Kein Synergierausch, und dennoch…

Resume seit vielen Jahren arbeite ich auf einen Synergierausch hin. Gestern waren fast alle Ingredienten beisammen. Fast…

1. Was beisammen war

Zum Synergierausch braucht man: einen geschlossenen Raum (damit Resonanz entsteht), Körper, die ähnliche Basiskomponenten aufweisen und redundante Impulse, damit das Ganze in Schwingung gerät. Ludwigsburg war ein geschlossener Raum, eine große Anzahl von Körpern verfügte über ähnliche Basiskomponenten (gemeinsame Terminologie) und es wurden redundant Impulse eingespeist. Für mich persönlich war dieses Treffen ein Traum: noch nie kamen soviele Menschen zusammen, die mit „meinen“ Denkstrukturen und Metaphern („Gleichnissen“) vertraut sind. Diese Zusammenkunft war das Werk von Christian Spannagel und seinem Studententeam. Joachim Grzegas Vortrag beeindruckte mich schwer aufgrund seiner sehr umfassenden LdL-Erfahrungen und LdL-Konzeptualisierungen (Grundschule, Fachoberschule, Gymnasium, Hauptschule, Uni). Grzega ist nun DER LdL-Spezialist. Ich verzichte darauf, alle Menschen zu nennen, die gestern dabei waren und zu denen ich aufgrund unserer langjährigen Zusammenarbeit ein enges persönliches, vor allem intellektuelles Verhältnis habe. Stellvertretend sei Barbara Stockmeier genannt, der ich als Schülerin in der 11.Klasse vor 12 jahren begegnete und die seitdem mit großem Engagement am meinem Denken bleibt und für dessen Verbreitung wirkt.

2. Warum es doch nicht zum Synergierausch kam

Der LdL-Tag in Ludwigsburg war eine Fortbildungsveranstaltung für Lehrer. Es kamen sehr viele Interessierte, die weder mit LdL noch mit der Terminologie vertraut waren. Innerhalb kürzester Zeit musste also a) aufgezeigt werden, dass LdL mehr ist als nur eine schüleraktivierende Methode (damit die Lehrer Sympathie für LdL entwickeln), b) aufgezeigt werden, dass die benutzten Metaphern nur hilfreiche Instrumente zur Verdeutlichung von Vorgängen im Unterricht sind und keine Geheimsprache zur Abgrenzung (damit die Lehrer bereit sind, die Metaphern spielerisch zu verwenden) und c) die ganze Chose mit geeigneten Mitteln (Musik, LdL-Song) zu einem Kuchen zusammenbacken, damit alle Spaß haben und willig sind, sich als Gesamtgruppe emotional (kurzfristig) zu vereinen. Sicherlich wäre der Prozess viel schneller vorangeschritten, wenn alle Anwesenden auch gleichzeitig Kommunikationsfreaks gewesen wären (Educampstimmung).

3. Wir waren dicht davor: Schwellenpotenzial fast erreicht

Im Laufe des Nachmittages schien es, dass die „Neuen“ dem LdL-Konzept und der Neuronen-Terminologie immer mehr abgewannen. Ich denke, dass es nicht viel gebraucht hätte, und wir hätten das Schwellenpotenzial erreicht. Es hätte eine emotionale Integration stattgefunden, mit Aussicht auf Synergierausch.

Fazit Gut präsentiert entfalten LdL und die Neuronen-Terminologie Attraktivität für unsere Lehrer-Kollegen. Das war gestern der Fall in Ludwigsburg. Es fehlte wenig, und ich hätte meinen Synergierausch bekommen. Für mich persönlich war es ohnehin ein Traum!

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Heute in Ludwigsburg: Synergierausch?

