#LdLmooc2. Erster Hangout: LdL-Theorie

Und hier geht es zur Mixxt-Plattform, auf der im Rahmen des #LdLmooc2 kommuniziert wird:

http://ldlmooc.mixxt.de/

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Skype und meine neuen Arbeitsstrukturen

Resume Aus Gesundheitsgründen habe ich mich vom realen Unterricht verabschiedet. Eine neue Arbeitsstruktur ist gerade dabei zu entstehen.

1. Ich weiß was, was du nicht weißt

Natürlich hat es wenig Sinn, wenn ich mich überall zu Wort melde, ohne über einen Wissensvorsprung in einem relevanten Bereich zu verfügen. Aufmerksamkeit kann ich nur erwarten, wenn ich was Neues zu erzählen habe. Meine Produkte sind

Lernen durch Lehren: nach wie vor gibt es viele Menschen im Bildungssystem, die LdL nicht kennen oder die sich näher mit dieser Methode und deren theoretischen Hintergründen befassen wollen.

Internetkommunikation: auch wenn das Thema Hochkonjunktur hat und jeder sich als Experte fühlt, in diesem Bereich arbeite ich seit 1996 sehr intensiv, sowohl mit Schülern und Studenten, als auch mit Kollegen aus der Wissenschaft. 2001 habe ich zum Beispiel ein Projekt durchgeführt, bei dem ich mich von einer Community durch New York führen ließ. Das war lustig und damals sehr innovativ. Zu diesem Zeitpunkt habe ich auch mit Mitarbeitern das Modul „Internet- und Projektkompetenz“ ins Leben gerufen, das heute von Michael Kratky erfolgreich weitergeführt wird. Vor anderthalb Jahren wurde ich von Steffen Büffel als Experte zum ersten Educamp eingeladen und das hat meine Arbeit seit diesem Zeitpunkt stark geprägt, insbesondere durch meine Bekanntschaft mit Christian Spannagel, Alexander Rausch, Lutz Berger und Michael Wald. Seit einigen Monaten versuche ich die Ingolstädter Grünen in diese Richtung zu beeinflussen, in der letzten Zeit mit besonderem Erfolg.

Insofern weiß ich was, was andere (noch) nicht wissen.

2. Neue Arbeitsstrukturen

Da ich gesundheitsbedingt aus dem realen Unterrichtsgeschehen herausgerissen wurde, sitze ich relativ viel zu Hause, allerdings mit täglichen morgendlichen Ausflügen ins Schwimmbad (ich hoffe, ich halte es konsequent durch).  Was ist naheliegender als Interessenten zu bieten, dass ich mich per Skype in Unterricht und sonstige Veranstaltungen einbringe? Natürlich verlangt es, dass ich besonders aktive und engagierte Partner finde.

– Mit Björn aus Bergen (Norwegen) wurde bereits ein Projekt in diesem Sinne gestartet. Am letzten Mittwoch habe ich mich per Skype in eine Veranstaltung an seiner Schule eingemischt. Für Dezember ist geplant, dass ich eine Französischklasse in Bergen zwei Doppelstunden nach LdL per Skype unterrichte. Die entsprechenden Texte liegen mir bereits vor.

– Heute Vormittag haben Oliver Tacke und ich geplant, dass ich nächste Woche per Skype in einer seiner Kursen Fragen seiner Studenten zu LdL beantworte.

Prinzipiell ist es möglich, dass alle, die weltweit an LdL interessiert sind, mich bitten, per Skype (Adresse: jeanpolmartin) mit ihren Schülern, Studenten und Kollegen in Kommunikation zu treten.

Fazit Mit wenig Aufwand kann man mithilfe von Skype Erkenntnisprozesse sehr rasch, weltweit auslösen. Ich warte auf weitere Anfragen!

Menschenrechte Artikel 19: „Informationen suchen, empfangen, verbreiten“.

Resume Jeder hat das Recht auf Meinungsfreiheit und freie Meinungsäußerung; dieses Recht schließt die Freiheit ein, (…) über Medien jeder Art ohne Rücksicht auf Grenzen Informationen und Gedankengut zu suchen, zu empfangen und zu verbreiten.

1. Wenn man das Recht hat, muss man auch die Möglichkeit bekommen

Wenn es ein Menschenrecht ist, Informationen zu suchen, zu empfangen und zu verbreiten, dann gilt es, alles zu tun, um allen Menschen diese Möglichkeit zu eröffnen. Auf diese Weise können wir die Denkressourcen von Milliarden von Menschen weltweit zur Problemlösung mobilisieren. Ein Schritt in diese Richtung sind Alexander Rausch und Ulrike Reinhard mit ihrem Benin-Projekt gegangen.

