Spannagel, Grzega, Kratky und die anderen…

Kleiner bilanzierende Blick nach hinten und push nach vorne

Dass die von mir mit Hilfe zahlreicher anderen klugen und engagierten Menschen erstellten Produkte zukunftsweisend sind, daran habe ich keine Zweifeln. Die Frage ist nur, wie man diese Produkte diffundiert.

1. LdL

Als ich 1984 zum ersten mal vor eine größere Öffentlichkeit mit LdL trat (bundesweites Treffen von Seminarlehrern für Französisch bei Passau) herrschte helle Empörung (ein Seminarlehrer sagte: „wenn Sie mit so einer Stunde bei mir eine Lehrprobe halten würde, würde ich Ihnen eine glatte 6 geben“). Sofort aber wurde die Idee weitergeflüstert und in einigen Zeitschriften aufgegriffen: „Neue Methode“.  Inzwischen wurden tonnenweise Artikel, unzählige Bücher und Filme, etwa tausend Fortbildungsveranstaltungen durchgeführt, die Methode ist in den wissenschaftlichen Handbüchern und in den Lehrplänen verankert und dennoch kennen viele die Methode nicht. So bekam ich gestern – also 24 Jahren später – einen Anruf von einem Zeitschriftenredakteur, der sich über die „neue Methode“ informieren wollte. Wenn ich also in einen Aufmerksamkeitshype gerate, bleibe ich cool. Aufmerksamkeitshypes sind wie ein Pferd, das vorbeirennt. Du musst ihm schnell deine Botschaft auf den Rücken werfen. Am Bodensee war ich auf einem solchen Hype und konnte mein anthropologisches Modell und die Gehirnmetapher (Neuron) auf das rennende Pferd festbinden. Ähnliches passierte auf dem Educamp in Berlin.

Parallel dazu gibt es Menschen, die von Anbeginn dabei waren und mir nachhaltig geholfen haben, LdL thoeretisch zu untermauern und zu verbreiten. Es war eine Gruppe von Lehrern, die sog. „LdL-Kerngruppe“ von 1987 an bis heute. Gegenwärtig liegt die ganze Freude und Last des LdL-Projektes auf den Schultern von Joachim Grzega.

Joachim Grzega ist nach Meinung aller Menschen, die ich schätze, eine Ausnahmeerscheinung. Er ist witzig, unglaublich kreativ und einfallsreich, wissenschaftlich äußerst produktiv, unkonventionell, ein Liebling der meisten Studenten, obwohl recht fordernd. Er liebt seinen Beruf und ist für Studenten und Kollegen Tag und Nacht andockbar. Gerne sagen die Studenten von ihm, er sei ein Genie. Ich meine auch, dass er geniale Züge besitzt, denn er kombiniert Ideen und Erkenntnisse aus unterschiedlichen Wissensbereichen und schafft so Niedagewesenes. Das Kind, dass Grzega von mir übernommen hat, ist LdL. Sein eigenes Kind ist „Basic Global English„. Da Grzega über sein enormes Wissen hinaus glänzende Entertainerqualitäten hat, reißt man sich um ihn als Referent für Veranstaltungen.

2. IPK

Nach LdL war mein zweites Baby das Modul „Internet- und Projektkompetenz“ (IPK). Die Idee war einfach: da die Menschheit enorme Probleme zu meistern hat, ist es unabdingbar, dass alle Intelligenzen mobilisiert werden, um kollektiv diese Probleme anzugehen. Mit dem Internet ist es möglich.  Wenn man sich an der Architektur des Gehirns orientiert, Menschen metaphorisch als Neuronen definiert und dafür sorgt, dass die Menschen sich wirklich wie Neuronen verhalten, dann verfügt man über ein Riesengehirn, das man mit Problemen füttert. Seit 12 Jahren arbeiten wir mit zunehmendem Erfolg an der Realisierung dieses Modells. in universitären Kursen. Studenten aus diversen Ländern arbeiten virtuell wie Neuronen an von ihnen gewählten Themen mit Unterstützung von Dozenten ein Semester lang.  Inzwischen haben hunderte von Studenten den Kurs belegt und sie kontruieren ununterbrochen kollektiv Wissen. Nachdem ich in den Ruhestand verabschiedet wurde, hat Michael Kratky den Kurs übernommen.

