Marcus Birkenkrahe zum #LdLmooc2

Marcus Birkenkrahe

Dem Gesagten möchte ich mich anschließen: für mich war das eine ganz großartige Erfahrung. Zu der gehörte auch, dass ich zum ersten Mal auch online zwischen TN und Panelist/Dozent hin und herwechselte…ein bisschen wie im invertierten Klassenzimmer, ein bisschen wie bei LdL. Ich fühlte mich eigentlich die ganze Zeit wie ein Studierender, der in einer Studierendengruppe (mit Jeanpol als dem Lehrer im Hinter und manchmal im Vordergrund) den Unterricht macht! Ich glaube, das wird mir bei weiteren Anwendungen sicherlich helfen, wie auch schon meine MOOC Erfahrungen vor diesem tollen MOOC.

Außerdem auch von anderen viel gelernt — Monika Königs konsequente Art der Einbeziehung anderer und ihre Gabe und Fähigkeit, Energiespitzen zu erzeugen, möchte ich hervorheben, und auch Hajo Jürgens angenehme, weil bedächtig-nachdenkliche, von forschenden Gesichtspunkten mit-geleitete Haltung.

Und schließlich gab es eine Gruppe von AktivistInnen hinter und vor dem Vorhang, auf Tiwtter, hier und im Hangout, deren Enthusiasmus die Veranstaltung wirklich getragen hat, genau wie eine Lehrveranstaltung von den Studierenden getragen werden muss, sonst arbeitet man sich „vorne“ doch tot.

Die beiden noch ausstehenden Aktionspunkte bzw Aufgaben werde ich nachholen. Ich hoffe, für einen permanenten LdLMOOC findet sich ein Zuhause. Für Online-LdL stehe ich als Panelist, Blogger usw. auch gerne weiterhin zur Verfügung. Das Ganze hat solchen Spaß gemacht!

Bleibt im Kontakt!

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Marcus Birkenkrahe: LdL als Methode für Onlinecourse.

[Text meines Vortrags beim Hangout zum 2. LdLMOOC am 3.11.2014. Mitschnitt (Google+) | Text (PDF) | Präsentation (Slideshare) — danke an Lena Zauner, Jean-Pol Martin, Monika E. König und Peter Ringeisen!].


LdL-Online – 3.11.14

Jetzt wird es also allmählich ernst: die Sitzung beginnt in viereinhalb Stunden, und ich muss mir jetzt überlegen, was ich im Verlauf von ca. einer halben Stunde zum Thema “Lernen durch Lehren in Online Veranstaltungen” eigentlich zu sagen habe bzw. sagen möchte.

Ich werde mal so vorgehen, dass ich zunächst das Verhältnis von LdL (“Lernen durch Lehren” nach Jean-Pol Martin) und online Lehre allgemein beleuchte, d.h. für das sog. Blended Learning (Präsenzlehre im Zentrum, Online als Erweiterung); dann mache ich einige Bemerkungen zu dem Thema, das mich gegenwärtig persönlich am meisten umtreibt, nämlich reine Online Lehre.  Am Schluss dann noch mein aktuelles Projekt (“Research Methods for Androids“) als Beispiel.

In jedem der Abschnitte werde ich, wo es passt, ein paar Thesen absondern, die ich dann am Schluss noch einmal zum Zweck der Diskussion in der Übersicht zeige.

LdL und Online beim Blended Learning

Zurzeit der ersten Publikationen von Martin und anderen (Mitte der 1980er) war das Netz mit all seinen Möglichkeiten und Einschränkungen weder in Schule noch Universität auf breiter Front angekommen.

Trotzdem nimmt LdL diese Möglichkeiten und Einschränkungen des Netzes bereits auf verschiedenen Ebenen voraus – das ist auch gleich meine erste These:

Neuronenmetapher = Netzrealität

Die “Neuronenmetapher” ist vom Präsenzunterricht nicht nur leicht auf eine Netzsituation erweiterbar, sondern sie zeigt hier erst ihre wirkliche Macht. Die Essenz dieser Metapher ist für mich, dass die traditionelle Dynamik Schüler-Lehrer oder Student-Dozent durchbrochen wird. Indem alle Teilnehmer der Lehr- (und Lern!) Veranstaltung als (definitionsgemäß gleichwertige) „Neuronen“ gesehen werden, werden ganz neue Verhaltensmuster möglich. Gleichzeitig wird die traditionelle Dynamik nicht einfach radikal abgeschafft. Man könnte diese Metapher noch weiter entwickeln (vielleicht haben Martin oder andere das auch getan?) und mit einbauen, dass es ja durchaus völlig verschiedene Typen von Neuronen gibt – d.h. das Rollenkonzept lässt sich auch berücksichtigen ohne dass man die Metapher verlässt.

Bevor ich mich aber in abstrakten Überlegungen verliere, hier zur Übung und zur Gewöhnung ein Beispiel. Bei den Beispielen werde ich mich auf die im deutschen Wikipedia LdL-Eintrag auffindbare Tabelle „die Klasse als neuronales Netz“ beziehen1.

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