LdL und die Gehirnforschung: Genese einer Innovation

Résumé: Erst vor kurzem wurde mir durch einen Artikel von Pfeiffer/Meng* bewusst, dass ich mich bereits 1982 in einem neuen Paradigma bewegte.

1. Erster Schritt: die Entdeckung von LdL als Unterrichtstechnik

Ab 1980 unterrichtete ich parallel zu meiner Funktion als Französischdidaktiker an der Universität Eichstätt eine Klasse am nahegelegenen Willibald-Gymnasium. Ich wollte stets prüfen, ob die von mir an der Hochschule dargestellten Theorien auch in der Praxis Geltung hatten. Als Mitautor eines Lehrwerkes für Französich in der Erwachsenenbildung war ich natürlich sehr vertraut mit der Methodendiskussion und damals stand im Mittelpunkt die Frage der Lerneraktivierung. Im Rahmen meiner Lektüren stieß ich auf den Artikel eines Kollegen, Ludger Schiffler, der davon berichtete, dass ein Lehrer in Berlin seine Schüler  ein paar Monate sich gegenseitig hatte unterrichten lassen. Die Idee gefiel mir und ich erprobte sie in meinem Unterricht, mit großem Erfolg.

2. Zweiter Schritt: die kognitionspsychologische Begründung

Den Erfolg dieser von mir zunächst nur als Unterrichtstechnik eingeschätzte Maßnahme, wollte ich über die Motivationsforschung verstehen. Ich las ein Werk von Gerhard Portele, das 1975 erschienen war und  den Titel trug: „Lernen und Motivation“. Und dieses Buch war entscheidend für die weitere Folge meiner Arbeit, denn es befasste sich ausschließlich mit Neuronen und Informationsverarbeitung.

Der entscheidende Satz war: „Der Dauerzustand, der angestrebt wird, ist der Verarbeitungsprozess, das dauernde Reduzieren der Abweichung, das Herstellen von immer wieder neuer Konsistenz„. Mit anderen Worten: die Informationsverarbeitung ist ein Grundbedürfnis des Menschen. Ab diesem Zeitpunkt war mein Bestreben, den Unterricht so zu gestalten, dass die Schüler ihr Grundbedürfnis nach Informationsverarbeitung permanent und auf hohem Niveau befriedigen konnten! Und das ging am besten über LdL. Und noch mehr: ich erkannte im Laufe der Zeit, dass das höchste Niveau bei der Informationsverarbeitung die Konzeptualisierung sei!

3. Erfolgreiche Problemlöser: Kognitionspsychologisch begründete Handlungsempfehlungen

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Alle anderen Schritte waren dann, bis heute, kognitionspsychologisch begründet! Siehe LdL-Geschichte:

Fazit: per Zufall entdeckte ich bereits 1982, dass der Schlüssel zur Optimierung des Unterrichts über die Gehirnforschung zu erreichen sei!

* „Martin (…) kann damit heute als ein Vorläufer für den viel zitierten „shift from teaching to learning“ gesehen werden.

Die Gruppe als Gehirn

Résumé:  Vor kurzem bin ich auf Niels Pfläging und Winfried Felser gestoßen. Im Rahmen unseres Austausches hatte ich den Eindruck, dass sie diesen Aspekt interessant finden:

Aus: Klassenraumdiskurs (Wikipedia):

Das Arrangement im Klassenzimmer orientiert sich an der Gehirnstruktur. Zwischen den Lernern, die metaphorisch als Neuronen eingesetzt werden, entsteht durch intensive Interaktionen eine Vernetzung mit entsprechenden Netzwerkeffekten (Reaktionsschwelle, Selbstreferenzialität, Resonanz, Redundanz). Im Rahmen dieser Interaktionen werden Informationen zu Wissen veredelt, indem permanent relevante aus irrelevanten Informationen selektiert werden und zur nächsthöheren Instanz zur Bearbeitung weitergeleitet werden (Komplexitätsreduktion). Wie im Gehirn entstehen aus diesen Interaktionen Emergenzen, es wird Wissen kollektiv konstruiert. Während im instruktionistischen Modell man es mit Linearität a priori zu tun hat, entsteht bei LdL Linearität a posteriori. Oberstes Prinzip ist die Ressourcenorientierung, denn die Informationen, die zur Wissenskonstruktion benötigt werden, stammen entweder aus den Lernern selbst, oder aus der Umwelt. Wichtig in diesem Zusammenhang ist, dass der Klassenraumdiskurs in großer Konzentration erfolgt, damit alle Informationen erkannt und verarbeitet werden (Aufmerksamkeitsökonomie, Reaktionsschwelle).

Umsetzung dieses Konzeptes im Rahmen der Methode LdL:

Aus Wikipedia:  Klasse als neuronales Netz

 

Learning by teaching

Articles/videos in English

  1. Treibhäuser der Zukunft (Video)
  2. Article in Wikipedia
  3. Article by Joachim Grzega and Marion Schöner
  4. Prezi by Peter Ringeisen
  5. Prezi by Peter Ringeisen about Web Sensitivity
  6. Article/videos Goethe-Institut

Grzega/Klüsener

"Learning by Teaching through Polylogues: Training Communication as an
Expert in Information and Knowledge Societies with LdL (Lernen durch
Lehren)". Joachim Grzega & Bea Klüsener - Fachsprache: International
Journal of Specialized Communication 33 (2011): 17-35.
Summary here:
www.fachsprache.net/upload/abstracts33_fs_2011_1-2.pdf

"A Few Notes on Practising Europragmatic Studies with Students". Joachim
Grzega & Bea Klüsener - Journal for EuroLinguistiX 10 (2013): 90-94.
Link:
http://www1.ku-eichstaett.de/SLF/EngluVglSW/ELiX/grzegaklusener-131.pdf

LdL-Langzeitstudie im FWU (1983-1987)

Wenn die Videos nicht zugänglich sind, kontaktieren Sie mich bitte…

Au cas où les vidéos ne seraient pas accessibles, n’hésitez pas à me contacter…

  1. Aktive Schüler lernen besser – Neue Wege im Französischunterricht. (1983) 1/2
  2. Aktive Schüler lernen besser – Neue Wege im Französischunterricht. (1983) 2/2
  3. Schüler organisieren ihren Unterricht selbst – Neue Wege im Französischunterricht. (1984). 1/2
  4. Schüler organisieren ihren Unterricht selbst – Neue Wege im Französischunterricht. (1984). 2/2
  5. Schüler zwischen formaler Sprache und freiem Ausdruck – Neue Wege im Französischunterricht. (1986) 1/2
  6. Schüler zwischen formaler Sprache und freiem Ausdruck – Neue Wege im Französischunterricht. (1986) 2/2
  7. Paris-Torcy – Schüler erkunden die „villes nouvelles“. (1987)

Materialien zu den einzelnen Filmen:

1.Aktive Schüler lernen besser.

2. Schüler organisieren ihren Unterricht selbst

3. Schüler zwischen formaler Sprache und freiem Ausdruck

4. Paris-Torcy. Schüler erkunden die „villes nouvelles“

Fernsehberichte

Bayerisches Fernsehen (1984)

Bayerisches Fernsehen (1992)

Weitere Materialien aus dieser Zeit

Didaktische Briefe I – III

Weitere Informationen: Geschichte der Methode „Lernen durch Lehren“