Wie eine Sau.

Resume Im Augenblick fühle ich mich wie eine Sau, die gerade 15 Ferkel abgeworfen hätte (normal: 13,1). Glücklich, aber erschöpft. Und das kam so:

1. Guido Oebels Publikation

Guido Oebel, Professor für DaF in Saga (Japan) hat eine Anthologie zu LdL herausgegeben. An sich schon was Tolles für mich, zumal mit der sehr warmherzigen Widmung und dem ebenfalls sehr liebevollen Porträt durch Joachim Grzega.  Der Sammelband enthält unter anderem einen längeren Aufsatz von Michael Kratky, der auf seiner Examensarbeit fusst und meine ganze Theorie ohne Rest wiedergibt. Ähnliches gilt für Johannes Guttenberger, der bei mir im Leistungskurs war und seine Facharbeit darüber verfasst hat. Auch er hat meine Theorie und Praxis ohne Rest aufgenommen.

2. Der vorliegende Blog

Motiviert und angeregt durch die Leser konnte ich innerhalb von ein paar Monaten meine ganze Theorie und Praxis ohne Rest in diesem Blog veröffentlichen. Insbesondere war mir auch möglich aufzuzeigen, welches wissenschaftliche Programm Joachim Grzega und Christian Spannagel auf sich genommen haben mit ihrem Entschluss Aktionsforschung zu betreiben. Ferner konnte ich das Interesse von Denkpartnern wie Michael Wald, Torsten Larbig, Maik Riecken oder Dörte Giebel nachhaltig gewinnen, so dass auch hier wichtige Theorielemente rezipiert werden. Von Apanat ganz zu schweigen, er begleitet und motiviert mich seit Jahren.

3. Der LdL-Tag in Ludwigsburg

In Ludwigsburg hatten Christian Spannagel und seine Studenten eine ideale Bühne vorbereitet. Dort konnte ich im Abschlussvortrag umgeben von allen meinen Lieben alle meine Essentials vorstellen, ohne Rest, ja sogar mit einer guten Portion „too much“ (ich ließ mich von der Stimmung mitreißen und das war nicht so gut…:-))! Und Lutz Berger filmte das Ganze sogar, so dass ich definitiv das Gefühl gewinnen konnte: nichts, von dem, was ich in der Praxis erlebt und in der Theorie konzeptualisiert habe, bleibt irgendwo in einer Schublade. Ohne Rest!

Fazit: Das bedeutet nicht, dass ich nicht weiter arbeite (Senioren in Ulm, 11c, Grüne, nächstes Jahr Leistungskurs und Projektseminar, usw.) Aber „alles ist raus“!

Guttenberger in Jena: „Niemand war weggerissen!“

Resume Michael Kratky und Johannes Guttenberger haben am vergangenen Freitag einen Wokshop in Jena durchgeführt. Nach Guttenbergers Meinung war niemand vom Workshop „weggerissen“. Seine Hinweise scheinen mir für die Zukunft unserer Projekte sehr wichtig.

1. Heiner Wittmann äußerte sich positiv:

Blogentry 1: (…) Die Art und Weise, die präzise Darstellung anhand eines Beispiels, wie mit einem Wiki gearbeitet wird, ist klasse. (…)

Blogentry 2: (…) Michael Kratky und Johannes Guttenberger haben über den Einsatz von Wikis berichtet. Dachte mir zuest kenne ich schon, aber ihr Atelier „Wissenskonstruktion mit partizipativen“ Tools war schon deshalb so gut, weil es so klasse vorbereitet war und vorgetragen wurde.(…)

2. Ich fragte Johannes, warum aus seiner Sicht niemand hin und weg war

„Ich denke dazu Folgendes:

1. in der extremen form, wie wir (bzw vor allem beispielsweise Sie und Hr. Spannagel) die sache angehen und betreiben, ist sie nicht Standard, aber Wikis oder Moodle-Zeugs oder dergleichen wird natürlich immer bekannter und immer mehr auch von schulen eingesetzt, so dass es nicht mehr so besonders ist als noch vor wenigen monaten und jahren.

2. viele konzentrieren sich meiner meinung nach (logischerweise 🙂 nur auf das sichtbare, also auf das erstellen von wikis oder praktische fragen, wie beispielsweise „wie bringe ich meine schüler zu diesem oder jenem“ (seiten erstellen etc). Die dahinterstehende theorie aber vernachlässigen vermutlich viele (vllt weil sie sie für zierde oder überzogen oder falsch oder wichtigtuerei halten) und manche lassen sich nicht, andere nur bedingt oder vorübergehend darauf ein, fangen aber wahrscheinlich nie oder nur ganz selten an, in derartigen kategorien und mit derartigen mustern zu denken, so dass sie davon nicht „begeistert“ (im Sinne des Wortes) sein können.

