Referendararbeiten zu „Lernen durch Lehren“. 1985-2004

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Erstes Staatsexamen

Thomas Eckhardt (2000): Schüler als Lehrer im Englischunterricht. Grenzen und Möglichkeiten kooperativen Lernens am Beispiel eines jahrgangsübergreifenden Internet-Projekts.
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Ilona Seifert (1999): Lernen durch Lehren – ein methodischer Ansatz für einen handlungs- und schülerorientierten Fremdsprachenunterricht (Französisch) an der Realschule
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Zweites Staatsexamen

Arbeiten, die sich schwerpunktmäßig mit der Methode Lernen durch Lehren befassen (chronologisch geordnet). Die meisten Arbeiten sind auf Anfrage leihweise bei Jean-Pol Martin zu bekommen.

Svenja Wenzel (2004): Ein Beispiel für den Einsatz des Konzeptes „Lernen durch Lehren“ im bilinguaslen Sachunterricht – Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 11 gestalten eine Exkursion zu einem Industriedenkmal für Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 9.
Ralf Grimmeisen (2003): Konzept für die Vorbereitung eines Besuches des Römermuseums in Haltern im Rahmen der „Germania“-Lektüre in einem Lateinkurs 11.2 durch Erstellung einer Sammelmappe zum Thema „Aspekte römischen Lagerlebens im besetzten Germanien“.
Daniel Ossege (2003): Erprobung der Methode „Lernen durch Lehren“ im Anfangsunterricht. Eine Unterrichtsreihe im Fach Spanisch in einer 9. Klasse der Werner-von-Siemens-Oberschule (Gymnasium)
Bianka Schmitz (2002): Thierry Lenain: „Un pacte avec le diable“. Eine schüleraktivierende Behandlung der Lektüre im Französischunterricht einer Klasse 11 des Gymnasiums nach der Methode „Lernen durch Lehren LdL“
Roman Burkhart (2002, Saarbrücken):  Die Durchnahme der UNIT 8, Green Line New 1 (A day at the seaside) mit der Methode „Lernen durch Lehren“ in der Klasse 5
Oliver Drechsel (2002): „Lernen durch Lehren“ – Chancen und Grenzen der Einführung des pädagogischen Konzeptes LdL im Musikunterricht der Klasse 5
Tobias Schnitter (2000): Einführung in die Methode ‚LdL‘: Schüler der 9. Jahrgangsstufe werden mit den Grundzügen der Methode vertraut gemacht und erarbeiten dementsprechend Teile der Lektion 1 aus ‚Ensemble 2‘ (Vokabeleinführung, Textpräsentation, Übungssequenzen, Grammatikpräsentation).
Dagmar Wilms (2000): Das Idealbild der römischen Frau, erarbeitet anhand der Porträts zweier unterschiedlicher Frauengestalten der Antike (Calpurnia: Plin. ep. 4, 19; Sempronia: Sall. Cat. 25). Eine Unterrichtsreihe in einer Klasse 10 (LI) des Gymnasiums zur Erprobung der Methode „Lernen durch Lehren“.
Dirk Lorenz (2000): Anwendung der Methode Lernen durch Lehren (LdL) im Schwerpunktvorhaben im Biologieunterricht in der Jahrgangsstufe 11
Christine Günther (2000): Schüler unterrichten Schüler – Unterrichtsversuch im Französischunterricht einer neunten Klasse
Claus Hilgers (1999): Erprobung der Methode ‚Lernen durch Lehren‘ am Beispiel der Kreismessung im Mathematikunterricht der 10. Jahrgangsstufe
Helge Flöter (1999): Die Erarbeitung einer Lehrbuchlektion durch Schüler nach der Methode LdL (Wortschatz-, Grammatik- und Texteinführung) im Englischunterricht der 8. Jahrgangsstufe (E2) anhand Compact Course 2/Neu. Vorbereitung, Durchführung und kritische Beurteilung.
Ursula Karrer (1999): Die Methode „Lernen durch Lehren“ im Englischunterricht der Jahrgangsstufen 7 und 11 – Vergleich von zwei Unterrichtssequenzen
Bott-Scheffler, Annette (1999, Bad Kreuznach): Enttäuschte Liebe – Eine Unterrichtssequenz zur Erprobung der Methode „Lenren durch Lehren“ als Element einer Unterrichtsreihe zu den carmina Catulls in einer Klasse 11. (Latein)
Thieme, Raphael (1999, Bensheim): Die Methode „Lernen durch Lehren“ – LdL – im Anfangsunterricht Chemie der Klasse 8.
Tausch, Sandra (1999, Jena): Erprobung der Methode „Lernen durch Lehren“ (LdL) im Unterrichtsfach Warenverkaufskunde, Lernabschnitt 9 „Handelsvorschriften“, in einer Klasse des Ausbildungsberufes Kaufmann/ Kauffrau im Einzelhandel
Susanne Ziebegk (1998, Berlin): Die Methode ‚Lernen durch Lehren  -erprobt an der Einführung der Relativsätze im Konjunktiv“ Lateinunterricht in einer 10. Klasse
Meierhenrich, Michael (1998, Köln): Die Methode „Lernen durch Lehren, eingesetzt bei der Arbeit mit Zeitungsartikeln aus „Le Journal des Enfants“ in einem Grundkurs 11,2. 
Hilmer, Anette (1998, Regensburg): Lernen durch Lehren in der 9. Jahrgangsstufe: Erstellung, Erprobung und Auswertung einer Unterrichtssequenz zu Découvertes 3 (Klett)
Oswald, Sonja (1998, München): Eine kritische Auseinandersetzung mit Jean-Pol Martins didaktischem Konzept „Lernen durch Lehren“ anhand der Unterrichtseinheit Etudes Francaises – Echanges III – Lecon 5B – Lecon 6B, durchgeführt mit der Klasse 9 b/c des Dossenberger-Gymnasiums Günzburg im Schuljahr 1997/98
Mosell, Robert (1998, Mainz): Die Erprobung der „Lernen-durch-Lehren“-Methode im Französischunterricht der Klasse 9. Pädagogische Hausarbeit im Fach Französisch.
Nivergall, Katrin (1998, Aachen): Lernen durch Lehren im Rahmen einer Unterrichtsreihe zur Landeskunde Spaniens.
  • Word6 (31 KB), Auszüge
Rosenberg, Petra (1998, Münster): „Lernen durch Lehren “ – ein methodischer Ansatz für einen handlungs- und schülerorientierten Unterricht am Beispiel des Mathematikunterrichts in einer Klasse 9 des Gymnasiums.
Dvorak, Brigitte (1998, Regensburg): Lernen durch Lehren: Schüler einer 9.Klasse übenehmen die Durchführung der Unit 2 des Lehrwerkes Englisch G C3 (Englisch als 2. Fremdsprache).
Müller, Petra (1997, Nürnberg): Lernen durch Lehren im Englischunterricht der Jahrgansstufe 8. Wortschatz und Textarbeit am Beispiel der Unit 3, Learning English, Green Line, Bayern
Baumgärtel, St. (1997, Berlin): Arbeit mit dem Lehrbuch GA5 (mit 3 und Optionen 4/5) in einer 9.Klasse. Darstellungsschwerpunkt: Erprobung einzelner Elemente der Methode „Lernen durch Lehren“ nach Martin
Berg, M. (1997, Berlin): Einführung der Methode „Lernen durch Lehren“. Ein Unterrichtsversuch im Sportunterricht einer 8.Klasse. Darstellungsschwerpunkt: Partner- und Gruppenarbeit
Kögler, J. (1997, Berlin): Siegfried Lenz: „Das Feuerschiff“: die Erarbeitung der Ganzschrift in einer 9.Klasse. Darstellungsschwerpunkt: Der Einsatz von Elementen der Methode „Lernen durch Lehren“
Kracklauer, Bernd (1997, Ingolstadt): Lernen durch Lehren – Versuch der Übertragung einfacher Lehrfunktionen auf Schüler im Fach Französisch als 3. Fremdsprache in der 10. Jahrgangsstufe (Winword 6.0; 62kB)
Laumeyer, Ulrike Maria (1996, München): „Lernen durch Lehren“ – Eine Unterrichtsreihe zum Thema Identitätsfindung in der 11. Jahrgangsstufe (Katholische Religionslehre)
Knoesel, N. (1996, Spardorf): Schüler übernehmen den Unterricht – ein Versuch in der 6. Jgst. am Beispiel von Raummessung.
Speth, H. (1996, Spardorf): Lernen durch Lehren am Beispiel der Satzgruppe des Pythagoras.
