#LdLmooc2. Erster Hangout: LdL-Theorie

Und hier geht es zur Mixxt-Plattform, auf der im Rahmen des #LdLmooc2 kommuniziert wird:

http://ldlmooc.mixxt.de/

Skype und meine neuen Arbeitsstrukturen

Resume Aus Gesundheitsgründen habe ich mich vom realen Unterricht verabschiedet. Eine neue Arbeitsstruktur ist gerade dabei zu entstehen.

1. Ich weiß was, was du nicht weißt

Natürlich hat es wenig Sinn, wenn ich mich überall zu Wort melde, ohne über einen Wissensvorsprung in einem relevanten Bereich zu verfügen. Aufmerksamkeit kann ich nur erwarten, wenn ich was Neues zu erzählen habe. Meine Produkte sind

Lernen durch Lehren: nach wie vor gibt es viele Menschen im Bildungssystem, die LdL nicht kennen oder die sich näher mit dieser Methode und deren theoretischen Hintergründen befassen wollen.

Internetkommunikation: auch wenn das Thema Hochkonjunktur hat und jeder sich als Experte fühlt, in diesem Bereich arbeite ich seit 1996 sehr intensiv, sowohl mit Schülern und Studenten, als auch mit Kollegen aus der Wissenschaft. 2001 habe ich zum Beispiel ein Projekt durchgeführt, bei dem ich mich von einer Community durch New York führen ließ. Das war lustig und damals sehr innovativ. Zu diesem Zeitpunkt habe ich auch mit Mitarbeitern das Modul „Internet- und Projektkompetenz“ ins Leben gerufen, das heute von Michael Kratky erfolgreich weitergeführt wird. Vor anderthalb Jahren wurde ich von Steffen Büffel als Experte zum ersten Educamp eingeladen und das hat meine Arbeit seit diesem Zeitpunkt stark geprägt, insbesondere durch meine Bekanntschaft mit Christian Spannagel, Alexander Rausch, Lutz Berger und Michael Wald. Seit einigen Monaten versuche ich die Ingolstädter Grünen in diese Richtung zu beeinflussen, in der letzten Zeit mit besonderem Erfolg.

Insofern weiß ich was, was andere (noch) nicht wissen.

2. Neue Arbeitsstrukturen

Da ich gesundheitsbedingt aus dem realen Unterrichtsgeschehen herausgerissen wurde, sitze ich relativ viel zu Hause, allerdings mit täglichen morgendlichen Ausflügen ins Schwimmbad (ich hoffe, ich halte es konsequent durch).  Was ist naheliegender als Interessenten zu bieten, dass ich mich per Skype in Unterricht und sonstige Veranstaltungen einbringe? Natürlich verlangt es, dass ich besonders aktive und engagierte Partner finde.

– Mit Björn aus Bergen (Norwegen) wurde bereits ein Projekt in diesem Sinne gestartet. Am letzten Mittwoch habe ich mich per Skype in eine Veranstaltung an seiner Schule eingemischt. Für Dezember ist geplant, dass ich eine Französischklasse in Bergen zwei Doppelstunden nach LdL per Skype unterrichte. Die entsprechenden Texte liegen mir bereits vor.

– Heute Vormittag haben Oliver Tacke und ich geplant, dass ich nächste Woche per Skype in einer seiner Kursen Fragen seiner Studenten zu LdL beantworte.

Prinzipiell ist es möglich, dass alle, die weltweit an LdL interessiert sind, mich bitten, per Skype (Adresse: jeanpolmartin) mit ihren Schülern, Studenten und Kollegen in Kommunikation zu treten.

Fazit Mit wenig Aufwand kann man mithilfe von Skype Erkenntnisprozesse sehr rasch, weltweit auslösen. Ich warte auf weitere Anfragen!

Menschenrechte Artikel 19: „Informationen suchen, empfangen, verbreiten“.

Resume Jeder hat das Recht auf Meinungsfreiheit und freie Meinungsäußerung; dieses Recht schließt die Freiheit ein, (…) über Medien jeder Art ohne Rücksicht auf Grenzen Informationen und Gedankengut zu suchen, zu empfangen und zu verbreiten.

