Planungszelle.

Aus Wikipedia.

Die Planungszelle ist ein von Peter C. Dienel entwickeltes Beratungs- und Partizipationsverfahren, welches demokratische Teilhabe des einzelnen Bürgers an verschiedenen Planungs- und Entscheidungsprozessen ermöglicht, etwa innerhalb der Bürgerbeteiligung

Entwicklung

Die Planungszelle ist ursprünglich als Beratungsverfahren zur Verbesserung von Planungsentscheidungen vom Soziologieprofessor Peter C. Dienel (Bergische Universität Wuppertal) in den 1970er Jahren entwickelt worden. Später erwies sie sich aber vor allem als ein gangbarer Weg zur Freigabe der Bürgerrolle für alle. Die aufgabenorientierte, aber befristete Mitarbeit macht die mitsteuernde Teilhabe am Staat für die Bevölkerung erlebbar.

Im Vordergrund steht heute allerdings noch der Einsatz der Planungszelle zur Verbesserung, Beschleunigung und auch Verbilligung eines aktuellen Planungsvorhabens. Hier werden jeweils mindestens vier dieser Zellen zur Erarbeitung eines Bürgergutachtens auf ein – mitunter als kaum lösbar geltendes – Problem angesetzt. Die Lösungsvorschläge des Bürgergutachtens werden meist von den nicht teilnahmeberechtigten Bewohnern des Einzugsbereiches eines Planungszelle-Projektes („Mantelbevölkerung“) als unvoreingenommen neutral akzeptiert. Sie werden dann auch von der Politik und der Verwaltung für ihre Planungen übernommen.

Verfahren

Ausgehend von den Einsichten, dass Entscheidungsbeteiligung Informiertheit voraussetzt, dass Informieren Zeit erfordert und dass Zeit Geld ist, lassen sich für das Verfahren Planungszelle (im Unterschied zu manchen anderen bürgerschaftlichen Beteiligungsformen) relativ exakt definierte Verfahrensmerkmale benennen:

Eine Planungszelle ist eine Gruppe von ca. 25 im Zufallsverfahren ausgewählten Personen (ab 16 Jahren), die für ca. eine Woche von ihren arbeitsalltäglichen Verpflichtungen freigestellt werden, um in Gruppen Lösungsvorschläge für ein vorgegebenes Planungsproblem zu erarbeiten. Die Teilnehmer verpflichten sich zur Neutralität.

Weiter…

„Live for Life“ in Ingolstadt

Vortrag bei den Grünen Do. 09. Juni 2011:   20Uhr

Auf Vermittlung von Herrn Martin sind wir bei den Grünen eingeladen unser Konzept vorzustellen mit besonderem Fokus auf das Nutzen der Medien wie Facebook, Homepage, Wiki, etc…

Nietzsche, die Ingolstädter Grünen und ich.

Resume Als hochkomplexes Gebilde bietet eine Stadt vielfältige Interventionsmöglichkeiten für Menschen, die – aus welchem Grund auch immer – handelnd optimieren wollen. Allerdings brauchen sie präzises Wissen und ein fundiertes ethisches Fundament.

1. Ausgangspunkt

An anderer Stelle habe ich beschrieben, dass ich im Ruhestand bin und nichts mehr fürchte als Langeweile. Das habe ich auch anthropologisch begründet mit dem Grundbedürfnis des Menschen nach Informationsverarbeitung. Am intensivsten verarbeitet man Informationen, wenn man sich in Problemfeldern bewegt. Und Problemfelder bietet eine Stadt mehr als genug! Um einen schnellen Zugang zu meiner Stadt zu finden, habe ich meine Mitgliedschaft bei den Grünen reaktiviert, bin zu den Ingolstädter Senioren gegangen, zu den Brückenbauern (Migrantenprojekt) und habe als ungelernter Philosoph Philosophiekurse an der Volkshochschule angeboten.

2. Entscheidungen wollen ethisch begründet werden

Will man handelnd in politische Prozesse eingreifen, so steht man sehr schnell vor Entscheidungen, die ethisch zu begründen sind. Soll man beispielsweise 200.000€ für den Ausbau des Gehörlosen Vereins zur Verfügung stellen, oder für die künstlerische Ausstattung des Donauufers?  Die Gefahr besteht, dass man hier spontan und emotional reagiert und beispielsweise der Kunst einen geringeren Stellenwert einräumt. Aber Gefühle sind nur eine Orientierungsbasis, die starke rationale Begleitung erfordert. Da beides, also Gefühl und Ratio abhängig vom historischen Kontext und der individuellen Sozialisation sind, schadet es nicht, wenn man immer wieder gründliche Updatings der eigenen moralischen Grundpositionen durchführt. Das war auch Nietzsches Anliegen, als er sich mit den herkömmlichen Moralvorstellungen seiner Zeit auseinandersetzte und am Ende mit einer für uns gewöhnungsbedürftigen „Herrenmoral“ und „Übermensch“-konzeption aufwartete.

