Lehrstühle für Fahrradkompetenz?

Aus gegebenem Anlass!:-))

Medienkompetenz erlangt man, indem man die Medien benutzt. Da brauche ich keine Theorie, keinen Lehrstuhl, keinen Mentoren, keinen Warner, keinen Ernstdreinblickenden. Auch das Fahrradfahren habe ich learning by doing gelernt. Und ein  Antiintellektueller bin ich nicht! Auch kein Parasit! Ich habe sogar eine neue, schlanke Definition für Bildung aufgestellt. Ich bin auch kein Perturbator, kein Loser, kein Unetablierter. Ich forsche permanent, und ich glaube sogar sehr erfolgreich!

Das nur nebenbei, zwischen Frühstück, Süddeutsche Zeitung, Donau Kurier, und Forschung, Forschung, Forschung…

Yeah!

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Wissenschaft? (@mccab99)

@Herr_Larbig

„(…) Ich frage mich im Kontext deiner Reflexion, ob die Tagebücher früher Naturforscher eigentlich “wissenschaftlich” waren – immerhin gab es keine Quellen, keine Belege mit Ausnahme der persönlichen Erfahrung, dem subjektiven Erleben. War Schrödingers Arbeit “wissentschaftlich”? Beweisen konnte man da lange Zeit gar nichts, lediglich passte das ganz gut zur Empirik – bis dann das Elektronenrastermikroskop kam. (…)“    mccab99

Mein wissenschaftliches Credo seit 1982

Mein Wertesystem ab 1982: Forschung und Tugend

… Als Handlungsfeld bot sich voll und ganz die Forschung an. Ich organisierte alles im Hinblick auf meine wissenschaftliche Effektivität. So ergab sich, dass ich um fünf Uhr aufstand und gegen 21.00Uhr ins Bett ging. Und zwar an Arbeitstagen wie am Wochenende, zu Weihnachten wie zu Christi Himmelfahrt. Bis heute. Den Spruch „publish or perish“ fand ich abscheulich und ich bemühte mich, erst dann einen Aufsatz zu verfassen, wenn ich wirklich über eine wichtige, neue Erkenntnis zu verfügen glaubte. Ich verpflichtete mich, nur dann jemanden zu zitieren, wenn der Gedanke wirklich organisch in meinen Aufsatz passte, und nicht um einen nützlichen Kollegen freundlich zu stimmen. Einmal machte ich eine Ausnahme, und ich bereue es heute noch: 1988 hatte ich Harald Weinrich, damals ein wichtiger Mann, in einer Fussnote erwähnt, obwohl es von der Sache her nicht zwingend war. Ich hatte ihm sogar einen Sonderdruck geschickt und er antwortete selbstverständlich nicht. Aber sein Name steht noch im Aufsatz als permanente Erinnerung an meine Korruptibilität. Auch bei Festschriftbeiträgen („Pissecke der Wissenschaft“) bemühte ich mich immer tatsächlich Neues zu schreiben, um den Kollegen wirklich zu ehren. Ich behaupte nicht, dass ich meinen Prinzipien immer treu blieb, aber sie lenkten sehr stark mein Handeln…

Entnommen aus: Das JPM-Buch

„I have learned so much from doing this project“

Resume: Bulgarische, deutsche und amerikanische Studentinnen kommen virtuell zusammen, forschen gemeinsam 2 Monate lang und publizieren ihre Ergebnisse im Internet (Powerpoint). Das ist bestpractice.

1. Anspruchsvolle Ziele zwingen zur intensiven Kommunikation

Im Rahmen des Moduls „Internet- und Projektkompetenz“ (IPK) kommen Studentinnen aus verschiedenen Ländern zusammen und konstruieren gemeinsam fachbezogenes, neues Wissen. Ich nehme als Beispiel den aktuellen IPK-Kurs: es handelt sich um 60 Lehramtsstudentinnen aus Bulgarien, den USA und Deutschland, die im Fach Grundschulpädagogik gemeinsam Forschungsfragen angehen. Einige von ihnen gewählten Themen sind: „Open education“, „Types of instruction and learning theories“, „Interaction between children and nature“, „The teachers (emotional) influence on first graders“. Um solche Themen allein oder in einer kleinen Arbeitsgruppe zu behandeln, wäre in einem normalen Seminar kein großer Abstimmungsaufwand notwendig. Ganz anders in einem internationalen, virtuellen Seminar. Es muss intensiv kommuniziert werden, ob man das will oder nicht.

2. Fünf Abstimmungsphasen und der permanent auszuübender Druck

Nach einer ersten Phase der Euphorie („I am really excited to be working on this project with my group!!!!“) geht es an die Arbeit:

– Die Studentinnen müssen sich auf einem ZUM-Forum vorstellen: Wie geht das? Wie melde ich mich an? Wieso habe ich noch keine Anmeldebestätigung erhalten? Mein Beitrag ist verschwunden, wo ist er nun? Muss es überhaupt sein, die blöde Anmeldung?

– Die Studentinnen müssen sich eine Benutzerseite in der Wikiversity einrichten: Wie geht das? Wie melde ich mich an? Wie lade ich mein Foto hoch und muss es überhaupt sein? Muss es überhaupt sein, die blöde Wikiversity-Benutzerseite?

– Die Studentinnen müssen sich austauschen und sich über ein Thema einigen: Wie geht das? Wo finde ich Leute, die mein Thema bearbeiten wollen? Ich habe eine Frage ins Forum gestellt und keiner antwortet! Sorry, ich bin im falschen Forum! Muss es überhaupt sein, das ganze im blöden Forum zu machen, geht es nicht per Mail?

– Die Studentinnen müssen eine Gruppenseite einrichten, damit der Prozess nachvollziehbar ist und die Ergebnisse gesammelt werden können: Wie geht das? Das genügt doch, wenn wir unsere Benutzerseiten haben! Ich habe nicht nur diese Projekt, ich habe auch andere Verpflichtungen! Muss es unbedingt sein, diesen blöden IPK-Kurs zu machen?

– Die Studentinnen müssen am Ende ihrer Forschung eine Powerpoint gemeinsam erstellen: Wie geht das? Das genügt doch, wenn die Ergebnisse in der Gruppenseite stehen! Muss es unbedingt sein diese blöde Powerpoint erstellen und präsentieren?

Fazit: Nach zwei Monaten intensiver Arbeit und oft – kulturell bedingt – konfliktreicher Kommunikation haben 60 Studentinnen international neues Wissen konstruiert:I have learned so much from doing this project„.