1. Wenn man das Recht hat, muss man auch die Möglichkeit bekommen

Wenn es ein Menschenrecht ist, Informationen zu suchen, zu empfangen und zu verbreiten, dann gilt es, alles zu tun, um allen Menschen diese Möglichkeit zu eröffnen. Auf diese Weise können wir die Denkressourcen von Milliarden von Menschen weltweit zur Problemlösung mobilisieren. Ein Schritt in diese Richtung sind Alexander Rausch und Ulrike Reinhard mit ihrem Benin-Projekt gegangen.

2. Und so bereite ich meine Schüler darauf vor,  für die Verwirklichung von Artikel 19 zu kämpfen

Auszug aus dem Aufsatz: „Partizipationsfähigkeit und Netzsensibilität„:

(…) So wird im Leistungkurs Französisch umfangreiches geschichtliches Wissen vermittelt, aber immer im Hinblick auf die Durchführung von Projekten, die eine Veränderung der Welt zum Ziel haben. Dies betrifft beispielsweise die Aufarbeitung der Ereignisse nach dem zweiten Weltkrieg, die zur Gründung der UNO im Jahre 1945 und zum Verfassen der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte 1948 geführt haben. Erst auf diesem Wissenshintergrund sind Schüler und Lehrer argumentativ in der Lage, glaubhaft und nachhaltig für die weltweite Implementierung des Artikels 19 zu kämpfen. (…)

Fazit Sich für die Verbreitung von Kommunikationsmitteln weltweit einzusetzen ist kein Hobby und keine Marotte. Es ist eine Pflicht.

Netzsensibilität oder einfach nur Riecher?

Resume Auf dem Educamp wurde ich vielfach darauf hingewiesen, dass unsere Gruppe (Spannagel und ich) einen gewissen Einfluss übten. Meine Bemühungen, zu analysieren, worauf dieser Einfluss gründet, werden von Spannagel nicht unterstützt. Ich möchte aber das Ganze unbedingt konzeptualisieren.

1. „Ich weiß es nicht“

Wenn ich Spannagel frage, warum wir recht gut vorankommen mit unseren Projekten, teilt er mir immer wieder mit, er wisse es nicht. Klar, dass ich ihn mit dieser Frage langweile. Aus meiner Sicht als Aktionsforscher aber, dienen Aktionen nur einem Zweck: die empirische Basis für Konzeptualisierungen zu liefern. Ich habe a) eine Intuition b) ich suche mir ein Feld, um diese Intuition zu prüfen und dann wird c) sofort (am liebsten während des Vorgangs selbst) konzeptualisiert.  Es ist selbstverständlich, dass Spannagel auch als Forscher konzeptualisiert, aber nicht in dem Augenblick, wo ich ihn gerne als Denkpartner hätte. Wenn ich ihn zum Konzeptualisieren andocken will, rennt er gerade irgendwohin, beispielsweise weil er seinen Laptop verloren hat (es stellt sich dann heraus, dass ich diesen Laptop aus Versehen in mein Fach eingesperrt habe).

2. Lutz Berger: „du hast einen Riecher“

Klar, dass ich niemanden außer Spannagel direkt frage „warum haben wir Erfolg?“. Mein Gesprächspartner würde das sofort in die Kategorie Eitelkeit/Egozentrik einordnen und mir keine brauchbare Information liefern. Der Erfolg freut mich, das habe ich bereits an diversen Stellen thematisiert, aber ich kenne dessen Flüchtigkeit. Was mich also brennend interessiert sind die Mechanismen, die diesen Erfolg begründen, damit ich die entsprechenden Verhaltensweisen sofort modellieren (z.B. als Metapher) und diffundieren kann. Aber um zu erfahren, welche Merkmale integriert werden müssen, damit der Erfolg sich dauerhaft einstellt, bin ich in Ermanglung eines Denk-Partners auf zufällige Nebenbemerkungen angewiesen. In einem Gespräch mit Lutz Berger fiel der Satz: „du hast einen Riecher“. Damit kann ich was anfangen. Allerdings muss ich „du  hast einen Riecher“ operationalisierbar machen. Und das habe ich vor längerer Zeit unter dem Begriff Netzsensibilität getan. Ich habe auch mehrfach versucht den Begriff in der Wikipedia zu verankern (erfolglos: „Wir wollen keine Theoriefindung“!)

