Ingrid und Paul mit Stadtbaurätin Frau Presslein-Lehle

Im Rahmen des Moduls Ingolstadt-Expertise interviewen Ingrid Neureuther und Paul Polman Frau Stadtbaurätin Presslein-Lehle zur Gestaltung des Gießereigeländes.

 

Blick auf das Schloss und dann Kongresshotel?

Seitdem die alte Mauer und die Industrieruinen verschwunden sind, bekommt man erstmalig einen Blick auf die Ingolstädter Schlossanlage.  Ich wette, dass die meisten Ingolstädter nicht wissen, wie schön dieser Blick ist. Das könnte man in der Zukunft behalten und die Ankömmlinge in Ingolstadt hätten als ersten Eindruck das imposante Schloss. Braucht man hier wirklich ein Kongresshotel?

„Tag der Migranten“ und dann? Es geht weiter!

Resume: Nach dem „Tag der Migranten“  blieben die Beteiligten dran! Das Thema ist sehr wichtig und wird mit Verve verfolgt!
29.03.2012 20:27 Uhr
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Integration macht Schule

Bild: Integration macht Schule. Ingolstadt Ingolstadt (DK) Die Vielvölkerstadt Ingolstadt bekommt einen Integrationsbericht. In einer von den starken Frauen dominierten Debatte beschloss der Stadtrat einstimmig, dass die Stadtverwaltung einen Überblick geben soll, wie sich das Leben der Migranten in Ingolstadt bisher entwickelt hat.

Ingolstadt (DK) Die Vielvölkerstadt Ingolstadt bekommt einen Integrationsbericht. In einer von den starken Frauen dominierten Debatte beschloss der Stadtrat einstimmig, dass die Stadtverwaltung einen Überblick geben soll, wie sich das Leben der Migranten in Ingolstadt bisher entwickelt hat.

Man spricht deutsch: Die Kinder von Zuwanderern können nicht früh genug damit beginnen, die Sprache in ihrer künftigen Heimatstadt Ingolstadt zu lernen – so wie hier bei einem Kurs in der Volkshochschule – Foto: Strisch

Warum nach dem Sozial- und dem Bildungsbericht nun auch noch einen Integrationsbericht? Gudrun Rihl (SPD) und Veronika Peters (FW) hatten sich in einer gemeinsamen Initiative für eine Bestandsaufnahme in Sachen Integration stark gemacht. Beide teilten sich in der Vollversammlung die Aufgabe, für ihr Anliegen zu werben. „Wir brauchen einen Überblick über das, was geschehen ist, inwieweit Integration gelungen und wo Handlungsbedarf ist“, meinte Rihl.

„Frau Rihl hat eine wunderbare Gliederung verfasst und ich habe ein Vorwort geschrieben“, fuhr Peters fort, doch ihr Vorwort wuchs sich nach und nach zu einem Vortrag aus. Bald sah sie sich gezwungen, die vorbereitete Rede zwischendurch mit einem „Blablabla“ etwas abzukürzen. „Wir sind eine wachsende Stadt“, sagte sie, und dieses Wachstum komme überwiegend aus der Zuwanderung. „Diese Ressource muss angezapft werden.“ Derzeit liegt der Bevölkerungsanteil mit Migrationshintergrund in Ingolstadt bei etwa 40 Prozent, bei Kindern und Jugendlichen sind es sogar über 50 Prozent.

„Man kann natürlich gar nicht dagegen sein“, schien Grünen-Fraktionschefin Petra Kleine zunächst den Vorstoß der beiden Kolleginnen voll zu unterstützen, um danach zu erklären, dass sie doch „ein bisschen Bauchschmerzen“ habe und einen solchen Integrationsbericht nicht so toll finden würde. Die Haltung, die dahinter stehe, sei „überhaupt nicht emanzipatorisch“, lautete Kleines Vorwurf. „Frau Kleine hat das vielleicht nicht so richtig verstanden“, bekam sie daraufhin von Peters zu hören, „wir betrachten Migranten als Potenzial und nicht als Problemfälle.“ Aber die Grüne könne sich ja gern in eine Arbeitsgruppe mit einbringen – was wiederum Kleine ganz und gar nicht passte. „Das kann man nicht ehrenamtlich machen, dazu ist das Thema zu ernst!“ Letzten Endes gab es aber niemand, der sich im Plenum gegen den von Rihl und Peters beantragten Bericht aussprach.

