5. Klasse: „Martin’s Menschenbild“

Isabelle Schuhladen Le Bourhis

Gehirngerechtes Lernen in der 5. Klasse, 3. Stunde
Sie analysieren gerade das Menschenbild von Jean-Pol Martin und das Verhalten der Neuronen (schreiben ein Märchen dazu).
Alle sind begeistert, nützen jede freie Stunde um Fachtexte zu lesen und Video anzuschauen!

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5. Klasse: „Wir bringen Euch das gehirngerechte Lernen bei“

Isabelle Schuhladen Le Bourhis

„Ich habe heute mit einer Projekt-SA in meiner 5. Klasse Realschule im Fach Deutsch angefangen. Das Thema : “ Wir bringen euch das gehirngerechte Lernen bei!“
Die Schüler müssen anhand von Fachbüchern aus der Neurowissenschaft herausfinden, wie das Lernen im Gehirn funktioniert und sich daraus überlegen, welche Komsequenzen dies für den Unterricht hat. Dazu haben sie den Grundaufsatz von Jean-Pol Martin “ Weltverbesserungskompetenz als Lernziel“ und eine Liste mit Links zu Aufsätzen und Videos zu dem Thema bekommen. Das heißt, hiet wird Forschungsarbeit gefragt. Natürlich sollen sie ihre persönnlichen Erfahrungen (LdL, Klassenrat, Schullandheim…) miteinbauen. Sie müssen zum Beispiel ein Märchen über das Verhalten der Neuronen schreiben, einen Kinder-Lexikoneintrag verfassen , in dem sie das Menschenbild gleichaltrigen Schülern erklären, ein Video drehen (Verhalten als Neurone), Visualisierungen erstellen…
Die 2 ersten Stunden heute sind sehr gut gelaufen. Die Klasse zeigte ihr Organisationstalent,konnten sich gut konzentrieren,umd zeigte vor allem große Motivation! Ich werde täglich dazu berichten, da mein Ziel ist dadurch unteranderen zu zeigen, dass die Schüler , wenn sie Vertrauen und Verantwortung bekommen, tolle Leistungen und vor allem Kreativität zeigen. Und dass sie durch solche Projekte enorm viel lernen! Hier ein paar Bilder!“

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Grundrechte Artikel 1 bis 6 (Vorschlag)

Ein neues „Menschenbild“ (anthropologisches Modell) verlangt ein neues Grundgesetz (inklusive Grundrechte).

Präambel:  Glück
Ziel aller Maßnahmen weltweit ist die Schaffung von Strukturen (wirtschaftlichen, politischen, ethischen), die für ein Mehr an Entfaltung für die Natur und an Glück* für alle Lebewesen sorgen. Die nachfolgenden Artikel bilden dazu Voraussetzungen.

Aktuelles Grundgesetz: Fehlanzeige

Artikel 1: Denken

Zentrales Grundbedürfnis des Menschen ist das Denken (Informationsverarbeitung und Konzeptualisierung).
Es müssen alle Bedingungen geschaffen werden, damit alle Menschen Zugang zu Informationen und zur Möglichkeit der Konzeptualisierung erhalten. Optimales Denken setzt die optimale Realisierung der Artikel 2 bis 6 voraus.

Aktuelles Grundgesetz: Artikel 5  (Informationsfreiheit), Artikel 7 (Schulwesen)

Artikel 2: Gesundheit

Alle Maßnahmen werden weltweit getroffen, damit Lebewesen ihre physiologischen Bedürfnisse befriedigen können. Dies schließt auch das Bedürfnis nach Sexualität ein. Mit der Natur als Reservoir wird sorgfältig und schonend umgegangen.

Aktuelles Grundgesetz: Artikel 20a (Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen)

Artikel 3: Sicherheit

Es wird weltweit angestrebt, Strukturen zu schaffen, die ein Maximum an Sicherheit für alle Lebewesen sorgen. Mit der Natur wird in diesem Zusammenhang schonend umgegangen.

Aktuelles Grundgesetz: Artikel 10 (Post- und Fernsprechgeheimnis), Artikel 13 (Unverletzlichkeit der Wohnung), Artikel 14 (Recht auf Eigentum), Artikel 16 (Auslieferungsverbot), Artikel 16a (Asylrecht), Artikel 17 (Petitionsrecht), Artikel 19 (Garantie des Rechtsweges gegen öffentliche Gewalt), Artikel 20a (Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen)

Artikel 4: Soziale Einbindung

Es wird weltweit dafür gesorgt, dass Lebewesen sich in einem sozial stützenden Umfeld bewegen. Es sollen dafür Strukturen geschaffen werden, die empowern.

