IPK wiederentdeckt! Wow!

Das Projekt ist nach wie vor sehr erfolgreich. Hier der IPC in Eichstätt!

Geistesgeschichtlicher Parcours Ingolstadt: Fotos.

Um die Bilder in voller Größe zu betrachten unten rechts klicken auf „

Unterforderung der Schüler und jetzt der Asylbewerber.

Andreas Seidl stellt fest:
„Guten Morgen zusammen. Ja es ist unglaublich wie diese zwei Geschwister aus dem Irak gestern Details aus der Ingolstädter Geschichte erzählt haben als würden sie schon immer in Ingolstadt wohnen. Dabei sind sie erst seit 8 Monaten (!!) in Deutschland. Jean-Pol Martin hat es verstanden eine Brücke zwischen sich den Jugendlichen und der Thematik zu finden. Zwei Dinge sind mir aufgefallen die wichtig sind um so ein Erfolgserlebnis beim Lernenden hervorzurufen: a) der Lehrer muss ein Experte auf dem Gebiet sein das er lehrt b) der Lehrer hat ein unglaubliches Vertrauen in das intellektuelle Potential seiner Schüler. Normalerweise würde man denken was macht ein Lehrer mit Menschen die gerade mal 8 Monate in Deutschland sind? Erste einfache Texte lesen oder Vokabelübungen. Jean-Pol macht etwas anderes: Er fordert die Schüler intellektuell so massiv und zeigt Ihnen so seine Wertschätzung . Ganz abgesehen davon haben wir bald mindestens zwei Fremdenführer aus dem Irak, die Bürgern Ingolstädter Geschichte näherbringen können.“

Er bezieht sich darauf:

Asyl: meine Arbeit im Café International

Auch wenn es absurd oder surreal wirkt: gestern habe ich den Inhalt dieser Seite mit Zainab Mohammed, 20 Jahre, aus dem Irak, und ihrem 14 jährigen Bruder eingeübt. Beide finden es sehr interessant und beherrschen es auch. Am kommenden Montag werden sie die weiteren Abschnitte der Ingolstädter Geistesgeschichte verinnerlichen.
Wieder zeigt sich, was ich bereits als Lehrer und Professor erlebt hatte: wir unterfordern unsere Kinder skandalös! Und wir unterfordern auch unsere Asylbewerber intellektuell skandalös. Andreas Seidl war dabei. Er kann es bezeugen! Andreas, kannst du bitte was dazu schreiben? Und du, Marius Müller, warst auch ganz kurz dabei. Kannst du ein paar Worte dazu schreiben?

Jean-Pol Martins Foto.

Exploratives Verhalten

[Hier halte ich den Stand des Wikipedia-Artikels zum Begriff
Exploratives Verhalten fest. Bekanntlich ist Wikipedia ein offenes
System, bei dem jeder Artikel jederzeit verändert oder gar
gelöscht werden kann. Daher meine Vorsichtsmassnahme.]

Exploratives Verhalten

Exploratives Verhalten (lat. explorare = erforschen) bezeichnet die Bereitschaft eines Akteurs, die Umwelt zu erkunden.

1. Exploratives Verhalten als zentrale Dimension erfolgreicher Lebensbewältigung

Nach Dietrich Dörner (1983)[1] besteht ein enger Zusammenhang zwischen dem explorativen Verhalten eines Menschen und seiner Problemlösefähigkeit. Die logische Kette lässt sich folgendermaßen beschreiben: Explorative Menschen suchen Felder auf, mit denen sie nicht vertraut sind, und versuchen, sich in diesen Feldern problemlösend zu behaupten. Jede auf diese Weise gewonnene Erfahrung wird zu einem abstrakten Schema verarbeitet. Je mehr Erfahrungen, desto mehr Schemata, desto breiter die kognitive Landkarte. Eine breite kognitive Landkarte sichert Kontrolle über mehr Bereiche, sie ermöglicht eine schnellere Verarbeitung neuer Eindrücke und schützt vor Kontrollverlust und emotionalen Einbrüchen. Sie sichert, dass neue Situationen erfolgreich bewältigt werden. Das Gefühl der Kontrolle festigt sich, das Selbstbewusstsein wächst und dadurch die Bereitschaft, unbekannte Bereiche anzugehen, also sich erneut explorativ zu verhalten.