Schlindwein, P. (1996, Landshut): Lernen durch Lehren im Deutschunterricht der 7. Jgst.
Rauer, Stephan (1996, Berlin): Wiederholung von Basisgrammatik aus dem ersten Lernjahr in kommunikativen Situationen. Schwerpunkt: Lernen durch Lehren. Russisch, 8. Klasse, Gymnasium, zweites Lernjahr.
Meidert, Andreas (1996, Augsburg): Lernen durch Lehren (LdL) – Ein Unterrichtsversuch im Mathematikunterricht der Jahrgangsstufe 8 des Gymnasiums.
Hasubek, Uwe (1996, Stade): „Lernen durch Lehren“ im Erdkundeunterricht (432 kB). Ein Unterrichtsversuch in einem Grundkurs der Jahrgangsstufe 12 des Gymnasiums am Beispiel einer Einführung in die Entwicklungsländerthematik.
  • selfextracting (432 KB)
Samer, Monika (1996, München): LdL in der elften Klasse: methodische Ansätze nach J.P.Martin im Hinblick auf die „Gelenkfunktion“ dieser Jahrgangsstufe, dargestellt an einigen signifikanten Beispielen aus der Wortschatz- und Lektürearbeit
Messerer, Helga (1995, Ingolstadt): Motivationsprobleme im Wirtschafts- und Rechtslehreunterricht. Eine Untersuchung des Modells von Jean-Paul Martin bezüglich fachspezifischer Übertragbarkeit. Ein Erfahrungsbericht aus der Mittelstufe des Gymnasiums.
Wach-Rangous, Kathrin (1995, Chemnitz): Lernen durch Lehren. Erarbeitung, Festigung und Kontrolle lexikalischer Kenntnisse unter der Leitung von Schülern eines Grundkurses 11, Französisch
Pfeiffer, K. (1995, Nürnberg): Lernen durch Lehren. Übernahme von Lehrfunktionen durch Schüler im Englischunterricht, 7.Kl.
Emmert, Caroline (1995, Schwabach): Lernen durch Lehren: die punktuelle Übernahme von Lehrfunktionen im Englischunterricht durch Schüler einer 8.Klasse
Schelhaas,Christine (1995, Würzburg): Lernen durch Lehren im neusprachlichen Unterricht der Unterstufe.
Flick,Thomas (1995, Braunschweig): Eine schüleraktive Behandlung von Maupassants Conte „Le vagabond“. Unterrichtsversuch in einem jahrgangsübergreifenden Grundkurs der 12./13. Jahrgangsstufe eines Gymnasiums. (Word-Format, flick.doc, 245 kB)
Kämper, Martin, Dr. (1995, Jülich): Lernen durch Lehren – Eine andersgeartete Organisationsform für die Textarbeit im lateinischen Lektüreunterricht. Eine Unterrichtsreihe über Caesar, BG VI 21 ff. in einer Klasse 10. (winword 6.0; kaemper.exe/gepackt, 151 kB)
Knollmüller, E. (1994, München): Lernen durch Lehren. Die Übernahme didaktischer Teilkompetenzen durch Schüler im Französischunterricht. 9.Klasse
Küfner, Werner (1994, Schweinfurt): Übernahme von Lehreraktivitäten durch Schüler in einer 8. Jahrgangsstufe (zweites Lernjahr/Französisch als zweite Fremdsprache) 
Stauß, Kathrin (1993, Chemnitz): Übernahme von Lehrfunktionen durch Schüler unter begleitender Beratung des Lehrers bei der Erarbeitung, Festigung und Kontrolle grammatischer Kenntnisse im Grundkurs Französisch Klasse 13
Herbst, Lorenz (1993, Tübingen): Schüler unterrichten Schüler. Ein Erfahrungsbericht über die Einführung schülergeleiteten Unterrichts im Fach Französisch in Klasse 11, 1.Fremdsprache. 
Wolf, Matthias (1993, Fulda): Lernen durch Lehren. Übernahme von Lehrfunktionen durch die Schüler im Französischunterricht der 9.Klasse (3.Fremdsprache). Versuch einer praktischen Umsetzung des lerntheoretischen Ansatzes von Jean-Pol Martin
Rausch, M. (1993, Ingolstadt): Lernen durch Lehren. Lernerfolg durch Schüleraktivierung nach der Methode von Jean-Pol Martin auf der Mittelstufe im Fach Französisch als 2. Fremdsprache.
Steinhauf, S. (1992, Ingolstadt): Lernen durch Lehren. Modellversuch eines phasenweise von Schülern gestalteten Englischunterrichts in einer 10.Klasse am Gymnasium, Englisch als 2.FS
Göller, M. (1992, Landshut): „Lernen durch Lehren“ – Erprobung einer neuen Unterrichtsform im Geschichtsunterricht der 8.Klasse
Schwede, K. (1992, Erlangen): Medienerziehung in der 9.Klasse des Sozialwissenschaftlichen Gymnasiums. Ein Unterrichtsprojekt zur Methode des „Lernens durch Lehren“.
Luzay, U. (1992, Erlangen): Lernen durch Lehren im Sportunterricht. Ein Unterrichtsprojekt mit Schülerinnen der 10.Klasse   
Auburger, I. (1992, Erlangen): Der Schüler als Lehrer: Die punktuelle Übernahme von Lehrerfunktionen durch Schüler im Englischunterricht verschiedener Klassen des Gymnasiums  (gepackt, Winword 6.0, 63 kB)
Schmidt, Elvira (1992, Köln): Anwendung der schülerorientierten Methode „Lernen durch Lehren“ im französischen Anfangsunterricht der Klasse 9 unter Berücksichtigung bisher vorgebrachter Einwände.
Gastl, H. (1992, Augsburg): Lernen durch Lehren – Erfahrungen mit einer handlungsorientierten Methode im Englischunterricht der 10.Jahrgangsstufe
Wellmann, K.H. (1992, Tübingen): Lernen durch Lehren – Ein Unterrichtsversuch in Klasse 11
Hofeldt, S. (1991, Kiel) Schüleraktivierung in Obertertia. Schüler und Schülerinnen übernehmen Lehrfunktionen. (03, F2)
Steinert, B. (1991, Kiel) Versuch einer Anwendung der Methode „Lernen durch Lehren“. Eine kritische Auseinandersetzung mit dem Ansatz J.-P. Martins. (Obertertia F3)
Titze, A. (1991, Würzburg): Optimierung des Unterrichtserfolges durch Übernahme von Lehrfunktionen durch Schüler im Französischunterricht der 7.Jahrgangsstufe (F2). Versuch einer Umsetzung des lerntheoretischen Ansatzes von Jean-Pol Martin in die Praxis. 
Hertrich, A. (1991, Schweinfurt): Interaktion und Übertragung von Lehrfunktionen auf Schüler. Erfahrungen in einer 10.Klasse mit Französisch als 3. Fremdsprache.
Mäsch-Donike, M. (1991, Siegburg/NRW): Lernen durch Lehren. Zur Einführung der schüleraktivierenden Unterrichtsmethode nach Jean-Pol Martin im Anfangsunterricht Französisch
Feldkamp, C. (1989, München-Pasing): Der „Aufbau didaktischer Teilkompetenzen beim Schüler“ (nach Jean-Pol Martin) aus motivationspsychologischer Sicht – Ein Versuch im Französischunterricht der 9.Klasse (winword 6.0; 114 kB)
Bauer, C. (1989, Schweinfurt): Einführung interaktiver Elemente in den Französischunterricht einer 10.Klasse (N)
Reis-Jung, R. (1989, Neunkirchen/Saarland): Die Übertragung von didaktischen Teilkompetenzen auf Schüler nach Martin. Erprobung in je einer Klasse der Unter-, Mittel- und Oberstufe.
Heizmann, H. (1988, Braunschweig): Eine schüleraktive Behandlung von Christiane Rocheforts Erzählwerk „Les petits enfants du siècle“ – Unterrichtsversuch im Fach Französisch einer 10.Klasse des Gymnasiums
Schmidt, I. (1988, Hamburg): „Schüler unterrichten Schüler“ – Schüler einer 8.Realschulklasse übernehmen phasenweise die Durchführung ihres Englischunterrichts
Ahrens, R. (1988, Berlin): Die Lektion 4B aus den Etudes Françaises – Cours Intensif – Methodischer Schwerpunkt „Schüler unterrichten Schüler“ nach Martin.
Enke, S. (1988, Berlin): Bericht über die Anwendung eines Prinzips schülerorientierten Unterrichts im Anfangsunterricht Französisch einer 7.Klasse der Albert-Schweitzer-Oberschule (Gymnasium). Schwerpunkt: Die Übernahme von ausgewählten Lehrfunktionen durch Schüler.
Appel,  K. (1985, Kiel): Versuche zur Aktivierung von Schülern im Anfangsunterricht Französisch (Obertertia F3).