2. Und so bereite ich meine Schüler darauf vor,  für die Verwirklichung von Artikel 19 zu kämpfen

Auszug aus dem Aufsatz: „Partizipationsfähigkeit und Netzsensibilität„:

(…) So wird im Leistungkurs Französisch umfangreiches geschichtliches Wissen vermittelt, aber immer im Hinblick auf die Durchführung von Projekten, die eine Veränderung der Welt zum Ziel haben. Dies betrifft beispielsweise die Aufarbeitung der Ereignisse nach dem zweiten Weltkrieg, die zur Gründung der UNO im Jahre 1945 und zum Verfassen der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte 1948 geführt haben. Erst auf diesem Wissenshintergrund sind Schüler und Lehrer argumentativ in der Lage, glaubhaft und nachhaltig für die weltweite Implementierung des Artikels 19 zu kämpfen. (…)

Fazit Sich für die Verbreitung von Kommunikationsmitteln weltweit einzusetzen ist kein Hobby und keine Marotte. Es ist eine Pflicht.

Netzsensibilität oder einfach nur Riecher?

Resume Auf dem Educamp wurde ich vielfach darauf hingewiesen, dass unsere Gruppe (Spannagel und ich) einen gewissen Einfluss übten. Meine Bemühungen, zu analysieren, worauf dieser Einfluss gründet, werden von Spannagel nicht unterstützt. Ich möchte aber das Ganze unbedingt konzeptualisieren.

1. „Ich weiß es nicht“

Wenn ich Spannagel frage, warum wir recht gut vorankommen mit unseren Projekten, teilt er mir immer wieder mit, er wisse es nicht. Klar, dass ich ihn mit dieser Frage langweile. Aus meiner Sicht als Aktionsforscher aber, dienen Aktionen nur einem Zweck: die empirische Basis für Konzeptualisierungen zu liefern. Ich habe a) eine Intuition b) ich suche mir ein Feld, um diese Intuition zu prüfen und dann wird c) sofort (am liebsten während des Vorgangs selbst) konzeptualisiert.  Es ist selbstverständlich, dass Spannagel auch als Forscher konzeptualisiert, aber nicht in dem Augenblick, wo ich ihn gerne als Denkpartner hätte. Wenn ich ihn zum Konzeptualisieren andocken will, rennt er gerade irgendwohin, beispielsweise weil er seinen Laptop verloren hat (es stellt sich dann heraus, dass ich diesen Laptop aus Versehen in mein Fach eingesperrt habe).

2. Lutz Berger: „du hast einen Riecher“

Klar, dass ich niemanden außer Spannagel direkt frage „warum haben wir Erfolg?“. Mein Gesprächspartner würde das sofort in die Kategorie Eitelkeit/Egozentrik einordnen und mir keine brauchbare Information liefern. Der Erfolg freut mich, das habe ich bereits an diversen Stellen thematisiert, aber ich kenne dessen Flüchtigkeit. Was mich also brennend interessiert sind die Mechanismen, die diesen Erfolg begründen, damit ich die entsprechenden Verhaltensweisen sofort modellieren (z.B. als Metapher) und diffundieren kann. Aber um zu erfahren, welche Merkmale integriert werden müssen, damit der Erfolg sich dauerhaft einstellt, bin ich in Ermanglung eines Denk-Partners auf zufällige Nebenbemerkungen angewiesen. In einem Gespräch mit Lutz Berger fiel der Satz: „du hast einen Riecher“. Damit kann ich was anfangen. Allerdings muss ich „du  hast einen Riecher“ operationalisierbar machen. Und das habe ich vor längerer Zeit unter dem Begriff Netzsensibilität getan. Ich habe auch mehrfach versucht den Begriff in der Wikipedia zu verankern (erfolglos: „Wir wollen keine Theoriefindung“!)