Heute besteht eine gute Chance, dass wir in Ludwigsburg einen Synergierausch erleben:

Wenn eine große Anzahl von Neuronenensembles in Resonanz geraten, wird es im Gehirn als Flow dekodiert. Analoges geschieht im Unterricht, wenn vor dem Hintergrund eines hohen gemeinsamen Wissenssubstrats Inhalte im Rahmen intensiver themenzentrierter Interaktionen aktiviert und in Konvergenz gebracht werden. Die Konvergenz anspruchsvoller, von allen nachvollziehbaren Gedanken führt zu einer Symbiose aller Beteiligten, die Resonanz in den einzelnen Individuen und in der Gruppe bewirkt. Dieses Phänomen kann man auch bei kollektiven Events wie Konzerten oder politischen Veranstaltungen beobachten. Sowohl das Klassenzimmer als auch das Internet eröffnen die Möglichkeit, aus ganz unterschiedlichen Quellen Synergien zu bilden, die dem Einzelnen eine Zufuhr von Impulsen in sehr rascher Abfolge abliefern. Wenn beispielsweise eine gemeinsame Terminologie („Ressourcenorientierung“, „Emergenz“, „Aufmerksamkeitsökonomie“, „Resonanz“, „Neuronale Netze“) im Zusammenhang mit der gemeinsamen Durchführung von Projekten in einem Raum aktiviert wird, dann geraten die interagierenden Akteure in Resonanz und dies wird emotional als Flow empfunden. Wenn aber dieses Gefühl der Übereinstimmung dank des Internets an ganz unterschiedliche Orten international und synchron ausgedehnt wird, dann kann die Partizipation zu einer Art Synergierausch führen.

Aus: Jean-Pol Martin (2009): Lernziel Partizipationsfähigkeit und Netzsensibilität. In: Guido Öbel (Hg.)(2009): LdL (Lernen durch Lehren) goes global: Paradigmenwechsel in der Fremdsprachendidaktik unter Beruecksichtigung kulturspezifischer Lerntraditionen. Hamburg: Verlag Dr. Kovac, 115-127

Und plötzlich emergiert @Cervus! Wow!

Resume Lisa Rosa, Peter Ringeisen, Cervus, Filterraum, Claudia Boerger, Andreas Mertens, und ein paar andere… Alle haben gedrängt: „lass doch die Neuronen-Metapher weg“! Danke Leute, die Botschaft hat mich erreicht!

1. Was ankommt und was nicht…

Als Mensch, der an der Universität sozialisiert wurde und 40 Jahre lang wissenschaftliche Texte verfasst hat, sind mir Konzeptualisierung und Produktion von abstrakten Modellen mit entsprechender Terminologie in Fleisch und Blut übergegangen. Die Wissenschaftssprache ist zu meiner Muttersprache geworden. Paradoxerweise sind die wissenschaftlichen Begriffe sogar emotional geladen:  „Schwellenpotential“ hat für mich mehr Evozierungskraft als „Blumenstrauß“, „Kartoffelpüree“ oder „Geburtstag“.  Und den meisten Wissenschaftlern geht es ähnlich. Will ich mein Publikum verwöhnen, so setze ich einen drauf und spiele mit den Assoziationen und Termini wie ein Kabarettist. Je skurriler, desto lustiger. Besonders das Kleinhirn und das limbische System haben mir es angetan. Nur: warum soll mein Publikum diese Sprache ebenfalls so lustig finden? Trete ich vor Lehrern auf, so wollen sie von mir erfahren, mit welchen Techniken ich Lernfortschritte bei meinen Schülern erreiche. Sie sind wohlwollend und akzeptieren den einen oder anderen Fachbegriff, aber zu viel ist zu viel.

2. Wie ich das endlich kapiert habe

Vorausgeschickt: natürlich sind für mein Denken und Handeln diese abstrakten Schemata und diese Metaphern sehr hilfreich.  Sie liefern mir eine Grammatik, mit der ich meinen Alltag durch den Einsatz des einen oder anderen Schemas bewältige. Aber gleich mit dieser „Grammatik“ im Rahmen eines Vortrages für Lehrer zu beginnen ist unklug. Das habe ich erst definitiv verstanden, als ich massive Hinweise von bloggenden und twitternden Kollegen erhalten habe. Lisa Rosa hielt auf lange Strecken das Thema am Kochen, Peter Ringeisen leitete die Wende ein – ich kenne ihn seit mehreren Jahren als wohlwollenden Begleiter und sein Posting enthielt genau die Argumente, die  zu diesem Zeitpunkt gefragt waren -, Maik Riecken bestätigte dies („zunächst konkrete Unterrichtserfahrungen, dann die Konzeptualisierung“),  Michael Wald betonte, dass die von mir benutzte Begrifflichkeit nur bei Leuten ankommt, die damit vertraut sind, Claudia Boerger bekräftigte die Ansicht, dass die Begriffe abschreckend wirken und eine negative Haltung mir gegenüber induzieren, Apanat baute mich – wie so oft – wieder auf, Andreas Mertens schließlich beschrieb, wie er selbst sein Publikum mit der von ihm vertrauten Terminologie manchmal verfehlt: „Ich tappe auch immer wieder in diese Falle„.

