5. und letzter Hangout im #LdLmooc2

Marcus Birkenkrahe zum #LdLmooc2

Marcus Birkenkrahe

Dem Gesagten möchte ich mich anschließen: für mich war das eine ganz großartige Erfahrung. Zu der gehörte auch, dass ich zum ersten Mal auch online zwischen TN und Panelist/Dozent hin und herwechselte…ein bisschen wie im invertierten Klassenzimmer, ein bisschen wie bei LdL. Ich fühlte mich eigentlich die ganze Zeit wie ein Studierender, der in einer Studierendengruppe (mit Jeanpol als dem Lehrer im Hinter und manchmal im Vordergrund) den Unterricht macht! Ich glaube, das wird mir bei weiteren Anwendungen sicherlich helfen, wie auch schon meine MOOC Erfahrungen vor diesem tollen MOOC.

Außerdem auch von anderen viel gelernt — Monika Königs konsequente Art der Einbeziehung anderer und ihre Gabe und Fähigkeit, Energiespitzen zu erzeugen, möchte ich hervorheben, und auch Hajo Jürgens angenehme, weil bedächtig-nachdenkliche, von forschenden Gesichtspunkten mit-geleitete Haltung.

Und schließlich gab es eine Gruppe von AktivistInnen hinter und vor dem Vorhang, auf Tiwtter, hier und im Hangout, deren Enthusiasmus die Veranstaltung wirklich getragen hat, genau wie eine Lehrveranstaltung von den Studierenden getragen werden muss, sonst arbeitet man sich „vorne“ doch tot.

Die beiden noch ausstehenden Aktionspunkte bzw Aufgaben werde ich nachholen. Ich hoffe, für einen permanenten LdLMOOC findet sich ein Zuhause. Für Online-LdL stehe ich als Panelist, Blogger usw. auch gerne weiterhin zur Verfügung. Das Ganze hat solchen Spaß gemacht!

Bleibt im Kontakt!

Radikale Komprimierung der LdL-Didaktik: Ringeisen + Schuhladen Le Bourhis.

Der größtmögliche Horizont der LdL-Methode wurde im Prezi von Peter Ringeisen visualisiert. Die sträkste Fukossierung auf den LdL-Kern wurde von Isabelle Schuhladen Lebourhis vorgenommen. Wer LdL verstehen will, hat die Möglichkeit, sich intensiv mit den beiden Extremen zu befassen.

1. LdLs größtmöglicher Horizont:

Peter Ringeisens Prezi: „Lernziel Partizipationsfähigkeit und Netzsensibilität„.

2. Der LdL-Kern:

Transformation von Informationen zu Wissen im LdL-Diskurs

3. Die sofortige Umsetzung der harten Theorie in die harte Praxis

Isabelle Schuhladen Le Bourhis: LdL-Kern sofort im Unterricht umsetzen.

Fernsehbericht 1992 zu LdL: heute noch ganz aktuell! Alles ist drinnen!

#ldlmooc2 Produkte der Teilnehmer

LdLMOOC2 Hangout #1: LdL-Theorie (Video)

Produkte der Teilnehmer: Visualisierungen von Theoriebausteinen

  1. LdL und Wissensarbeit von Zsuzsanna Solti Benndorf
  2. Visualisierung von Marc Schakinnis: Überprüfung an der Theorie (Prezi)
  3. Blogeintrag und Visualisierung von Angelika Mogk
  4. Wissenscontainer (von frauzetpunkt – Speicherung des Videos muss noch geklärt werden)
  5. Die Ameisen von Marcus Birkenkrahe (Blog)
  6. Lernziel Partizipationsfähigkeit und Netzsensibilität (2009) – Prezi von Peter Ringeisen
  7. Visualisierungen von Raffaelina Rossetti (LdL allgem., Konzeptualisierung, Permanente Konzeptualisierung)
  8. Umfeld der Entstehung von LdL (Filzflausch)
  9. Königsweg des Herzens (Anita Sporer):
    LdL-Unterricht im FlowGegenüberstellung LdL/Frontalunterricht
  10. Kognitionspsychologisch fundiertes Curriculum im Fremdsprachenunterricht (1/2) (Andrea Kellermann)
  11. Kognitionspsychologisch fundiertes Curriculum im Fremdsprachenunterricht (2/2) (Andrea Kellermann)
  12. Für eine Übernahme von Lehrfunktionen durch Schüler (Andrea Kellermann)
  13. Unterrichtsphasen in LdL (frauzetpunkt)

Sabine Strauss (Kunsterziehung): schwierige 10.Klasse genau richtig für LdL!