Alle meine Texte zu LdL. Gespeichert in academia.edu. Stand 18.10.2019

Veröffentlicht zwischen 1982 und 2018

1.
Erster Artikel von Jean-Pol Martin über Lernen durch Lehren

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2.
Jean-Pol Martin: Für eine Übernahme von Lehrfunktionen durch Schüler. In: Praxis des neusprachlichen Unterrichts. 4/1986, S. 395–403, 1986

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3.
Jean-Pol Martin: Schüler in komplexen Lernumwelten. Vorschlag eines kognitionspsychologisch fundierten Curriculums für den Fremdsprachenunterricht. In: Praxis des neusprachlichen Unterrichts. 3/88, S. 294–302, 1988

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4.

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5.
Jean-Pol Martin: Kontaktnetz: ein Fortbildungskonzept. In: Eberhard Kleinschmidt (Hrsg.): Fremdsprachenunterricht zwischen Sprachenpolitik und Praxis: Festschrift für Herbert Christ zum 60. Geburtstag. Tübingen 1989, ISBN 3-8233-4191-X , 2005

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6.
Jean-Pol Martin: Das Projekt „Lernen durch Lehren“ – eine vorläufige Bilanz. In: G. Henrici, E. Zöfgen (Hrsg.): Fremdsprachen Lehren und Lernen (FLuL). Themenschwerpunkt: Innovativ-alternative Methoden. 25. Jahrgang, Narr, Tübingen 1996, S. 70–86, 1996

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7.
Martin, J.-P. (1998): „Forschungshomepage – Homepageforschung“, in: H.-E.Piepho/A.Kubanek-German (Hg.): „I beg to differ“ – Beiträge zum sperrigen interkulturellen Nachdenken über eine Welt in Frieden, Festschrift für Hans Hunfeld. München: Judicium Verlag, S.205-213, 1998

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8.
Das Projekt ‚Lernen durch Lehren‘ – fachdidaktische Forschung im Spannungsfeld von Theorie und selbsterlebter Praxis. In: M. Liedtke (Hrsg.): Gymnasium: neue Formen des Unterrichts und der Erziehung. Klinkhardt, Bad Heilbrunn/Obb. 1998, 1998

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9.
Martin,Jean-Pol/Kelchner, Rudolf (1998): „Lernen durch Lehren“, In: Timm, J.-P. (Hrsg.) Englisch lernen und lehren. Didaktik des Englischunterrichts., 1998

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10.
Lernen durch Lehren: ein modernes Unterrichtskonzept. Jean-Pol Martin. SchulVerwaltung Bayern, März/2000, Link-Verlag, 2000

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11.
Jean-Pol Martin: Wissenscontainer: Online-Communities und kollektive Lernprozesse. In: Christiane Neveling (Hrsg.): „Perspektiven für die zukünftige Fremdsprachendidaktik“ (Giessener Beiträge zur Fremdsprachendidaktik), S. 89-102. Gunter Narr Verlag Tübingen. 2002, S.89-102, 2002

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13.
Jean-Pol Martin: Lernen durch Lehren (LdL). In: Die Schulleitung – Zeitschrift für pädagogische Führung und Fortbildung in Bayern. 4/2002, S. 3–9. , 2002

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14.
Jean-Pol Martin: Weltverbesserungskompetenz als Lernziel? In: Pädagogisches Handeln – Wissenschaft und Praxis im Dialog. 6. Jahrgang, Heft 1, 2002, S. 71–76: , 2002

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15.
„Die Qualität von Schuhen bewerte ich danach, ob ich mit ihnen gut laufen kann“ Benotungsstrategien im „Lernen durch Lehren“-Unterricht – ein Streitgespräch – PRAXIS DEUTSCH Heft 173, 2002

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16.
À la recherche de situations communicatives authentiques : l’apprentissage des langues par les tâches – « Lernen durch Lehren » : quand les apprenants font la classe “ Lernen durch Lehren ” : Learning by Teaching Jean-Pol Martin, 2004

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17.

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18.
Jean-Pol Martin, Guido Oebel: Lernen durch Lehren: Paradigmenwechsel in der Didaktik? In: Deutschunterricht in Japan. (= Zeitschrift des Japanischen Lehrerverbandes). Heft 12 / Herbst 2007, ISSN 1342-6575, 2007

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19.
The didactic model LdL (Lernen durch Lehren) as a way of preparing students for communication in a knowledge society Joachim Grzega & Marion Schöner Pages 167-175 | Received 08 OctJournal of Education for Teaching International research and pedagogy Volume 34, 2008 – Issue 3 , 2008

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20.
Guido Öbel (Hg.)(2009): LdL (Lernen durch Lehren) goes global: Paradigmenwechsel in der Fremdsprachendidaktik unter Beruecksichtigung kulturspezifischer Lerntraditionen. ISBN 978-3-8300-4096-5, Hamburg: Verlag Dr. Kovac, S.115-127, 2009

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21.
by Lucie Petit und Jean-Pierre Decroix
Jean-Pierre Decroix. Ecole de la deuxième chance Grand Lille. Lucie Petit. Université de Lille. Territoire et décorchages scolaires. Nantes: 30 mai-1er juin 2018Enseigner pour apprendre. Une expérimentation pédagogique à l’E2C.

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22.
Jean-Pol Martin: Lernen durch Lehren: Konzeptualisierung als Glücksquelle. In: Olaf-Axel Burow, Stefan Bornemann (Hrsg.): Das große Handbuch Unterricht & Erziehung in der Schule. Carl Link Verlag, 2018. S. 345–360. ISBN 978-3-556-07336-0.

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23.
Jean-Pol Martin: Lernen durch Lehren: Konzeptualisierung als Glücksquelle. In: Olaf-Axel Burow, Stefan Bornemann (Hrsg.): Das große Handbuch Unterricht & Erziehung in der Schule. Carl Link Verlag, 2018. S. 345–360. ISBN 978-3-556-07336-0.

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24.
Jean-Pol Martin: Lernen durch Lehren: Konzeptualisierung als Glücksquelle. In: Olaf-Axel Burow, Stefan Bornemann (Hrsg.): Das große Handbuch Unterricht & Erziehung in der Schule. Carl Link Verlag, 2018. S. 345–360. ISBN 978-3-556-07336-0.

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Gemeinsam Wissen konstruieren – Synergierausch

Auszug aus: „Lernziel Partizipationsfähigkeit und Netzsensibilität

(…)

3.Gemeinsam Handlungswissen konstruieren: Synergierausch

In den beschriebenen Projekten wird die Motivation der Teilnehmer dadurch gefördert, dass Informationen mit Handlungsabsichten gesammelt werden. Sie werden auf ein konkretes Ziel hin selegiert und zu Handlungswissen umgeformt[9]. So wird im Leistungkurs Französisch umfangreiches geschichtliches Wissen vermittelt, aber immer im Hinblick auf die Durchführung von Projekten, die eine Veränderung der Welt zum Ziel haben. Dies betrifft beispielsweise die Aufarbeitung der Ereignisse nach dem zweiten Weltkrieg, die zur Gründung der UNO im Jahre 1945 und zum Verfassen der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte 1948 geführt haben. Erst auf diesem Wissenshintergrund sind Schüler und Lehrer argumentativ in der Lage, glaubhaft und nachhaltig für die weltweite Implementierung des Artikels 19 zu kämpfen.

Es stellt sich nun die Frage der Motivation: wie wird der Einsatz, der erfahrungsgemäß bei solchen Projekten wesentlich höher ist als für traditionellere Unterrichtsformen, belohnt?

