Permanente Stoffentrümpelung als Aufgabe der Didaktik.

Immer schon war ich der Meinung, die Aufgabe der Didaktik sei nicht, die fachwissenschaftlichen Inhalte für die Schule zu transformieren, sondern die Schule zu schützen, gegen eben diese Zumutung. Herauspicken, was aus den Fachwissenschaften brauchbar für die Lebensbewältigung sei und immer wieder aus den Schulinhalten entfernen, was Belastung, aber keinen Gewinn für die Lebensbewältigung sei. Und, wenn noch dazu Zeit und Energie bleibt, die Bearbeitung von lebensrelevanten Inhalten durch die Wissenschaft einzufordern, falls diese dazu in der Lage ist.

In diesem Sinne gebe ich einen Blogeintrag von Marc Schakinnis wieder, der mir in diese Richtung zu weisen scheint:

(…)

Aber mit dem Zeitbegriff für Bildungsprozesse angestaubten und lebensweltfremden Unterrichtsstoff zu verteidigen ist mir deutlich zu einfach. Wissen vermehrt sich rasant, die Gesellschaft entwickelt sich ständig weiter, entsprechend muss sich auch der Unterrichtsstoff in der Schule entwickeln. Natürlich spiel der Zeitbegriff dabei eine Rolle, denn trotz dieser Expansion des Wissens steht den Schülern ja nicht mehr Zeit zum Lernen zur Verfügung, der Zeitbegriff wächst ja nicht mit. Die Rahmenpläne für Unterrichtsstoff zu entwickeln und die individuelle Stoffauswahl des Unterrichts durch die Lehrenden ist daher heutzutage eine sehr anspruchsvolle Aufgabe. Genau wie die wichtige Aufgabe den Schülern spannenden Lehrstoff anzubieten. Wenn Schüler sich angeregt und motiviert mit dem Ihnen angebotenen Stoff beschäftigen, dann setzen sie Denkprozesse in Gange bei denen sie sich automatisch die Zeit nehmen um Gelerntes auch verarbeiten zu können. Auf keine Fall dürfen wir Langeweile im Unterricht künstlich erzeugen und langweiligen Unterricht auch noch mit dem Hinweis auf Zeit oder gar Privilegien der Schüler apologetisieren.

Durch die sehr großen Klassenverbände wird sich bei einzelnen Schülern automatisch in Phasen immer wieder Langeweile oder Desinteresse einstellen. Diese Schüler gilt es aber wieder in die Diskussion des Unterrichts zurückzuholen und nicht ihrer Langeweile zu überlassen. Wie man spannenden Stoff auswählt lässt sich im Blog von Prof. Jean-Pol Matin hier nachlesen. Zeit die Bildung braucht kann man weder verordnen noch planen. Sich die Zeit nehmen Bildungsprozesse zu verarbeiten bedingt aber vorher ein intensives auseinandersetzen mit den entsprechenden Prozessen. Das kann durch spannenden Unterricht und vor allem durch schüleraktivierenden Unterricht wie der Unterrichtsmethode Lernen durch lehren erreicht werden. (…) Hier der ganze Blogeintrag von Marc Schakinnis.

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