3. Das Benin-Projekt

Mein Riecher sagt mir, dass das Benin-Projekt (Ulrike, Tim, Anne, Salifou, Alexander und viele andere mehr) uns noch erfolgreiche Tage bescheren wird. Es weist alle Merkmale auf, die Menschen anziehen. Moralisch auf der höchsten Ebene angesiedelt, und dennoch konkret und sofort umsetzbar. Dadurch befriedigt das Benin-Projekt alle menschlichen Grundbedürfnisse. Ich war am Anfang ein bisschen zögerlich (ich wurde gebeten, die Blog-Texte ins Französische zu übersetzen, was zunächst nach – wenig glanzvoller – Arbeit aussah), aber je erfolgreicher das Projekt sich entwickelte, desto williger wurde ich. Und jetzt sehe ich viele weitere Perspektiven: in Eichstätt läuft ein Togo-Projekt im Rahmen des IPKs, Petra Kleine hat uns mit einem Entwicklungshelfer aus Tanzania verbunden, und ich habe mir vorgenommen, die Senioren, die demnächst meinen Ulm-Kurs besuchen werden, als Blogübersetzer in den Afrika-Projekten einzuspannen. Vernetzen was das Zeug hält, und für eine gute Sache („Bedürfnis nach Transzendenz, also sich in einer Aktion eingebunden fühlen, die über einen selbst hinausreicht“).

Fazit Intuition, Riecher oder Netzsensibilität? Just do it!

Educamp Ilmenau 2009

Resume Von Freitag bis Sonntag war ich in Ilmenau auf dem Educamp.

1. Der Rahmen

Das Educamp hat bisher dreimal stattgefunden: zweimal in Ilmenau und einmal in Berlin. Die gesamte Stimmung ist basisdemokratisch, was bedeutet, dass jeder, der eine gute Ideen hat, spontan eine Session zu einem Thema anbieten kann. Ein solches Konzept mit vielen Unwägbarkeiten verlangt von den Organisatoren Talent, nicht nur was die technischen Abläufe angeht (je spontaner, desto  größer die Anforderungen an die Adaptationsfähigkeit der Strukturen) sondern zwischenmenschlich, um den Gästen das Gefühl zu vermitteln, dass sie und ihre – gelegentlich komplizierten – Wünsche willkommen sind. Dies gelingt Thomas BernhardtSteffen Büffel und Marcel Kirchner hervorragend. Man fühlt sich dort wie zu Hause, unter Freunden.

2. Ein paar Sätze an

@Claudia Als wir uns noch kurz vor dem Bahnhof unterhielten, habe ich etwas scheinbar Widersprüchliches gesagt: ich sagte, dass man durch Bloggen schnell zu einem tieferen Austausch kommt und die essentials (Menschenbild und fundamentale Ziele) einer Person rasch erfährt. Dann bestünde die Gefahr, dass man das Interesse verliert, weil man die Person kenne und nichts Neues mehr erwarte. Andererseits behaupte ich, dass durch Bloggen eine Vertiefung der Beziehungen entsteht, was Nachhaltigkeit fördert. Letzteres stimmt, aber nur dann, wenn nach den vertieften Einsichten dann zügig gemeinsame Ziele und Projekte angesteuert werden. Daher auch der Begriff nachhaltige Projektbeziehungen.

@Michael Nach unseren Gesprächen und unserer gemeinsamen Session fühle ich mich noch mehr verpflichtet, Qualität zu bringen. Vor allem, wenn wir dann tatsächlich ein Projekt gemeinsam durchführen.

@Felix Ähnliches gilt für dich: wenn ich euch als Denkpartner behalten will, darf ich nicht nachlassen!:-)))

3. Alexanders Vorstellung des Bénin-Projektes

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4. Mein Gefühl danach

Dank Web2.0: Wissenscontainer an einem Tag erstellt!

Resume Angesichts der Volatilität der Beziehungen auf Twitter und Kommunikationsplattformen ist es günstig, wenn man auch ganz kurze Wissenskonstruktionsprojekte durchführt.

1.  Wissenscontainer in kurzer Zeit erstellen

Wenn eine Gruppe von Leuten sich in Twitter und Blogs länger mit einem Thema befassen emergieren einige Akteure, die auf diesem Gebiet besondere Sachkompetenz und/oder Erfahrungen besitzen. Was ist naheliegender, als im Sinne der kollektiven Wissenskonstruktion ein Wiki aufzumachen und diese Experten zu bitten, in sehr knapper Form ihr Wissen dort einzuspeisen? Dadurch erhält man einen „Wissenscontainer“ den man als Baustein überall einfügen kann.

2. Wissenscontainer zum Thema „Web2.0 in der Schule“

Gestern habe ich René Scheppler, Felix Schaumburg und Alexander Rausch gebeten, Ihre Erfahrungen mit web 2.0 an der Schule in ein Wiki einzugeben. Das Ergebnis kann man HIER betrachten. Die Kurzautoren können jederzeit ihren Beitrag ergänzen und aktualisieren, Links einfügen und ihnen bekannte Experten einladen, einen ebenfalls kurzen Eintrag zu tätigen.