3. Und pötzlich kommt @Cervus

In meinem eigentlichen Vortrag war von Neuron kaum die Rede, den Vortrag kannten aber meine Adressaten nicht. Sie hatten nur den Blogeintrag zur Kenntnis genommen. Ich setzte einen Link auf den Text und Peter Ringeisen las ihn. Er fand ihn sehr gut. Das war eine große Entlastung für mich. Und heute früh nach dem Aufstehen sehe ich in Twitter folgenden Kommentar: „ich emergiere :). les grad den ludwigsburg-vortrag, klingt super! der verzicht auf so manche neuronenmetapher stärkt ihn ungemein.“ Das war @Cervus, den ich zwar followe, mit dem ich bisher aber kaum direkten Kontakt hatte. Und er hatte meinen Vortrag durchstudiert!

Fazit Dank Blogs und Twitter ist es möglich geworden, beim Verfassen von Texten Denkpartner einzubinden, die durch starken Druck radikale Änderungen einleiten.  Eine solche Denkpartnerschaft geht sehr in die Tiefe.

Die Warnung nehme ich ernst.

Resume Unterrichten ist eine sehr komplexe Tätigkeit. Um Prozesse und Abläufe besser begreiflich zu machen ist es nützlich, Bilder aus anderen Bereichen (Metaphern) heranzuziehen. Dieses Vorgehen birgt Gefahren.

1. Rückmeldung eines Kollegen

In meinem letzten Blog-Beitrag habe ich den Entwurf meines Vortrages am nächsten Samstag in Ludwigsburg skizziert.

Daraufhin erhielt ich folgende Warnung:

rip, on May 2nd, 2009 at 9:34 pm Said: (…)Ich möchte davor warnen, Leute mit dem Vokabular zu verschrecken, das für Lehrer (jedenfalls für mich) fremdartig und auch entfremdend und befremdlich wirkt. Ich finde LdL als Methode sehr gut. Aber ich muss mich wirklich dazu zwingen, einen Artikel zu Ende zu lesen, in dem es von “Perturbationen”, “Neuronen” und “Emergenzen” nur so wimmelt.(…)

2. Das Dilemma

Einerseits verstehe ich die Warnung des Kollegen sehr wohl. Andererseits weiß  ich, dass wenn man die terminologische Hürde überwunden hat, Zusammenhänge, die sehr wichtig für das Verständnis von Unterricht sind, auf einmal klar werden. Es sind wenige Begriffe, aber sie reduzieren die Komplexität drastisch und sind dadurch rasch und einfach operationalisierbar. Ich kann auf die Begriffe nicht verzichten.

Fazit Ich werde in meinem Vortag versuchen, die abschreckende Wirkung der etwa fünf bis sechs zentralen Begriffe abzumildern durch relativierende, ironisierende Nebenbemerkungen. Wenn man diese Metaphern beherrscht, macht es nämlich viel Spaß, sie im Alltag als Deutungsinstrumente zu benutzen.

Ludwigsburg: der countdown läuft.

Resume Heute in einer Woche werde ich den Abschlussvortrag auf dem LdL-Tag in Ludwigsburg halten. Mein Thema: „Lange Inkubation, plötzliche Emergenz“. Hier ist Multitasking akut angesagt, denn ich bin mit anderen Sachen extrem beschäftigt (z.B. Umzug).