2. Flow-Effekt als Belohnung für exploratives Verhalten

Wenn exploratives Verhalten so günstig für die Problemlösefähigkeit ist, wie kann man Menschen dazu bewegen, von sich aus Schritte in die Unbestimmtheit zu wagen, obwohl solche Schritte immer mit Anstrengung und Angst verbunden sind? In der Tat: jeder Schritt ins Unbekannte birgt das Risiko, dass wir die Kontrolle über die Situation verlieren, der Umwelt hilflos ausgeliefert sind und schließlich Teile unserer Lebensfähigkeit einbüßen. Andererseits wird exploratives Verhalten, wenn es zum Erfolg führt, reichlich belohnt: so löst die Wiedergewinnung von Kontrolle intensive Freude aus, kann sich bis zu Triumphgefühlen steigern, zu einer Klimax des Wohlbefindens. Es ist der sogenannte Flow-Effekt, der als einheitliches Fließen beschrieben wird, wobei eine Verschmelzung von Handlung und Bewusstsein geschieht, ein völliges Aufgehen in der Aktivität bis zu Selbstvergessenheit (Csikszentmihalyi,1999)[2]. Offensichtlich ist die Gewinnung von Kontrolle so bedeutsam für die Lebenserhaltung, dass die Natur das Ergebnis von Kontrollanstrengungen mit der höchsten Belohnung bedenkt, die ihr zur Verfügung steht.

3. Zum Aufbau explorativen Verhaltens im Unterricht

Will man also Menschen dazu bewegen, sich explorativ zu verhalten, muss man dafür sorgen, dass sie Kontrolle erreichen und mit den entsprechenden Gefühlen belohnt werden. Die Aufgabe des Didaktikers muss sein, die Schüler und Studenten vor anspruchsvolle, herausfordernde Lernsituationen zu stellen und ihnen helfen, diese Situationen zu meistern. Mit den Begriffen der Systemtheorie bedeutet es, dass man Menschen in die Komplexität führen soll mit dem Auftrag, Komplexität zu reduzieren. Sei es die Komplexität eines Lerngegenstandes, sei es die Komplexität einer sozialen Situation, sei es die Komplexität eines Projektes. Mehr noch: die Studenten sollen daran gewöhnt werden, Komplexität von sich aus reflexartig und routinemäßig aufzusuchen und zu reduzieren.[3] Ein solches Verhalten führt schrittweise zu einer weiteren, seit dem Aufkommen des Internets zentralen Kompetenz, der Netzsensibilität.

4. Exploratives- vs. Bindungsverhalten

Beim Menschen wie bei anderen Primaten wird das Erkundungs- oder Explorationsverhalten in einer Beziehung zum Bindungsverhalten gesehen. Hierbei schließen sich das Bindungsverhalten und das Explorationsverhalten gegenseitig aus. Beide Verhaltensweisen können nicht gleichzeitig aktiv sein, stehen aber als frühe, angeborene Verhaltensweisen in Wechselwirkung miteinander.

Beide Verhaltensweisen haben einen großen Einfluss auf die spätere Entwicklung. Ein Kind zeigt verstärkt dann exploratives Verhalten, wenn es sich gewiss ist, dass die Bindungsperson jederzeit verfügbar ist, um emotionale Unruhezustände auffangen zu können. Kinder welche ein Missverhältnis zwischen Explorativen- und Bindungsverhaltensweisen aufweisen, zeigen im späteren Verlauf ihrer Entwicklung häufig negative Auffälligkeiten im Sozialverhalten. Kinder die ein vermehrtes Explorationsverhalten zeigen, stehen hingegen unter vermehrtem Stress.

Siehe auch

Quellen

  • Dörner, Dietrich, et al. (Hrsg.)(1983): Lohhausen. Vom Umgang mit Unbestimmtheit und Komplexität. Bern: Huber
  • Csikszentmihalyi, Mihaly (1999): Lebe gut!: wie Sie das Beste aus Ihrem Leben machen. Aus dem Amerikanischen von Michael Benthack. Stuttgart: Klett-Cotta
  • Jean-Pol Martin: „Weltverbesserungskompetenz“ als Lernziel? In: „Pädagogisches Handeln – Wissenschaft und Praxis im Dialog“, 6. Jahrgang, 2002, Heft 1, Seite 71–76

AK: „Was braucht der Mensch, um glücklich zu sein“: Tagesordnungen und Kurzprotokolle.