Wenn eine große Anzahl von Neuronenensembles in Resonanz geraten, wird es im Gehirn als Flow dekodiert[10]. Analoges geschieht im Unterricht, wenn vor dem Hintergrund eines hohen gemeinsamen Wissenssubstrats Inhalte im Rahmen intensiver themenzentrierter Interaktionen aktiviert und in Konvergenz gebracht werden. Die Konvergenz anspruchsvoller, von allen nachvollziehbaren Gedanken führt zu einer Symbiose aller Beteiligten, die Resonanz in den einzelnen Individuen und in der Gruppe bewirkt. Dieses Phänomen kann man auch bei kollektiven Events wie Konzerten oder politischen Veranstaltungen beobachten. Sowohl das Klassenzimmer als auch das Internet eröffnen die Möglichkeit, aus ganz unterschiedlichen Quellen Synergien zu bilden, die dem Einzelnen eine Zufuhr von Impulsen in sehr rascher Abfolge abliefern. Wenn beispielsweise eine gemeinsame Terminologie („Ressourcenorientierung“, „Emergenz“, „Aufmerksamkeitsökonomie“, „Resonanz“, „Neuronale Netze“) im Zusammenhang mit der gemeinsamen Durchführung von Projekten in einem Raum aktiviert wird, dann geraten die interagierenden Akteure in Resonanz und dies wird emotional als Flow empfunden. Wenn aber dieses Gefühl der Übereinstimmung dank des Internets an ganz unterschiedliche Orten international und synchron ausgedehnt wird, dann kann die Partizipation zu einer Art Synergierausch führen.

Neue Menschenrechte: Thomas Thönes Video

Simon Kolbe: Foodcamp – Ein Beitrag zum Kompetenzerwerb in der inklusiven Praxis. (Abschnitt über LdL)

In: Pithan, Annebelle/ Wuckelt, Agnes: Miteinander am Tisch – Tische als Ort sozialer Utopien, Forum für Heil- und Religionspädagogik Band 10. Münster 2019, 170-184.

(…)

3.LdL – Via Lernen durch Lehren zum Kompetenzerwerb
Eine relevante Möglichkeit Kompetenzlernfelder zu erschließen und Kompetenzerwerb zu ermöglichen, ist der Ansatz „Lernen durch Lehren“ (LDL nach Martin) aus dem Jahre 1985. Geprägt durch den Didaktiker Jean-Pol Martin wird hierbei das Phänomen beschrieben, dass Kinder durch eigene Lehrtätigkeiten einen effektiveren Kompetenzerwerb erleben können (Kelchner/ Martin 1998; Martin 2002; 2018). Primär für die Unterrichtsoptimierung gedacht, kann dieser Ansatz auch in diversen (in-)formellen Lern- und Lehr-Settings von Bedeutung sein. Der reziproke Ansatz des LdL beinhaltet Hilfestellung und Hilfekonzeption von Kindern beim Wissenstransfer durch eigenständige Wissensvermittlung an die Peergroup. Er verknüpft dabei den kommunikativen und lehrenden Perspektivenwechsel und die Option, eigenes Wissen, Fertigkeiten und Erkenntnisse anderen Gleichaltrigen oder Erwachsenen zu vermitteln. Im Ergebnis ist ein Zustand von Erfolgserlebnissen zu beobachten (Flow) und vor allem ein vertiefter, alternierender Kompetenzerwerb. Den Kindern werden Freiräume geschaffen, exploratives Verhalten auszuleben und damit verbundene Bedürfnisse nach neuen Lernfeldern zu erfüllen. Dabei lernen die Kinder möglichst autonom relevante Inhalte zu differenzieren und erarbeiten sich kommunikative Kompetenzen. Die internationalen Vertreter des LdL fordern im Hinblick auf die digitalisierte und vernetzte (Wissens-)Gesellschaft einen pädagogischen und didaktischen Paradigmenwechsel, der die Autonomie und Reflexionsfähigkeit der Lernenden fokussiert (Martin 2002; Steen 2012; Berger u.a. 2015; Martin 2018). Auch Zimpel (2012; 2014) reklamiert, mit Blick auf die Kompetenzentwicklung, eine Veränderung der Lernkultur in inklusiven Settings. Er verortet sie auf den Ebenen Perspektivenwechsel, Teilhabe und Unterricht. Zusätzlich empfiehlt er dafür eine Überwindung der Defizitorientierung und die Ausrichtung von pädagogischen Prozessen in Form von individueller defizitunabhängiger Hilfestellung und Hilfekonzeption als Kompetenzformat (Zimpel 2012; 2014). Im Praxisbeispiel Foodcamp finden die o.g. Perspektivenwechsel und autonomen Lehr- und Lernprozesse primär durch die partizipativen Elemente der Veranstaltung statt. Kinder, die bereits Vorkenntnisse und -erfahrung haben, übernehmen eigenständig Lehrfunktionen bei anderen Kindern. Es gibt aber auch die Möglichkeit, sich punktuell auf spezifische Anforderungen vorzubereiten. Zu diesem Zwecke wird für die Kinder eine Bibliothek mit Koch- und Sachbüchern zur Verfügung gestellt und eine Sammlung von Küchengeräten präsentiert (z.B. Saftpresse oder Räucherofen). Das individuell Erlernte wird wiederum anderen Teilnehmern_innen vermittelt, den Pädagogen_innen und auch Besuchern präsentiert. Die kontinuierliche „Erfolgskontrolle“ erfolgt durch gemeinsames Abschmecken der Produkte in der Kleingruppe und in der gemeinsamen Mahlzeit, bei der auch Gäste bewirtet werden. Das unmittelbare, niederschwellige und temporär gestaffelte Feedback kann so starke Flow-Momente generieren.
4.Handlungsimplikationen und Ausblick
Das Foodcamp skizziert ein inklusives sozialpädagogisches außerschulisches Angebot aus der Kinder- und Jugendarbeit. Mit dem Versuch, gleichwertige Zugangs- und Anforderungsbedingungen für eine vielfältige und teilweise schwer erreichbare Zielgruppe zu schaffen, kann das Foodcamp als niederschwellig beschrieben werden (Mayrhofer 2012). Dabei bietet es kindlichen Kompetenzerwerb in (in-)formellen Lernfeldern (Thole/ Höblich 2008). Durch das gemeinsame Kochen und Essen können die Kinder vielschichtige Kompetenzen explorieren, entwickeln und vertiefen. Das unmittelbare Feedback und die konkrete pädagogische Begleitung von positiven Erfolgserlebnissen bieten Raum für Teilhabegerechtigkeit und damit Wohlbefinden und Lebensqualität (Morisse u.a. 2013; Wild u.a. 2015). Daher sollte den Erlebnissen des gemeinsamen Mahls und der gemeinsamen Zubereitung von Speisen nicht nur aus (über-)lebenspraktischen Gründen eine höhere Aufmerksamkeit in der Kinder- und Jugendarbeit – respektive den pädagogischen Disziplinen – geschenkt werden.Inklusive Settings implizieren dabei die Notwendigkeit, angepasste Kommunikationsstrategien zu finden. Herausforderungen sind dabei die körperlichen oder kognitiven Charakteristika der Beteiligten und die interkulturellen Konstellationen (Crotty/ Doody 2016). Wichtige Lösungsoptionen sind die Schaffung von interkulturellen (und inklusiven) Lernumgebungen und vor allem Kommunikations- und Visualisierungsformate wie leichte, verständliche oder vereinfachte Sprache (Schwarzer u.a. 2008; Springer 2014; Ebert/ Hörenberg 2017; Ebert u.a. 2017). Das pädagogische Handeln der beteiligten Fachkräfte erfordert eineZuwendung auf die Diversität und die spezifischen Bedürfnisse der Kinder. Geeignete Strategien beinhalten eine angepasste Methoden-Mischung, die sich an den Bedürfnissen und Kompetenzen aller am Lernprozess beteiligten Kinder orientieren (Hemmeter/ Grisham-Brown 2006) und die Defizitorientierung überwinden (Zimpel 2012, 2014; Heimlich 2013). Der LdL-Ansatz von Martin (1998, 2002, 2018) erscheint daher in inklusiven Konstellationen als relevante Option des effektiven Kompetenzerwerbes (Martin 2002; 2018).
5.Ausblick: Inklusive Forschung und inklusive Kompetenzen
Orte der Inklusion sind u.a. Schule, Familie und Umfeld, sowie die Gesellschaft und ihre Institutionen. Die Akteur_innen dieser Systeme stellen abhängige Instanzen für die Qualität inklusiver Prozesse dar. Verantwortliche in diesen Prozessen ermöglichen oder verhindern inklusive Erfahrungen (Rodrigues u.a. 2015; Simplican u.a. 2015; Arndt und Werning 2016; Brokamp 2016). In der pädagogischen Frühförderung fungiert Inklusion als handlungsleitende Maxime und Zielvorgabe (Weiß 2013). Die Verbände der Kinder- und Jugendarbeit übernehmen in diesem Spektrum eine wichtige Rolle für positive Inklusions- und Integrationsarbeit und bieten Möglichkeiten zum Kompetenzerwerb (Harring 2008; Thole und Höblich 2008; Bayerischer Jugendring 2015b; 2015a).Das Konstrukt „Inklusive Kompetenzen“ kann eine Lücke in der inklusiven Arbeit mit Kindern und Jugendlichen schließen. Die aktuelle Forschung beschäftigt sich grundsätzlich mit der Komplexität und den anspruchsvollen gesellschaftlichen, organisatorischen und (fach-)disziplinären Aufgaben der Thematik. Ein Großteil der Untersuchungen erarbeitet jedoch hauptsächlich deskriptiv-empirisch Phänomene von Ausgrenzung oder Integration. Dabei werden teilweise inkongruente Befunde und Erkenntnisse abgebildet (siehe u.a. Ellinger u.a. 2012; Krull u.a. 2014; Klemm 2015; Dedering 2016). Die Kompetenz-Forschung scheint sich zwar weitgehend mit der Thematik auseinander zu setzen, aber ein konkreter konzeptioneller Ansatz, der „inklusive Kompetenzen“ herausarbeitet ist bisher nicht hinreichend publiziert. Dies wurde schon von anderen Autoren partiell als Desiderat oder Forschungsfeld erkannt (Embse u.a. 2011; Ziemen 2013). Dabei ist diese Problematik rekurrent im Sinne der Aspekte von Inklusionsforschung, die sich den Erfolgsfaktoren bzw. den Grenzen von Inklusion widmen.
(…)