1. Das Thema

Das Thema ist von größter Relevanz. Was muss ich in ein System (einzelner Mensch, reale oder virtuelle Gruppe) einspeisen, damit dieses System sich so verhält, wie ich mir es wünsche? In meinem Vortrag fange ich mit der konkreten Beschreibung meiner Klasse an: Ich möchte, wie jeder Lehrer auch, dass meine Schüler Instrumente erwerben, damit sie im Leben gut zurechtkommen. Ich muss wissen, was sich in deren Köpfen und Herzen abspielt, damit ich mit meinem Angebot andocken kann? Was beschäftigt sie gerade? Wo kann ich anknüpfen, um ihre Aufmerksamkeit zu mobilisieren? Welche Inhalte sind für ihr Leben relevant? Mit welcher Art von Perturbation kann ich bewirken, dass sie sich öffnen, damit ich einen Blick in ihre Innenwelt werfen kann?

2. Perturbation, Inkubation und Emergenz

Den zweiten Teil meines Vortrages werde ich einer Analyse dieser Phänomene in der virtuellen Welt widmen. Während eine Schulklasse zumindest physisch als geschlossenes System vor mir liegt (die Schüler sind körperlich anwesend) und nicht entfliehen kann, ist die virtuelle Welt a priori völlig intransparent und absolut volatil. Will ich aus den Menschen, die sich im System bewegen, ein System (Online-Community) konstruieren, so ist eine sehr ausgefeilte Strategie unabdingbar. Vereinfacht beschrieben: ich muss Neuronen-Verhalten konsequent zeigen und kontinuierlich ressourcenorientiert arbeiten. Ferner muss ich angesichts der raschen Verfallszeit immer wieder Perturbationen in das System einbringen und das in Erregung geratene und orientierungslose System („Gehirn“) in die von mir gewünschte Richtung lenken („Cortexaufgabe“). Nur durch Perturbationen kann ich mir ein Bild des Innenlebens des Systems verschaffen. Allerdings muss ich Geduld haben und warten, bis nach einer gewissen Inkubationszeit die ersten Emergenzen erscheinen.

3. Beispiele aus Twitter und Blogs: Liebe und Hass?

Meine permanenten Perturbationen werden auch als solche wahrgenommen. Wie in einem normalen Organismus auch reagiert das System unterschiedlich. Da die Perturbationen so angelegt sind, dass sie die Emotionen ansprechen (limbisches System) werden zunächst Gefühle mobilisiert. Als Beispiel dazu kann ich die Überschrift „Jesus als Modell für Verbreitungsaktivitäten“ anführen, die damals für ein bisschen Agitation gesorgt hatte. Wichtig ist, dass, nachdem ich Bild-Zeitungs-mäßig Aufmerksamkeit erregt habe, inhaltlich Fleisch anbieten kann, also mit Modellen die Kognition meiner Leser zufrieden stelle. Natürlich werden dabei auch Leute verletzt, aber ich bin immer bereit zu erklären, warum ich so arbeite und werde meist auch verstanden. Wie dem auch sei, diese Perturbationen polarisieren und die Emergenzen zeigen eine Art Lagerbildung, die gelegentlich auch die Extremen Liebe und Hass einschließt. Auf meinem Vortrag werde ich konkrete Beispiele für die unterschiedlichen Emergenzen anführen und interpretieren.

Fazit Will man in der virtuellen Welt Gruppen (Systeme) aufbauen und steuern, so muss man bestimmte Techniken entwickeln und anwenden. Zentral ist dabei, dass man Einblick in das System gewinnt. Das geht so: Perturbieren, inkubieren lassen, die Emergenzen interpretieren.

PS:  Hier der Vortrag (under construction) und hier die Diskussion.

Neuer Resonanzraum: die Ingolstädter Grünen

Resume Paradigmenwechsel erfolgen dadurch, dass man von einem kohärenten System zu einem anderen kohärenten System übergeht. Alte Denkstrukturen werden gegen neue ausgetauscht. Dafür braucht man aber einen Resonanzboden.

