Zur Struktur von dynamischen non-stop Vorlesungen

Wenn „Vorlesung“ bedeutet, dass ein präexistierendes Wissen an Zuhörer weitervermittelt wird, dann trifft der Begriff „Dynamische non-stop Vorlesung“ zu, denn alle Bausteine, die hier eingespeist werden, liegen bereits vor. Von einer traditionellen Vorlesung unterscheidet sich diese durch folgende Merkmale:

1. Linearität a posteriori

Im Gegensatz zu traditionellen Vorlesungen, deren Inhalte linear unabhängig vom Rezeptionskontext vermittelt werden, werden hier die Bausteine stets in Bezug auf den Bedarf der Hörer eingespeist, die in einem Handlungszusammenhang (Projekt) agieren. Von Zeit zu Zeit werden die Bausteine geordnet (Zusammenfassungen), damit die Genese rekonstruierbar wird (Linearität a posteriori).

2. Hohe Redundanz

Im Gegensatz zu traditionellen Vorlesungen, die Redundanz im Text vermeiden, wird hier nach jedem Beitrag auf Fragen der Leser eingegangen, unabhängig davon, ob diese Frage bereits in einem älteren Beitrag beantwortet wurde. jeder Hörer kann zu jedem Zeitpunkt ein- und aussteigen und wieder einsteigen. Sein Platz wird warmgehalten. Der große Vorteil ist, dass auch wenn ein Punkt bereits behandelt wurde, durch die in der Zwischenzeit eingegangenen Hörerreflexionen die Antwort selbst sich auch verändert hat. Die permanente Reflexion ändert auch die Inhalte. Wenn beispielsweise zu Beginn der Vorlesung „Aufmerksamkeitsökonomie“ auf eine bestimmte Weise definiert wurde, kann es sein, dass zwei Monate später eine andere leichte Verschiebung stattgefunden hat, die nur durch das Beantworten der scheinbar redundanten Frage auffällt.

3. Breite kollektive Reflexion: Differenzierung und Integration

Die Vorlesungsstruktur sichert die Integration der unterschiedlichen Denkströme, die Kommentarstruktur sichert die Ausdifferenzierung der zentral angebotenen Gedanken.