Aktuelles Grundgesetz: Artikel 6 (Ehe und Familie)

Artikel 5: Selbstverwirklichung und Partizipation

Es wird weltweit dafür gesorgt, dass Lebewesen alle ihre Potenziale zur Entfaltung bringen. Dabei wird schonend mit der Natur umgegangen. Da die Entfaltung des Einzelnen nur im Rahmen der ihn umgebenden Strukturen erfolgen kann, muss die Möglichkeit bestehen, Einfluss auf diese Strukturen zu nehmen, also zu partizipieren. Die Gesellschaft ist zur Optimierung darauf angewiesen, dass möglichst viele ihre intellektuellen, emotionalen und materiellen Ressourcen dafür zur Verfügung stellen.

Aktuelles Grundgesetz: Artikel 20a (Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen), Artikel 38 (Wahlrecht)

Artikel 6: Sinn

Es wird weltweit dafür gesorgt, dass Lebewesen ihr Leben als sinnvoll und befriedigend empfinden.

Aktuelles Grundgesetz: Fehlanzeige

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*GlückMenschenbild (Was braucht der Mensch, um glücklich zu sein?)

Grundrechte Artikel 1: Das Recht zur Konzeptualisierung

Grundrechte Artikel 1 (Vorschlag)

Zentrales Grundbedürfnis des Menschen ist das Denken (Informationsverarbeitung und Konzeptualisierung).
Es müssen alle Bedingungen geschaffen werden, damit alle Menschen Zugang zu Informationen und zur Möglichkeit der Konzeptualisierung erhalten. Von dieser Voraussetzung hängt die Würde des Menschen ab. Und sein Glück.

 

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Begründung:

Ausgangspunkt: Artikel 1 (aktuell): Die Würde des Menschen ist unantastbar

Prämisse: Kriterium zum Menschsein ist die Selbstreflexivität. Voraussetzung für menschliche Würde ist also die Selbstreflexivität

1. Wenn die Würde an die Selbstreflexionsfähigkeit gebunden ist, dann ist jede Maßnahme, die die Reflexionsfähigkeit stützt, im Sinne der Menschenwürde.
2. Die Reflexionsfähigkeit (kognitive Prozesse, Konzeptualisierung) hängt von der Qualität der verarbeiteten Informationen ab. Die Konsequenz ist, dass Menschen das Recht auf maximalen Zugang zu relevanten Informationen zukommt (Grundrechte Artikel 5)
3. Da Denken und Handeln eng verbunden sind (ohne Handeln, kein Denken) muss das Recht auf partizipatives Handeln einen hohen Status erhalten.

Anmerkung: In der Philosophie wird die Vernunft als Kennzeichen des Menschseins genannt. Insofern hängen Würde und Vernunft zusammen. In meinem Vorschlag wird Vernunft durch einen kognitionspsychologischen Begriff (Konzeptualisierung) ersetzt.

Tribute to Gerhard Portele and Dietrich Dörner

Dank Gerhard Portele kam ich 1983 auf die Idee, Lernen durch Lehren (LdL) neurowissenschaftlich zu begründen.
Aus: „Zum Aufbau didaktischer Teilkompetenzen beim Schüler – Fremdsprachenunterricht auf der lerntheoretischen Basis des Informationsverarbeitungsansatzes“, Jean-Pol Martin, Gunter Narr: 1985

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Dank Dietrich Dörner kam ich 1986 auf die Idee, „exploratives Verhalten“ als wichtigstes Lernziel meines „Lernen durch Lehren“-Curriculums festzulegen.
Aus: „Vorschlag eines anthropologisch begründeten Curriculums für den Fremdsprachenunterricht“. Jean-Pol Martin, Gunter Narr: 1994.

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Worterklärungen zu „Weltverbesserungskompetenz …“ (Jean-Pol Martin, 2002)

Der Artikel: „Weltverbesserungskompetenz als Lernziel?“ (Jean-Pol Martin, 2002)

Begriffserklärungen von Peter Ringeisen für seine Schülerinnen ab Klasse 6

  1. A) In der Reihenfolge ihres Auftretens im Text

Paradigmenwechsel: Systemwechsel, grundlegende Änderung der Betrachtungsweise; ( _ Paradigma: Muster)

Didaktik: Lehre vom Lehren und Lernen; Unterrichtslehre

Pädagogik: Wissenschaft von der Erziehung und Bildung

Appellcharakter: Eigenschaften, die die Schülerin ansprechen und motivieren

Ressourcen: natürlich vorhandener Bestand von etwas

anthropologisch: Adj. zu Anthropologie (Wissenschaft vom Menschen und seiner Entwicklung)

kohärent: zusammenhängend

operationalisieren: theoretische Modelle so in Schritte einteilen, dass man sie einzeln durchführen und im Griff behalten kann

explorativ: erforschend, untersuchend

kognitiv: auf Erkenntnis beruhend, das Denken betreffend; Gegenteil: affektiv (vom Gefühl her verursacht)

intrinsisch: in einem Ding oder Sachverhalt vorliegend; Beispiel: Wer seine Arbeit tut, weil sie ihm Spaß macht und er sie wichtig findet, ist intrinsisch motiviert; wer dasselbe nur der Bezahlung wegen tut, die er dafür erhält, dessen Motivation ist extrinsisch.

antinomisch: widersprüchlich (Nomen dazu: Antinomie)

postulieren: hier eine grundsätzliche Annahme oder Voraussetzung aufstellen

physiologisch: hier den Körper betreffend

Meta-…: auf einer höheren Stufe oder Ebene befindlich; Beispiel: Mitten in der Diskussion begann eine Metadiskussion (eine Diskussion über die Diskussion und ihren Verlauf).

