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Jens Eichert: Was wir von den Ameisen lernen können…


Was wir von den Ameisen lernen können und was das mit Corona zu tun hat.

– Ein Gedankenanstoß von J.M.Eichert

Die Welt der Ameisen ist faszinierend und hat auf den ersten Blick nur wenig mit unserer Lebensart zu tun. Schaut man aber genauer hin, so kann man viele Gemeinsamkeiten entdecken und vielleicht sogar noch etwas Wertvolles daraus als Erkenntnis ziehen.

Diesen Versuch möchte ich heute machen und damit ein wenig zum Nachdenken anregen.Um von den Fähigkeiten der Ameisen beeindruckt zu sein, ist es gar nicht nötig, all zu tief in die biologischen und anatomischen Grundlagen vorzudringen. Allein der bloße Blick auf einen Ameisenhaufen im Wald, in dem nicht selten eine Kolonie aus hunderttausenden Insekten beheimatet ist, lässt Kinder sowie Erwachsene staunen.

Wie kann es sein, dass so kleine Lebewesen dazu in der Lage sind, derartige Bauwerke zu errichten? Einige der tausenden verschiedenen Arten bauen Systeme über mehrere zehn Quadratmeter in der Fläche und bis zu acht Meter in die Tiefe. Nur ein gut funktionierendes Aufgaben- und Kommunikationssystem kann dazu führen, dass so eine Meisterleistung erstellt und in Betrieb gehalten werden kann.

An dieser Stelle möchte ich die Verbindung zu uns Menschen herstellen, die ein Mischung aus soziokulturellen, philosophischen und sozialen Gedanken sein wird.

Vor allem in den letzten Jahrzehnten hat sich die Architektur enorm weiterentwickelt. Durch immer neue Baumaterialien sind zum Teil atemberaubende Gebäude oder andere Konstruktionen errichtet worden. Grenzen spielen oft nur hinsichtlich des Geldes eine Rolle. Wir streben von Natur aus danach, das Unmögliche möglich zu machen. Wir wollen entdecken, ausprobieren, forschen, kommunizieren, unsere Umwelt mit allen Sinnen erfassen und verstehen – von klein auf instinktiv. Das ist fantastisch und macht den Menschen so vielschichtig und einzigartig. Diese Freiheit birgt jedoch auch eine große Verantwortung. Oft dringen wir mit unseren Fähigkeiten und der selbst zugesprochenen Freiheit in die Lebensräume anderer Lebewesen und Pflanzen ein. Mit etwas Weitsicht wird dann schnell deutlich, dass wir bei auftretendem Schaden auch unsere eigene Freiheit wieder einschränken.

Ameisen haben im Gegensatz zu uns kein Gehirn, das ihnen die Vielfalt an Entwicklungsmöglichkeiten bietet, wie wir es besitzen. Das ist einerseits gut für uns, birgt aus meiner Sicht jedoch einen gewissen Nachteil in Bezug auf die Erhaltung der Art. Ameisen haben sicherlich keine Ehrfurcht vor ihrer Leistung. Aber sie schützen instinktiv ihre Art und nicht nur ihr eigenes Leben. Vielleicht mangelt es uns daran zunehmend?

Menschen gehören wie tausende andere Individuen zu der Gattung der Säugetiere. Genauer gesagt zu den Plazentatieren (Eutheria) zu denen über 90 % der Säugetiere gehören. Beobachtet man die Lebensweisen der Tiere, fällt einem auf, dass die Lebensmodelle im Ablauf eines Zyklus bei den Individuum artübergreifend oft ähnlich sind. Es geht vorwiegend um die Aufzucht der Jungen, Beschaffung von Nahrung, Errichtung einer Behausung (sehr unterschiedlich) und im Kern schlicht darum zu überleben.

Der Überlebensdrang steckt in uns allen. Ob der Wille zur Erhaltung der Art auch bei anderen Säugetieren vorhanden ist, darüber möchte ich nicht spekulieren.

An dieser Stelle kommt mein philosophischer und für die eine oder den anderen möglichweise auch als Provokation empfundener Gedankenimpuls ins Spiel:

Stehen wir vielleicht durch die Pandemie gerade an einem Scheitelpunkt in unserer menschlichen Entwicklung, in der die Bedeutung des einzelnen Individuums, durch die verminderte Fähigkeit instinktiv und kollektiv zu denken, uns zum Verhängnis wird?

Ich will mit meinen Worten keine Angst auslösen oder unnötig in eine ohnehin schon vorhandene Kerbe in unserer sozialen Gesellschaft schlagen. Vielmehr möchten sie zum Nachdenken über den eigenen Horizont hinaus anregen.

Bei all den Annehmlichkeiten und herausragenden Errungenschaften unseres menschlichen Daseins spielen eben doch immer noch Lebensprinzipien eine Rolle, die sich auch nicht mit den modernsten Waffen, der modernsten Medizin und keinem Geld der Welt erschaffen lassen und das sind unter anderem der Gemeinschaftssinn und das dialektische Denken.

Auch wenn Ameisen sich nicht über Sprache verständigen wie wir, so haben sie doch augenscheinlich und wissenschaftlich erwiesen Methoden entwickelt, die sie dazu befähigen als millionenstarker Staat zu wachsen und sogar Flutkatastrophen zu überleben. Dazu gehören chemische Reize über Pheromone oder akustische Klopfsignale, die Ameisen über ihre Beine als Reiz wahrnehmen. Die Methode, die diese Insekten mit uns Menschen jedoch am gemeinsamsten haben, ist die des Verhaltens. Wir Menschen lernen zu einem großen Teil durch die Beobachtung und das Nachahmen vom Verhalten anderer.

Im Umkehrschluss bedeutet es, und das ist auch mit die Kernbotschaft meines Artikels, dass jedes einzelne Individuum durch sein Verhalten ein Transporter oder Multiplikator von Mut, Hoffnung, Idealismus und Zusammenhalt sein kann. Ich kann mich bemühen in meinem Denken auch meine Umwelt stets mit einzubeziehen. Selbst wenn ich ausschließlich mindestens 51 % nur an mich und mein Wohl denke, so bleiben doch immer bis zu 49 % auch für andere übrig. Wenn du das nächste Mal im Wald, im Garten oder in einem Park einen Ameisenhaufen oder eine große Ansammlung dieser Insekten siehst, dann denkst du vielleicht an meine Worte und fühlst es wieder – so ein gewisses Gefühl von Solidarität, Gemeinschaft und kollektivem Überlebenswillen, den uns Ameisen auf ihre Art so eindrucksvoll vorleben.

— Schon mit dem Basiswissen der „Neuen Menschenrechte“ nach Jean-Pol Martin erschließen sich viele Ursachen der gegenwärtigen schwierigen Herausforderungen unserer Gesellschaft und bieten eine sehr gute Grundlage für ein kollektives Umdenken und Neuausrichten.

Quellen:

http://www.fischereimuseum.at/start/ameisen_erwachsene.pdf 12/2021

https://www.planet-schule.de/…/das-saeugetier-im-mensch 12/2021

https://jeanpol.wordpress.com/ 12/2021


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