Einer der ganz Stillen im Stadtrat, Johannes Hörner (CSU), konnte bei diesem Thema nicht an sich halten. „Ein paar Sätze von einem mit Migrationshintergrund“, begann der Russlanddeutsche zu erklären, weshalb er die ganzen Statistiken nicht so recht ernst nehmen kann. Er selbst, seine Frau, seine Kinder und Enkelkinder seien „voll integriert“. Und trotzdem würden laut Definition wohl selbst seine Urenkel noch „mit Migrationshintergrund“ geführt.

„Bei vielen ist das gar nicht mehr nachzuvollziehen“, weiß auch der städtische Integrationsbeauftragte Christian Lösel, der zu einem Antrag der Grünen Stellung nahm. Die Stadträtinnen bemängeln, dass Migranten in der Stadtverwaltung zu schwach vertreten sind. „Den Kommunen kommt eine Vorbildfunktion zu“, forderte Barbara Leininger Konsequenzen. Jürgen Siebicke (Linke) sieht hier eine „gewisse Bringschuld gegenüber Zuwanderern“.

Personalreferent Lösel versicherte, dass bei Neueinstellungen eine Diskriminierung absolut auszuschließen sei. „Wir sollten das ganze Thema etwas entspannter angehen“, empfahl er in puncto Migrantenanteil – und schoss mit einem Vergleich den Vogel ab: „Das ist wie bei den Frauen. Das entwickelt sich, man muss nur etwas warten können.“
Von Reimund Herbst

Zuwanderungsrekord für Ingolstadt

Quelle

Bevölkerung wächst in einem Jahr um 1500 Personen

(…) Seit den „Wendejahren“ sind nicht mehr so viele Menschen neu nach Ingolstadt gezogen wie im vergangenen Jahr. Rund 9.000 Zuzüge konnten die Statistiker verzeichnen, denen 7.500 Wegzüge entgegenstehen. Im Wanderungssaldo ergibt sich so ein Plus von etwa 1500 Neubürgern.
Mehr als 1100 von ihnen, ca. 73 Prozent, sind zwischen 18 und unter 30 Jahre alt, weitere 320 (21 Prozent) sind 30- bis unter 60-Jährige.
Nur knapp 300 (20 Prozent) der Zugewanderten sind deutsche Staatsangehörige, fast drei Viertel haben die Staatsangehörigkeit eines anderen europäischen Landes, darunter sind 220 Rumänen, 210 Ungarn, 170 Polen, 150 Griechen und 110 Bulgaren. Über 200 stammen aus weiteren europäischen Ländern, knapp 140 Zuwanderer kommen sogar von einem anderen Kontinent. (…)

TdM (Tag der Migranten): Artikel im Donaukurier!

Der Wille wäre da . . .

Diskussion am Tag der Migranten offenbart Hürden für die Integration

Bild: Der Wille wäre da . . .. Ingolstadt Ingolstadt (sic) Bekenntnisse zur besseren Integration ausländischer Mitbürger sind heute zweifellos eine feste Größe, zumindest in der Rhetorik. Das war auch am Tag der Migranten festzustellen, der am Samstag gut 80 Ingolstädter in den Stadtteiltreff Piusviertel führte.

