LdL: „…was mich unendlich freut…“ sagt Michael Kratky

Michael Kratky, am 1. August 2011 um 20:25sagte:

(…) Hier in NRW kommt man an LdL in der Referendarsausbildung nicht vorbei, was mich naturlich unendlich freut und bestätigt. Sowohl im Haupt- vor allem aber in den fremdsprachlichen Fachseminaren ist LdL bei uns fest im Curriculum verankert. (…)

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Was ist wo und durch wen vorne?

Resume Als Forscher, der versucht Innovationen hervorzubringen und zu propagieren, beobachte ich die Verbreitungsfortschritte unserer Gedanken. Wo sind sie gerade, diese Ideen?

1. Das ganze Paket am letzten Freitag in Jena

Kollektive Wissenskonstruktion, Neuron, Gehirn, exploratives Verhalten, LdL, IPK, Inhalte im LK-Französisch, Menschenbild, Weltverbesserung, UNO und anderes mehr… Das ganze Paket wurde von Michael Kratky und Johannes Guttenberger auf dem Bundeskongress der Französischlehrer in Jena am letzten Freitag in einem Workshop vorgetragen. Ein Mitarbeiter des Klett-Verlages saß im Saal und hat mitgebloggt ( Wissenskonstruktion mit partizipativen Tools. Von H.Wittmann).

2. Ludwigsburg, Spannagel und Lutz Berger

Welche Gedanken im Ludwigsburger Umfeld von wem und wohin getragen werden, weiß ich nicht genau. Ich kann nur die permanenten Emergenzen über Twitter, Blogs und Plattformen wahrnehmen. Die jüngste war gestern abend, es war ein Tweet von Lutz Berger: „Looking at: meine ldl-clip-statistik „lutzland.blog“ » LdL – Rückschau – wer schaut was?“ Die ganze Ludwigsburger Aktion wird einen Höhepunkt am 09.05.09 schaffen, aber wie es weitergeht kann ich nur ahnen. Es wird wahrscheinlich besser, als ich es mir in den kühnsten Fantasien vorstelle.

3. Guido Oebel in Japan

Eine Emergenz, die mich besonders freut, ist das Erscheinen des von Guido Oebel herausgegebenen Sammelbandes „LdL – Lernen durch Lehren goes global: Paradigmenwechsel in der Fremdsprachendidaktik und kulturspezifische Lerntraditionen. Erweiterter Tagungsband der 2.DaF-Werkstatt Westjapan vom 27. bis 29. Oktober 2006 an der Universität Kurume, Mii-Campus.“ Verlag Dr.Kovac. 2009. 410 Seiten.  Zusammen mit der persönlichen Komponente (Guido Oebel hat die LdL-Bewegung enorm vorangebracht) beglückt mich, dass das universalistische Menschenbild, das LdL zugrundeliegt, ins Zentrum der Reflexion rückt.

4. Reflexion über Unterricht

Und natürlich komme ich auch voran in meinem ureigenen Feld, der Durchführung von Unterricht und der Reflexion darüber. Es scheint, dass meine Schüler bereit sind, aus der abwartenden Haltung zur Offensive überzugehen. Nachdem wir uns ausführlich mit Europa beschäftigt haben, werden wir, so hoffe ich, ab morgen die Probleme der Welt angehen. Über das entsprechende Buch verfüge ich ja: Histoire/ L’Europe et le monde depuis 1945. Klett/Nathan. Und für meine vertieften Reflexionen über meinen Unterricht vefüge ich über zwei vorzügliche Denkpartner: das ist einmal apanat, den ich im Rahmen meiner Aktivitäten in der Wikipedia kennen- und schätzen gelernt habe, und Maik Riecken, der erst vor kurzem und mit intellektueller Wucht in meinem Horizont aufgetreten ist.

5. Nur Bestandsaufnahme heute um 9.50Uhr

Selbstverständlich vergesse ich nicht Joachim Grzega, oder auch Twitter-Denkpartner wie Filterraum oder Itari_Itari, ganz zu schweigen von Mindlounge. In meinem Eintrag habe ich die Personen und Aktionen thematisiert, die sich gerade im Brennpunkt meiner Aufmerksamkeit befinden. Und auf die Arbeit mit den Grünen freue ich mich natürlich sehr, Petrakleine!

Fazit Da und dort kommen wir voran. Überall innovativ, überall erfolgreich und dennoch in der Summe unspektakulär. Das ist Aktionforschung eben. Der Glanz kommt nach dem Tod!:-))

Gemeinsam Wissen konstruieren, international: mühsam aber lohnend!

Resume: Im Modul „Internet- und Projektkompetenz“ (IPK) der Uni Eichstätt arbeiten Lehramtsstudentinnen mit Bulgarinnen und Studentinnen aus den USA gemeinsam an Themen, die sie selbst festlegen. Sie konstruieren also gemeinsam Wissen, weltweit.