Tagesordnung 13.02.2016:
1. Berichte über die Hausaufgaben (Glückspotentiale erkennen und nutzen)
2. Festigung des Glücksmodells und der Terminologie
3. Vorbereitung: Neuronenverhalten – Netzsensibilität
https://jeanpol.wordpress.com/2016/01/30/torsten-larbig-ueber-neuronenverhalten-und-netzsensibilitaet/

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Kurzprotokoll Treffen 30.01.2016
Anwesend: 8 Teilnehmer

1. Berichte über die Hausaufgabe „Schaffung von Glücksstrukturen“. Es wurden ausführliche Aktivitäten entfaltet, insbesondere im familiären Bereich und im beruflichen Umfeld. Der Schwerpunkt lag auf der expliziten Anerkennung von Verhalten und „Leistungen“ von Familienmitgliedern. Ferner wurde vielfach das Glücksmodell direkt im Umfeld als Basis zur Eigenreflexion erläutert und zur Anwendung empfohlen. Darüber hinaus wurde aktiv in konfliktuellen Situationen Deeskalation engestrebt und erreicht. Schließlich wurde über systematisches und wiederholtes exploratives Verhalten berichtet. Aus meiner Sicht beachtliche Erfolge also.
2. Das Glücksmodell wird für die neuen Teilnehmern dargestellt (von Marius Müller) und anhand zalreicher Beispiele veranschaulicht. Die Terminologie wird erneut eingeübt, insbesondere „lange Inkubation, plötzliche Emergenz“, „Exploratives Verhalten“, die Busmetapher, die Gruppe als neuronales Netz. Ferner wurden Ereignisse aus der Stadtpolitik analytisch erörtert.
3. Hausaufgaben: die TN nehmen sich Konkretes vor, sowohl im familiären als auch im beruflichen Kontext. Dabei wird das Glückmodell offensiv nach außen kommuniziert und dessen Nützlichkeit anderen vermittelt.
Nächstes Treffen: 13.02.2016Vorbereitung: „Neuronenverhalten“ – „Netzsensibilität“:

Hervorragende Vorstellung der beiden Konzepte im Rahmen einer Ringvorlesung an der Universität…
jeanpol.wordpress.com

Tagesordnung 30.01.2016:
1. Berichte über die Hausaufgaben:
Ist es mir gelungen, Glückspotentiale in meinem Umfeld zu erkennen und zu nutzen (z.B anderen Anerkennung zukommen zu lassen)? Ist es mir gelungen, Selbstverwirklichungsräume für andere bereitzustellen?
2. Wiederaufgreifen des Glücksmodells: Terminologie festigen und neue Begriffe: „Komplexitätskompression“, „Neuronenmetapher“.
3. Arbeitsgruppen: Fortsetzung der begonnenen Projekte (Unglücksquellen identifizieren und minimieren, Glücksräume erkennen und ausbauen).

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Kurzprotokoll des Treffens am 16.01.2016:
Anwesend: 10 TN
1. Berichte über die Hausaufgabe:
„Erkenne Glückspotentiale in deinem unmittelbaren Umfeld, insbesondere die Möglichkeit, das Bedürfnis nach Anerkennung zu befriedigen.“
Zahlreiche überzeugende, glückbringende Erfahrungen werden beschrieben, insbesondere im familiären Bereich.
2. Wiederaufgreifen und Vertiefung des Glücksmodells. Die Begriffe werden erneut besprochen, insbesondere „Ressourcenorientierung“, „Exploratives Verhalten“, „Antinomien“, „Flow“, „Konzeptualisierung“, „Lange Inkubation, plötzliche Emergenz“, „Spermienmetapher“.
3. Hausaufgaben:
– Weiterausbauen der im Rahmen der letzten Hausaufgabe eröffneten Glücksfelder (z.B. in der Familie).
– Schaffen von Selbstverwirklichungsmöglichkeiten für Personen aus dem unmittelbaren Lebensraum.
4. Bildung von Arbeitsgruppen.
SprecherInnen der Arbeitsgruppen:
Marius Müller: Umfeld Schule
Juliane Martin: Umfeld Familie
Alexander Ens: Umfeld Freunde
Veronika Peters: Umfeld Unternehmen
Weitere Gruppen: Umfeld Kunst – Umfeld Politik – Umfeld Asyl

Nächstes Treffen: 30. Januar, 16-17:30 Uhr in Vroni’s Ratschhaus

Tagesordnung 16.01.2016:
1. Berichte über die Glücks-Schaffungs-Übungen
2. Anwendung der LdL-Terminologie in unterschiedlichen Kontexten (Vertiefung und Automatisierung)
3. Neuer Begriff: „Konzeptualisierung als Glücksquelle“
4. Bildung von Themengruppen: Familie – Arbeitsplatz – Schule – Politik – sonstiges