1. Resonanzboden Universität

Als ich 1981 die Unterrichtsmethode Lernen durch Lehren (LdL) entwickelte, die aus meiner Sicht zahlreiche Probleme des Fremdsprachenunterrichts löste, wollte ich diese Technik in meinem Wirkungskontext, also der Universität, verbreiten. Die strukturellen Voraussetzungen sind nicht schlecht, denn der Resonanzraum ist überschaubar und schön geschlossen (kleine Gruppe von Spezialisten). Damals wusste ich aber nicht, dass in der Universität ganz andere Kräfte wirken. Die Absorbtionskarft, also die Trägheitsmomente des Systems Universität bewirken, dass jede Innovation sofort im Keim erstickt wird (Schwarzes Loch). Das stelle ich ohne jede Häme fest, denn letztlich ist es mir gelungen, LdL doch bekannt zu machen. Aber es gibt niemanden an der Universität, der ein Interesse hat, neue Ideen eines Kollegen (der immer auch ein Konkurrent ist) bekannt zu machen. Im Gegenteil, jeder Kollege ist bemüht, innovative Einfälle eines anderen totzuschweigen oder wenn es nicht geht, kleinzureden. Und ich nehme mich bei dieser Beschreibung nicht aus. Ich verfasste meine Dissertation über LdL und schrieb ein paar Artikel in angesehenen Zeitschriften, aber ohne nennenswerten Erfolg.

2. Das Schulwesen als Resonanzraum

Als nächsten Resonanzboden kam mir die Schule in den Sinn. Ein gewaltiges Vorhaben, denn im Gegensatz zu den kleinen universitären Zirkeln ist es sehr schwer, einen so großen Raum wie das Schulwesen in Resonanz zu bringen. Hier kämpft man gegen starke dissipative Kräfte (Entropie)! Dennoch: im Gegensatz zur Universität waren die Lehrer daran interessiert, meine Ideen zu verbreiten. Sie standen nicht in Konkurrenz zu mir sondern konnten in das Feld „Schule“ neue Konzepte einbringen und auf diese Weise Aufmerksamkeit für sich erreichen. Es gelang uns also, LdL im Kontext der Schule über Fortbildungsveranstaltungen bekannt zu machen. Angesichts der Weite des Resonanzraumes beanspruchte dieser Prozess natürlich sehr viel Zeit, etwa drei Jahrzehnte.

3. Zurück zur Universität: Ludwigsburg als Inputgeber

Im Laufe der Zeit konnte sich die Universität dem von außen einströmenden LdL-Input nicht mehr verschließen. Die Studenten, die im Rahmen von Schulpraktika von LdL gehört hatten, wollten auch an der Universität darüber informiert werden. Eine junge, weniger traditionsbelastete Generation von Didaktikern wuchs heran, die bereit waren, sich auch mit LdL zu befassen. Und seit einigen Monaten scheint es, dass tatsächlich durch die Initiative eines jungen Kollegen, der mit großer Wucht LdL redundant im universitären Kontext einbringt, an diversen Stellen in der Hochschule Resonanz entstehen könnte. Nachdrücklich möchte ich betonen, dass ich auch von Anfang an an der Universität von einzelnen Kollegen kräftigen Beistand erhielt, beispielsweise von Guido Oebel (Japan). Aber zur Erstellung von Resonanz musste eine kritische Menge von Kollegen erreicht werden.

4. Ein neuer Resonanzboden: Grüne Partei Ingolstadt

Einige Resonanzräume reichen nicht aus. Ich muss multipolar vorgehen. Dafür bieten sich politische Gruppen an, wenn sie für meine Ideen empfänglich sind.  Politische Gruppen wollen Aufmerksamkeit erregen und brauchen zündende Ideen und Themen. Im Gegensatz zu den geschlossenen universitären Zirkeln wollen politische Gruppen nach außen wirken. Ich habe Kontakte zur Grün-Alternative Szene in Ingolstadt behalten. Meine Kernbegriffe (Vernetzung, Gehirn, Neuron, Exploratives Verhalten, no risk-no fun, Weltverbesserung, Geschwindigkeit) scheinen gut anzukommen. Nun müssten die Hauptakteure diese Termini a) unter die Grünen selbst redundant einspeisen, bis eine grünen-interne Resonanz erzielt wird und b) redundant in die Bevölkerung einbringen. Da diese Konzepte lustbetont und „sexy“ sind, müsste sehr bald diese Terminologie auf dem Ingolstädter Markt unter Hausfrauen emergieren. Mal sehen…

