„Treibhäuser der Zukunft“: die Gesamtfassung!

Jetzt ist die Gesamtfassung des berühmten Films von Reinhard Kahl auf Youtube.

Ab 35:14“ ist die Sequenz über LdL zu sehen!

Durchbruch?

Resume Los ging es 1982 mit meinem ersten Artikel „Bedingungen für einen sozialintegrativen Fremdsprachenunterricht“. 33 Jahre später hoffe ich immer noch auf den „Durchbruch“.

1. Falsche Vorstellung von LdL

Vor ein paar Tagen hatte ich das große Glück, dass einige Schüler aus dem Ingolstädter Apian-Gymnasium, die sich für meinen Arbeitskreis „Was braucht der Mensch, um glücklich zu sein“ interessierten, plötzlich beschlossen, meine Modelle an ihrer Schule und in Ingolstadt bekannt zu machen. Sie hatten festgestellt, dass zwar LdL und mein Name allen Lehrern vertraut sind, aber dass die Vorstellung verbreitet ist, LdL sei so etwas wie Referate. Da diese Meinung nicht nur in Ingolstadt herrscht, sondern überall in deutschen Lehrerkreisen, besteht ein großer Aufklärungsbedarf. Nicht selten hört man, LdL sei als Idee ganz toll, würde aber in der Praxis nicht funktionieren. Auch Schüler, die LdL in ihrem Unterricht erleben, berichten häufig von Horrorstunden, in denen sie exakt den vom Lehrer vorbereiteten Ablauf frontal durchführen müssen und dann benotet werden: „Diese LdL-Stunden hassen wir“!

2. Die jüngere Entwicklung: sofort mit der LdL-Theorie beginnen

Von Anfang an (ab 1984) habe ich eine umfangreiche theoretische Untermauerung für LdL geliefert, die sich im Laufe der Zeit zu einem anthropologischen Modell ausweitete. Das Ganze habe ich ausführlich in meiner Habilitationsschrift „Entwurf eines anthropologisch begründeten Curriculums für den Fremdsprachenunterricht“ (1994) beschrieben. Ich habe auch zahlreiche Aufsätze publiziert, darunter „Weltverbesserungskompetenz als Lernziel?“ (2002), das als theoretische Basis von allen LdL-Willigen herangezogen werden sollte. Ohne Theorie kann man LdL gar nicht anwenden. Diese Erkenntnis hat sich erst in der letzten Zeit durchgesetzt.

Entsprechend sind einige sehr aktive Kollegen dazu übergegangen, bevor sie LdL einsetzen, ihre Schüler in allen ihren Klassen intensiv mit der LdL-Theorie zu befassen. Im einzelnen sind es Laura Cau, Isabelle Schuhladen Lebourhis und Peter Ringeisen. In Frankreich hat ein Kollege, Jean-Pierre Decroix, ebenfalls mir der LdL-Theorie in allen Klassen begonnen.

3. Torsten Larbig

Heute entdecke ich in Twitter folgende Botschaft:

@Torsten Larbig: „An diesem Montag wird die Neuronenmetapher von @jeanpol in meinem Mediendidaktikseminar zentral sein, gemeinsam mit der „Netzsensibilität“.“

Wieder sehe ich den Durchbruch am Horizont: wenn Torsten Larbig künftig nicht nur zwei Begriffe aus meinem Glossar behandelt, sondern gleich auch „Emergenz“, „Inkubation“, „Exploratives Verhalten“, „Klassenraumdiskurs“, usw… (am besten natürlich alle 33 Begriffe) dann könnte die gesamte Theorie rezipiert werden.

Und dann wäre es für mich der „Durchbruch“!

Fazit: Der Durchbruch wird dann kommen, wenn die gesamte Theorie in ihrer schlüssigen Kohärenz aufgenommen wird. 

 

 

 

Grundbedürfnisse und Menschenrechte.

