LdL: Joachim Grzegas Mail an seine FH-Studierenden

Mich beeindruckt die Ernsthaftigkeit, der Mut, die Konsequenz  bei der Erörterung der Gründe für das Festhalten am gewählten methodischen Weg!

LdL im schematisierten Blended Learning an einer FH

Im ablaufenden Semester hatte ich die Möglichkeit, einen zwei parallele Kurse “Business English (Advanced)” an einer FH zu unterrichten. Das Blended-Learning-System dieser FH besteht darin, dass es zwei 4-stündige Präsenz-Sitzungen gibt (am Anfang und in der Mitte; am Ende gibt’s noch eine Präsenzsitzung für die schriftliche Prüfung). Der Rest läuft schematisiert (für alle Business-English-Kurse, unabhängig von den einzelnen Dozenten) auf einer Online-Lernplattform ab, über die die Studierenden sich das Wissen aneignen und bis zu bestimmten Terminen Aufgaben erfüllen. (weiter)

Dranbleiben: das LdL-Projekt und Joachim Grzega!

Resume 1980 fiel mir die LdL-Idee ein. 1987 wurde die LdL-Kerngruppe gebildet. 2008 gab ich das LdL-Projekt in die Hand von Joachim Grzega! Und die Sache läuft weiter! Herrlich!

Kontaktbrief vom 15. September 2010

Jg. 24, LdL-Kontaktbrief Nr. 151

Liebe LdL-Freunde,

nach der großen Sommerpause ist es Zeit für einen neuen Kontaktbrief. LdLianer konnten mit einem guten Gefühl den Sommer verbringen, da kurz zuvor eine positive Zwischenbilanz zum Einsatz von LdL im Rahmen eines bayerischen Schulversuches veröffentlicht worden war. Dabei handelt es sich um den Schulversuch KOMPASS, der an der Georg-Hipp-Realschule im bayerischen Pfaffenhofen durchgeführt wird. KOMPASS steht für “KOMpetenz aus Stärke und Selbstbewusstsein”. Der Pfaffenhofener Kurier berichtete darüber (aus Urheberrechtsgründen darf der Artikel hier leider jedoch nicht hochgeladen werden). Die Ruhepause von der alltäglichen LdL-Pflege ermöglichte, dass LdL-Samenkörner auf neuen geographischen, thematischen und institutionellen Feldern gepflanzt werden konnten.

1. Geographisch: Roland Graef, ein LdLianer der ersten Stunde, hat mit großem Erfolg eine Fortbildung an einem Gymnasium in der französischen Schweiz durchgeführt. Das Gymnasium hatte mich kontaktiert, und ich hatte ihm Roland Graef vermittelt. Von dem dortigen Organisator erhielt ich im Nachhinein begeisternde Worte des Lobes für Roland Graefs Veranstaltung. Hier ist Herrn Graefs eigener Erfahrungbericht (auch auf der LdL-Mailingliste bei ZUM veröffentlicht):