3. Das Benin-Projekt

Mein Riecher sagt mir, dass das Benin-Projekt (Ulrike, Tim, Anne, Salifou, Alexander und viele andere mehr) uns noch erfolgreiche Tage bescheren wird. Es weist alle Merkmale auf, die Menschen anziehen. Moralisch auf der höchsten Ebene angesiedelt, und dennoch konkret und sofort umsetzbar. Dadurch befriedigt das Benin-Projekt alle menschlichen Grundbedürfnisse. Ich war am Anfang ein bisschen zögerlich (ich wurde gebeten, die Blog-Texte ins Französische zu übersetzen, was zunächst nach – wenig glanzvoller – Arbeit aussah), aber je erfolgreicher das Projekt sich entwickelte, desto williger wurde ich. Und jetzt sehe ich viele weitere Perspektiven: in Eichstätt läuft ein Togo-Projekt im Rahmen des IPKs, Petra Kleine hat uns mit einem Entwicklungshelfer aus Tanzania verbunden, und ich habe mir vorgenommen, die Senioren, die demnächst meinen Ulm-Kurs besuchen werden, als Blogübersetzer in den Afrika-Projekten einzuspannen. Vernetzen was das Zeug hält, und für eine gute Sache („Bedürfnis nach Transzendenz, also sich in einer Aktion eingebunden fühlen, die über einen selbst hinausreicht“).

Fazit Intuition, Riecher oder Netzsensibilität? Just do it!

Educamp Ilmenau 2009

Resume Von Freitag bis Sonntag war ich in Ilmenau auf dem Educamp.

1. Der Rahmen

Das Educamp hat bisher dreimal stattgefunden: zweimal in Ilmenau und einmal in Berlin. Die gesamte Stimmung ist basisdemokratisch, was bedeutet, dass jeder, der eine gute Ideen hat, spontan eine Session zu einem Thema anbieten kann. Ein solches Konzept mit vielen Unwägbarkeiten verlangt von den Organisatoren Talent, nicht nur was die technischen Abläufe angeht (je spontaner, desto  größer die Anforderungen an die Adaptationsfähigkeit der Strukturen) sondern zwischenmenschlich, um den Gästen das Gefühl zu vermitteln, dass sie und ihre – gelegentlich komplizierten – Wünsche willkommen sind. Dies gelingt Thomas BernhardtSteffen Büffel und Marcel Kirchner hervorragend. Man fühlt sich dort wie zu Hause, unter Freunden.

2. Ein paar Sätze an

@Claudia Als wir uns noch kurz vor dem Bahnhof unterhielten, habe ich etwas scheinbar Widersprüchliches gesagt: ich sagte, dass man durch Bloggen schnell zu einem tieferen Austausch kommt und die essentials (Menschenbild und fundamentale Ziele) einer Person rasch erfährt. Dann bestünde die Gefahr, dass man das Interesse verliert, weil man die Person kenne und nichts Neues mehr erwarte. Andererseits behaupte ich, dass durch Bloggen eine Vertiefung der Beziehungen entsteht, was Nachhaltigkeit fördert. Letzteres stimmt, aber nur dann, wenn nach den vertieften Einsichten dann zügig gemeinsame Ziele und Projekte angesteuert werden. Daher auch der Begriff nachhaltige Projektbeziehungen.

@Michael Nach unseren Gesprächen und unserer gemeinsamen Session fühle ich mich noch mehr verpflichtet, Qualität zu bringen. Vor allem, wenn wir dann tatsächlich ein Projekt gemeinsam durchführen.