Linearität: hier zusammenhängende, logisch aufgebaute Erklärung (a priori: von vornherein)

hermeneutisch: einen Text oder ein Dokument auslegend und erklärend

Hypothese: unbewiesene (wissenschaftliche) Annahme, die noch eines Beweises bedarf

Metabolismus: Stoffwechsel

Ökonomie: hier sparsamer Umgang mit etwas

Fidelisierung: Gewinnen und Binden (einer Gruppe von Unterstützern)

Transzendenz: hier ein Ziel, das über die Begrenzung des einelnen menschlichen Lebens hinausreicht

Diskurs: Gespräch

altruistisch: uneigennützig, selbstlos

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Worterklärungen zu „Weltverbesserungskompetenz …“ (Jean-Pol Martin, 2002)

  1. B) Alphabetisch

altruistisch: uneigennützig, selbstlos

anthropologisch: Adj. zu Anthropologie (Wissenschaft vom Menschen und seiner Entwicklung)

antinomisch: widersprüchlich (Nomen dazu: Antinomie)

Appellcharakter: Eigenschaften, die die Schülerin ansprechen und motivieren

Didaktik: Lehre vom Lehren und Lernen; Unterrichtslehre

Diskurs: Gespräch

explorativ: erforschend, untersuchend

Fidelisierung: Gewinnen und Binden (einer Gruppe von Unterstützern)

hermeneutisch: einen Text oder ein Dokument auslegend und erklärend

Hypothese: unbewiesene (wissenschaftliche) Annahme, die noch eines Beweises bedarf

intrinsisch: in einem Ding oder Sachverhalt vorliegend; Beispiel: Wer seine Arbeit tut, weil sie ihm Spaß macht und er sie wichtig findet, ist intrinsisch motiviert; wer dasselbe nur der Bezahlung wegen tut, die er dafür erhält, dessen Motivation ist extrinsisch.

kognitiv: auf Erkenntnis beruhend, das Denken betreffend; Gegenteil: affektiv (vom Gefühl her verursacht)

kohärent: zusammenhängend

Linearität: hier zusammenhängende, logisch aufgebaute Erklärung (a priori: von vornherein)

Meta-…: auf einer höheren Stufe oder Ebene befindlich; Beispiel: Mitten in der Diskussion begann eine Metadiskussion (eine Diskussion über die Diskussion und ihren Verlauf).

Metabolismus: Stoffwechsel

Ökonomie: hier sparsamer Umgang mit etwas

operationalisieren: theoretische Modelle so in Schritte einteilen, dass man sie einzeln durchführen und im Griff behalten kann

Pädagogik: Wissenschaft von der Erziehung und Bildung

Paradigmenwechsel: Systemwechsel, grundlegende Änderung der Betrachtungsweise; ( _ Paradigma: Muster)

physiologisch: hier den Körper betreffend

postulieren: hier eine grundsätzliche Annahme oder Voraussetzung aufstellen

Ressourcen: natürlich vorhandener Bestand von etwas

Transzendenz: hier ein Ziel, das über die Begrenzung des einelnen menschlichen Lebens hinausreicht

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Zusammenstellung: P. Ringeisen, 2017

Das LdL-Theoriepaket. Bitte überall verteilen!

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  1. Aufsatz: „Weltverbesserungskompetenz“ als Lernziel?“ Jean-Pol Martin, 2002
  2. Glossar von Peter Ringeisen zum Aufsatz „Weltverbesserungskompetenz…“ für seine Schülerinnen ab Klasse 6, 2017
  3. Glossar von Isabelle Schuhladen Le Bourhis zur LdL-Terminologie für Ihre Schülerinnen ab Klasse 6, 2017

Falls die Links zu den Glossaren nicht funktionieren, hier noch einmal die Listen in meinem Blog eingespeist:

  1. Glossar von Peter Ringeisen  
  2. Glossar von Isabelle Schuhladen Le Bourhis

Video 45 Minuten: Vortrag zum „Menschenbild“ („Was braucht der Mensch, um glücklich zu sein?“), auf dem educamp 2014

Video 20 Minuten: Vortrag von Torsten Larbig an der Uni Frankfurt über Neuronen und Netzsensibilität, 2016