1. 60 Studentinnen aus drei Ländern

Das Modul besteht bereits seit 2001 und ist breit dokumentiert. Ich konzentriere mich auf den aktuellen Durchgang. Es sind 60 Studentinnen des Grundschullehramtes: 6 Studentinnen aus Eichstätt, 12 Studentinnen aus Sofia und 48 Studentinnen aus Charlotte (North Caroline). Der Kurs dauert ein Semester wähend dessen die Teilnehmerinnen a) sich auf Themen einigen müssen, b) internationale Gruppen bilden, c) ein Forschungsdesign (empirische Forschung: Interviews und Fragebögen) aufstellten, d) die Forschung in den jeweiligen Ländern durchführen, e) die Ergebnisse der jeweiligen Länder vergleichen, f) die Ergebnisse in Wikis und Homepages veröffentlichen.

2. Die Themen und die Kommunikation in diesem Semester

Folgende Themen werden in diesem Semester erforscht:a) Das Verhältnis zwischen Kind und Natur, b) Der emotionale Einfluss von Grundschullehrern auf die Kinder, c) Unterrichtsmethoden: Instruktion oder Konstruktion?, d) Offene Unterrichtsmethoden, e) Lehrpläne in der Grundschule, f) Ausbildung als Spezialist oder Generalist?

Zur Kommunikation werden ZUM-Foren benutzt und Wikis. Letztere enthalten diverse Übersichten, darunter eine dreispaltige mit folgenden Inhalten: I. Was ich bisher über das Thema weiß. II Was ich erfahren möchte. III Was ich nun gelernt habe. Hier ein Beispiel: Gruppe 3: Types of instruction and learning theories

Fazit: Auch wenn die Zusammenarbeit mit einem großen Koordinationsaufwand verbunden ist und erfahrene Dozenten und Tutoren verlangt, so lohnt sich die anstrengende Arbeit. Es wird ein international relevantes Wissen gemeinsam konstruiert. Aus meiner Sicht der Weg der Zukunft für das Bildungswesen.

7 projects: focuse on IPC?

Resume My english is a pity, but I hope everybody can understand it. I’m involved in 7 projects. Some, like the Spannagel/Berger one, are very dynamic, others, like my VHS-alphabetisation are absolutely  inactive. I will shortly describe the 7 projects and their current state of development.

1. Spannagel/Berger and Neuron

This project is utterly dynamic and successful. Everybody here knows it, so I don’t have to describe.

Recent achievements: LdL-Podcast Goanimate

2. Joachim Grzega and LdL

LdL has a lasting tradition and since 1982 a lot of people have been involved in developing and spreading this method. Currently Joachim Grzega is in charge of the project. Joachim Grzega is a brilliant colleague of mine, very innovative and energetic. The problem (I think): he has an enormous account of work to do and is a little bit isolated in Eichstätt.  Recent achievements: see letter nr. 140

3. Michael Kratky and IPC (course: internet- and projectcompetence)

Currently, even if the IPCproject-speed is not so spectacular like other projects here, this project shows the way we have to work in the future. Future elementary teachers from Bulgaria, Germany and USA are making researches about topics they have chosen themselves. They were supported by professors from their universities, in Germany (Prof.Schultheis, Michael Kratky and Tutor Miriam), in Bulgaria (Prof.Mirtschewa), in USA (Prof.Ausband). Here the forums:

Common forum for all projects

– Topic 1: The teachers‘ (emotional) influence on first graders

– Topic 2: Areas of spezialisation for elementary teachers

– Topic 3: Interaction between children and nature

– Topic 4: Types of instruction and learning theories

– Topic 5: Open education

– Topic 6: Elementary education program requirements

4. Teaching French in class 11 (grammar-school)

Business as usual (using the method LdL). The students are nice and willing to learn. Spannagel, his students and Lutz Berger (project 1) will come to my class in january in order to film and interview my students.

Recent achievement: SAT1-TV was in my class on last thursday and broadcasted on sunday. Very good.

5.   “Seniorenstudium”  (Seniors studies) at the University of Ulm with Carmen Stadelhofer

I will hold a lecture in Ulm on december 8 about communication and collective knowledge building. In the summer-term I will hold a seminar (blended learning)

6. Alphabetisation at VHS

I wanted to participate and help in the VHS-Ingolstadt. But currently there is no man who wants to learn writing and reading. And woman, who are mainly moslems, arn’t willing to learn with me, because the courses are individual and I’m a man, so they can’t be alone with me in a room. So I’m waiting for a man to alphabetise.

7. Bringing all the 6 projects together

They are more and more connections between the projects, especially between my class and the Ludwigsburg students.

Upshot: A lot to do, but I could have more to do!