@Felix Ähnliches gilt für dich: wenn ich euch als Denkpartner behalten will, darf ich nicht nachlassen!:-)))

3. Alexanders Vorstellung des Bénin-Projektes

Vodpod videos no longer available.

more about „showplayer.swf (application/x-shockwa…„, posted with vodpod

4. Mein Gefühl danach

Dank Web2.0: Wissenscontainer an einem Tag erstellt!

Resume Angesichts der Volatilität der Beziehungen auf Twitter und Kommunikationsplattformen ist es günstig, wenn man auch ganz kurze Wissenskonstruktionsprojekte durchführt.

1.  Wissenscontainer in kurzer Zeit erstellen

Wenn eine Gruppe von Leuten sich in Twitter und Blogs länger mit einem Thema befassen emergieren einige Akteure, die auf diesem Gebiet besondere Sachkompetenz und/oder Erfahrungen besitzen. Was ist naheliegender, als im Sinne der kollektiven Wissenskonstruktion ein Wiki aufzumachen und diese Experten zu bitten, in sehr knapper Form ihr Wissen dort einzuspeisen? Dadurch erhält man einen „Wissenscontainer“ den man als Baustein überall einfügen kann.

2. Wissenscontainer zum Thema „Web2.0 in der Schule“

Gestern habe ich René Scheppler, Felix Schaumburg und Alexander Rausch gebeten, Ihre Erfahrungen mit web 2.0 an der Schule in ein Wiki einzugeben. Das Ergebnis kann man HIER betrachten. Die Kurzautoren können jederzeit ihren Beitrag ergänzen und aktualisieren, Links einfügen und ihnen bekannte Experten einladen, einen ebenfalls kurzen Eintrag zu tätigen.

Fazit Wenn ein paar ausgewiesene Experten innerhalb kürzester Zeit die Quintessenz ihres Wissens in ein Wiki eingeben, hat man ein gutes Produkt, das als Wissenscontainer überall eingefügt werden kann.

Alexander, du hast recht (Web2.0 in der Schule, Fortsetzung)

Resume In meinem vorangehenden Beitrag habe ich über meine Web2.0 Erfahrungen als Lehrer und Dozent berichtet und festgestellt, ohne Zwang ginge es nicht. Alexander Rausch meint, wir seien in einer Übergangsphase.

1. In Zukunft wird web 2.0 in schulen und unis selbstverständlich sein

Mit Recht weist Alexander Rausch darauf hin (Kommentar 7), dass wir uns in einer Übergangsphase befinden:

Wir leben in Parallelwelten (altes / neues Paradigma): Noch ist es natürlich eine Übergangsphase und der Einsatz von Web 2.0 in der Schule sehr fremd. Wenn der Einsatz völlig normal geworden ist (die Tische integrierte Bildschirme haben…;-)), dann wird das Lernen und Lehren mit Web 2.0 völlig normal werden und die Lehrpläne entsprechend aussehen und ausgerichtet sein…

Natürlich ist es nicht unbedingt ein Trost für diejenigen von uns, die internetlos im Klassenzimmer sitzen, aber das eröffnet immerhin Perspektiven, auf die wir hinarbeiten können. Soeben habe ich für das ganze Jahr und alle meine Stunden den Computerraum reserviert. So werden meine Schüler bei Fragen und Unklarheiten jederzeit ins Internet gehen können. Da ich nach LdL arbeite, werden sie auch ins Internet gehen wenn sie sich auf eine Stunde vorbereiten, die sie „als Lehrer“ durchführen müssen.

2. Mögliche Konfliktsituationen entschärft

Beeindruckend im Film von Reinhard Kahl „Treibhäuser der Zukunft“ ist besonders die Szene, wo Schüler der Bodenseeschule ins Klassenzimmer hineinkommen, den Lehrer begrüßen und gleich zu ihrem Tisch gehen und anfangen zu arbeiten. Dasselbe möchte ich erreichen, indem Schüler, bevor sie einen Stoff vermitteln, ins Internet gehen und vertiefte Recherchen durchführen. Ich gehe davon aus, dass die Recherchen ohne Druck, ganz natürlich verlaufen und eine angenehme, entspannte Atmosphäre entsteht. Dann erfolgen die Präsentationen/Lehreinheiten, und man freut sich darauf, wieder gemeinsam im Plenum arbeiten zu können. Hier erfolgt ganz natürlich Differenzierung, denn jeder kann nach eigenem Bedarf in die Tiefe gehen, bevor er die Ergebnisse den anderen vermittelt. Und dabei verliert das Prinzip LdL nicht an Gewicht, denn die Schüler sollen nach ihren Recherchen die neuen Inhalte den anderen vermitteln und prüfen, ob das angekommen ist.

