittelbar betreffen, nicht nur heute, sondern auch für die Zukunft, denn die meisten Migranten wollen in unserer Stadt bleiben und wollen nicht zurück in ihre Ursprungsländer. Mit ihrer Aktion haben die Grünen, zu denen ich auch zähle, auf ein Thema hingewiesen, zu dem das Buch von Sarrazin alles andere als konstruktiv ist.

Prof.Dr.Jean-Pol Martin, Ludwigstraße 40, 85049 Ingolstadt

Atlantik-Verein Ingolstadt: Wissen als Schlüssel zur Integration.

Resume Vor kurzem wurde ich zum Projektleiter bei den Brückenbauern gewählt. Mein Ansatz ist, dass wir unser Wissen über die „Migranten“vereine systematisch  vertiefen. Gestern war ich zu Besuch bei Atlantik.

1. Atlantik: Hintergrund und Ziele

Atlantik wurde vor 15 Jahren von Bürgern türkischer Abstammung gegründet, die sich innerhalb der deutschen Gesellschaft beruflich gut positioniert haben. Dies war ihnen vorwiegend über einen erfolgreichen Bildungsparcours gelungen. Aufgrund dieser Erfahrung wollten sie nachkommenden Migranten helfen, ebenfalls über den Bildungsweg zu einer geglücktgen Integration zu gelangen. Da die Fokussierung auf Qualifikation für alle politischen Instanzen sofort einleuchtend ist, erhielten sie auch entsprechende Unterstützung, insbesondere von der Stadt Ingolstadt. Der Schwerpunkt der Aktivitäten des Vereins liegt auf der schulischen Betreuung (Nachilfe und Zusatzangebote im kulturellen und sprachlichen Bereich) und auf dem Angebot von sinnvollen Aktivitäten  außerschulischer Natur (Sport, Wokshops, Theater, usw.). Gegenwärtig nehmen für die schulische Unterstützung 80 Schüler, für die Freizeitaktivitäten 160 Jugendliche teil.

2. Aufgabenschwerpunkt

Die meisten türkischen Eltern sind daran gewöhnt, die Ausbildung und gesellschaftlich bezogene Erziehung ihrer Kinder ganz dem Staat zu überlassen. Sie wissen beispielsweise nicht, wie man zu Hause eine förderliche  Lernumgebung gestaltet. Auch die Erfordernisse des deutschen Schulsystems sind ihnen fremd, so dass sie dem hilflos und passiv gegenüber stehen. Ein Schwerpunkt des Atlantik-Vereins liegt darin, die Eltern über all diese Zusammenhänge aufzuklären. Es geht also darum, das Wissen der Eltern über die deutsche Gesellschaft, ihre Sitten und ihre relevanten Institutionen so aufzubauen, dass sie Partizipationsfähigkeit erwerben. Der Atlantik-Verein konzentriert sich ganz auf diesen Wissens- und Bildungs-Aspekt und vermeidet wohlweislich jede Stellungnahme politischer oder religiöser Natur. Fokus auf Wissen!

3. Meine Position

Ansgesichts der von diesem Verein auf sich genommenen Anstrengungen, wäre es sinnvoll, auch von der deutschen Seite aktiv auf die Migranten zuzugehen, indem

a) unser Wissen über die Migranten, ihre Kultur und ihre Probleme systematisch ausgebaut wird,

b) das Wissen und die Erfahrung der Migranten systematisch eingeholt wird, indem man sie aktiv bittet, kommunale Verantwortungen (z.B. Bezirksausschüsse, Stadtrat) zu übernehmen. Das nenne ich Ressourcenorientierung (wir brauchen doch die Leute!) und Einlösen der so oft beschworenen „Augenhöhe“. Das hätte den Vorteil, dass wir gemeinsam unsere Zukunft planen und zwar an konkreten Projekten auf kommunaler Ebene.

Fazit Wir brauchen die Migranten, ihr Wissen, ihre Erfahrungen und wollen sie bei der Planung unserer gemeinsamen Zukunft als Akteure dabei haben.