Lutz, du bist ein Schatz!

1. Aumerksamskeitsökonomie

Natürlich ist es befriedigend, wenn man eine gute Arbeit leistet. Als Didaktiker freue ich mich sehr, wenn ich nette Schüler habe und einen guten Unterricht halte. Will ich das Ganze aber dynamisieren und meine Schüler motivieren, über sich hinauszuwachsen, so ist es günstig, wenn ich Aufmerksamkeit von außen als Belohnung einsetze (die Aufmerksamkeit ist die Währung der Zukunft). Aufmerksamkeit erziele ich aber nur durch Hingucker.

2. Lutz Berger schenkt uns Hingucker!

Hingucker sind kleine Produkte (Juwele), die über das Normale hinausragen und wow-reaktionen hervorrufen. Der Ablauf ist folgender: ich halte beispielsweise eine besonders gute LdL-Unterrichtsstunde, die Qualität zum Hingucker hat. Aber ich brauche jemanden, der aus dieser Stunden a) tatsächlich einen Hingucker macht und b) den Hingucker dahin transportiert, wo es Leute gibt, die wow schreien! Reinhard Kahl hat das mit einer Unterrichtsstunde und ein paar Interviews von mir gemacht („Treibhäuser der Zukunft“) und das war eine Riesenhilfe! Und seit einiger Zeit macht das Lutz Berger auch! Er hat bisher von mir drei kleine Youtube-Interviews erstellt, die ich überall einspeise! Wow! Und gestern abend hat er einen Artikel geschrieben, den wir auch überall einspeisen können. Langsam nähert sich das Eichhörnchen! Natürlich sind nicht nur Filme Produkte, die man überall redundant einspeisen kann! Auch Menschen sind Hingucker! Zum Beispiel Joachim Grzega, Michael Kratky, Christian Spannagel!

Spannagel, Grzega, Kratky und die anderen…

Kleiner bilanzierende Blick nach hinten und push nach vorne

Dass die von mir mit Hilfe zahlreicher anderen klugen und engagierten Menschen erstellten Produkte zukunftsweisend sind, daran habe ich keine Zweifeln. Die Frage ist nur, wie man diese Produkte diffundiert.

1. LdL

Als ich 1984 zum ersten mal vor eine größere Öffentlichkeit mit LdL trat (bundesweites Treffen von Seminarlehrern für Französisch bei Passau) herrschte helle Empörung (ein Seminarlehrer sagte: „wenn Sie mit so einer Stunde bei mir eine Lehrprobe halten würde, würde ich Ihnen eine glatte 6 geben“). Sofort aber wurde die Idee weitergeflüstert und in einigen Zeitschriften aufgegriffen: „Neue Methode“.  Inzwischen wurden tonnenweise Artikel, unzählige Bücher und Filme, etwa tausend Fortbildungsveranstaltungen durchgeführt, die Methode ist in den wissenschaftlichen Handbüchern und in den Lehrplänen verankert und dennoch kennen viele die Methode nicht. So bekam ich gestern – also 24 Jahren später – einen Anruf von einem Zeitschriftenredakteur, der sich über die „neue Methode“ informieren wollte. Wenn ich also in einen Aufmerksamkeitshype gerate, bleibe ich cool. Aufmerksamkeitshypes sind wie ein Pferd, das vorbeirennt. Du musst ihm schnell deine Botschaft auf den Rücken werfen. Am Bodensee war ich auf einem solchen Hype und konnte mein anthropologisches Modell und die Gehirnmetapher (Neuron) auf das rennende Pferd festbinden. Ähnliches passierte auf dem Educamp in Berlin.

Parallel dazu gibt es Menschen, die von Anbeginn dabei waren und mir nachhaltig geholfen haben, LdL thoeretisch zu untermauern und zu verbreiten. Es war eine Gruppe von Lehrern, die sog. „LdL-Kerngruppe“ von 1987 an bis heute. Gegenwärtig liegt die ganze Freude und Last des LdL-Projektes auf den Schultern von Joachim Grzega.

Joachim Grzega ist nach Meinung aller Menschen, die ich schätze, eine Ausnahmeerscheinung. Er ist witzig, unglaublich kreativ und einfallsreich, wissenschaftlich äußerst produktiv, unkonventionell, ein Liebling der meisten Studenten, obwohl recht fordernd. Er liebt seinen Beruf und ist für Studenten und Kollegen Tag und Nacht andockbar. Gerne sagen die Studenten von ihm, er sei ein Genie. Ich meine auch, dass er geniale Züge besitzt, denn er kombiniert Ideen und Erkenntnisse aus unterschiedlichen Wissensbereichen und schafft so Niedagewesenes. Das Kind, dass Grzega von mir übernommen hat, ist LdL. Sein eigenes Kind ist „Basic Global English„. Da Grzega über sein enormes Wissen hinaus glänzende Entertainerqualitäten hat, reißt man sich um ihn als Referent für Veranstaltungen.

