Top-down UND bottom-up!

Seit Beginn der Menschheit herrscht das Top-down-System, weil es der Natur des Menschen entspricht (Kontrollbedürfnis). Dessen Merkmale:

Top-down:

  • Von oben nach unten
  • Hochgradige Selbstreferenzialität
  • Eigene Mindsets und eigene Terminologie
  • Abschottung nach außen und Zugang nur über Insiderkontakte und gruppenkonformen Habitus
  • Hohe Affinität zur Autokratie/Oligarchie

Somit entsteht eine undurchdringliche Machtblase (Verwaltungen, wissenschaftliche communities, Unternehmen, Parteien, Vereine, stabile Gruppen…)

Inzwischen sieht man immer deutlicher die Nachteile eines solchen Musters: Die beschriebene Struktur verhindert Veränderungen und die permanenten Anpassungen, die zur Erhaltung des Systems notwendig sind. Der Veränderungsdruck kommt von innerhalb des Systems oder aus der Umwelt. Modernisiert sich das System nicht, so führt es zu dessen Auflösung.

Nun wird überall versucht, ein Bottom-up Komponente zu integrieren:

Merkmale einer Bottom-up Struktur:

  • Von unten nach oben
  • Gespeist aus allen möglichen Quellen
  • Verschiedene Mindsets und Terminologien
  • Offen nach außen und Zugang für jede/n
  • Hohe Affinität zur Demokratie. Starke Ressourcenorientierung.

Somit entsteht ein offenes System, das allerdings wenig kohärente und nachhaltige Identität aufweist.

Anzustreben ist also eine gute Mischung Top-down/Bottom-up. Das Problem ist, dass im Gegensatz zur Top-down-Struktur, die seit Jahrtausenden völlig internalisiert ist, die Bottom-up Komponente recht neu ist und sich gegen heftige Widerstände durchsetzen muss. Ferner ist noch viel trial-and-error notwendig, bis die Mischung Top-down/Bottom-up gut funktioniert.