Martin Tomiak Discobesitzer: Asyl und best practice!

25.01.2016

Im „Amadeus“ feiern wieder alle gemeinsam

Ingolstadt (DK) Kein Zutritt für Flüchtlinge:

 

Was gerade in Freiburger Diskotheken und Klubs abläuft, kennt Wirt Martin Tomiak aus Ingolstadt nur zu gut. Auch er sah sich im April 2015 nach zahlreichen sexuellen Übergriffen gegen Besucherinnen seiner Diskothek „Amadeus“ gezwungen, Flüchtlingen – meist aus afrikanischen Ländern – den Einlass zu verweigern.
Aber damit wollte sich der engagierte Wirt nicht zufriedengeben und rief das Projekt „Disco-Paten“ ins Leben. Der Erfolg stellte sich schon nach kurzer Zeit ein. „Heute haben wir das Thema im Griff“, sagt Tomiak. „Seit Monaten herrscht Ruhe.“
Vor einem Jahr sah das noch ganz anders aus: Ständig gab es Ärger und Rausschmisse im „Amadeus“. Junge Frauen flüchteten weinend aus der Disco, weil sie bedrängt und gegen ihren Willen angefasst wurden. Die Situation eskalierte, als ein Flüchtling zwei Frauen auf die Toilette folgte und versuchte, sie zu vergewaltigen. Der Täter wurde später zu einer Haftstrafe verurteilt.
Die Entscheidung des „Amadeus“-Chefs, daraufhin keine Flüchtlinge mehr in sein Lokal zu lassen, schlug damals hohe Wellen: Der Wirt erhielt vereinzelt Zuspruch, sah sich jedoch hauptsächlich Anfeindungen ausgesetzt. Bundesweit geriet Ingolstadt in die Schlagzeilen – ein regelrechter Shitstorm setzte ein. Dabei wollte Martin Tomiak Flüchtlinge nicht auf Dauer abweisen, sondern das heikle Thema endlich einmal offen und ehrlich ansprechen, den Ursachen auf den Grund gehen und eine Lösung finden. „Wir sind also direkt in die Unterkünfte gegangen und haben über die Deutschkurse Kontakt zu den Leuten aufgenommen.“ Eines war dem Diskothekenbetreiber dabei von Anfang an klar: Alleine würde er die Probleme nicht lösen können, sondern nur mit Unterstützung der „Amadeus-Familie“. Die Idee, die Tomiak aus Rosenheim abgeschaut hatte: „Disco-Paten“ aus Kreisen der Stammgäste sollten gemeinsam mit Flüchtlingen feiern gehen und ihnen so die hierzulande geltenden Spielregeln im Umgang zwischen Mann und Frau erklären. „Wir waren teilweise mit 40 bis 50 Leuten in der Stadt unterwegs – nicht nur in den Kneipen und Klubs, sondern auch auf dem Volksfest oder dem Barthelmarkt“, erinnert sich Tomiak.
Der Begriff „Disco-Paten“ behagt dem „Amadeus“-Chef übrigens gar nicht so sehr. „Es geht nicht darum, die Leute zu belehren, sondern sich mit ihnen zu beschäftigten.“ Auf alle Fälle entwickelte sich aus der Initiative schnell eine richtige Bewegung von Menschen, denen die Willkommenskultur in Ingolstadt am Herzen liegt. „Momentan hat unsere Facebook-Gruppe mehr als 1600 Mitglieder“, berichtet Tomiak.
Heute freut sich der Chef vom „Amadeus“, dass in seiner Disco alle wieder gemeinsam feiern und Spaß haben. „Es gibt keine relevanten Probleme mehr. Ich habe sogar den Eindruck, dass die Situation in der ganzen Stadt besser geworden ist.“ Ab und zu kommt es freilich immer noch vor, dass die Türsteher vom „Amadeus“ einen Gast an die Luft setzen müssen, weil er betrunken ist und sich nicht mehr zu benehmen weiß. Aber Herkunft oder Hautfarbe spielen dabei keine Rolle.Von Suzanne SchattenhoferIngolstadt: Der Ingolstädter Diskothekenbetreiber Martin Tomiak hatte erst viel Ärger mit Flüchtlingen und dann großen Erfolg mit den „Disco-Paten“ – Lesen Sie mehr auf:
http://www.donaukurier.de/nachrichten/panorama/Ingolstadt-Im-Amadeus-feiern-wieder-alle-gemeinsam;art154670,3173498#plx317861830

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