Neue Menschenrechte: Text für Video 1

(Entwurf)

Guten Tag.

Mein Name ist Jean-Pol Martin. Von Beruf bin ich Lehrer und Unterrichtsforscher. In meinem Bereich bin ich durch die Unterrichtsmethode „Lernen durch Lehren“ (kurz LdL) bekannt. Vor bald 40 Jahren kam ich auf die Idee, meine Schülerinnen und Schüler sich gegenseitig unterrichten zu lassen. Das Ziel war, die Langeweile, die  damals in den Schulen herrschte, zu vertreiben. Ich war überzeugt, dass die Probleme, die im Unterricht entstehen, nicht an der Überforderung der Schüler lag, sondern an der enormen geistigen Unterforderung.  Durch die Übernahme der Verantwortung wurde die  Motivation der Schüler spektakulär gesteigert. Ich beschloss, meine Doktorarbeit darüber zu schreiben. Ich wollte erforschen, warum durch eine so einfache Maßnahme, wie die Übertragung der Lehraufgaben auf die Schüler, ein solcher Erfolg erreicht wurde. Als erstes widmete ich mich der Motivationsforschung und da stieß ich auf Abraham Maslow und seine Bedürfnispyramide.

 

Die 5 Grundbedürfnisse nach Maslow

Wir haben also insgesamt 5 Bedürfnisebenen, nämlich 1. die physiologischen Bedürfnisse (Essen, Schlafen, Sexualität), 2. die Sicherheit 3. die soziale Einbindung, 4. die soziale Anerkennung 5. Die Selbstverwirklichung. Offensichtlich wurden die Bedürfnisse der Schüler durch die Aufgabe, den anderen den Unterrichtsstoff zu vermitteln, befriedigt.

Das Bedürfnis nach Informationsverarbeitung (Denken)

Ferner kam ich durch meine Lektüren auf ein weiteres Forschungsfeld, nämlich auf die Gehirnforschung. Daraus entnahm ich, dass der Mensch wie alle anderen Lebewesen auch darauf angewiesen ist, permanent Informationen zu verarbeiten. Er muss ständig in Kontakt bleiben zu der ihn umgebenden Umwelt. Nur so kann er sich an die Veränderungen anpassen und lebensfähig bleiben. Damit das Gehirn Informationen verarbeitet, muss dieser Vorgang Freude bereiten. Das Gehirn ist also süchtig nach Informationen und deren Verarbeitung. Das nennt man Denken. Wenn wir keine Informationen zu verarbeiten bekommen, langweilen wir uns und sind unglücklich.  Mit dieser Erkenntnis ergänzte ich die Pyramide von Maslow mit einem weiteren, zentralen Bedürfnis: dem Bedürfnis nach Denkaktivitäten.

Ein Menschenbild für das 21.Jh.

Ich hatte ein Menschenbild aufgestellt, das sehr einfach war, das aber alle Elemente enthielt, die ich benötigte, um mit Menschen erfolgreich umzugehen.

Die neuen Menschenrechte

Auf dem Hintergrund dieses Menschenbildes können Rechte abgeleitet werden.

Wie sollen politische Strukturen gestaltet werden, damit die Menschen ihre Bedürfnisse befriedigen und glücklich sein können?

Solche Strukturen zu schaffen ist Aufgabe der Politik!

 

Der Artikel von Margret Ruep: eine neue Emergenz im LdL-Projekt!

Skills für das 21. Jahrhundert.
Ich zitiere Margret Ruep, die wiederum mich zitiert:
„Auf meine Frage „Was halten Sie angesichts der globalisierten, informatisierten und technologisierten postmodernen Welt für die wichtigste Fähigkeit, die ein Mensch heute durch seinen Bildungsprozess erlernen bzw. sich aneignen sollte?“ hat Martin folgende Antwort gegeben (per E-Mail am 13. 09. 2016):
‚Aus meiner Sicht ist die Fähigkeit, die Menschen schon sehr früh erwerben sollen, die Kompetenz zur Konzeptualisierung. Damit meine ich, dass man sich aktiv in Handlungsfelder begibt, Probleme identifiziert, qualifizierte Partner zur Problemlösung sucht, gemeinsam Informationen sammelt und sortiert (was im Netz geschieht), und gemeinsam Problemlösungen erarbeitet (Konzeptualisierung).
Der Hauptakteur hat also die Aufgabe, sich permanent einen Überblick über die aus einem bestimmten Feld stammenden Informationen zu verschaffen, ein Problem identifizieren, Partner zu suchen und die kollektive Reflexion zu organisieren bis eine Lösung gefunden wurde.
All das muss intensiv in der Schule trainiert werden. Das geschieht am besten, wenn der gesamte Unterricht zum Projekt gestaltet wird, wie es eben bei LdL der Fall ist.
Dabei ist die zentrale Kompetenz die Fähigkeit, sehr schnell Informationen zu sortieren (in Foren, Artikeln und sonstigen Informationsflüssen), zu bündeln, zu hierarchisieren und Handlungskonzepte zu entwerfen (Konzeptualisierung) und umzusetzen (Handeln). Dadurch entsteht eine neue Problemsituation und der Prozess setzt sich weiter fort.‘ “
978-3-658-26278-5
Der Ganze Abschnitt über „Lernen durch Lehren“

(…)