3. Philosophie: Updating des Denkapparates

Mein Zugriff auf die Philosophie dient dazu, meinen eigenen Vorrat an Denkmustern, der sich im Laufe meines Lebens konstituiert hat, dank einer Durchsicht aller zentralen philosophischen Positionen seit der Antike zu erfrischen und zu ergänzen. Dafür habe ich zwei komplementäre Zugänge: zum einen habe ich mir einen Überblick über die Entwicklung der Philosophie von der Antike bis zur Gegenwart (30 Philosophen) verschafft, zum anderen einen Kurs angeboten, bei dem zentrale Themen menschlicher Lebensbewältigung (Freiheit, Glück, Leiden, Sinn des Lebens…) angegangen werden, allerdings als Reaktion auf aktuelle Ereignisse, insbesondere auf solche der Kommunalpolitik. Dass dieses Konzept nicht allen Teilnehmern zusagt, musste ich schmerzlich erfahren, denn eine Gruppe unter ihnen war enttäuscht von der permanenten Mischung von Politik, Philosophie, Alltagsreflexionen. Sie wollten sich systematischer und vertieft mit philosophischen Texten befassen.

4. Positive Freiheit und die politischen Konsequenzen

Die Beschäftigung mit dem Thema Freiheit (wobei in der Philosophie zwischen negativer und positiver Freiheit unterschieden wird) hat meine Aufmerksamkeit auf den Aspekt gelenkt, dass Gruppen der Gesellschaft zwar über „negative“ Freiheit verfügen, aber wenig Aussicht haben, ihre Anlagen zu entfalten, ihre ambitionierten Ziele zu erreichen, sich im Leben selbst zu verwirklichen („positive Freiheit“). Es ist u.a. eine Aufgabe der Politik, das Selbstverwirklichungsdefizit bestimmter Gruppen zu erkennen und diesen Menschen bei Kräften zu helfen, die vorhandenen Barrieren zu überwinden. Und natürlich stellt sich bei Knappheit der Ressourcen die ethische Frage, welche Gruppe zu welchem Zeitpunkt einer anderen vorgezogen werden muss. Diese Frage kann beispielsweise auftreten, wenn Interessen der Senioren mit Interessen der jüngeren Generationen kollidieren. Ferner greifen hier auch politische Grundpositionen ein wie die Einstellung zu staatlichen Interventionen (Liberale vs. „Linke“).

5. Wissenskonstruktion und die Ingolstädter Grünen

Der erste Schritt einer Partei, die sich vornimmt, die positiven Freiheiten aller Gruppen ausgewogen zu stützen, besteht darin, sich ein klares und umfangreiches Wissen der Problemsituation zu verschaffen. Für die Ingolstädter Grünen bedeutet es, das Wissen der eigenen Mitglieder zu sichten und innerhalb der Gruppen zu diffundieren, so dass die Ingolstädter Grünen einen gemeinsamen hohen Wissensstand in für Ingolstadt relevanten Bereichen erreichen. Gleichzeitig soll dieses Wissen aktiv nach außen präsentiert werden,  damit sehr rasch Impulse von Ingolstädter Bürgern aufgegriffen werden können und dadurch ein anhaltender Prozess der Wissenskonstruktion und Wissensdiffundierung eingeleitet wird. Mit dem Begriff „Wissen“ meine ich stets „Problemlösewissen“, also ein Wissen, das sofort zu konkreten Lösungsvorschlägen führen muss.

Fazit: Wissen über die Stadt sammeln und erhöhen, Probleme erkennen und ethisch gestützte Entscheidungen treffen. Das ist ein interessantes Projekt. Und für mich persönlich eine Möglichkeit, der Langeweile Chancen zu entziehen!

Neuer Resonanzraum: die Ingolstädter Grünen

Resume Paradigmenwechsel erfolgen dadurch, dass man von einem kohärenten System zu einem anderen kohärenten System übergeht. Alte Denkstrukturen werden gegen neue ausgetauscht. Dafür braucht man aber einen Resonanzboden.