LdL-Fortbildung in der Schweiz: Ein Blick in die Zukunft von Schulgebäuden: Anlässlich einer LdL-Fortbildung in einem kleinen Ort in der französischen Schweiz – übrigens war dies in den vielen Jahren LdL-Fortbildung meine erste, die ich in französischer Sprache gehalten habe – fand ich mich in einem neuen „Gymnase“ im Aufbau wieder, von dem ich nur sagen kann: So könnte die Zukunft unserer Schulgebäude aussehen, falls unsere Sachaufwandsträger bereit wären, viel Geld in eine zeitgemäße Ausstattung zu investieren.
Da fällt zuerst das helle, freundliche Lehrerzimmer auf: Es ist riesengroß und in drei Bereiche aufgeteilt: am Eingang (der übrigens immer offen steht!) befindet sich ein großen Kommunikationsbereich mit Kaffeemaschine usw. sowie mit kleinen Tischen mit je 4 Stühlen. Dahinter, durch eine verschließbare Türe abgetrennt, kommt ein erster großen Arbeitsbereich mit super ausgestatteten Computer-Arbeitsplätzen in ausreichender Anzahl und schließlich folgt dahinter ein Silentium-Bereich mit individuellen Arbeitstischen. Da lässt sich wirklich leben und arbeiten! Für größere Veranstaltungen gibt es neben der Aula und einem großen Ausstellungsraum noch zwei top ausgestattete, große Konferenzsäle. Diese und die Klassenzimmer sind vollgepackt mit modernster Technik: White board und Flip-chart statt einer Tafel; mit Codewort gesicherter Lehrer-Computer unter dem Lehrertisch; Beamer an der Decke und statt eines Overhead-Projektors ein neuartiger Projektor auf dem Referenten- bzw. Lehrertisch, der alles, was unter seiner Linse liegt, per Beamer an die Wand projiziert. Zum Glück hatte ich für diese Fortbildung eine französische LdL-Powerpoint-Präsentation erstellt, denn in einer solchen Schule, in der alles nur noch elektronisch gezeigt wird, wäre ich mit meinem Foliensatz zu LdL hoffnungslos gescheitert und hätte mich von Anfang an als altmodischer Dino geoutet…
Sehr positiv für Verlauf und Erfolg der Veranstaltung war übrigens die Anwesenheit von Denise Delay, einer inzwischen pensionierten Schweizer Fachdidaktikerin für DaF, die eine DaF-Didaktik verfasst hat, in der LdL eine ganz wichtige Rolle spielt. Sie bestätigte die von mir vorgebrachten Erfahrungen mit LdL und machte diese somit glaubwürdiger.

2. Thematisch und institutionell: Eine weitere interessante Entwicklung hat sich in den USA aufgetan: Ein in Seattle beheimatetes Energie-Unternehmen möchte LdL in der innerbetrieblichen Fortbildung einsetzen. Der Leiter des Projekts möchte dies sogar zum Thema einer Doktorarbeit machen. Somit könnte sich LdL von den klassischen Bildungsinstitutionen Schulen, Hochschulen und Volkshochschulen nun allmählich auch im betrieblichen Alltag verankern.

Wer am Freitag, den 17. September, zufällig in Leipzig ist, kann mich bei einer Linguistik-Tagung zum Thema “Lernen durch Lehren (LdL) als Konzept zur Vermittlung von Fachkommunikationskompetenzen” hören. Der Vortrag findet von 11.45 bis 12.30 im Hörsaal (HS) 20 in der Universitätsstraße statt. Schwerpunkt des Vortrages wird sein, wie Lernende mit LdL sowohl für die Experten-Experten-Kommunikation als auch auf die Experten-Laien-Kommunikation fit gemacht werden können, mit anderen Worten: wie sie sich mit LdL Wissenstransferkompetenzen aneignen können.

Bis zum nächsten Kontaktbrief,

Joachim Grzega

Link zu den LdL-Briefen

Kleinere Brötchen, und doch große Kicks!

Resume Seitdem ich im Ruhestand bin, backe ich kleinere Bröchten. Die Intensität der Kicks bleibt dieselbe.

