Und wieder Laura Cau! Die LdL-Frontfrau!

Lieber Herr Martin,

ich fahre gerade von den Seminartagen in München nach Hause. Ich hatte die Gelegenheit, ganz viel über ldl zu sprechen und einen kritischen Lehrer von ldl zu überzeugen. In Französisch und italienisch durfte ich von meinen Erfahrungen und über die Theorie berichten, es wurden auch ihre Aufsätze ausgeteilt. Die Lehrer und Referendare sind sehr interessiert, immer wieder bekomme ich anfragen deswegen. S.V., die auch mit mir studiert hat, probiert ldl seit heute aus und lässt sich telefonisch von mir beraten. Mein seminarlehrer hat sich bei mir sogar bedankt dafür, dass er jetzt ein neues Bild von ldl hat. Ich konnte aus den Diskussionen auch neue Ideen gewinnen. In meiner 7. Klasse versuche ich demnächst, den Schülern die Aufgabe zu stellen, die neue Lexik kontextualisiert einzuführen. (…).

Viele Grüße!

Laura Cau: LdL-Feuerwerk!

Mein Brief an die Teilnehmer der LdL-Mailingliste:

Liebe Teilnehmer der LdL-Mailingliste,

natürlich gab es in der 33 jährigen LdL-Geschichte immer wieder Personen, die Feuerwerke geliefert haben, auch über lange Zeit hinweg (also „nachhaltig“) ich erwähne hier nur Renate Gegner oder Ulli Hertel-Schönberg!
Im Augenblick feuert Laura Cau so ein Feuerwerk ab!
Laura Cau war Schülerin in meinem Französisch-Leistungskurs 2003-2005, dann studierte sie bei mir in Eichstätt und jetzt ist sie Referendarin in Neumarkt/Opf. Dort ist Ulrike Severa Schulleiterin. Ulrike Severa gehörte vom Anfang an der LdL-Epopee (ab 1987) zur der sogenannten „Kerngruppe“!

Und jetzt die Message von Laura Cau, die ich gestern über facebook erhalten habe:
„Heute halte ich beim unterseminar einen Vortrag über ldl mit praxisbeispielen und nächste Woche will ein weiterer Lehrer eine Einweisung in ldl. Zudem bekomme ich Unterrichtsbesuche von interessierten Lehrern. Das Interesse ist sehr groß!“

Und gleich danach:
„Gerade haben sich drei Referendarinnen angemeldet für Montag. Und zwei Lehrer möchten es zumindest mal ausprobieren, z.b. Für die Grammatik. Die fachbetreuerin hat heute gesagt, sie ist froh, mich als Coach hier zu haben für ldl.“

Der Blog von Laura Cau über die Schritte zur Einführung von LdL in einer Anfangsklasse:
http://fightforldl.wordpress.com/

I had a dream, and the dream comes true…:-))

Jean-Pol Martin

Laura Cau: „Ich liebe Ihre Biographie!“

Resume Immer wieder weise ich  auf das Phänomen der Emergenz hin: man powert in ein intransparentes System und plötzlich reagiert es. Und das gibt einen riesigen Motivationsschub!

1. Ich wurde zum Schreiben einer Autobiographie geschoben

Die Initiative ging von diversen Personen aus, aber richtiger Auslöser war Claudius Konrad. Er meinte, wenn ich weiter in der Szene aktiv sein und den LdL-Gedanke am Kochen halten wolle, so müsse ich ein LdL-Buch schreiben. Wenn man 30 Jahre lang an einem Thema gearbeitet und tonnenweise Artikel dazu verfasst und verfassen lassen hat, dann ist man bei der Perspektive, dies noch einmal zu tun, nicht begeistert. Ich fing dennoch an und merkte, dieses Projekt ist eng mit meiner Person verwoben. Insbesondere mit der Tatsache, dass ich von 15 bis 24 extrem viele Misserfolge gesammelt und den „Abgrund“ erreicht, und dann in einem radikalen Paradigmenwechsel die Situation umgekehrt hatte. Aus Laster wurde Tugend, aus Scheitern wurde kontinuierlicher Erfolg. Und LdL war ein wichtiges Instrument dazu. Das musste ich schildern!

2. Didaktisches Kompendium und Schelmenroman

Da ich sehr beschäftigt bin, stand das Buch-Projekt nicht im Zentrum meiner Bemühungen. Ich fing an zu schreiben und schreibe weiter, wie mir der Sinn danach ist. Und peu à peu entsteht eine Art Schelmenroman mit deutlichen Anleihen, auch vom Stil her, am 18.Jahrhundert (ich denke an Fanny Hill, aber auch an Jacques Le Fataliste von Diderot). Das ist nicht gewollt, sondern das ergibt sich. Natürlich sollen alle Anekdoten aus meinem Leben in eine Summe von pädagogischen Empfehlungen münden. Das Buch ist gezielt für Lehrer gedacht. Andererseits scheint es auch Leser anzusprechen, die nicht aus dem Schul- oder Unibereich stammen. Möglicherweise liegt es an dem distanzierten Stil, in welchem ich mein Leben beschreibe und analysiere. Sicherlich wird auch die Tatsache eine Rolle spielen, dass ich als Zeitzeuge über die Spanne von 1943 bis 2010 berichte. Demnächst werde ich als geschichtliche Kulisse den Algerienkrieg (1960) einbeziehen, später die Mai-Unruhen (1968). Noch später werde ich auf die Gründung der Grünen-Partei in Ingolstadt (1980) zu sprechen kommen, auch wenn ich darin keine zentrale Rolle spielte.

3. Ich werde angefeuert

Gelegentlich verliere ich die Autobiographie aus den Augen. Dann meldet sich Claudius Konrad in Twitter: „Wann geht das Buchschreiben weiter? 🙂„. Cethegus korrigiert den Text im Wiki und kommentiert auch auf der Diskussionsseite. Gerade hat Johannes, Grünes Mitglied und Entwicklungshelfer in Tansania getwittert: „Biographie von jeanpol gelesen,gefällt mir sehr gut, hoffe auf Fortsetzung. http://bit.ly/ukjgK.  Zähneputzen, dann in die Stadt einkaufen.“ Johannes putzt sich also die Zähne, nachdem er Auszüge aus meiner Biographie gelesen hat. Auch Melanie Gottschalk und Ulrike Kleinau feuern mich an! Ganz außerhalb von diesem Kontext hat mir Renate Maurer, textgewohnt, sehr kritische Redakteurin mitgeteilt:  „Das gefällt mir nach wie vor sehr gut! Beim Wort ‚mädchentechnisch‘ habe ich laut gelacht.“ Und vor 5 Minuten erhielt ich die Mail von Monika Bittl, Dekanatssekretärin in Eichstätt: „Ich habe es mit Begeisterung gelesen und warte sehnsüchtig auf Fortsetzung.“ Mit diesen Zeugnissen möchte ich es bewenden lassen. Aber: es sind die Emergenzen, ohne die ich vielleicht aufhören würde zu schreiben.

Fazit:  Körperlich geht es mir wie bei vielen Menschen meines Alters nicht so toll (Arthrose und arge Schmerzen in den Schultern). Ich möchte aus diesem Körper (vor allem aus dem Kopf) auf jeden Fall noch ein paar „Juwele“ rausholen. Und das Buch könnte eines sein. Ohne Anfeuerungen geht es nicht.