Leerstände: Eventisierung und Stadtentwicklung.

Patrick Breitenbach sagt:

Als Stadt muss man sich einfach mal der Frage stellen: Warum haben Menschen das Bedürfnis einen bestimmten Ort aufzusuchen? Vor der Digitalisierung suchte man Orte wie Bibliotheken, Geschäfte, die Post, die Bank, den Anwalt, die Apotheke etc. pp. auf. Weil man es einfach musste.

Heute geht man eher an Orte um etwas bestimmtes zu erleben oder zu erfahren, das es digital eben nicht so einfach gibt. Events sind eine Form von diesen unabbildbaren Erfahrungen. Familien mit Kindern suchen Orte wo Kinder sich frei bewegen können, wo die gesamte Familie angeregt wird (Vergnügungspark, kindgerechte Museen mit Dingen zum Anfassen, Straßenfeste, Spielplätze, Parks). Als nächstes werden die Senioren sehr stark unser Stadtbild prägen, da muss man sich überlegen, was benötigen die denn? Erholungsräume, unhektisches, aber dann auch wieder sehr Anregendes auf dem jeweiligen Niuveau eines gereiften Menschen. Am Ende geht es imm nur um Erlebnis, so wie das Einkaufen in der Stadt ja auch ein Erlebnis war, aber offenbar keines was man gerne gemacht hat, sonst würden viele nicht im Internet einkaufen. Da war der Stadtgang eine Pflicht. Deshalb hat das mit dem Einzelhandel so gut funktioniert.

Und warum funktionieren die Silicon Valleys, die Lutz eher kritisch ansprach? Weil sie perfekte Orte passend zur jeweiligen aktuellen lebenswirklichkeit sind. Menschen, die in ihrer Arbeit aufgehen wollen und möglichst frei sich ihre Lebenszeit einplanen wollen. Das bedingt ein hohes Maß an Erreichbarkeit der Dinge, die zu ihrem Lifestyle passen. Daher kann man diese Communities so oder so bewerten. Weil am Ende profitieren ja die Firmen selbst, aber solange die Arbeitnehmer davon ebenso proftieren, why not?

Kam jetztein wenig klarer rüber, was ich meine?

Wir brauchen bezahlbaren Wohnraum in Ingolstadt, sagt Angelika Wegener-Hüssen!

Der Mangel an Baugrundstücken ist immer wieder Thema im Stadrat. Dabei geht es jedoch fast immer um Bauland für Wohneigentum. Aus dem Blick verschwindet oft die Notwendigkeit verstärkt auch Wohnungen für Ingolstädter mit kleinem Einkommen und Sozialwohnungen für bedürftige Menschen zu bauen. Die Anstrengungen der gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaften reichen allein nicht aus, um den Bedarf zu decken. Nur 100 neue Wohnungen jährlich und über 3000 Antragsteller auf den Wartelisten zeigen ein Missverhältnis, das behoben werden muss. Besonders schwierig ist nach Aussagen der Beratungsstellen die Situation für junge schwangere Frauen und alleinerziehende Mütter. Zwei große Neubaugebiete entstehen in den nächsten Jahren in der Stadt: auf dem ehemaligen Pioniergelände und am alten Krankenhaus in der Altstadt. Hier sollten von der Stadt auch Grundstücke für bezahlbare Mietwohnungen bereit gestellt werden. Gleichzeitig wäre in diesen guten Lagen eine urbane Mischung von allen Bevölkerungsgruppen gegeben mit Studenten, Normal-, Gering- und Gutverdienern und eine unerwünschte Ghettobildung beim Sozialwohnungsbau wäre so vermieden.

Veröffentlicht in Blickpunkt Wochenende 9/10.06.2012

Ingrid und Paul im Bezirksausschuss Ingolstadt-Mitte

Die Entwürfe für die Fassade des Kongresshotels im Gießereigelände werden im Bezirksausschuss Ingolstadt-Mitte vorgestellt.

Ingolstadt-TV

Lernort Ingolstadt: Zum Aufbau von Ingolstadt-Expertise

Unsere Stadt entwickelt sich mit hoher Dynamik! Im Stadtrat werden wichtige Entscheidungen getroffen. Als Bürger, der mitwirken möchte, sollte man in der Lage sein, die Positionen der unterschiedlichen Gruppen nachzuvollziehen und selbst eigene Meinungen einzubringen. In unserem Modul werden die Basics für ein besseres Verständnis der Stadtpolitik vermittelt.

Zielgruppe:

Alle Bürger, insbesondere Jugendliche mit Migrationshintergrund

Themen:

1. Geschichte von Ingolstadt

2. Bedeutung und Entwicklung von Audi

3. Bedeutung und Entwicklung der Ölraffinerien

4. Stadtentwicklung: das Gießereigelände

5. Wie man als Bürger an kommunalen Entscheidungen teilhaben kann (konkrete Beispiele, insbesondere Besuch einer Stadtratsitzung)

Zeitaufwand und Organisation:

Das Modul erstreckt sich auf vier Wochen,  jede Woche ein Treffen  von 90 Minuten. Anmeldung: jpm@ldl.de

Zertifikat:

Verantwortlich für das Modul ist Prof.Dr.Jean-Pol Martin, Projektleiter bei der Freiwilligen Agentur Ingolstadt. Nach bestandenem Modul wird das Zertifikat „Ingolstadt-Expertise“ von Dr.Lösel, dem Integrationsbeauftragten der Stadt ausgehändigt.

Vorgeschichte: Weltverbesserung am Beispiel Ingolstadt

Materialien: Wiki

„Zu bekämpfen sind nicht die Gentrifier…“

Aus: Gentrifizierung im 21. Jahrhundert (Ingrid Breckner)

(…) Viel wichtiger wäre es, mit Mitteln von Forschung und Praxis herauszufinden, wie die unterschiedlichen Potenziale von Gentrifiern und der von ihnen „bedrohten“ Bevölkerungsgruppen sinnvoll verknüpft und für eine demokratische Entwicklung von Städten und Regionen genutzt werden können. In Leipzig und anderswo haben solche Prozesse längst eingesetzt. Sie leben u.a. von der Erfahrung, dass einkommenshomogene Siedlungsstrukturen, seien sie durch Armut, mittlere Einkommen oder Reichtum geprägt, längerfristig langweilig werden.[30] Dabei erlahmen kreative Energien und individualisierte Konflikte mit Partnern, Nachbarn oder Freunden nehmen zu.

(…) Zu bekämpfen sind nicht die Gentrifier sondern die Strukturen und Prozesse die zur sozialen Spaltung urbaner Lebenswelten und zur Zerstörung der Ressourcen aller Bewohner einer Stadt beitragen.

Aus meiner Sicht ließe sich der Gentrifizierung durch eine Verengung der Einkommensschere begegnen. Bevölkerungsgruppen werden gezwungen, ihre Wohnviertel zu verlassen, weil sie verarmen und ihre Mieten nicht mehr bezahlen können. So wird die soziale Kohäsion zerstört. Eine Angleichung der Löhne sollte angestrebt werden, auch wenn wir natürlich weit davon entfernt sind!