2          Lernen durch Lehren – ein Bildungskonzept in der globalisierten Welt

Der Eichstätter Didaktiker Jean-Pol Martin hat 1994 eine Habilitationsschrift vorgelegt, in der er den ‚Vorschlag eines anthropologisch begründeten Curriculums für den Fremdsprachenunterricht’ unterbreitet (vgl. Martin 1994). Mit dieser Arbeit entsteht zugleich ein pädagogisches Konzept, Lernen durch Lehren (LdL), dem Martin sich als Gymnasial- und Universitätslehrer widmet und es bis heute auch über die aktive Dienstzeit hinaus gemeinsam mit einem Netzwerk von Experten, etwa Joachim Grzega, weiterentwickelt hat. Für Martin ist das Prinzip von LdL, dass hier der Unterricht weitgehend von den Lernenden verantwortet wird (vgl. Martin 2002, S. 3-9). Er grenzt es ab von anderen Lernkonzeptionen wie Frontalunterricht, handlungsorientierten Unterricht oder dem Modell von Heinz Klippert und begründet die neue Qualität seines Ansatzes damit, dass es sich hier nicht um eine einseitige Methode handelt, sondern dass LdL vielmehr so angelegt ist, dass die in vorgegebenen Curricula angestrebten Lernziele in gewünschte Bildungsziele umgesetzt werden können. Grzega bezeichnet Lernen durch Lehren (LdL) ein in erster Linie „schülerzentriertes und schüleraktivierendes Konzept“, insbesondere „vor dem Hintergrund der Kernkompetenzen in einer globalen Wissensgesellschaft und den Bedingungen für erfolgreiches Lernen“ (Grzega in Berger u. a. 2011, S. 11). Jean-Pol Martin hat an einem Gymnasium im Französischunterricht mit diesem Konzept begonnen, hat es auf die Universitätslehre ausgeweitet, hat ein großes Netzwerk von Lehrkräften in Schulen und Hochschulen aufgebaut, wodurch LdL über alle Fächer erprobt und weiterentwickelt wurde. Es ist kein Zufall, dass dieses Konzept zunächst mit Bezug auf das Erlernen eine Fremdsprache entwickelt wurde und sich dabei hinsichtlich der erzielten Resultate als besonders erfolgreich erwies. Das zeigte sich auch in der Muttersprache in gleicher Weise. Wer in der Muttersprache zusammen mit einem Lernpartner spezifische Lernziele verfolgt, muss gleichermaßen die fachliche Seite, methodisches und soziales Vorgehen und das Verhalten der eigenen Person in den Blick nehmen. Die Sprache selbst wird dabei in ihrer Komplexität, Struktur und Semantik vertiefend erlernt und kann darüber hinaus auf andere Fachbereiche immer besser angewendet werden. Sich verständlich auszudrücken wird dabei zu einer dauerhaften Übung. Das gilt zunehmend auch für den Umgang mit moderner Technologie. Martin hat ab 2000 als Schlüsselqualifikationsmodul ‚Internet- und Projektkompetenz’ definiert (vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Jean-Pol_Martin; Zugriff 12. 09. 2016). Damit wurde LdL in Beziehung gesetzt zur globalen Entwicklung mit ihren Ausprägungen und transkulturellen Herausforderungen (vgl. Oebel 2009).

Auf meine Frage „Was halten Sie angesichts der globalisierten, informatisierten und technologisierten postmodernen Welt für die wichtigste Fähigkeit, die ein Mensch heute durch seinen Bildungsprozess erlernen bzw. sich aneignen sollte?“ hat Martin folgende Antwort gegeben (per E-Mail am 13. 09. 2016):

„Aus meiner Sicht ist die Fähigkeit, die Menschen schon sehr früh erwerben sollen, die Kompetenz zur Konzeptualisierung. Damit meine ich, dass man sich aktiv in Handlungsfelder begibt, Probleme identifiziert, qualifizierte Partner zur Problemlösung sucht, gemeinsam Informationen sammelt und sortiert (was im Netz geschieht), und gemeinsam Problemlösungen erarbeitet (Konzeptualisierung).

Der Hauptakteur hat also die Aufgabe, sich permanent einen Überblick über die aus einem bestimmten Feld stammenden Informationen zu verschaffen, ein Problem identifizieren, Partner zu suchen und die kollektive Reflexion zu organisieren bis eine Lösung gefunden wurde.

All das muss intensiv in der Schule trainiert werden. Das geschieht am besten, wenn der gesamte Unterricht zum Projekt gestaltet wird, wie es eben bei LdL der Fall ist.

Dabei ist die zentrale Kompetenz die Fähigkeit, sehr schnell Informationen zu sortieren (in Foren, Artikeln und sonstigen Informationsflüssen), zu bündeln, zu hierarchisieren und Handlungskonzepte zu entwerfen (Konzeptualisierung) und umzusetzen (Handeln). Dadurch entsteht eine neue Problemsituation und der Prozess setzt sich weiter fort.“ (vgl. dazu auch: https://jeanpol.wordpress.com/2013/06/02/konzeptualisieren-gluck/; Zugriff 14.09.2016)

Diese Antwort zeigt in ihrer Komplexität, wie Lernen und zugleich ein je individueller Bildungsprozess ablaufen sollte. Gleichermaßen wird deutlich, wie exzellent sich diese Vorgehensweise auch für Studierende an Hochschulen und Universitäten eignet, da sie in ihrer Eigenständigkeit und ihrer Selbstverantwortung für ihre eigene Entwicklung herausgefordert und bestärkt werden. Eben das sollte der Sinn eines Studiums sein, das im Ergebnis zu der Fähigkeit führt, sich immer wieder neu auf neue Sachverhalte und Situationen einzulassen und mit anderen gemeinsam die Welt zu einer besseren hin zunächst zu denken, dann (mit) zu gestalten.

2.1     Grundlagen des Konzepts Lernen durch Lehren (LdL)

Martin geht zunächst aus von der Bedürfnislage des Menschen, setzt diese dann in Beziehung zu seinen Dispositionen und entwickelt daraus ein Lernerkonstrukt, um schließlich zu einem Lehr-Lern-Konzept hinzuführen, das diesem Lernerkonstrukt am besten entspricht (vgl.  Berger u. a. 2011, S. 32 f.).

Für die Entwicklung des Lernerkonstrukts nutzt Martin Erkenntnisse über den Menschen aus verschiedenen  Forschungsfeldern wie Psychologie, Soziologie,  Kognitions- und Neurowissenschaften oder Systemtheorie (vgl. ebd). Ausgehend von Maslows Bedürfnisansatz sieht Martin den Menschen im Spannungsfeld einer antinomischen Bedürfnisstruktur, etwa zwischen Chaos und Ordnung, Einfachheit und Komplexität oder Zwang und Freiheit. Dabei geht es dem Menschen stets darum, in seinem Umfeld die Kontrolle zu erhalten, da diese das Grundbedürfnis nach Sicherheit befriedigt. Die zunehmende Komplexität und Dynamik in der globalisierten Welt generiert zunehmende Unsicherheit und erfordert entsprechende Fähigkeiten, um jeweils aus Unsicherheit Sicherheit zu machen. Martin erweitert die Bedürfnisse um das Grundbedürfnis  nach Informationsverarbeitung und sieht als Entsprechung beim Menschen auf der Grundlage der Informationstechnologie die Netzkompetenz und Netzsensibilität. Sie sind die Voraussetzung, um in der heutigen Welt Informationen angemessen zu verarbeiten (vgl. Martin 2009, S. 115-127).

Zur Netzkompetenz und –sensibilität gehört auch die Fähigkeit, sich mit anderen auf die unterschiedlichste Weise zu verbinden. Dialog und Partizipation sind dabei Grundprinzipien, wie sie etwa von Peter Senge als Fundament des Konzepts der Lernenden Organisation angenommen werden (vgl. Senge 1996a, 1996b, 2000; Ruep & Keller 2004). Die Lernende Organisation kann mit diesen Grundprinzipien und den fünf Disziplinen Personal Mastery, Gemeinsame Vision, Teamlernen, Mentale Modelle und Systemisches Denken als die Entsprechung des Lernkonzepts LdL auf Systemebene gelten (Ruep & Keller 2004, S. 26 f.).

Das sinnstiftende Ziel bei der Informationsverarbeitung ist nach Martin die Weltverbesserungskompetenz einerseits und das Streben nach wie das Erreichen von Glück andererseits. Hierbei greift Martin das Konzept des Flow nach Csikszentmyhalyi auf und schlussfolgert dass Lernen unter Beachtung dieser Grundlagen zu Flow-Erlebnissen führt und damit Glück erzeugt. (vgl. https://jeanpol.wordpress.com/2013/06/02/konzeptualisieren-gluck/; Zugriff 15.09.2016 und     https://
de.wikiversity.org/wiki/Benutzer:Jeanpol/Menschenbild#2._Wie_man_sich_als_
Neuron_verhalten_soll_.28nach_Martin.2C_2011.29.5B6.5D; Zugriff 15.09.
2016).

