Epikur: schön wär’s!

Epikurs Statement, man würde mit Wasser seinen Durst stillen können und brauche nicht unbedingt Wein ist sehr tröstend für Menschen, die sich mit knappen materiellen Gütern zufrieden geben müssen. Es bleibt, dass Wein (zumindest für viele) besser schmeckt als Wasser und Weintrinker mehr als Wassertrinker „vom Leben haben“. Eine andere Art, Menschen zu trösten, die in ihrem Leben mit Glück wenig gesegnet sind, ist es, nach dem Ableben einen Ausgleich zu versprechen.

Meine Erfahrung zeigt leider, dass alle Güter, die ich mir sehnlichst erwünscht, als ich sie erreicht habe tatsächlich meinem Leben eine ganz andere Qualität verliehen haben, als wenn ich sie nicht bekommen hätte. Insofern greift Epikurs Trost nur, wenn man wirklich glaubt, dass man mit Wasser genauso glücklich sein kann wie mit Wein, also auf Wein verzichten kann. Glaubt man das nicht, dann wird man immer darunter leiden, dass man auf Wasser und nur Wasser angewiesen ist.

Epikur goldrichtig!

Philosophie (5): das Projekt Partizipation!

Resume Gut, dass ich diesen Gang durch die Philosophiegeschichte angetreten bin. Jetzt kann ich  mein Menschenbild besser begründen. Das wird die theoretische Basis für Seniorenprojekte bei den Grünen (und woanders) sein.

1. Erkenntnistheorie und Ethik

Mir wurde klar, dass die Philosophen sich mit Naturphilosophie (Physik), Metaphysik, Logik, Erkenntnistheorie und Ethik befasst haben. Was mich interessiert ist in erster Linie die Ethik, weil sie mein Menschenbild philosophisch untermauert. Aber die ethischen Positionen selbst werden direkt beeinflusst von den erkenntnistheoretischen Vorstellungen der Autoren. Wenn Platon eine Sphäre der Ideen aufbaut, die nicht über die Sinne zugänglich ist und nur von wenigen Menschen erfasst werden kann, so wird eine Hierarchisierung vorgenommen, die fatale Auswirkungen hat: die Materie ist einem wie auch immer gearteten Geist untergeordnet, die Praxis ist der Theorie untergestellt. Die Menschheit lässt sich einteilen in solchen, die Zugang zur Theorie haben und sich ihr widmen und solchen, die für inferiore Tätigkeiten bestimmt sind. Das „idealistische“ Konzept, wie es Platon vertritt, hat also verheerende Auswirkungen auf seine Ethik. Epikur dagegen, der eine materialistische Erkenntnistheorie vertritt, leitet daraus ethische Prinzipien, die Bedürfnisbefriedigung als Glückvoraussetzung in den Mittelpunkt stellen und Maslow in weiten Teilen vorwegnehmen.

2. Das Projekt: Partizipation

Mein Menschenbild wird untermauert durch eine Reihe von Philosophen von der Antike bis zur Gegenwart. Auf diese Weise wird eine stabile Basis geschaffen für die permanente Reflexion, die innerhalb von Parteien geführt werden muss, damit die politischen Forderungen sich an individuellen und kollektiven Bedürfnissen orientieren.

– Partizipation wird als Grundbedürfnis definiert und es wird innerhalb und außerhalb der Partei dafür geworben, dass sich die Bürger aktiv am Prozess der Willensbildung beteiligen.  Den Bürgern werden Hilfen angeboten, um die Partizipation zu erleichtern (Internetschulungen).

– Das beschriebene Modell wird im Rahmen von Vorträgen auf Tagungen vorgestellt und diskutiert.

Fazit Die Ressourcenorientierung gebietet, dass man die BürgerInnen so intensiv wie möglich an der Reflexion über die Strukturen der Gesellschaft beteiligt. Es ist Aufgabe der Parteien, diese Partizipation zu fördern.