3. es kommt ja immer aufs publikum drauf an. manchmal sind leute dabei, die sich sehr leicht davon begeistern lassen und sehr drauf abfahren, manchmal nicht. dabei kommts vllt auch aufs alter an. jüngere leute lassen sich vllt leichter mitreißen, sind noch begeisterungsfähiger und manchmal idealistischer. sie lassen sich vllt nicht so sehr von der technik begeistern (weil sie mit der eh schon ziemlich vertraut sind oder es schnell werden), aber evtl durch die dahinterstehenden Ideen bzw wirklich interessante Projekte, die sich mit Hilfe der Technik angehen lassen.

4. man darf ja nie die inkubationszeit außer acht lassen, obwohl die „Beeinflussungsphase“ bei einem derartigen atelier schon sehr kurz und damit nicht so intensiv ist wie z.B. 3 Jahre Französischunterricht. Aber manchmal reicht ja schon ein kleiner Ruck, um eine Lawine ins Rollen zu bringen…

5. Auch wenn wir noch lang nicht alle Potenziale ausnutzen, so sind doch mittlerweile die meisten – zumindest was die technik angeht – im pc- und internet-zeitalter (neuen paradigma) angekommen.

Was meinen und denken Sie dazu??

vg, Johannes“

Was ist wo und durch wen vorne?

Resume Als Forscher, der versucht Innovationen hervorzubringen und zu propagieren, beobachte ich die Verbreitungsfortschritte unserer Gedanken. Wo sind sie gerade, diese Ideen?

1. Das ganze Paket am letzten Freitag in Jena

Kollektive Wissenskonstruktion, Neuron, Gehirn, exploratives Verhalten, LdL, IPK, Inhalte im LK-Französisch, Menschenbild, Weltverbesserung, UNO und anderes mehr… Das ganze Paket wurde von Michael Kratky und Johannes Guttenberger auf dem Bundeskongress der Französischlehrer in Jena am letzten Freitag in einem Workshop vorgetragen. Ein Mitarbeiter des Klett-Verlages saß im Saal und hat mitgebloggt ( Wissenskonstruktion mit partizipativen Tools. Von H.Wittmann).

2. Ludwigsburg, Spannagel und Lutz Berger

Welche Gedanken im Ludwigsburger Umfeld von wem und wohin getragen werden, weiß ich nicht genau. Ich kann nur die permanenten Emergenzen über Twitter, Blogs und Plattformen wahrnehmen. Die jüngste war gestern abend, es war ein Tweet von Lutz Berger: „Looking at: meine ldl-clip-statistik „lutzland.blog“ » LdL – Rückschau – wer schaut was?“ Die ganze Ludwigsburger Aktion wird einen Höhepunkt am 09.05.09 schaffen, aber wie es weitergeht kann ich nur ahnen. Es wird wahrscheinlich besser, als ich es mir in den kühnsten Fantasien vorstelle.

3. Guido Oebel in Japan

Eine Emergenz, die mich besonders freut, ist das Erscheinen des von Guido Oebel herausgegebenen Sammelbandes „LdL – Lernen durch Lehren goes global: Paradigmenwechsel in der Fremdsprachendidaktik und kulturspezifische Lerntraditionen. Erweiterter Tagungsband der 2.DaF-Werkstatt Westjapan vom 27. bis 29. Oktober 2006 an der Universität Kurume, Mii-Campus.“ Verlag Dr.Kovac. 2009. 410 Seiten.  Zusammen mit der persönlichen Komponente (Guido Oebel hat die LdL-Bewegung enorm vorangebracht) beglückt mich, dass das universalistische Menschenbild, das LdL zugrundeliegt, ins Zentrum der Reflexion rückt.

4. Reflexion über Unterricht

Und natürlich komme ich auch voran in meinem ureigenen Feld, der Durchführung von Unterricht und der Reflexion darüber. Es scheint, dass meine Schüler bereit sind, aus der abwartenden Haltung zur Offensive überzugehen. Nachdem wir uns ausführlich mit Europa beschäftigt haben, werden wir, so hoffe ich, ab morgen die Probleme der Welt angehen. Über das entsprechende Buch verfüge ich ja: Histoire/ L’Europe et le monde depuis 1945. Klett/Nathan. Und für meine vertieften Reflexionen über meinen Unterricht vefüge ich über zwei vorzügliche Denkpartner: das ist einmal apanat, den ich im Rahmen meiner Aktivitäten in der Wikipedia kennen- und schätzen gelernt habe, und Maik Riecken, der erst vor kurzem und mit intellektueller Wucht in meinem Horizont aufgetreten ist.

5. Nur Bestandsaufnahme heute um 9.50Uhr

Selbstverständlich vergesse ich nicht Joachim Grzega, oder auch Twitter-Denkpartner wie Filterraum oder Itari_Itari, ganz zu schweigen von Mindlounge. In meinem Eintrag habe ich die Personen und Aktionen thematisiert, die sich gerade im Brennpunkt meiner Aufmerksamkeit befinden. Und auf die Arbeit mit den Grünen freue ich mich natürlich sehr, Petrakleine!

Fazit Da und dort kommen wir voran. Überall innovativ, überall erfolgreich und dennoch in der Summe unspektakulär. Das ist Aktionforschung eben. Der Glanz kommt nach dem Tod!:-))