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Holger Ebelt zum Thema Konzeptualisierung


„NMR 1: Denken und Konzeptualisierung
Kooperation ist ein notwendiges Metaverhalten. Eine Art kosmischer Moral: So wie Trägheit und Schwere ein Gleichgewicht bilden, in der Physik, müßten auch Lust und Last bei jedem Menschen im Gleichgewicht sein. Die Kooperation zwischen Mond und Erde zeigt, wie Trägheit und Schwere im Kosmos zusammenarbeiten. Nennen wir es Pflicht. Diese Pflicht (Kooperation) legt Kant der Moral zugrunde. Aber das Lebendige lebt Lust und Last. Wäre dem Codon, der die Aminosäuren, dann aus deren Kette ein Protein bildet, Trägheit, Schwere und nach Belieben auch Lust und Last zugrundegelegt
(zufällig), würden die Proteine das Lebendige ausstatten mit Trägheit, Schwere, Lust und Last. Doch der Mensch würde (uneinsichtig) versuchen, mehr Lust als Last zu erleben. Das müßte eine Moral verhindern, damit Lust und Last zu gleichen Teilen verteilt bleiben. Jeder soll ja teilhaben an seinem Glück. Könnte eine Moral das leisten, würde ihre Einhaltung zur Pflicht.“


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3 Antworten zu “Holger Ebelt zum Thema Konzeptualisierung”

  1. Dieser Nähe von Sprache und Denken könnte man eingangs auch die Frage abgewinnen, was davon denn eher da war; respektive was von wem dabei gelernt hat? Was derart womöglich so etwas trivial rüberkommt, hat dergleichen aber auch bereits Tradition. So hat sich bereits Platon damit befasst und hatte das Sprechen mit dem Denken gleichgesetzt; wobei er beiden ausschließlich in der phonetischen Artikulation einen kleinen Unterschied zugestehen wollte. Gut zwei Jahrtausende später brachte es für mich Humboldt dagegen weitaus treffender auf den Punkt, indem dieser konstatierte, die Sprache sei letztendlich nur das bildende Organ der Gedanken; wobei letztere eben auch gravierend durch die Muttersprache determiniert werden. Sprache und Denken bilden somit einen Bezug in der Auseinandersetzung des Individuums mit dessen Umwelt. Macht man sich hierzu noch ergänzend bewusst, dass die Begriffszuordnungen einer Sprache im Prinzip beliebig ausfallen, so kann man sich schlussendlich nicht mehr der Erkenntnis erwehren, dass Menschen unterschiedlicher Sprachen mitunter zu völlig unterschiedlichen Weltbildern gelangen können; was es jedem Anspruch einer universalisierten Prozesserfassung qualifizierten Denkens partout schwermacht. Ich meine, auch eine Vergegenwärtigung dessen sollte unverrückbar mit in den Anfang einer geisteswissenschaftlichen Befassung mit dem Denken hineingehören.

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  2. Vielen Dank für den Kommentar. Widerspruch regt sich bei mir, wenn die Begriffs-
    zuornung beliebig sei. Wissenschaft hat eine eigene Sprache entwickelt und
    Kant fordert, dass der sinnlichen Welt und Erfahrung, Begriffe einhellig zugeordnet
    werden sollen, um „schlechte Wirtschaft“ zu vermeiden. Begriffe müssen wir so
    mit unseren Erfahrungen (Experimenten) kombinieren, dass sie sich decken. Es ist
    die Natur, der wir die Priorität einräumen. Unsere Begriffe müssen sich mit ihr
    decken. und nach den Fakten in der Natur richten, unabhängig von der Sprache, in
    der wir sie denken. Die Weltbilder sind deshalb so unterschiedlich,, weil sie nicht einer einer Vernunftprüfung unterliegen. So ist ein Tisch ein Tisch, aber ob er von
    Menschen erfunden wurde oder von Göttern oder im Auftrag des großen Anderen
    ist der Glaubensgewißheit geschuldet und nicht der Vernunft.
    Mit freundlichen Grüßen Holger Ebelt
    Ein anderes Verständnis: An die NMR kann man Wissenschaft anhängen: z.B. unser
    Stoffwechsel muß gesichert sein und in der Lage sein, 60 Biomoleküle zu synthetisiren, sonst sterben wir. , usw. Um den Stoffwechsel zu verstehen, brauchen
    wir die chemischen Wissenschaften, die neurologischen, usw. Analogien im Sinne
    der NMR wären: die Gänse leben „moralanalog“. Wie sind sie darauf gekommen?
    Warum halten sie im wesentlichen daran fest? Sind sie besser und erfolgreicher
    als wir? Was bedeutet bei den Gänsen: moralanalog? Folgen sie der Begriffs-
    pyramide Maslows?
    Abermals freundliche Grüße Holger Ebelt.

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  3. „Erfahrung ist ohne Zweifel das erste Produkt, welches unser Verstand hervorbringt, indem er den rohen Stoff sinnlicher Empfindungen bearbeitet. Sie ist eben dadurch die erste Belehrung, und im Fortgange so unerschöpflich an neuem Unterricht, dass das zusammengekettete Leben aller künftigen Zeugungen an neuen Kenntnissen, die auf diesem Boden gesammelt werden können, niemals Mangel haben wird.“ – Dies führt Kant so bereits zu Beginn seiner ‚Kritik der reinen Vernunft‘ aus. Kant, mit dessen sprachpragmatischen Selbstvergewisserung der Vernunft, zählt fraglos zu jenen bis dato wirkungsmächtigsten Denkern der Aufklärung. Ob dessen modellhafte Vernunftkritik aber mit einer allzeitlich kritiklosen Gültigkeit gesegnet bleibt, oder sich im Wandel der Zeit gar einer produktiven Reformbedürftigkeit öffnen sollte, bleibt eben allemal dahingestellt. Anders als bei Kant, welcher der Sprache der Naturwissenschaft eine große Bedeutung beimaß, finden Zweifler (wie ich) bei Frege und Wittgenstein hierzu argumentativen Beistand. Nämlich mit deren Postulat einer sprachlichen Verfasstheit bzw. einer Sprachbedingtheit der menschlichen Vernunft; jeweils in Relation zu jenen zeitlich vorherrschenden Verhältnissen (vgl.: ,linguistic turn‘). Demnach entspringt ein Selbstverhältnis an der Vernunft, also weder einer inneren Erfahrung noch einem glückhaften Zufall, und besitzt somit weder ein konkretes Dasein noch ein indifferentes Nichtsein; und dient sich schon allein deswegen einer gewissen Beliebigkeit an.

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