Dies ist ein Auszug aus meinem Aufsatz: „Lernziel Partizipationsfähigkeit und Netzsensibilität. Jean-Pol Martin (2009)

(…)

1. Grundbedürfnisse und Menschenrechte

Geht man vom Menschenbild der humanistischen Psychologie aus, so steht die Befriedigung von Grundbedürfnissen im Zentrum menschlicher Aktivitäten. Ihr Hauptvertreter, Abraham Maslow, zählt folgende Bedürfnisdimensionen auf: Die physiologischen Bedürfnisse (Schlaf, Hunger, Sexualität), die Sicherheitsbedürfnisse, das Bedürfnis nach sozialer Zugehörigkeit, das Bedürfnis nach sozialer Anerkennung, das Bedürfnis nach Selbstverwirklichung und das Bedürfnis nach Sinn. Eine genaue Lektüre der dreißig Artikel aus der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte zeigt, dass dieses Textwerk implizit als Programm zur weltweiten Befriedigung der von der humanistischen Psychologie genannten Grundbedürfnisse konzipiert ist. Dabei fällt auf, dass die Menschenrechte vor allem auf die Befriedigung von Sicherheitsbedürfnissen abzielen. Der Schwerpunkt liegt auf dem Schutz der Bürger gegen Übergriffe von Mächtigen, beispielsweise durch das Verbot von Folter (Artikel 5) oder durch den Schutz der Privatsphäre (Artikel 12). Artikel dagegen, die das aktive Eingreifen und Partizipieren durch Bürger betonen, gibt es wenige. Dies ist historisch zu erklären, denn nach dem zweiten Weltkrieg war den Regierungen daran gelegen, die Wiederkehr zum Frieden zu organisieren und den Bügern ein Gefühl der Sicherheit zu vermitteln. In der heutigen Situation, sechzig Jahre später, muss der Akzent auf die Wahrnehmung von Partizipationsrechten gelegt werden, denn angesichts der vielfältigen Probleme, die die Menschheit heimsuchen, müssen alle Bürger aufgefordert werden, mit persönlichem Einsatz zu deren Lösung beizutragen. Das Recht auf Partizipation wird im Artikel 21.1 gewährt: „Jeder hat das Recht, an der Gestaltung der öffentlichen Angelegenheiten seines Landes unmittelbar oder durch frei gewählte Vertreter mitzuwirken..[4]. Damit dieses Recht wahrgenommen wird, muss an Partizipation interessierten Menschen der Zugang zu entsprechenden Informationen eröffnet werden. In der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte heißt es (Artikel 19): „Jeder hat das Recht auf Meinungsfreiheit und freie Meinungsäußerung; dieses Recht schließt die Freiheit ein, Meinungen ungehindert anzuhängen sowie über Medien jeder Art ohne Rücksicht auf Grenzen Informationen und Gedankengut zu suchen, zu empfangen und zu verbreiten.

(…)

P.Ringeisens 8.Klasse visualisiert „Weltverbesserungskompetenz als Lernziel“

Peter Ringeisen sagt:

Hier sind einige der Visualisierungen, die die Schülerinnen meiner
8. Klasse von Jean-Pol Martins Aufsatz „Weltverbesserungskompetenz als Lernziel“ angefertigt haben.
Ich muss noch ergänzen: Ich habe den Schülerinnen beim Arbeitsauftrag gesagt, dass es mir nicht auf möglichst vollständige Abbildung aller Aspekte des Aufsatzes ankommt, sondern sie sollten die Aspekte darstellen, die sie am hilfreichsten fanden.

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LdL in Frankreich!

Liebe Teilnehmer der LdL-Mailingliste,

Nachdem Michael Kratky und Claudius Konrad zusammen mit den damaligen Schülerinnen Michaela Sedelmeier und Karolina Schmidtner und mir an einem Kongress in Auch (Frankreich) im Jahre 2003 teilgenommen hatten, wurde 2004 ein Kongressband erstellt und veröffentlicht.
Also vor 11 Jahren.
Damals wurde ich von den Herausgebern genötigt, einen wirklich guten Artikel auf französisch zu verfassen, was ich auch tat.
Und dieser Artikel wurde von einem französischen Kollegen, der in einer „Ecole de la deuxième chance“ bei Lille unterrichtet, vor einiger Zeit entdeckt. Er wendet LdL mit großem Erfolg an und erfährt damit viel Aufmerksamkeit. Nicht nur das: er hat bereits viele Kollegen vor Ort angesteckt und dehnt seine Aktivitäten in Frankreich aus. Auch wenn es zu früh ist, um von einer Revolution zu sprechen, jedenfalls tut sich etwas mit LdL, was bisher noch nie der Fall war in Frankreich und großartige Perspektiven eröffnet!
Hier der Artikel auf Französisch:
https://apliut.revues.org/3439

Bei LdL und mit LdL tut sich immer was!!!

Liebe Grüße

Jean-Pol Martin