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Kurzprotokoll des Treffens am 02.01.2016:
1. Wiederholung und Vertiefung des Glücksmodells und der entsprechenden Terminologie. Insbesondere
– Exploratives Verhalten
– Der Mensch im Spannungsfeld antinomischer Bedürfnisse
– Die Liebe als Fixierung auf eine Quelle der Bedürfnisbefriedigung
– Lange Inkubation, plötzliche Emergenz
– Synergierausch
– Spermienmetapher
2. Aufgabe für das nächste Treffen:
Kleine Glücksschaffungsübungen in ausgewählten Lebensräumen (Schraubendrehen): Familie, Arbeitsplatz, Politische Aktionsräumen, Schule
Nächstes Treffen: 16.01.2016

Tagesordnung 02.01.2016:
1. Wiederholung der Zentralbegriffe: Maslow – Antinomien – Exploratives Verhalten – Lange Inkubation, plötzliche Emergenz – Regeln für die Durchführung von Internetprojekten
2. Neue Begriffe: Konzeptualisierung als Glücksquelle – Die Spermatozoidenmetapher
3. Planung der weiteren Schritte:
– LdL am Apian-Gymnasium: Marius Müller
– Geistesgeschichtlicher Parcours im Stadtmuseum: Jean-Pol Martin, Elizabeth Toro, Stephania Lorenz, Marius Müller

https://jeanpol.wordpress.com/2013/06/02/konzeptualisieren-gluck/

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Kurzprotokoll vom 19.12.2015:

1. Wir haben noch einmal definiert, welche Grundbedürfnisse Menschen haben und unter welchen Bedingungen Menschen glücklich sein können.
2. Wir haben konkrete Lebensräume definiert, in denen wir versuchen, glückförderliche Strukturen zu schaffen.
3. Marius Müller nimmt sich vor, das Glücksmodell in seinem Umfeld zu verbreiten und dafür zu kämpfen, dass im Apian-Gymnasium über LdL als Methode gründlich nachgedacht wird.
4. Anwesende, darunter Elizabeth Toro und Stephania Lorenz erklären sich bereit, bei der Gestaltung der geistesgeschichtlichen Parcours im Stadtmuseum mitzuwirken.
5. Das Phänomen „Lange Inkubation, plötzliche Emergenz“ wurde beschrieben und als Interpretationsinstrument verinnerlicht.
6. Die Basisregeln für erfolgreiche Internetprojekte wurden vorgetragen und verinnerlicht.
7. Nächtstes Treffen: 2.01.2016

Auf die Bedeutung von kontinuierlicher Mitarbeit („Dranbleiben“) wurde mehrfach hingewiesen!

Durchbruch?

Resume Los ging es 1982 mit meinem ersten Artikel „Bedingungen für einen sozialintegrativen Fremdsprachenunterricht“. 33 Jahre später hoffe ich immer noch auf den „Durchbruch“.

1. Falsche Vorstellung von LdL

Vor ein paar Tagen hatte ich das große Glück, dass einige Schüler aus dem Ingolstädter Apian-Gymnasium, die sich für meinen Arbeitskreis „Was braucht der Mensch, um glücklich zu sein“ interessierten, plötzlich beschlossen, meine Modelle an ihrer Schule und in Ingolstadt bekannt zu machen. Sie hatten festgestellt, dass zwar LdL und mein Name allen Lehrern vertraut sind, aber dass die Vorstellung verbreitet ist, LdL sei so etwas wie Referate. Da diese Meinung nicht nur in Ingolstadt herrscht, sondern überall in deutschen Lehrerkreisen, besteht ein großer Aufklärungsbedarf. Nicht selten hört man, LdL sei als Idee ganz toll, würde aber in der Praxis nicht funktionieren. Auch Schüler, die LdL in ihrem Unterricht erleben, berichten häufig von Horrorstunden, in denen sie exakt den vom Lehrer vorbereiteten Ablauf frontal durchführen müssen und dann benotet werden: „Diese LdL-Stunden hassen wir“!

2. Die jüngere Entwicklung: sofort mit der LdL-Theorie beginnen

Von Anfang an (ab 1984) habe ich eine umfangreiche theoretische Untermauerung für LdL geliefert, die sich im Laufe der Zeit zu einem anthropologischen Modell ausweitete. Das Ganze habe ich ausführlich in meiner Habilitationsschrift „Entwurf eines anthropologisch begründeten Curriculums für den Fremdsprachenunterricht“ (1994) beschrieben. Ich habe auch zahlreiche Aufsätze publiziert, darunter „Weltverbesserungskompetenz als Lernziel?“ (2002), das als theoretische Basis von allen LdL-Willigen herangezogen werden sollte. Ohne Theorie kann man LdL gar nicht anwenden. Diese Erkenntnis hat sich erst in der letzten Zeit durchgesetzt.