Martin stellt die These auf, dass es pragmatisch ist, beim Informationsverarbeitungsprozess Gruppen von Menschen metaphorisch als Gehirne anzunehmen, bei dem die Einzelnen als Neuronen gelten können. „Bei entsprechender Kommunikationsarchitektur können Personen als Neuronen betrachtet werden, die mit anderen rasch und kontinuierlich interagieren und kollektiv Gedanken als Emergenzen hervorbringen“ (Martin in: Berger u. a. 2011, S. 21). Die Kommunikationsarchitektur kann ein Lehrender in allen Bildungsinstitutionen im Lehrkontext gemeinsam mit den Lernenden adäquat entwickeln. Hilfreich ist es, wenn die Institution sich selbst als Lernende Organisation versteht und entsprechend arbeitet (vgl. Ruep & Keller 2004). Es ist folgerichtig, dass Emergenzen – Neues im Sinne von weltverbessernden Ideen und Handlungen – nur in Lernenden Systemen (Individuen, Gruppen und Organisationen) entstehen können. Wenn dies so ist, sind Lernumgebungen, wie das Konzept Lernen durch Lehren sie vorgibt, nicht nur hilfreich, sondern notwendig. Die hier zu erlangenden Ziele korrespondieren mit den Erfordernissen dessen, was die Informations- und Wissensgesellschaft den Menschen als Aufgabe stellt (vgl. auch Grzega in Berger u. a. 2011, S. 11f.):

  • Fragekompetenz: Es geht darum, die richtigen Fragen zu stellen (im traditionellen Unterricht oder der traditionellen Lehre bekommt man nicht selten die fertigen Antworten, ohne davor Fragen gestellt zu haben).
  • Unschärfekompetenz: Hier kommt es darauf an, mit Unsicherheit, Unbestimmtheit und Unvorhergesehenem souverän und spielerisch umgehen zu lernen (ebd. und Martin in Berger u. a. 2011, S. 32).
  • Vernetzungskompetenz: Es geht dabei um die Vernetzung von Informationen. Dazu gehört das Auffinden qualitativ hochwertiger Quellen und deren kreative Verbindung, woraus erst Neues entstehen kann. Gleichermaßen geht es um die Vernetzung der Menschen, die durch ihre jeweiligen Kompetenzen im Umgang mit den vielfältigen Informationen und zugleich im gegenseitigen Austausch zu einer Qualitätssteigerung beitragen.
  • Kommunikationskompetenz: „Man muss gelernt haben, über Sprach- und Kulturgrenzen hinweg mit Gleichgesinnten kommunizieren zu können, und zwar in einer Atmosphäre von Empathie, Toleranz und Kooperation“ (ebd., S. 12).
  • Sachkompetenz: Dazu gehören einerseits grundlegendes und vertieftes Wissen in einer spezifischen Domäne, aber auch zugleich eine kognitive Landkarte, die eine schnelle Verfügung neuen Wissens ermöglicht (‚gewusst wo’ ‚gewusst wie’ und ‚gewusst, mit wem’).

Es wird deutlich, dass Lernen in der heutigen Welt weit über Wissen als Sachkompetenz hinausgehen muss. Es kommt gleichermaßen darauf an, zunehmende Unsicherheit zu ertragen und dabei dennoch die richtigen Fragen zu finden. Dass dies leichter möglich ist, wenn man sich mit anderen verbindet und dazu eine angemessene Kommunikationsfähigkeit besitzt, ist offenkundig und konsequent. Es liegt auf der Hand, dass angesichts dieser Entwicklungen gerade die Sprachkompetenz und deren Kultivierung von herausragender Bedeutung ist. Und das dies in einer ganzheitlichen Lehr-Lern-Dramaturgie, wie LdL sie vorsieht, besser geschehen kann als in einseitigen anderen Methoden, liegt auf der Hand. Hinzu kommt, dass dieses Konzept in der Vorgehensweise zutiefst demokratisch ist und durch das partizipative Prinzip alle Beteiligten einlädt, für sich und die Welt verantwortlich zu handeln. Eingeübt werden nämlich notwendige Fragestellungen, das Lösen von Problemen sowie die friedliche Zusammenarbeit mit anderen auf der Grundlage der Berücksichtigung von bei allen gleichermaßen vorhandenen Bedürfnissen.

2.2     Bedingungen für erfolgreiches Lernen nach LdL

Unter Beachtung der Grundlagen von LdL gilt es, die dafür notwendigen Bedingungen zu schaffen. Günstig ist es, wenn die Bildungsinstitution selbst sich als Lernende Organisation versteht und wenn alle ihre Mitglieder die Kommunikation entsprechend gestalten. Nach Niklas Luhmann gehört die Kommunikation neben der Programmatik und den Personen zu den drei wesentlichen Entscheidungsprämissen von Organisationen (vgl. Luhmann 2000). Im Gegensatz zu bürokratischen Systemen achten Lernende Organisationen auf dialogische Gesprächsformen und partizipative Abläufe, auf Lernmöglichkeiten für Einzelne und vor allem auf Lernen in Teams, auf Transparenz hinsichtlich gemeinsamer Ziele und vorhandener mentaler Modelle, nicht zuletzt auf systemisches Denken als ein Bewusstsein von Komplexität und immanenter Unschärfe, die durch kreatives Problemlösen immer wieder geklärt werden muss (vgl. Ruep & Keller 2004; Ruep 2011, S. 119 ff.) . Die Bedingungen für das Lernen im Rahmen dieses Organisationskonzepts zeigt eine hohe Übereinstimmung mit dem Konzept Lernen durch Lehren (LdL) und arbeitet nach demokratischen Prinzipien.

Führt man die Bedingungen bezüglich organisationalen Lernens und des Lernens nach LdL (Grzega in Berger 2011, S. 12 f.) zusammen, ergeben sich folgende Übereinstimmungen:

Organisationslernen Individuelles Lernen
Aktiver Umgang mit neuen Lerngebieten, Themen, Techniken, globalen Bedingungen (exploratives Verhalten) Aktiver Umgang mit Lernstoff, handlungsorientiert
Lernmöglichkeiten anbieten (in vertrauter Sprache und Organisationsumgebung) Erklärungen in vertrauter Sprache
Autonomie hinsichtlich der Auswahl der zu lernenden Themen (Weiterbildungsmöglichkeiten zur Ausweitung der Personal Mastery) Autonomie im Sinne von Alternativen hinsichtlich der Auswahl relevanter Informationen
Teamlernen, Gemeinsame Vision (vielfältige Kompetenzen nutzen für organisationales Lernen) Gemeinschaft – Problemlösen mit anderen im dialogischen Diskurs
Partizipation am Ganzen als Sinnerfüllung, auch mit Blick auf die Möglichkeit, demokratische Strukturen und Kommunikationsweisen einzuüben. Sinnfindung als Bedürfniserfüllung und im partizipativen Modus

Es zeigt sich, dass die Bedingungen für diese Art des Lernens eine große Offenheit auf Seiten der Lehrenden bzw. Führungskräfte von Organisationen erfordert. Dazu gehört stets auch die Ambiguitätstoleranz hinsichtlich größerer Unsicherheit, Unbestimmtheit, Unschärfe und Kontrolle. Hier sind antinomische Spannungen  etwa zwischen Chaos und Ordnung oder zwischen Freiheit und Zwang auszuhalten. Es zeigt sich auch, dass es Sinn macht, Lernstoff, Themen, Forschungsgebiete nicht als abzufragendes Wissen zu präsentieren, sondern das Lernen in Projekten zu gestalten. Martin plädiert zum Beispiel für kreative und Interessen aktivierende Internetprojekte, die ein hohes Maß an Bedürfnisbefriedigung auslösen. Transparenz, Vernetzung mit anderen, Reaktionsschnelligkeit und Empathie sind dabei notwendige Grundregeln (Martin in Berger u. a. 2011, S.  35 ff.). Häufig malen die Analysen über die Globalisierung und die in ihr agierenden Gesellschaften ein düsteres Bild der Zukunft mit vielen Problemen ohne Lösungen, im schlimmsten Fall die Abkehr von demokratischen Systemen im Zuge einer Totalökonomisierung aller Lebensbereiche. Ein Bildungskonzept, das die menschlichen Bedürfnisse beachtet und dabei ein Lernumfeld gestaltet, in der Problemlösungen grundsätzlich mit dem Ziel von Weltverbesserung  und persönlichem Glück angegangen werden, ist ein Gegenmodell mit dem Ziel, ein Bewusstsein zu erlangen darüber, dass jeder durch sein Handeln die Welt beeinflussen und gestalten kann.