Fazit Wenn ein paar ausgewiesene Experten innerhalb kürzester Zeit die Quintessenz ihres Wissens in ein Wiki eingeben, hat man ein gutes Produkt, das als Wissenscontainer überall eingefügt werden kann.

Alexander, du hast recht (Web2.0 in der Schule, Fortsetzung)

Resume In meinem vorangehenden Beitrag habe ich über meine Web2.0 Erfahrungen als Lehrer und Dozent berichtet und festgestellt, ohne Zwang ginge es nicht. Alexander Rausch meint, wir seien in einer Übergangsphase.

1. In Zukunft wird web 2.0 in schulen und unis selbstverständlich sein

Mit Recht weist Alexander Rausch darauf hin (Kommentar 7), dass wir uns in einer Übergangsphase befinden:

Wir leben in Parallelwelten (altes / neues Paradigma): Noch ist es natürlich eine Übergangsphase und der Einsatz von Web 2.0 in der Schule sehr fremd. Wenn der Einsatz völlig normal geworden ist (die Tische integrierte Bildschirme haben…;-)), dann wird das Lernen und Lehren mit Web 2.0 völlig normal werden und die Lehrpläne entsprechend aussehen und ausgerichtet sein…

Natürlich ist es nicht unbedingt ein Trost für diejenigen von uns, die internetlos im Klassenzimmer sitzen, aber das eröffnet immerhin Perspektiven, auf die wir hinarbeiten können. Soeben habe ich für das ganze Jahr und alle meine Stunden den Computerraum reserviert. So werden meine Schüler bei Fragen und Unklarheiten jederzeit ins Internet gehen können. Da ich nach LdL arbeite, werden sie auch ins Internet gehen wenn sie sich auf eine Stunde vorbereiten, die sie „als Lehrer“ durchführen müssen.

2. Mögliche Konfliktsituationen entschärft

Beeindruckend im Film von Reinhard Kahl „Treibhäuser der Zukunft“ ist besonders die Szene, wo Schüler der Bodenseeschule ins Klassenzimmer hineinkommen, den Lehrer begrüßen und gleich zu ihrem Tisch gehen und anfangen zu arbeiten. Dasselbe möchte ich erreichen, indem Schüler, bevor sie einen Stoff vermitteln, ins Internet gehen und vertiefte Recherchen durchführen. Ich gehe davon aus, dass die Recherchen ohne Druck, ganz natürlich verlaufen und eine angenehme, entspannte Atmosphäre entsteht. Dann erfolgen die Präsentationen/Lehreinheiten, und man freut sich darauf, wieder gemeinsam im Plenum arbeiten zu können. Hier erfolgt ganz natürlich Differenzierung, denn jeder kann nach eigenem Bedarf in die Tiefe gehen, bevor er die Ergebnisse den anderen vermittelt. Und dabei verliert das Prinzip LdL nicht an Gewicht, denn die Schüler sollen nach ihren Recherchen die neuen Inhalte den anderen vermitteln und prüfen, ob das angekommen ist.

3. Zwang muss wahrscheinlich trotzdem sein

Alexander Rausch beendet seinen Kommentar mit dem Satz:

Bis dahin wird vermutlich auch Zwang kein Thema mehr sein: Dann, wenn die Kinder den angeboren Spaß an Wissensdurst und Lernen nicht mehr verlernen!(wie Paradox: erst verlernen wir es ihnen, um uns dann zu beschweren…)

Ich denke, dass zwar die Stimmung im Unterricht und bei der Arbeit sich sehr entspannen wird, aber es wird dennoch notwendig sein, die Schüler und Studenten zur „Arbeit“ anzuhalten. Aufsätze und Artikel zu schreiben, und noch vielmehr Projekte konsequent bis zum Ende durchzuführen sind für jeden Menschen anstrengend und jeder von uns drückt sich gerne davor, auch wenn das Thema einen sehr interessiert. Ohne „Zwang“ wird es also nicht gehen, nur dass der ganze Prozess weniger konfliktuell verlaufen wird.

4. Beispiele für gelungenen Web2.0-Einsatz in der Schule

Auf zahlreiche gelungene Web20-Projekte mit Schülern weist die Kollegin Maria Eirich auf der Kommunikationsplattform „Maschendraht“ hin. Über eine Laptopklasse in Hamburg kann man sich mit diesem Video informieren.

Fazit Noch eine kleine Anstrengung, und wir werden für unsere Schüler und für uns die Lernbedingungen schaffen, die wir alle verdienen.