Entsprechend sind einige sehr aktive Kollegen dazu übergegangen, bevor sie LdL einsetzen, ihre Schüler in allen ihren Klassen intensiv mit der LdL-Theorie zu befassen. Im einzelnen sind es Laura Cau, Isabelle Schuhladen Lebourhis und Peter Ringeisen. In Frankreich hat ein Kollege, Jean-Pierre Decroix, ebenfalls mir der LdL-Theorie in allen Klassen begonnen.

3. Torsten Larbig

Heute entdecke ich in Twitter folgende Botschaft:

@Torsten Larbig: „An diesem Montag wird die Neuronenmetapher von @jeanpol in meinem Mediendidaktikseminar zentral sein, gemeinsam mit der „Netzsensibilität“.“

Wieder sehe ich den Durchbruch am Horizont: wenn Torsten Larbig künftig nicht nur zwei Begriffe aus meinem Glossar behandelt, sondern gleich auch „Emergenz“, „Inkubation“, „Exploratives Verhalten“, „Klassenraumdiskurs“, usw… (am besten natürlich alle 33 Begriffe) dann könnte die gesamte Theorie rezipiert werden.

Und dann wäre es für mich der „Durchbruch“!

Fazit: Der Durchbruch wird dann kommen, wenn die gesamte Theorie in ihrer schlüssigen Kohärenz aufgenommen wird. 

 

 

 

Grundbedürfnisse und Menschenrechte.

Dies ist ein Auszug aus meinem Aufsatz: „Lernziel Partizipationsfähigkeit und Netzsensibilität. Jean-Pol Martin (2009)

(…)

1. Grundbedürfnisse und Menschenrechte

Geht man vom Menschenbild der humanistischen Psychologie aus, so steht die Befriedigung von Grundbedürfnissen im Zentrum menschlicher Aktivitäten. Ihr Hauptvertreter, Abraham Maslow, zählt folgende Bedürfnisdimensionen auf: Die physiologischen Bedürfnisse (Schlaf, Hunger, Sexualität), die Sicherheitsbedürfnisse, das Bedürfnis nach sozialer Zugehörigkeit, das Bedürfnis nach sozialer Anerkennung, das Bedürfnis nach Selbstverwirklichung und das Bedürfnis nach Sinn. Eine genaue Lektüre der dreißig Artikel aus der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte zeigt, dass dieses Textwerk implizit als Programm zur weltweiten Befriedigung der von der humanistischen Psychologie genannten Grundbedürfnisse konzipiert ist. Dabei fällt auf, dass die Menschenrechte vor allem auf die Befriedigung von Sicherheitsbedürfnissen abzielen. Der Schwerpunkt liegt auf dem Schutz der Bürger gegen Übergriffe von Mächtigen, beispielsweise durch das Verbot von Folter (Artikel 5) oder durch den Schutz der Privatsphäre (Artikel 12). Artikel dagegen, die das aktive Eingreifen und Partizipieren durch Bürger betonen, gibt es wenige. Dies ist historisch zu erklären, denn nach dem zweiten Weltkrieg war den Regierungen daran gelegen, die Wiederkehr zum Frieden zu organisieren und den Bügern ein Gefühl der Sicherheit zu vermitteln. In der heutigen Situation, sechzig Jahre später, muss der Akzent auf die Wahrnehmung von Partizipationsrechten gelegt werden, denn angesichts der vielfältigen Probleme, die die Menschheit heimsuchen, müssen alle Bürger aufgefordert werden, mit persönlichem Einsatz zu deren Lösung beizutragen. Das Recht auf Partizipation wird im Artikel 21.1 gewährt: „Jeder hat das Recht, an der Gestaltung der öffentlichen Angelegenheiten seines Landes unmittelbar oder durch frei gewählte Vertreter mitzuwirken..[4]. Damit dieses Recht wahrgenommen wird, muss an Partizipation interessierten Menschen der Zugang zu entsprechenden Informationen eröffnet werden. In der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte heißt es (Artikel 19): „Jeder hat das Recht auf Meinungsfreiheit und freie Meinungsäußerung; dieses Recht schließt die Freiheit ein, Meinungen ungehindert anzuhängen sowie über Medien jeder Art ohne Rücksicht auf Grenzen Informationen und Gedankengut zu suchen, zu empfangen und zu verbreiten.

(…)