Michael Kratky

Michael Kratky hat sich in den letzten zehn Jahren als Student in Eichstätt bei allen meinen zahlreichen Projekten sehr erfolgreich engagiert. Er kennt mich und meine Theorie perfekt. Einige meinen, ich habe ihn stark beeinflusst. Dagegen hätte ich nichts. Zusätzlich zu seinem Ehrgeiz und seiner Intelligenz verstreut er eine glamouröse Stimmung. Er ist der Chef des IPKs.

3. Neuron

Neuron ist in einem anderen Kontext entstanden als LdL und IPK. Im Vorfeld des ersten Educamps in Deutschland in Ilmenau (April 2008) wurde eine Kommunikations-Plattform eröffnet, damit die Teilnehmer sich über die Veranstaltung informieren, teilweise auch unter sich Kontakt aufnehmen können. Mit dem mir eigenen Neuronen-Ansatz (Neuronen haben keine Angst, penetrant zu wirken) habe ich angefangen, jeden, der sein Profil einrichtete, zu bitten, mein Freund zu werden. Gleichzeitig erwarb ich mir dadurch die Berechtigung, diese Freunde mit Sammelmails zu bedienen, teilweise je nach Situation zu bombardieren. Es bildete sich schnell eine Gruppe, die aus Tamim (Kritischer Freund)Alexander (sozialintegrativer Positivdenker), Jana (Philosophin) , Mo (pragmatisch, ökonomisch, technisch), Christian Spannagel, und mir bestand. Wir beschlossen, unsere Beteiligung in Ilmenau schon im Vorfeld so zu planen, dass wir ein Maximum aus dem Barcamp herausholen. Wir wollten auch dort Projekte gemeinsam in Gang setzen, damit Nachhaltigkeit entsteht. Und so kam es auch. Natürlich brauchten wir dazu eine Theorie, die im Wesentlichen aus dem Neuronen-Konzept bestand. Es entstanden diverse Aktivitäten, die wir auch auf dem Educamp in Berlin weiter verfolgten. Ich persönlich hatte das Ziel, mein anthropologisches Modell sowie die Neuron-Metapher redundant einzubringen. Besonders hilfreich in diesem Zusammenhang waren Alexander Rausch und Christian Spannagel. Auf letzteren gehe ich deshalb ein bisschen ausfürhlicher ein, weil er durch seine Tätigkeit als Informatikdidaktiker an der PH-Ludwigsburg zahlreiche Verbindungen zu meiner eigenen Arbeit hat, die wir in Projekte umsetzen können.

Christian Spannagel ist Juniorprofessor und als solcher mit dem Problem konfrontiert, dass aus der Tradition des alten Paradigmas heraus Forschung erst dann veröffentlicht wird, wenn definitive, saubere Ergebnisse vorliegen. Spannagal geht aber offensiv vor und er versteht sich als „Öffentlicher Wissenschaftler“ (copyright bei Spannagel – hahahah). Demnächst wird er nach Eichstätt mit einer Studentengruppe kommen, um meine Schüler zu interviewen. Filmisch umgesetzt wird dies durch Lutz Berger, der bereits eine ganze Reihe von Youtube-Beiträgen über unsere Gruppe erstellt hat: Superprodukte, die wir überall diffundieren können und somit viel Resonanz erzielen.

Weitere Unterstützer für unsere künftige NEURON-Arbeit tauchen bereits am Horizont auf. Es sind beispielsweise Scheppler (Twittername), und Schb (Twittername).