Ruhephasen nach Veränderungen.

Nachdem ich auf dem educamp in Aachen abermals auf die Notwendigkeit des „überall penetrant Einspeisens“ von Begriffen und Ideen hingewiesen hatte, lernte ich Folgendes:

Von Felix:

Allerdings weiß ich auch, dass eine Pause manchmal gut tut. Epochenunterricht steht für diese Theorie: Man muss pushen und sich intensiv mit einer Thematik auseinandersetzen – und sie dann auch erstmal einige Zeit Ruhen lassen. Erst hier wirken die Gedanken und führen, mit etwas Abstand, zu nachhaltigeren Lernerfolgen.

und ähnliches von Oliver:

Was allerdings auch in der Organisationstheorie vorkommt, ist eine Ruhephase nach Veränderungen. Der Prozess heißt dort Unfreezing-Moving-Freezing, ganz alte Kiste. Zuerst soll man ein System auftauen, es für einen Wandel bereit machen. Dann wird etwas bewegt. Und dann gibt man dem Neuen eine Phase der Ruhe, in dem die neuen Dinge sacken können, man sich daran gewöhnt, wie man damit umgeht. Das System friert wieder ein. Die Neuronenmetapher würde ich im Mittelteil einsortieren, hier passiert was. Aber, wie wir gelernt haben, überfordert das auf Dauer. Man braucht auch Ruhephasen zum Sackenlassen.

Schließlich geht auch Gibros Hinweis in diese Richtung:

Aus dem ewig Gleichen das Neue zu extrahieren ist schwierig,

Ich hoffe, ich werde mir das merken!:-)

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Für Felix.

Lieber Felix,

Mir ist natürlich bewusst, dass ich mit meinen Begriffwiederholungen den meisten gehörig auf den Kecks gehe!:-)) (du siehst, ich vermeide in diesem Text jede Provokationen dank neutraler Wortwahl!:-))

Aber meine Erfahrung ist, dass ohne dieses Vorgehen keine Botschaft durchdringt. Und wenn der zu verbreitende Inhalt wertvoll ist, verzeihen mir die Leute die schrille Machacht. Zumindest glaube ich, dass der Erfolg mit LdL mir Recht gibt und es sieht so aus, dass Menschenbild auch auf einem guten Weg ist, obwohl ich es erst seit einem Jahr richtig fördere. Und was die Basisperspektive angeht, ich versuche, überall Menschen anzuregen, zu partizipieren und ihr Wissen aktiv einzubringen, auch dies nicht ohne Erfolg.

Nur darf ich nicht immer dieselben Bereiche aufsuchen. Educamp war eine zeitlang sehr günstig, jetzt glaube ich, dass ich dort wenig Neues einbringen kann und suche neue Gebiete, insbesondere politische oder sozialpolitisch orientierte Vereine und Gruppen. Das hat auch den Vorteil, dass ich selbst auf ganz andere Ideen und Themen komme…

Ganz herzlich!

Jean-Pol

Glossar:

Begriffswiederholungen = redundant einspeisen

gehörig auf den Kecks = auf den Sack

Provokation = Perturbation

fördere = pushe

Basisperspektive = Bottom-Up

neue Bereiche = neue Resonanzräume

Educamp Ilmenau 2009

Resume Von Freitag bis Sonntag war ich in Ilmenau auf dem Educamp.

1. Der Rahmen

Das Educamp hat bisher dreimal stattgefunden: zweimal in Ilmenau und einmal in Berlin. Die gesamte Stimmung ist basisdemokratisch, was bedeutet, dass jeder, der eine gute Ideen hat, spontan eine Session zu einem Thema anbieten kann. Ein solches Konzept mit vielen Unwägbarkeiten verlangt von den Organisatoren Talent, nicht nur was die technischen Abläufe angeht (je spontaner, desto  größer die Anforderungen an die Adaptationsfähigkeit der Strukturen) sondern zwischenmenschlich, um den Gästen das Gefühl zu vermitteln, dass sie und ihre – gelegentlich komplizierten – Wünsche willkommen sind. Dies gelingt Thomas BernhardtSteffen Büffel und Marcel Kirchner hervorragend. Man fühlt sich dort wie zu Hause, unter Freunden.

2. Ein paar Sätze an

@Claudia Als wir uns noch kurz vor dem Bahnhof unterhielten, habe ich etwas scheinbar Widersprüchliches gesagt: ich sagte, dass man durch Bloggen schnell zu einem tieferen Austausch kommt und die essentials (Menschenbild und fundamentale Ziele) einer Person rasch erfährt. Dann bestünde die Gefahr, dass man das Interesse verliert, weil man die Person kenne und nichts Neues mehr erwarte. Andererseits behaupte ich, dass durch Bloggen eine Vertiefung der Beziehungen entsteht, was Nachhaltigkeit fördert. Letzteres stimmt, aber nur dann, wenn nach den vertieften Einsichten dann zügig gemeinsame Ziele und Projekte angesteuert werden. Daher auch der Begriff nachhaltige Projektbeziehungen.

@Michael Nach unseren Gesprächen und unserer gemeinsamen Session fühle ich mich noch mehr verpflichtet, Qualität zu bringen. Vor allem, wenn wir dann tatsächlich ein Projekt gemeinsam durchführen.

@Felix Ähnliches gilt für dich: wenn ich euch als Denkpartner behalten will, darf ich nicht nachlassen!:-)))

3. Alexanders Vorstellung des Bénin-Projektes

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4. Mein Gefühl danach

Dank Web2.0: Wissenscontainer an einem Tag erstellt!

Resume Angesichts der Volatilität der Beziehungen auf Twitter und Kommunikationsplattformen ist es günstig, wenn man auch ganz kurze Wissenskonstruktionsprojekte durchführt.

1.  Wissenscontainer in kurzer Zeit erstellen

Wenn eine Gruppe von Leuten sich in Twitter und Blogs länger mit einem Thema befassen emergieren einige Akteure, die auf diesem Gebiet besondere Sachkompetenz und/oder Erfahrungen besitzen. Was ist naheliegender, als im Sinne der kollektiven Wissenskonstruktion ein Wiki aufzumachen und diese Experten zu bitten, in sehr knapper Form ihr Wissen dort einzuspeisen? Dadurch erhält man einen „Wissenscontainer“ den man als Baustein überall einfügen kann.

2. Wissenscontainer zum Thema „Web2.0 in der Schule“

Gestern habe ich René Scheppler, Felix Schaumburg und Alexander Rausch gebeten, Ihre Erfahrungen mit web 2.0 an der Schule in ein Wiki einzugeben. Das Ergebnis kann man HIER betrachten. Die Kurzautoren können jederzeit ihren Beitrag ergänzen und aktualisieren, Links einfügen und ihnen bekannte Experten einladen, einen ebenfalls kurzen Eintrag zu tätigen.

Fazit Wenn ein paar ausgewiesene Experten innerhalb kürzester Zeit die Quintessenz ihres Wissens in ein Wiki eingeben, hat man ein gutes Produkt, das als Wissenscontainer überall eingefügt werden kann.