2. IPK

Nach LdL war mein zweites Baby das Modul „Internet- und Projektkompetenz“ (IPK). Die Idee war einfach: da die Menschheit enorme Probleme zu meistern hat, ist es unabdingbar, dass alle Intelligenzen mobilisiert werden, um kollektiv diese Probleme anzugehen. Mit dem Internet ist es möglich.  Wenn man sich an der Architektur des Gehirns orientiert, Menschen metaphorisch als Neuronen definiert und dafür sorgt, dass die Menschen sich wirklich wie Neuronen verhalten, dann verfügt man über ein Riesengehirn, das man mit Problemen füttert. Seit 12 Jahren arbeiten wir mit zunehmendem Erfolg an der Realisierung dieses Modells. in universitären Kursen. Studenten aus diversen Ländern arbeiten virtuell wie Neuronen an von ihnen gewählten Themen mit Unterstützung von Dozenten ein Semester lang.  Inzwischen haben hunderte von Studenten den Kurs belegt und sie kontruieren ununterbrochen kollektiv Wissen. Nachdem ich in den Ruhestand verabschiedet wurde, hat Michael Kratky den Kurs übernommen.

Michael Kratky

Michael Kratky hat sich in den letzten zehn Jahren als Student in Eichstätt bei allen meinen zahlreichen Projekten sehr erfolgreich engagiert. Er kennt mich und meine Theorie perfekt. Einige meinen, ich habe ihn stark beeinflusst. Dagegen hätte ich nichts. Zusätzlich zu seinem Ehrgeiz und seiner Intelligenz verstreut er eine glamouröse Stimmung. Er ist der Chef des IPKs.

3. Neuron

Neuron ist in einem anderen Kontext entstanden als LdL und IPK. Im Vorfeld des ersten Educamps in Deutschland in Ilmenau (April 2008) wurde eine Kommunikations-Plattform eröffnet, damit die Teilnehmer sich über die Veranstaltung informieren, teilweise auch unter sich Kontakt aufnehmen können. Mit dem mir eigenen Neuronen-Ansatz (Neuronen haben keine Angst, penetrant zu wirken) habe ich angefangen, jeden, der sein Profil einrichtete, zu bitten, mein Freund zu werden. Gleichzeitig erwarb ich mir dadurch die Berechtigung, diese Freunde mit Sammelmails zu bedienen, teilweise je nach Situation zu bombardieren. Es bildete sich schnell eine Gruppe, die aus Tamim (Kritischer Freund)Alexander (sozialintegrativer Positivdenker), Jana (Philosophin) , Mo (pragmatisch, ökonomisch, technisch), Christian Spannagel, und mir bestand. Wir beschlossen, unsere Beteiligung in Ilmenau schon im Vorfeld so zu planen, dass wir ein Maximum aus dem Barcamp herausholen. Wir wollten auch dort Projekte gemeinsam in Gang setzen, damit Nachhaltigkeit entsteht. Und so kam es auch. Natürlich brauchten wir dazu eine Theorie, die im Wesentlichen aus dem Neuronen-Konzept bestand. Es entstanden diverse Aktivitäten, die wir auch auf dem Educamp in Berlin weiter verfolgten. Ich persönlich hatte das Ziel, mein anthropologisches Modell sowie die Neuron-Metapher redundant einzubringen. Besonders hilfreich in diesem Zusammenhang waren Alexander Rausch und Christian Spannagel. Auf letzteren gehe ich deshalb ein bisschen ausfürhlicher ein, weil er durch seine Tätigkeit als Informatikdidaktiker an der PH-Ludwigsburg zahlreiche Verbindungen zu meiner eigenen Arbeit hat, die wir in Projekte umsetzen können.

Christian Spannagel ist Juniorprofessor und als solcher mit dem Problem konfrontiert, dass aus der Tradition des alten Paradigmas heraus Forschung erst dann veröffentlicht wird, wenn definitive, saubere Ergebnisse vorliegen. Spannagal geht aber offensiv vor und er versteht sich als „Öffentlicher Wissenschaftler“ (copyright bei Spannagel – hahahah). Demnächst wird er nach Eichstätt mit einer Studentengruppe kommen, um meine Schüler zu interviewen. Filmisch umgesetzt wird dies durch Lutz Berger, der bereits eine ganze Reihe von Youtube-Beiträgen über unsere Gruppe erstellt hat: Superprodukte, die wir überall diffundieren können und somit viel Resonanz erzielen.

Weitere Unterstützer für unsere künftige NEURON-Arbeit tauchen bereits am Horizont auf. Es sind beispielsweise Scheppler (Twittername), und Schb (Twittername).