3. Zwang muss wahrscheinlich trotzdem sein

Alexander Rausch beendet seinen Kommentar mit dem Satz:

Bis dahin wird vermutlich auch Zwang kein Thema mehr sein: Dann, wenn die Kinder den angeboren Spaß an Wissensdurst und Lernen nicht mehr verlernen!(wie Paradox: erst verlernen wir es ihnen, um uns dann zu beschweren…)

Ich denke, dass zwar die Stimmung im Unterricht und bei der Arbeit sich sehr entspannen wird, aber es wird dennoch notwendig sein, die Schüler und Studenten zur „Arbeit“ anzuhalten. Aufsätze und Artikel zu schreiben, und noch vielmehr Projekte konsequent bis zum Ende durchzuführen sind für jeden Menschen anstrengend und jeder von uns drückt sich gerne davor, auch wenn das Thema einen sehr interessiert. Ohne „Zwang“ wird es also nicht gehen, nur dass der ganze Prozess weniger konfliktuell verlaufen wird.

4. Beispiele für gelungenen Web2.0-Einsatz in der Schule

Auf zahlreiche gelungene Web20-Projekte mit Schülern weist die Kollegin Maria Eirich auf der Kommunikationsplattform „Maschendraht“ hin. Über eine Laptopklasse in Hamburg kann man sich mit diesem Video informieren.

Fazit Noch eine kleine Anstrengung, und wir werden für unsere Schüler und für uns die Lernbedingungen schaffen, die wir alle verdienen.

Kleine Hommage an Lutz Berger

Resume: Wenn ein Forscherleben so stark wie meines auf Unterstützung angewiesen ist, so muss das Glück auch mitspielen. Die Begegnung mit Lutz Berger war so ein Glücksfall.

1. Wie ich Lutz Berger begegnete

Lutz Berger traf ich zum ersten mal im April 2008 auf dem Educamp in Ilmenau. Er kam auf mich zu und teilte mir mit, er wolle mich interviewen. Ich fand ihn sehr sympathisch, da ich aber oft mit verlockenden Angeboten kontaktiert werde, die nicht eingehalten werden, blieb ich abwartend. Lutz begegnete mir während der Veranstaltung immer wieder, aber er schien mir mit anderen Sachen beschäftigt. Am Ende des Educamps stand ich etwas herum und Lutz interviewte mich. Ein paar Minuten später war das Video in youtube. Da es mir gut gefiel, speiste ich den Link in alle mir zugänglichen Kanäle (Mailinglisten, Blogs, usw.).

2. Lutzes Video zeigt Wirkung

Den Link zu Lutzes Video hatte ich natürlich routinemäßig an Reinhard Kahl geschickt, der für mich eine ganz wichtige Adresse ist, weil er mir in seinem berühmten Film „Treibhäuser der Zukunft“ eine längere Sequenz gewidmet hat. Reinhard Kahl reagierte sofort und belegt mich ganz fest als Referenten für seinen Mammutkongress am Bodensee im Oktober 2008. Dieser Kongress wiederum war für mich ein gewaltiger pusher.