1.  Handlungsräume kognitiv definieren.

In diesem Schul-/Uni-Jahr ging die „Bedeutung“ meiner Projekte decrescendo. Mit „Bedeutung“ meine ich die Anzahl der Menschen, die involviert sind und die geographische Ausdehnung. Im Herbst 2008 standen die grandiosen Aktionen der Ludwigsburger Gruppe im Vordergrund, mit Spannagel und Lutz Berger an der Spitze. Sie kamen zu mir im Unterricht und machten LdL zu einem Internet-Hype. Im Frühjahr 2009 konnten wir uns auf dem Educamp in Ilmenau sehr gut positionieren und da kam das tolle Afrika-Projekt von Alexander Rausch und Ulrike Reinhard voll zur Geltung.  Im Mai wurde ein LdL-Tag in Ludwigsburg organisiert, für mich den Höhepunkt meiner wissenschaftlichen Karriere. Parallel dazu führte ich eine 11.Klasse in Französisch, die auf meine Angebot nicht anbiss, aber es war für mich eine ganz neue Erfahrung und dadurch lernte ich viel (wie geht man mit sowas um?). Dazu gehörte auch die Frankreichreise mit der Klasse und mit Studenten. Egal was wir uns einfielen ließen (z.B. Mister Bean oder der Exhibitionist), die Klasse blieb nett, aber indifferent. In Ulm hatte ich die Freude, eine sehr nette Gruppe von Senioren in die Blogarbeit einzuweisen, ob es Zukunftsperspektiven eröffnet, weiß ich nicht. Bei den Grünen versuche ich, mich nützlich zu machen, und nach einer längeren Einstiegsphase scheint es, dass es mir gelingen könnte. Ich durfte einen Vortrag halten und dieser kam Gott sei dank gut an. Mir kommt sehr zugute, dass ich dort eine einflussreiche Fürsprecherin habe und seit meinem Vortrag scheint sich ein gewisser good-will zu verbreiten. Morgen werde ich Unterschriften für ein Bürgerbegehren (Busse sollen in der Innenstadt fahren dürfen) sammeln. Hoffentlich schaffe ich das körperlich (Arthrose). Es sind, das darf ich vielleicht so sagen, „kleinere Brötchen“, aber für mich ganz wichtig. Nächstes Schuljahr werde ich auf jeden Fall eine neue 11.Klasse führen und ein Projektseminar (auch 11.Klässler).  All diese Handlungsräume sind nicht spektakulär, aber sie bringen mir viel Freude (Kicks). Und das kommt so:

2. Feed-back Kultur

Durch das Internet verlaufen Projekte meist in kompakten Zeiträumen und sehr intensiv. Wenn man mit Twitter, Blogs und eMails arbeitet ist es durchaus möglich, dass ein umfangreicheres Projekt innerhalb einer Woche angegangen und abgeschlossen wird, wobei fast Tag und Nacht zwischen den Akteuren kommuniziert wird. Und das ist, glaube ich, das Neue. Diese permanente Kommunikation zwingt eine Feed-Back-Kultur auf, die kontinuierlich Kicks verschafft. Allerdings setzt es voraus, dass die Akteure auch entsprechend handeln, also schnell Feed-Backs „verabreichen“.  Der heutige Tag war für mich beispielsweise voller „Kicks“, obwohl ich de facto kein Projekt durchgeführt habe, sondern nur an der Präsentation der Ergebnisse des MOSAIK-Projektes (Greca/Siebenhüter/Katharinen-Gymnasium/FOS/BOS-Ingolstadt) teilgenommen habe.  Dennoch habe ich mit Petra Kleine einen intensiven, kickreichen und für mich fruchtbaren Tweets- + Mailaustausch gehabt, Kicks erhielt ich auch von Alexander Rausch, von Johannes Hartmann aus Tansania, der am MOSAIK-Projekt mitgearbeitet hatte und mir liebe Grüße an Frau Heller ausrichten ließ, und jede Menge Kicks auch in Eichstätt selbst.  Und gerade jetzt noch einen Kick aus Ulm. Die Handlungsräume sind bescheidener als früher, aber die Kickmenge bleibt gleich, ja sie scheint sogar zu wachsen.

Fazit Großes Projekt, kleineres Projekt: die Kickmenge und Kickintensität bleibt dieselbe.

7 projects: focuse on IPC?

Resume My english is a pity, but I hope everybody can understand it. I’m involved in 7 projects. Some, like the Spannagel/Berger one, are very dynamic, others, like my VHS-alphabetisation are absolutely  inactive. I will shortly describe the 7 projects and their current state of development.

1. Spannagel/Berger and Neuron

This project is utterly dynamic and successful. Everybody here knows it, so I don’t have to describe.