1. Resonanzboden Universität

Als ich 1981 die Unterrichtsmethode Lernen durch Lehren (LdL) entwickelte, die aus meiner Sicht zahlreiche Probleme des Fremdsprachenunterrichts löste, wollte ich diese Technik in meinem Wirkungskontext, also der Universität, verbreiten. Die strukturellen Voraussetzungen sind nicht schlecht, denn der Resonanzraum ist überschaubar und schön geschlossen (kleine Gruppe von Spezialisten). Damals wusste ich aber nicht, dass in der Universität ganz andere Kräfte wirken. Die Absorbtionskarft, also die Trägheitsmomente des Systems Universität bewirken, dass jede Innovation sofort im Keim erstickt wird (Schwarzes Loch). Das stelle ich ohne jede Häme fest, denn letztlich ist es mir gelungen, LdL doch bekannt zu machen. Aber es gibt niemanden an der Universität, der ein Interesse hat, neue Ideen eines Kollegen (der immer auch ein Konkurrent ist) bekannt zu machen. Im Gegenteil, jeder Kollege ist bemüht, innovative Einfälle eines anderen totzuschweigen oder wenn es nicht geht, kleinzureden. Und ich nehme mich bei dieser Beschreibung nicht aus. Ich verfasste meine Dissertation über LdL und schrieb ein paar Artikel in angesehenen Zeitschriften, aber ohne nennenswerten Erfolg.

2. Das Schulwesen als Resonanzraum

Als nächsten Resonanzboden kam mir die Schule in den Sinn. Ein gewaltiges Vorhaben, denn im Gegensatz zu den kleinen universitären Zirkeln ist es sehr schwer, einen so großen Raum wie das Schulwesen in Resonanz zu bringen. Hier kämpft man gegen starke dissipative Kräfte (Entropie)! Dennoch: im Gegensatz zur Universität waren die Lehrer daran interessiert, meine Ideen zu verbreiten. Sie standen nicht in Konkurrenz zu mir sondern konnten in das Feld „Schule“ neue Konzepte einbringen und auf diese Weise Aufmerksamkeit für sich erreichen. Es gelang uns also, LdL im Kontext der Schule über Fortbildungsveranstaltungen bekannt zu machen. Angesichts der Weite des Resonanzraumes beanspruchte dieser Prozess natürlich sehr viel Zeit, etwa drei Jahrzehnte.

3. Zurück zur Universität: Ludwigsburg als Inputgeber

Im Laufe der Zeit konnte sich die Universität dem von außen einströmenden LdL-Input nicht mehr verschließen. Die Studenten, die im Rahmen von Schulpraktika von LdL gehört hatten, wollten auch an der Universität darüber informiert werden. Eine junge, weniger traditionsbelastete Generation von Didaktikern wuchs heran, die bereit waren, sich auch mit LdL zu befassen. Und seit einigen Monaten scheint es, dass tatsächlich durch die Initiative eines jungen Kollegen, der mit großer Wucht LdL redundant im universitären Kontext einbringt, an diversen Stellen in der Hochschule Resonanz entstehen könnte. Nachdrücklich möchte ich betonen, dass ich auch von Anfang an an der Universität von einzelnen Kollegen kräftigen Beistand erhielt, beispielsweise von Guido Oebel (Japan). Aber zur Erstellung von Resonanz musste eine kritische Menge von Kollegen erreicht werden.

4. Ein neuer Resonanzboden: Grüne Partei Ingolstadt

Einige Resonanzräume reichen nicht aus. Ich muss multipolar vorgehen. Dafür bieten sich politische Gruppen an, wenn sie für meine Ideen empfänglich sind.  Politische Gruppen wollen Aufmerksamkeit erregen und brauchen zündende Ideen und Themen. Im Gegensatz zu den geschlossenen universitären Zirkeln wollen politische Gruppen nach außen wirken. Ich habe Kontakte zur Grün-Alternative Szene in Ingolstadt behalten. Meine Kernbegriffe (Vernetzung, Gehirn, Neuron, Exploratives Verhalten, no risk-no fun, Weltverbesserung, Geschwindigkeit) scheinen gut anzukommen. Nun müssten die Hauptakteure diese Termini a) unter die Grünen selbst redundant einspeisen, bis eine grünen-interne Resonanz erzielt wird und b) redundant in die Bevölkerung einbringen. Da diese Konzepte lustbetont und „sexy“ sind, müsste sehr bald diese Terminologie auf dem Ingolstädter Markt unter Hausfrauen emergieren. Mal sehen…

Fazit Nachdem unsere Ideen die Resonanzräume „Schule“ und „Hochschule“ in Erregung gebracht haben, dürfte es nicht allzuschwer sein, die Resonanzräume „Ingolstädter Grünen“ und „Ingolstädter Politdiskussion“ in Wallung zu bringen.