3. Lutz  Berger als Weihnachtsmann

Kurz nach dem Bodenseekongress fand in Berlin der 2. Educamp statt, wo ich ein paar Leute traf, insbesondere Alexander Rausch und Christian Spannagel. Alexander hat zwar ein bisschen andere Schwerpunkte als ich, ist aber inhaltlich und emotional sehr stützend. Mit Christian kann ich aus diversen – auch strukturellen – Gründen intensiv Projekte durchführen. Und wir trafen natürlich auch auf Lutz Berger. Und Lutz konzentrierte sich immer mehr auf uns, interviewte AlexanderChristian und mich. Dann kam es Schlag auf Schlag: Lutz befasste sich immer intensiver mit LdL (LdL-Podcast), mit der Arbeit um LdL in Ludwigsburg (Ludwigsburger Trilogie) und plant eine Langzeitdokumentation um dieses Projekt herum. Lutz Bergers Motivation kann ich nur vermuten: er beschenkt uns permanent und hat sichtbar nichts davon. Unsichtbar vermute ich, dass er einfach Spaß an guten Sachen hat und am „Guten“ im allgemeinen.

Fazit: Lutz Berger verdanke ich, dass ich mich im letzten Jahr nicht gelangweilt habe. Und das Projekt insgesamt verdankt Lutz Beger unendlich viel.

Traumhaft, aber noch nichts passiert!

Nach einem Jahr Flow im Rahmen von Educamp Ilmenau, Bodensee (Reinhard Kahl), Educamp Berlin, Neuron und Ludwigsburg möchte ich innehalten und bilanzieren. Danach werde ich meine Ziele für die nächsten Monate festlegen.

Resume: als Aktionsforscher bemühe ich mich, a) Probleme des Forschungsfeldes zu identifizieren, b) mit Hilfe von Partnern Lösungen (neues Handlungswissen) zu erarbeiten,  und c) dieses neue Wissen zu verbreiten. Da ich in den letzten 25 Jahren Handlungswissen konstruiert habe, das noch nicht breit diffundiert wurde, stand Verbreitung auf der Tagesordnung.  Jetzt muss wieder neues Wissen konstruiert werden.

1. Vor einem Jahr: Wissen auf Vorrat

Vor einem Jahr war LdL im deutschen Bildungssystem bekannt. Die Methode war dank Einladungen des Goethes Instituts oder der Deutschen Schulen auch im Ausland ein Begriff (Europa, aber auch Äthiopien, Türkei, Südamerika und dank Guido Oebel auch besonders in Japan). Allerdings war LdL vor allem als eine „Technik“ unter vielen anderen verstanden. Nur wenige erkannten, dass hinter LdL ein umfangreiches, modernes pädagogisches Konzept steht.

2. Die Leistung der Neuronen-Gruppe: Diffundierung des vorliegenden Wissens

Dank Educamp und die Neuronen-Gruppe, insbesondere dank Lutz Berger war es möglich, den Fokus auf die Theorie zu richten. Die gute Aufnahme meiner Konzepte (vor allem Neuron) durch die Educamp-Freaks ermutigte mich, diese Ideen auch in einem größeren,  traditionelleren Kontext vorzustellen (Bodensee-Kongress Reinhard Kahl). Dort wurden die Gehirnmetapher und mein anthropologisches Modell ebenfall sehr gut aufgenommen.

3. Legitime Freude am Diffundieren

Natürlich macht es sehr viel Spaß, neues Wissen zu diffundieren: man weiß etwas, was die anderen nicht wissen. Man gewinnt dadurch Aufmerksamkeit (Währung der Zukunft) und gerät in ein Flow, der solange andauert, solange es Leute gibt, die dieses neue Wissen nicht kennen und Uiiii sagen. Man freut sich und neigt dazu, sich mit dem Verbreitungsprozess übermäßig zu befassen, der ja soviel Spaß macht. Was aber, wenn der Vorrat an neuem Wissen verbraucht ist?

4. Neues Wissen konstruieren: IPK-Modell

Vorschlag für Ludwigsburg (weitere biographische Mitfahrgelegenheit):

– Ein relevantes Problem wird identifiziert (z.B. Internetkompetenz  in Grundschulen) und international angegangen,

– Suche nach Partnern im Ausland (PH in Bulgarien oder USA),

– Gemeinsame Forschung ein Semester lang,

– Hochladen der Ergebnisse (neues – für den Fortschritt der Menschheit relevantes – Wissen)

– Diffundierung dieses neuen Wissensproduktes.