Recent achievements: LdL-Podcast Goanimate

2. Joachim Grzega and LdL

LdL has a lasting tradition and since 1982 a lot of people have been involved in developing and spreading this method. Currently Joachim Grzega is in charge of the project. Joachim Grzega is a brilliant colleague of mine, very innovative and energetic. The problem (I think): he has an enormous account of work to do and is a little bit isolated in Eichstätt.  Recent achievements: see letter nr. 140

3. Michael Kratky and IPC (course: internet- and projectcompetence)

Currently, even if the IPCproject-speed is not so spectacular like other projects here, this project shows the way we have to work in the future. Future elementary teachers from Bulgaria, Germany and USA are making researches about topics they have chosen themselves. They were supported by professors from their universities, in Germany (Prof.Schultheis, Michael Kratky and Tutor Miriam), in Bulgaria (Prof.Mirtschewa), in USA (Prof.Ausband). Here the forums:

Common forum for all projects

– Topic 1: The teachers‘ (emotional) influence on first graders

– Topic 2: Areas of spezialisation for elementary teachers

– Topic 3: Interaction between children and nature

– Topic 4: Types of instruction and learning theories

– Topic 5: Open education

– Topic 6: Elementary education program requirements

4. Teaching French in class 11 (grammar-school)

Business as usual (using the method LdL). The students are nice and willing to learn. Spannagel, his students and Lutz Berger (project 1) will come to my class in january in order to film and interview my students.

Recent achievement: SAT1-TV was in my class on last thursday and broadcasted on sunday. Very good.

5.   “Seniorenstudium”  (Seniors studies) at the University of Ulm with Carmen Stadelhofer

I will hold a lecture in Ulm on december 8 about communication and collective knowledge building. In the summer-term I will hold a seminar (blended learning)

6. Alphabetisation at VHS

I wanted to participate and help in the VHS-Ingolstadt. But currently there is no man who wants to learn writing and reading. And woman, who are mainly moslems, arn’t willing to learn with me, because the courses are individual and I’m a man, so they can’t be alone with me in a room. So I’m waiting for a man to alphabetise.

7. Bringing all the 6 projects together

They are more and more connections between the projects, especially between my class and the Ludwigsburg students.

Upshot: A lot to do, but I could have more to do!

Lutz, du bist ein Schatz!

1. Aumerksamskeitsökonomie

Natürlich ist es befriedigend, wenn man eine gute Arbeit leistet. Als Didaktiker freue ich mich sehr, wenn ich nette Schüler habe und einen guten Unterricht halte. Will ich das Ganze aber dynamisieren und meine Schüler motivieren, über sich hinauszuwachsen, so ist es günstig, wenn ich Aufmerksamkeit von außen als Belohnung einsetze (die Aufmerksamkeit ist die Währung der Zukunft). Aufmerksamkeit erziele ich aber nur durch Hingucker.

2. Lutz Berger schenkt uns Hingucker!

Hingucker sind kleine Produkte (Juwele), die über das Normale hinausragen und wow-reaktionen hervorrufen. Der Ablauf ist folgender: ich halte beispielsweise eine besonders gute LdL-Unterrichtsstunde, die Qualität zum Hingucker hat. Aber ich brauche jemanden, der aus dieser Stunden a) tatsächlich einen Hingucker macht und b) den Hingucker dahin transportiert, wo es Leute gibt, die wow schreien! Reinhard Kahl hat das mit einer Unterrichtsstunde und ein paar Interviews von mir gemacht („Treibhäuser der Zukunft“) und das war eine Riesenhilfe! Und seit einiger Zeit macht das Lutz Berger auch! Er hat bisher von mir drei kleine Youtube-Interviews erstellt, die ich überall einspeise! Wow! Und gestern abend hat er einen Artikel geschrieben, den wir auch überall einspeisen können. Langsam nähert sich das Eichhörnchen! Natürlich sind nicht nur Filme Produkte, die man überall redundant einspeisen kann! Auch Menschen sind Hingucker! Zum Beispiel Joachim Grzega, Michael Kratky, Christian Spannagel!