Nach der lebhaften Diskussion gab’s Geschenke: Die verteilte (v. r.) Sepp Mißlbeck an Jean-Pol Martin, Irene Ketterer, Behare Dinaj, Christian Lösel und Berat Yilmaz (Bildungsverein Atlantik). – Foto: Strisch

Ingolstadt (sic) Bekenntnisse zur besseren Integration ausländischer Mitbürger sind heute zweifellos eine feste Größe, zumindest in der Rhetorik. Das war auch am Tag der Migranten festzustellen, der am Samstag gut 80 Ingolstädter in den Stadtteiltreff Piusviertel führte. Eines wurde allerdings ebenso wieder deutlich: Die Integration kommt primär in den Köpfen voran, denn von der Theorie zur Praxis gilt es nach wie vor hohe Barrieren zu überwinden.

„Ich will es noch erleben, hier wählen zu dürfen“, sagt eine türkischstämmige Ingolstädterin in fast perfektem Deutsch. „Ich bin in der zweiten Generation hier. Mein Papa hat es nicht mehr erleben dürfen, in Deutschland zu wählen.“ Deshalb habe auch die dritte Generation inzwischen so ihre Fragen: „Ich muss meinen Kindern immer erklären, wieso ich nicht wählen darf.“ Hier also stößt die Integration schnell an Grenzen und stürzt so manchen Politiker in Ratlosigkeit. „Beim kommunalen Wahlrecht für Ausländer sind alle Initiativen gescheitert“, berichtet FW-Stadtrat Gerd Werding aus dem Publikum. „Wie kann das sein? Was ist an uns EU-Bürgern entscheidend anders als an jenen, die in dritter Generation bei uns leben“ Eine Antwort vermag da niemand zu geben – aber Werding hat auch keine erwartet.

Inzwischen gelten 41 Prozent der Ingolstädter als Migranten, berichtet Christian Lösel, der städtische Integrationsbeauftragte. Doch wie viele dieser Bürger bei Kommunalwahlen ihre Stimmen abgeben dürften, sei schwer zu sagen. „Hier ist die Aufschlüsselung sehr kompliziert“, erzählt Lösel. Im Übrigen sei die Frage des Ausländerwahlrechts natürlich keine kommunale Angelegenheit.

Politische Mitbestimmung der Neubürger tue seit langem Not, betont Prof. Jean-Pol Martin. „Wir müssen alle Bürger unserer Stadt in Entscheidungen mit einbeziehen!“ Hier eröffne sich ein „Riesenpotenzial“, auch für die demokratische Kultur. Mehrmals kam der Hinweis auf die Migrantenquote im Ingolstädter Stadtrat von nur zwei Prozent; die repräsentiert Johannes Hörner – ganz allein.

Ein weiteres praxisnahes Beispiel für mangelnde Integrationschancen nennt Irene Ketterer von der Stelle für interkulturelle Arbeit in München: „Migranten gehören in der Verwaltung auf beide Seiten des Schreibtisches.“ Wichtig sei auch „eine Willkommenskultur mitsamt Einbürgerungsfesten“ und die Würdigung des bürgerschaftlichen Engagements von Migranten. Ketterer: „Es geht vor allem um Anerkennung.“

Immerhin: Ingolstadt brauche sich in Bezug auf Integrationsleistung „nicht zu verstecken“, bestätigt der Soziologe Prof. Rainer Greca von der Universität Eichstätt. „Es gibt auch hervorragende Projekte in den Schulen, etwa an der Herschel- und Lessingstraße, wo Kinder aus 28 Ländern unterrichtet werden.“

Wie könne man der Integration dienen, „ohne dass es teuer wird“, fragt Veronika Peters, die Vorsitzende der Freiwilligenagentur und Moderatorin der Runde am Ende. „Bildungspatenschaften übernehmen!“, rät Werding. „Das ist das Intensivste, was man tun kann.“ Behare Dinaj von der Münchner Freiwilligenagentur Tatendrang hat da einen ganz unkomplizierten Vorschlag: „Gehen Sie auf Migranten zu! Dort, wo sie sind.“

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Von Christian Silvester

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Lernort Ingolstadt: Zum Aufbau von Ingolstadt-Expertise

Unsere Stadt entwickelt sich mit hoher Dynamik! Im Stadtrat werden wichtige Entscheidungen getroffen. Als Bürger, der mitwirken möchte, sollte man in der Lage sein, die Positionen der unterschiedlichen Gruppen nachzuvollziehen und selbst eigene Meinungen einzubringen. In unserem Modul werden die Basics für ein besseres Verständnis der Stadtpolitik vermittelt.