Aufgabe des Dozenten: Organisation kollektiver Reflexion und kollektiver Wissenskonstruktion

Meine Ziele für die nächsten Monate: soviele IPK-Projekte wie möglich in allen mir zugänglichen Gruppen anregen.

Spannagel, Grzega, Kratky und die anderen…

Kleiner bilanzierende Blick nach hinten und push nach vorne

Dass die von mir mit Hilfe zahlreicher anderen klugen und engagierten Menschen erstellten Produkte zukunftsweisend sind, daran habe ich keine Zweifeln. Die Frage ist nur, wie man diese Produkte diffundiert.

1. LdL

Als ich 1984 zum ersten mal vor eine größere Öffentlichkeit mit LdL trat (bundesweites Treffen von Seminarlehrern für Französisch bei Passau) herrschte helle Empörung (ein Seminarlehrer sagte: „wenn Sie mit so einer Stunde bei mir eine Lehrprobe halten würde, würde ich Ihnen eine glatte 6 geben“). Sofort aber wurde die Idee weitergeflüstert und in einigen Zeitschriften aufgegriffen: „Neue Methode“.  Inzwischen wurden tonnenweise Artikel, unzählige Bücher und Filme, etwa tausend Fortbildungsveranstaltungen durchgeführt, die Methode ist in den wissenschaftlichen Handbüchern und in den Lehrplänen verankert und dennoch kennen viele die Methode nicht. So bekam ich gestern – also 24 Jahren später – einen Anruf von einem Zeitschriftenredakteur, der sich über die „neue Methode“ informieren wollte. Wenn ich also in einen Aufmerksamkeitshype gerate, bleibe ich cool. Aufmerksamkeitshypes sind wie ein Pferd, das vorbeirennt. Du musst ihm schnell deine Botschaft auf den Rücken werfen. Am Bodensee war ich auf einem solchen Hype und konnte mein anthropologisches Modell und die Gehirnmetapher (Neuron) auf das rennende Pferd festbinden. Ähnliches passierte auf dem Educamp in Berlin.

Parallel dazu gibt es Menschen, die von Anbeginn dabei waren und mir nachhaltig geholfen haben, LdL thoeretisch zu untermauern und zu verbreiten. Es war eine Gruppe von Lehrern, die sog. „LdL-Kerngruppe“ von 1987 an bis heute. Gegenwärtig liegt die ganze Freude und Last des LdL-Projektes auf den Schultern von Joachim Grzega.

Joachim Grzega ist nach Meinung aller Menschen, die ich schätze, eine Ausnahmeerscheinung. Er ist witzig, unglaublich kreativ und einfallsreich, wissenschaftlich äußerst produktiv, unkonventionell, ein Liebling der meisten Studenten, obwohl recht fordernd. Er liebt seinen Beruf und ist für Studenten und Kollegen Tag und Nacht andockbar. Gerne sagen die Studenten von ihm, er sei ein Genie. Ich meine auch, dass er geniale Züge besitzt, denn er kombiniert Ideen und Erkenntnisse aus unterschiedlichen Wissensbereichen und schafft so Niedagewesenes. Das Kind, dass Grzega von mir übernommen hat, ist LdL. Sein eigenes Kind ist „Basic Global English„. Da Grzega über sein enormes Wissen hinaus glänzende Entertainerqualitäten hat, reißt man sich um ihn als Referent für Veranstaltungen.

2. IPK

Nach LdL war mein zweites Baby das Modul „Internet- und Projektkompetenz“ (IPK). Die Idee war einfach: da die Menschheit enorme Probleme zu meistern hat, ist es unabdingbar, dass alle Intelligenzen mobilisiert werden, um kollektiv diese Probleme anzugehen. Mit dem Internet ist es möglich.  Wenn man sich an der Architektur des Gehirns orientiert, Menschen metaphorisch als Neuronen definiert und dafür sorgt, dass die Menschen sich wirklich wie Neuronen verhalten, dann verfügt man über ein Riesengehirn, das man mit Problemen füttert. Seit 12 Jahren arbeiten wir mit zunehmendem Erfolg an der Realisierung dieses Modells. in universitären Kursen. Studenten aus diversen Ländern arbeiten virtuell wie Neuronen an von ihnen gewählten Themen mit Unterstützung von Dozenten ein Semester lang.  Inzwischen haben hunderte von Studenten den Kurs belegt und sie kontruieren ununterbrochen kollektiv Wissen. Nachdem ich in den Ruhestand verabschiedet wurde, hat Michael Kratky den Kurs übernommen.