Spannagel, Grzega, Kratky und die anderen…

Kleiner bilanzierende Blick nach hinten und push nach vorne

Dass die von mir mit Hilfe zahlreicher anderen klugen und engagierten Menschen erstellten Produkte zukunftsweisend sind, daran habe ich keine Zweifeln. Die Frage ist nur, wie man diese Produkte diffundiert.

1. LdL

Als ich 1984 zum ersten mal vor eine größere Öffentlichkeit mit LdL trat (bundesweites Treffen von Seminarlehrern für Französisch bei Passau) herrschte helle Empörung (ein Seminarlehrer sagte: „wenn Sie mit so einer Stunde bei mir eine Lehrprobe halten würde, würde ich Ihnen eine glatte 6 geben“). Sofort aber wurde die Idee weitergeflüstert und in einigen Zeitschriften aufgegriffen: „Neue Methode“.  Inzwischen wurden tonnenweise Artikel, unzählige Bücher und Filme, etwa tausend Fortbildungsveranstaltungen durchgeführt, die Methode ist in den wissenschaftlichen Handbüchern und in den Lehrplänen verankert und dennoch kennen viele die Methode nicht. So bekam ich gestern – also 24 Jahren später – einen Anruf von einem Zeitschriftenredakteur, der sich über die „neue Methode“ informieren wollte. Wenn ich also in einen Aufmerksamkeitshype gerate, bleibe ich cool. Aufmerksamkeitshypes sind wie ein Pferd, das vorbeirennt. Du musst ihm schnell deine Botschaft auf den Rücken werfen. Am Bodensee war ich auf einem solchen Hype und konnte mein anthropologisches Modell und die Gehirnmetapher (Neuron) auf das rennende Pferd festbinden. Ähnliches passierte auf dem Educamp in Berlin.

Parallel dazu gibt es Menschen, die von Anbeginn dabei waren und mir nachhaltig geholfen haben, LdL thoeretisch zu untermauern und zu verbreiten. Es war eine Gruppe von Lehrern, die sog. „LdL-Kerngruppe“ von 1987 an bis heute. Gegenwärtig liegt die ganze Freude und Last des LdL-Projektes auf den Schultern von Joachim Grzega.

Joachim Grzega ist nach Meinung aller Menschen, die ich schätze, eine Ausnahmeerscheinung. Er ist witzig, unglaublich kreativ und einfallsreich, wissenschaftlich äußerst produktiv, unkonventionell, ein Liebling der meisten Studenten, obwohl recht fordernd. Er liebt seinen Beruf und ist für Studenten und Kollegen Tag und Nacht andockbar. Gerne sagen die Studenten von ihm, er sei ein Genie. Ich meine auch, dass er geniale Züge besitzt, denn er kombiniert Ideen und Erkenntnisse aus unterschiedlichen Wissensbereichen und schafft so Niedagewesenes. Das Kind, dass Grzega von mir übernommen hat, ist LdL. Sein eigenes Kind ist „Basic Global English„. Da Grzega über sein enormes Wissen hinaus glänzende Entertainerqualitäten hat, reißt man sich um ihn als Referent für Veranstaltungen.

2. IPK

Nach LdL war mein zweites Baby das Modul „Internet- und Projektkompetenz“ (IPK). Die Idee war einfach: da die Menschheit enorme Probleme zu meistern hat, ist es unabdingbar, dass alle Intelligenzen mobilisiert werden, um kollektiv diese Probleme anzugehen. Mit dem Internet ist es möglich.  Wenn man sich an der Architektur des Gehirns orientiert, Menschen metaphorisch als Neuronen definiert und dafür sorgt, dass die Menschen sich wirklich wie Neuronen verhalten, dann verfügt man über ein Riesengehirn, das man mit Problemen füttert. Seit 12 Jahren arbeiten wir mit zunehmendem Erfolg an der Realisierung dieses Modells. in universitären Kursen. Studenten aus diversen Ländern arbeiten virtuell wie Neuronen an von ihnen gewählten Themen mit Unterstützung von Dozenten ein Semester lang.  Inzwischen haben hunderte von Studenten den Kurs belegt und sie kontruieren ununterbrochen kollektiv Wissen. Nachdem ich in den Ruhestand verabschiedet wurde, hat Michael Kratky den Kurs übernommen.