2.3     Überlegungen zur Realisierung von LdL mit Studierenden

Die folgenden Überlegungen basieren auf eigenen praktische Erfahrungen in der Lehre an Hochschulen und Universitäten (Pädagogische Hochschule Weingarten, Universitäten Tübingen, Heidelberg und Karlsruhe/KIT). LdL eignet sich besonders gut für die Arbeit mit Studierenden, da sie sich in einem Lernkontext befinden, in dem eine größtmögliche Eigenständigkeit erzielt werden sollte.

Traditionell ist es an Universitäten üblich, dass Studierende zum Semesterthema Referate anfertigen und diese präsentieren oder dass der Lehrende doziert.

Bei Lernen durch Lehren geht es weit darüber hinaus. Die Lehre wird studierendenzentriert und weitgehend von Studierenden verantwortet. Dazu ist es notwendig, die Studierenden von Anfang an einzubinden, also zwar ein Semesterthema anzubieten, dies aber inhaltlich so zu strukturieren, dass Studierende die Möglichkeit haben, eigene Einzelthemen oder Projektideen einzubringen. Zu Semesterbeginn habe ich deshalb zunächst immer die Erwartungen der Studierenden abgefragt und sie dann dazu aufgefordert, eigene Einzelthemen, möglichst kleinere Forschungsprojekte im Tandem zu bearbeiten. Wenn das Semesterthema zum Beispiel lautet „Bildungsinstitutionen als Lernende Systeme“ (durchgeführt im Wintersemester 2015/16 an der Universität Heidelberg und im Sommersemester 2016 am Karlsruher Institut für Technologie), lassen sich die unterschiedlichsten Einzelthemen oder kleinere Forschungsprojekte bearbeiten, die Studierende aufgrund ihres Vorwissens oder ihrer Erfahrung selbst festlegen können. Erfahrungsgemäß sind Studierende sehr gut in der Lage, sich über verschiedene Quellen Informationen zu beschaffen und sich mit Personen zu vernetzen, so zum Beispiel Interviews zu führen, sie auszuwerten und im Plenum zu präsentieren. Im besten Sinne wird hier exploratives Verhalten eingefordert, sowohl was die Wahl eines Themas anbelangt als auch, was die Umsetzung und die Präsentation angeht.

Im Kontext von Lernen durch Lehren kommt es auf die folgenden Dinge an:

  • Beteiligung der Studierenden an der Auswahl ihrer zu bearbeitenden Einzelthemen oder Forschungsprojekte,
  • Arbeit in Tandems,
  • Vertiefte Einarbeitung in das Thema, Aufbau eigenen Fachwissens,
  • Professioneller Umgang mit Sprache hinsichtlich der Klarheit in der Sache, der Genauigkeit im Ausdruck, auch hinsichtlich der Strukturiertheit der Sachverhalte, der sachgerechten Fragestellungen sowie in der Kommunikation,
  • Kommunikation wird durch dieses Konzept stetig eingeübt und dadurch verbessert,
  • Den Stoff so vorbereiten, dass die Teilnehmer als aktives Plenum verstanden werden und entsprechend einbezogen werden,
  • Bei der Einbeziehung des Plenums sicherstellen, dass die Lehre didaktisch so aufbereitet ist, dass das Verständnis bei allen sichergestellt wird,
  • Methodisch in einer Weise arbeiten, dass alle miteinander interagieren, dass also vielfältige Aktivitäten ermöglicht werden, dabei auf Genauigkeit der eigenen Sprache ebenso achten wie auf diejenige der Teilnehmenden,
  • Feedback geben und einholen, wertschätzend und sachgerecht.

Lernen Studierende, auf diese Weise zu arbeiten, lernen sie zugleich, die Verantwortung für ihren eigenen Lernprozess wie für die Qualität des Lernens der ganzen Gruppe zu übernehmen. Sie erfahren darüber hinaus eine Arbeitsweise, die sie in allen späteren beruflichen Tätigkeiten gleichermaßen anwenden können. Und sie arbeiten in einer Weise, wie auch demokratische Strukturen und Handlungsmuster sie erfordern. Insoweit ist LdL ein ganzheitlicher Ansatz, der in idealer Weise die Auseinandersetzung mit der Welt und mit anderen Menschen erfahrbar macht, der zudem die Persönlichkeitsentwicklung fördert und mit der Problemlösekompetenz die Grundlage für (Welt-)Verbesserungen legt.

3.          Zusammenfassung und Bewertung

Lernen durch Lehren (LdL) ist also ein Lehr-Lern-Konzept, das den Menschen und seine Auseinandersetzung in und mit der Welt sowie mit allen anderen in der Welt in einen ganzheitlichen Zusammenhang stellt. Netz- und Vernetzungskompetenz ist deshalb hier von besonderer Bedeutung, und zwar sowohl im Bereich der Informationsverarbeitung und Wissensgenerierung als auch in der zwischenmenschlichen Kommunikation. Im globalen Kontext gehört auch erweiterte Sprachkompetenz und transkulturelle Kompetenz dazu. Durch die je eigene Entscheidung für die Themen wird von Anfang an interessengeleitet gearbeitet. Die Zusammenarbeit mit anderen ermöglicht eine Mehrperspektivität im Denken. Die Vorbereitung eines Themas oder Projekts für eine größere Gruppe erzwingt eine Vertiefung in die Sache, um die es geht, somit um ein verstehensintensives Lernen, da gegebenenfalls Erklärungen erfolgen müssen. Die Einforderung einer aktiven Beteiligung der Großgruppe erfordert zudem didaktische und methodische Überlegungen, die im herkömmlichen Referat nicht gegeben sind. Insbesondere wird Sprache als wesentliche Grundlage der bei Lehr-Lern-Prozessen notwendigen Interaktion eingeübt und verbessert. Das jeweilige Feedback führt zur kritischen Reflexion sowohl hinsichtlich der Sache, der Sprache wie auch bezüglich der Vorgehensweise im Lern- und Arbeitsprozess. LdL schult somit das Lernen selbst, die sprachliche Kommunikation und die Herangehensweise an unbekanntes Terrain und nimmt somit die Angst vor Neuem. Exploratives Verhalten in einem ganzheitlichen Sinn wird trainiert. Zugleich wird das Selbstbewusstsein dahingehend gestärkt, dass man sich seiner eigenen Fähigkeit nicht nur bewusst wird, sondern dass man Situationen beeinflussen und bestimmen kann, dies alles unter Berücksichtigung der Interessen aller anderen, mit denen man zusammenarbeitet. Gerade angesichts der Tendenz zur Verschulung an Hochschulen und Universitäten ist LdL ein überzeugendes Verfahren, die Aktivität und Eigenständigkeit von Studierenden und somit ihren Bildungsprozess als dauerhaften Lernprozess in einer Weise zu prägen, dass sie sich auch in ihren Persönlichkeiten weiterentwickeln können.  Die Aussage Martins

„Aus meiner Sicht ist die Fähigkeit, die Menschen schon sehr früh erwerben sollen, die Kompetenz zur Konzeptualisierung. Damit meine ich, dass man sich aktiv in Handlungsfelder begibt, Probleme identifiziert, qualifizierte Partner zur Problemlösung sucht, gemeinsam Informationen sammelt und sortiert (was im Netz geschieht), und gemeinsam Problemlösungen erarbeitet (Konzeptualisierung)“ entspricht dem, was Studierende in einem gelingenden Studium erwerben sollten, wenn es sie denn befähigen soll, in ihren beruflichen Aufgaben entsprechend professionell zu handeln. Ein besonderer Wert des Konzepts liegt auch in seinen zutiefst demokratischen Prinzipien und Handlungsmustern, was für die globalisierte Welt mit ihren Unsicherheiten und Unwägbarkeiten von herausragender Bedeutung ist. Insoweit trägt der Ansatz von LdL seinerseits zu einer Weltverbesserung bei.

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https://prezi.com/swkhf1ojkksx/jean-pol-martin-partizipationsfahigkeitnetzsensibilitat/Transkript von Jean-Pol Martin: Partizipationsfähigkeit/Netzsensibilität.