Zielgruppe:

Alle Bürger, insbesondere Jugendliche mit Migrationshintergrund

Themen:

1. Geschichte von Ingolstadt

2. Bedeutung und Entwicklung von Audi

3. Bedeutung und Entwicklung der Ölraffinerien

4. Stadtentwicklung: das Gießereigelände

5. Wie man als Bürger an kommunalen Entscheidungen teilhaben kann (konkrete Beispiele, insbesondere Besuch einer Stadtratsitzung)

Zeitaufwand und Organisation:

Das Modul erstreckt sich auf vier Wochen,  jede Woche ein Treffen  von 90 Minuten. Anmeldung: jpm@ldl.de

Zertifikat:

Verantwortlich für das Modul ist Prof.Dr.Jean-Pol Martin, Projektleiter bei der Freiwilligen Agentur Ingolstadt. Nach bestandenem Modul wird das Zertifikat „Ingolstadt-Expertise“ von Dr.Lösel, dem Integrationsbeauftragten der Stadt ausgehändigt.

Vorgeschichte: Weltverbesserung am Beispiel Ingolstadt

Materialien: Wiki

„Live for Life“ in der Ingolstädter Socialbar!

Aus dem Donau Kurier:

Socialbar: „Weltverbesserer“ vernetzen

Ingolstadt (dk) Initiativen eine Plattform bieten und ihre Macher zusammen bringen – das sind die Ziele der Socialbar Ingolstadt. Am Montag hat die Veranstaltung erstmals stattgefunden. Die Initiativen „Live for Life“, „Künstler an die Schulen“ und die Künstlerkommune Ingolstadt präsentierten sich gut 30 Zuhörern.

Erste Socialbar in Ingolstadt (3:15)

„Hier geht’s ja ums Weltverbessern – da sind die Piraten natürlich dabei“, sagt Benedikt Schmidt. Unrecht hat der Vorsitzende der Piratenpartei in Ingolstadt nicht. Viele der Anwesenden im Café Coffee Fellows an der Donaustraße bezeichnen sich selbst leicht spöttisch als „Weltverbesserer“. Sie sind politisch in verschiedenen Parteien aktiv, zum Beispiel bei den Piraten, in der SPD oder bei den Grünen. Doch alle eint, dass sie sich interessieren für Initiativen und Projekte in und um Ingolstadt.

Socialbar Ingolstadt Christian Hoebusch
Bild: oh Christian Hoebusch, Initiator der Socialbar in Ingolstadt

Initiator der Ingolstädter Socialbar ist Christian Hoebusch, der Kreisvorsitzende der Grünen. Ihm ist wichtig, dass die Socialbar keine parteipolitische Veranstaltung ist. Sein Ziel sei schlicht, „verschiedenen Initiativen in Ingolstadt eine Plattform zu bieten, ihr Projekt darzustellen und ins Gespräch mit anderen Leuten zu kommen.“ So könnten sie Unterstützer und Helfer finden.

Um eines geht es dabei nicht: Geld. Zumindest nicht direkt. So sammelt der von Eichstätter Studenten gegründete Verein „Live for Life“ nicht in erster Linie Spenden, sondern führt Benefiz-Aktionen durch, wie zum Beispiel Volleyball-Turniere, Konzerte oder Ausstellungen. Mit den Einnahmen dieser Aktionen werden dann aber natürlich doch konkrete Hilfsaktionen unterstützt, derzeit der Verein Sonnenenergie für Westafrika, der mit Hilfe von Solartechnik die Lebensbedingungen in Burkina Faso verbessern will.

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