Unerträglich eitel vs. Selbstsorge.

Resume Viele finden mich unerträglich eitel. Andere drücken ein Auge zu. Ich vermute, dass auch Franz-Xaver ein Auge zudrückt, sonst könnte er gar nicht so tief in das Phänomen LdL eindringen.

Franz Xaver Schröder, am 29. Mai 2011 um 20:38sagte:

@“„LdL ist gut aber Martin ist scheiße“, habe ich immer wieder gehört in den letzten 30 Jahren.“

Das kann nur jemand meinen, der LdL zu unrecht nur als Unterrichtsmethode deutet. Ihr wesentlicher Charakter ist aber treffend mit dem Begriff ‘Selbstsorge’ genannt.
Die Schüler sorgen für sich selbst (auch wenn sie dabei die Hilfe und Unterstützung der Lehrerin in Anspruch nehmen.)  Selbstsorge ist ein leider heute weitgehend vergessener Gedanke, der die Entstehung der Philosophenschulen der alteuropäischen Antike bewirkte.

1981/1982 hielt Foucault eine Vorlesung mit dem Titel „Die Hermeneutik des Subjekts“, in der er die Beziehung von Subjekt und Wahrheit innerhalb der Praxis der Selbstsorge untersuchte, wie sie in den Philosophieschulen des Hellenismus und des 1. und 2. Jahrhunderts angeboten wurde. Foucault sieht die Sorge um sich selbst (damit ist nicht ein Egozentrismus gemeint) als das zentrale philosophische Thema der gesamten hellenistischen Kultur. Bei Platon sind Selbstsorge und Selbsterkenntnis identisch. Im christlichen Mittelalter wird aus der Selbstsorge die ‘Seelsorge’ und damit die einer Priesterschaft überlassenen Lehre. (Die Auswirkung dieses Wechsels auf die Didaktik würde mich am Rande interessieren).
JPM hat vielleicht nicht diesen philosophiegschichtlichen Boden seiner Anstrengungen gesehen, aber er hat sich unbeirrt auf ihn gestellt und etwas für Lehrer ungeheuerliches gewagt, er hat nämlich den Schülern gesagt: sorgt für euch selbst.

Selbstsorge kann nur gedeihen im Feld der Sorge. Sorge aber spürt man im andren, die lässt sich nicht behaupten ohne Zeugnis von persönlichem Engagement.

Wenn JPM jetzt intensiv in die Philosophie einsteigt, um mit einigen Mitbürgern in philosophischen Zirkeln aktuelle Diskussionsthemen in Bezug zur Philosophie zu setzen, dann verfolgt er weiter seinen Weg: Selbstsorge.

FXS

„Selten soviel pseudowissenschaftlichen Unsinn…“

Aus einem Kommentar im Blog von Christian Spannagel:

„(…) Aber schließlich und zu guter letzt würde sich die Emergenz schon melden, was zu einem neuen geflügelten Wort führen würde: „Lange Inkubation, plötzliche Emergenz.“ Werbefirmen würden sich auf diesen Slogan stürzen. Zum Ende der Werbespots würde immer ein Männchen mit einem Baguette auftauchen: „Wer hat‘s erfunden? Der Franzose hat‘s erfunden“ Zack, eins übergezogen mit dem Baguette und ab.
Was soll das Ganze?
Also „LdL“ ist nichts anderes als eine besondere Form des Unterrichtsgesprächs. Als solche kann sie mal gut und mal weniger gut für einen bestimmten Unterricht sein. Das ist gut und super und toll.
Nicht gut und nicht super und nicht toll sind die Plattitüden (Du erinnerst Dich an Statement 4?) die ansonsten um „LdL“ (allein bei dieser Abkürzung schüttelt es mich) geschrieben werden. Ich habe selten soviel an den Haaren herbeigezogenen pseudowissenschaftlichen Unsinn gelesen wie von Eurem Guru JPM. (…)

Und jetzt ein neues Buch? Oh Gott!

Vor längerer Zeit hat mir Claudius Konrad empfohlen, ein Buch zu schreiben. Auch Lutz Berger legte es mir nahe. Itari deutete ähnliches immer wieder an. Gestern skypte ich mit Michael Wald und er sagte: „Schreibe doch ein Buch!“.

Und heute das:

cko, on May 27th, 2009 at 2:50 pm Said: Edit Comment: Der Blog ist auch beachtlich geworden! Um aber richtig in allen Medien präsent zu sein und einen Fußabdruck hinterlassen zu haben, fehlt mir in der JPM “Sammlung” jetzt aber noch ein JPM-Buch, vielleicht ein Handbuch für zukünftige Lehrer? Dann erst können sich anderen Themen widmen. :-)

Dann erst darf ich mich anderen Themen widmen?