Simon Kolbe zu den Neuen Menschenrechten

Simon Kolbe wird von Alfred Zedelmaier interviewt:

Aus: Podcast: Bedürfnisorientierung und inklusive Kompetenzen beim Lernen

Zu den Neuen Menschenrechten:

„(…) Gerade wenn man diese Bedürfnisdiskurse anschaut, es ist schon seit Jahrzehnten, dass man immer wieder in der Entwicklungspsychologie und in anderen Sozialwissenschaften sagt, es gibt mehr oder minder unterscheidbare Bedürfnisse des Menschen, und wir würden alle viel besser daran tun, wenn wir uns an den Bedürfnissen orientieren würden. Und nix anderes ist auch das Projekt der Neuen Menschenrechte von Jean-Pol Martin. Mit der Besonderheit, dass er sogar es noch gewagt hat, die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte diesen Bedürfnissen zuzordnen. Was sicherlich von Menschenrechtlern, die sich wissenschaftlich damit beschäftigen, als frech oder als provokant wahrgenommen wird, was eigentlich gar nicht sein muss, weil es kein Ansatz ist, der sagt, so jetzt müssen die Menschenrechte weg und wir machen jetzt mein Projekt, sondern Martin sagt, wenn wir uns bedürfnisorientiert ausrichten und das umsetzen, dann können wir automatisch menschenrechtsorientiert arbeiten. Das ist ein sinnvoller Ansatz, weil wenn wir menschenrecht orientiert arbeiten, dann kommen wir immer an die Grenze, dass wir ein komplexes System auf sprachlicher, juristischer Ebene an Menschenrechten haben, die unwahrscheinlich wichtig sind, aber die nicht von jedem verstanden werden, und nicht immer parat liegen, bei jeder Handlung. Und deswegen ist dieser Ansatz, an Bedürfnissen orientiert zu arbeiten, einfach viel pragmatischer (…).“