Fazit Nachdem unsere Ideen die Resonanzräume „Schule“ und „Hochschule“ in Erregung gebracht haben, dürfte es nicht allzuschwer sein, die Resonanzräume „Ingolstädter Grünen“ und „Ingolstädter Politdiskussion“ in Wallung zu bringen.

Traumhaft, aber noch nichts passiert!

Nach einem Jahr Flow im Rahmen von Educamp Ilmenau, Bodensee (Reinhard Kahl), Educamp Berlin, Neuron und Ludwigsburg möchte ich innehalten und bilanzieren. Danach werde ich meine Ziele für die nächsten Monate festlegen.

Resume: als Aktionsforscher bemühe ich mich, a) Probleme des Forschungsfeldes zu identifizieren, b) mit Hilfe von Partnern Lösungen (neues Handlungswissen) zu erarbeiten,  und c) dieses neue Wissen zu verbreiten. Da ich in den letzten 25 Jahren Handlungswissen konstruiert habe, das noch nicht breit diffundiert wurde, stand Verbreitung auf der Tagesordnung.  Jetzt muss wieder neues Wissen konstruiert werden.

1. Vor einem Jahr: Wissen auf Vorrat

Vor einem Jahr war LdL im deutschen Bildungssystem bekannt. Die Methode war dank Einladungen des Goethes Instituts oder der Deutschen Schulen auch im Ausland ein Begriff (Europa, aber auch Äthiopien, Türkei, Südamerika und dank Guido Oebel auch besonders in Japan). Allerdings war LdL vor allem als eine „Technik“ unter vielen anderen verstanden. Nur wenige erkannten, dass hinter LdL ein umfangreiches, modernes pädagogisches Konzept steht.

2. Die Leistung der Neuronen-Gruppe: Diffundierung des vorliegenden Wissens

Dank Educamp und die Neuronen-Gruppe, insbesondere dank Lutz Berger war es möglich, den Fokus auf die Theorie zu richten. Die gute Aufnahme meiner Konzepte (vor allem Neuron) durch die Educamp-Freaks ermutigte mich, diese Ideen auch in einem größeren,  traditionelleren Kontext vorzustellen (Bodensee-Kongress Reinhard Kahl). Dort wurden die Gehirnmetapher und mein anthropologisches Modell ebenfall sehr gut aufgenommen.

3. Legitime Freude am Diffundieren

Natürlich macht es sehr viel Spaß, neues Wissen zu diffundieren: man weiß etwas, was die anderen nicht wissen. Man gewinnt dadurch Aufmerksamkeit (Währung der Zukunft) und gerät in ein Flow, der solange andauert, solange es Leute gibt, die dieses neue Wissen nicht kennen und Uiiii sagen. Man freut sich und neigt dazu, sich mit dem Verbreitungsprozess übermäßig zu befassen, der ja soviel Spaß macht. Was aber, wenn der Vorrat an neuem Wissen verbraucht ist?

4. Neues Wissen konstruieren: IPK-Modell

Vorschlag für Ludwigsburg (weitere biographische Mitfahrgelegenheit):

– Ein relevantes Problem wird identifiziert (z.B. Internetkompetenz  in Grundschulen) und international angegangen,

– Suche nach Partnern im Ausland (PH in Bulgarien oder USA),

– Gemeinsame Forschung ein Semester lang,

– Hochladen der Ergebnisse (neues – für den Fortschritt der Menschheit relevantes – Wissen)

– Diffundierung dieses neuen Wissensproduktes.

Aufgabe des Dozenten: Organisation kollektiver Reflexion und kollektiver Wissenskonstruktion

Meine Ziele für die nächsten Monate: soviele IPK-Projekte wie möglich in allen mir zugänglichen Gruppen anregen.