Warum sollen wir „dialektisch“ denken?

Unsere Handlungen haben nur ein Ziel: die Lebenserhaltung. Und die Lebenserhaltung läuft über die Kontrolle unseres Lebensfeldes. Auch das Denken gehört dazu (kognitive Kontrolle). Dialektisch Denken bedeutet, dass wir die Position des anderen in den Blick nehmen und versuchen, in unsere eigenen Überlegungen miteinzubeziehen, so dass wir unsere kognitive Kontrolle ausweiten. Es hat den Vorteil, dass beide Positionen am Ende auf einer höheren Ebene integriert sind (Kontrolle).

_______________________________________________________

45 Minuten

15 Minuten: Vorstellung des Konzeptes

15 Minuten: Gespräche in Zweiergruppen: Welche Bedürfnisse werden durch dialektisches Denken befriedigt?

15 Minuten: Auswertung im Plenum

_______________________________________________________

1.Systeme (auch Menschen) sind antinomisch angelegt

  • Wir wollen Ruhe <-> aber auch Bewegung
  • Wir wollen klare Vorgaben <-> aber auch Freiheit
  • Wir wollen in einer Gruppe integriert sein <-> aber auch als Individuum autonom sein
  • usw.

Um das Gleichgewicht zu erhalten (Kontrolle), sind wir auf die Integration beider entgegengesetzen Tendenzen angewiesen.

2.Warum ist es anstrengend, dialektisch zu denken und warum soll man es trotzdem tun?

Da wir prinzipiell darauf aus sind, alles zu bestimmen (zu kontrollieren), fällt uns sehr schwer, unsere eigene Position mental zu verlassen und die Position des anderen einzunehmen. Es verlangt sehr viel Selbstdisziplin, das zu tun. Tun wir es nicht, so sind die Nachteile offensichtlich:

  • Wenn ich nur meine Position sehe, verfüge ich nicht über alle Elemente einer Situation und werde das Problem nicht umfassend lösen können,
  • mein Partner wird automatisch eine Gegenposition einnehmen und blockiert damit eine konstruktive Lösungssuche,
  • es entstehen negative Emotionen, die die Suche nach der Problemlösung belasten,
  • die Kontrolle über die Situation entzieht sich meinem Denken, denn ich verfüge nicht über einen Überblick über alle Informationen.

Viel sinnvoller ist es, sowohl meine Position als auch die des Partners in den Blick zu nehmen und beide so zu integrieren, dass die entstehende Lösung umfassend und stabil ist.

3. Inwiefern hilft uns dialektisches Denken unsere Bedürfnisse zu befriedigen? Was steht uns im Wege, wenn wir in unserem Alltag versuchen, dialektisch zu denken? Wie können wir diese Hindernisse überwinden und die Situation kontrollieren?

Materialien:

6 zentrale Begriffe im Rahmen meines Modells

LdL/NMR-Theorie: Gesamtpaket

Was braucht der Mensch, um glücklich zu sein? Youtube-Educamp 2014, 45 Minuten

Kontakt

Prof.Dr.Jean-Pol Martin
Ludwigstraße 40
D-85049 Ingolstadt

jpm@ldl.de
Tel. +49.841.12816507
http://de.wikipedia.org/wiki/Jean-Pol_Martin
Blog: https://jeanpol.wordpress.com