Michael Kratky

Michael Kratky hat sich in den letzten zehn Jahren als Student in Eichstätt bei allen meinen zahlreichen Projekten sehr erfolgreich engagiert. Er kennt mich und meine Theorie perfekt. Einige meinen, ich habe ihn stark beeinflusst. Dagegen hätte ich nichts. Zusätzlich zu seinem Ehrgeiz und seiner Intelligenz verstreut er eine glamouröse Stimmung. Er ist der Chef des IPKs.

3. Neuron

Neuron ist in einem anderen Kontext entstanden als LdL und IPK. Im Vorfeld des ersten Educamps in Deutschland in Ilmenau (April 2008) wurde eine Kommunikations-Plattform eröffnet, damit die Teilnehmer sich über die Veranstaltung informieren, teilweise auch unter sich Kontakt aufnehmen können. Mit dem mir eigenen Neuronen-Ansatz (Neuronen haben keine Angst, penetrant zu wirken) habe ich angefangen, jeden, der sein Profil einrichtete, zu bitten, mein Freund zu werden. Gleichzeitig erwarb ich mir dadurch die Berechtigung, diese Freunde mit Sammelmails zu bedienen, teilweise je nach Situation zu bombardieren. Es bildete sich schnell eine Gruppe, die aus Tamim (Kritischer Freund)Alexander (sozialintegrativer Positivdenker), Jana (Philosophin) , Mo (pragmatisch, ökonomisch, technisch), Christian Spannagel, und mir bestand. Wir beschlossen, unsere Beteiligung in Ilmenau schon im Vorfeld so zu planen, dass wir ein Maximum aus dem Barcamp herausholen. Wir wollten auch dort Projekte gemeinsam in Gang setzen, damit Nachhaltigkeit entsteht. Und so kam es auch. Natürlich brauchten wir dazu eine Theorie, die im Wesentlichen aus dem Neuronen-Konzept bestand. Es entstanden diverse Aktivitäten, die wir auch auf dem Educamp in Berlin weiter verfolgten. Ich persönlich hatte das Ziel, mein anthropologisches Modell sowie die Neuron-Metapher redundant einzubringen. Besonders hilfreich in diesem Zusammenhang waren Alexander Rausch und Christian Spannagel. Auf letzteren gehe ich deshalb ein bisschen ausfürhlicher ein, weil er durch seine Tätigkeit als Informatikdidaktiker an der PH-Ludwigsburg zahlreiche Verbindungen zu meiner eigenen Arbeit hat, die wir in Projekte umsetzen können.

Christian Spannagel ist Juniorprofessor und als solcher mit dem Problem konfrontiert, dass aus der Tradition des alten Paradigmas heraus Forschung erst dann veröffentlicht wird, wenn definitive, saubere Ergebnisse vorliegen. Spannagal geht aber offensiv vor und er versteht sich als „Öffentlicher Wissenschaftler“ (copyright bei Spannagel – hahahah). Demnächst wird er nach Eichstätt mit einer Studentengruppe kommen, um meine Schüler zu interviewen. Filmisch umgesetzt wird dies durch Lutz Berger, der bereits eine ganze Reihe von Youtube-Beiträgen über unsere Gruppe erstellt hat: Superprodukte, die wir überall diffundieren können und somit viel Resonanz erzielen.

Weitere Unterstützer für unsere künftige NEURON-Arbeit tauchen bereits am Horizont auf. Es sind beispielsweise Scheppler (Twittername), und Schb (Twittername).