Michael Kratky

Michael Kratky hat sich in den letzten zehn Jahren als Student in Eichstätt bei allen meinen zahlreichen Projekten sehr erfolgreich engagiert. Er kennt mich und meine Theorie perfekt. Einige meinen, ich habe ihn stark beeinflusst. Dagegen hätte ich nichts. Zusätzlich zu seinem Ehrgeiz und seiner Intelligenz verstreut er eine glamouröse Stimmung. Er ist der Chef des IPKs.

3. Neuron

Neuron ist in einem anderen Kontext entstanden als LdL und IPK. Im Vorfeld des ersten Educamps in Deutschland in Ilmenau (April 2008) wurde eine Kommunikations-Plattform eröffnet, damit die Teilnehmer sich über die Veranstaltung informieren, teilweise auch unter sich Kontakt aufnehmen können. Mit dem mir eigenen Neuronen-Ansatz (Neuronen haben keine Angst, penetrant zu wirken) habe ich angefangen, jeden, der sein Profil einrichtete, zu bitten, mein Freund zu werden. Gleichzeitig erwarb ich mir dadurch die Berechtigung, diese Freunde mit Sammelmails zu bedienen, teilweise je nach Situation zu bombardieren. Es bildete sich schnell eine Gruppe, die aus Tamim (Kritischer Freund)Alexander (sozialintegrativer Positivdenker), Jana (Philosophin) , Mo (pragmatisch, ökonomisch, technisch), Christian Spannagel, und mir bestand. Wir beschlossen, unsere Beteiligung in Ilmenau schon im Vorfeld so zu planen, dass wir ein Maximum aus dem Barcamp herausholen. Wir wollten auch dort Projekte gemeinsam in Gang setzen, damit Nachhaltigkeit entsteht. Und so kam es auch. Natürlich brauchten wir dazu eine Theorie, die im Wesentlichen aus dem Neuronen-Konzept bestand. Es entstanden diverse Aktivitäten, die wir auch auf dem Educamp in Berlin weiter verfolgten. Ich persönlich hatte das Ziel, mein anthropologisches Modell sowie die Neuron-Metapher redundant einzubringen. Besonders hilfreich in diesem Zusammenhang waren Alexander Rausch und Christian Spannagel. Auf letzteren gehe ich deshalb ein bisschen ausfürhlicher ein, weil er durch seine Tätigkeit als Informatikdidaktiker an der PH-Ludwigsburg zahlreiche Verbindungen zu meiner eigenen Arbeit hat, die wir in Projekte umsetzen können.

Christian Spannagel ist Juniorprofessor und als solcher mit dem Problem konfrontiert, dass aus der Tradition des alten Paradigmas heraus Forschung erst dann veröffentlicht wird, wenn definitive, saubere Ergebnisse vorliegen. Spannagal geht aber offensiv vor und er versteht sich als „Öffentlicher Wissenschaftler“ (copyright bei Spannagel – hahahah). Demnächst wird er nach Eichstätt mit einer Studentengruppe kommen, um meine Schüler zu interviewen. Filmisch umgesetzt wird dies durch Lutz Berger, der bereits eine ganze Reihe von Youtube-Beiträgen über unsere Gruppe erstellt hat: Superprodukte, die wir überall diffundieren können und somit viel Resonanz erzielen.

Weitere Unterstützer für unsere künftige NEURON-Arbeit tauchen bereits am Horizont auf. Es sind beispielsweise Scheppler (Twittername), und Schb (Twittername).