Sabine Strauss ab Minute 40:

You make my day (oder so was ähnliches…): Marcus Birkenkrahe!

Es gibt um die 45-Minuten-Marke der YouTube Aufnahme des dritten Hangouts auf die Frage von Hajo Jürgens an Jean-Pol Martin einen spannenden Austausch zum Thema Komplexitätsreduktion. Die Grundlagen einer solchen Reduktion hat Martin 2005 in brillanter Kürze zusammen gefasst:

(Quelle: Europa interdisziplinär: Probleme und Perspektiven heutiger Europastudien, Hrsg. B Glaser, 2005, von ihm in GooglePlus gepostet.)

In dem Ausschnitt der online Diskussion drehte sich vor allem um den Widerspruch zwischen einem komplexen Thema und der für LdL aufbereiteten, gegebenenfalls extrem reduzierten („Roman von Balzac in 5 Sätzen“) Form des Themas. Wenn es sich bei dem Thema noch dazu um einen Lieblingsgegenstand handelt, dann tritt die Leidenschaft des Lehrenden möglicherweise in Widerspruch zu LdL. Beispielsweise: einen Roman in der Literatur (das war das Beispiel aus dem Hangout); eine Theorie in der Soziologie; einen Beweis in der Mathematik; ein Informationssystem oder eine Prozesslandschaft in meiner eigenen Disziplin, der Wirtschaftsinformatik.

Wie Martin aber sagte, was auch von Jürgens verstanden und aufgenommen wurde, geht es darum, den Schülern/Studenten einen Zugang zum Thema zu verschaffen, den sie als exploratives Sprungbrett, wie eine Spur für Bluthunde (Martin: „Die Schüler sollen Blut lecken“), verwenden können, um sich tiefer liegende Schichten des Themas später selber zu erschließen. Hierfür – und das hat Isabelle ebenfalls eindrücklich bestätigt – ist es nützlich bzw. sogar wichtig (Isabelle: „für mich bei LdL das Wichtigste“), dass sich die Schüler an die Basisinformationen, an das, was Martin „existenziell“ nennt, erinnern können.

In diesem Zusammenhang werde ich an einen neuen Artikel von J. Loviscach  bekannt als MOOC-Experte) erinnert, der gerade in der ZEIT erschienen ist, und bei dem es um den Sinn oder Unsinn der Vermittlung von höherer Mathematik für Ingenieur-Studenten geht. Ich finde, sowohl der Artikel, als auch die Kommentare zum Artikel (beide recht  konfrontativ und polemisierend) gehen am Problem des Lernens von Mathematik deshalb vorbei, weil sie diese Komplexitätsreduktion nach Martin nicht wahrnehmen oder nicht verwenden. Sie macht natürlich nur im Zusammenhang mit einem „Lernen durch Lehren“ Vorgehen wirklich Sinn: denn der Unterricht hört ja mit der Reduktion nicht auf, sondern er beginnt dann erst! Aber es bleibt den Studenten oder Schülern überlassen, wie und wie weit sie sich als Gruppe auf tieferliegendes Wissen einlassen. Nicht ungesteuert, aber, in Martins Worten, auf der Basis eines „anthropologischen Modells“ und eines existenzialistischen Modells ebenso (siehe Bild). Loviscach und wie die Kommentatoren seines Artikels versuchen, hier durch die Wahl und Kontrolle des Themas etwas voraus zu nehmen, was m.E. besser von den Studierenden erschlossen wird – als LdL-Angebot, das „Sucht induzieren soll“ (Martin).

Was ich in vielen Workshops zum Thema Komplexitätsreduktion gehört habe, geht in ähnlicher Weise an der Didaktik vorbei: dort geht es darum, viel Stoff in wenige Stunden zu pressen, oder effektiver zu sein…dabei wird aber viel mehr Zeit verbracht, die Weite eines Nürnberger Trichters zu diskutieren, anstatt der Beziehung zwischen Lehrer und Lernenden wie bei LdL.

Jedenfalls: ich bin gespannt, was ihr zum Thema Komplexitätsreduktion denkt?

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