Mein Kern-Mem

In den letzten Tagen habe ich vermehrt mein anthropologisches Modell und den Aufsatz „Weltverbesserungskompetenz…“  (aufsatz2002-2(2)) vermittelt, durch alle Altersklassen und Bildungsniveaus hindurch.
Zur Verbreitung des Artikels ist es sinnvoll, sich zunächst auf folgenden Abschnitt zu konzentrieren und die unbekannten Termini zu erklären:

1.1. Kontrollkompetenz, exploratives Verhalten und Problemlösekompetenz:
In der Psychologie wird die Kontrolle als zentrale Dimension menschlichen Erlebens betrachtet (Dörner 1983). Sie vermittelt der handelnden Person das Gefühl, dass sie das „Handlungsfeld im Griff“ hat und auftretende Schwierigkeiten meistern kann. Damit die Schüler Geläufigkeit beim Meistern unbekannter Situationen gewinnen, ist es günstig, wenn bei ihnen eine explorative Haltung systematisch aufgebaut wird. Unter explorativer Haltung versteht man die Bereitschaft von Menschen, sich in Situationen zu begeben, die ein hohes Maß an Unbestimmtheiten enthalten. Nun besteht ein enger Zusammenhang zwischen dem explorativen Verhalten eines Menschen und seiner Problemlösefähigkeit. Die logische Kette lässt sich folgendermaßen beschreiben: explorative Menschen suchen Felder auf, mit denen sie nicht vertraut sind, und versuchen, sich in diesen Feldern problemlösend zu behaupten. Jede auf diese Weise gewonnene
Erfahrung wird zu einem abstrakten, kognitiven Schema verarbeitet. Je mehr Erfahrungen, desto mehr Schemata, desto breiter die kognitive Landkarte. Eine breite kognitive Landkarte sichert Kontrolle über mehr Bereiche, sie ermöglicht eine schnellere Verarbeitung neuer Eindrücke und schützt vor emotionalen Einbrüchen. Sie sichert, dass neue Situationen erfolgreich bewältigt werden. Das Gefühl der Kontrolle festigt sich, das Selbstbewusstsein wächst und dadurch die Bereitschaft, unbekannte Bereiche anzugehen, also sich erneut explorativ zu verhalten. Wodurch bringt man aber Menschen dazu, sich explorativ zu verhalten?“

Falls jemand eine Übersicht für einen Vortrag braucht, sollte er diese Vorlage verwenden.

2 Antworten

  1. „Der nackte Affe ist seinem Wesen nach eine explorative Art — will sagen: eine Art, die unablässig sucht, erkundet, probiert, die stets auf Neues bedacht ist, und das aber heißt, daß jede Gesellschaftsordnung, die es nicht geschafft hat voranzukommen, in gewissem Sinne fehlgegangen ist. Irgend etwas ist mit ihr geschehen, irgend etwas hat bei ihr den dieser Art von der Natur gegebenen Trieb, die Umwelt zu erforschen und zu durchforschen, gehemmt.“ Morris, Der nakte Affe S.10
    Eine schöne Parabel für die Doppelbödigkeit explorativen Verhaltens finde in in dem Film ’18 Stunden bis zur Ewigkeit (Juggernaut), ein britischer Thriller von Richard Lester aus dem Jahr 1974. Ein Bösewicht hat auf einem voll besiedelten Kreuzfahrschiff etliche Sprengbomben platziert. Lt. Cmdr. Anthony Fallon (gespielt von Richard Harris) soll die vernetzten Sprengbomben entschärfen. Der entscheidende Draht zum Zündrelais muss unterbrochen werden. Roter Draht oder blauer Draht? Fallon entscheidet sich auf Grund eines Gespräches mit dem Fallensteller (entgegengesetzt, aber richtig).
    Auf dem Kreuzfahrtschiff namens „Schule“ sind Sprengbomben versteckt. Aufschrift: ‚Ausfall!‘ oder auch ‚du bist zu dumm!‘.
    In dem zitierten Film führt das Einfühlungsvermögen des Entschärfers in den Fallensteller, also in dessen ToM (Theory of Mind) zum Ziel; in der Schule muss sich der Schüler in die ToM des Aufgabenstellers ‚rein denken‘ um eine richtige Entscheidung zu treffen, um den ‚Ausfall‘ oder das ‚Dummheits-Prädikat‘ zu vermeiden. Exploratives Verhalten: Wie tickt die ‚Sache‘ (also wie funktioniert die französische Grammatik, die arithmetischen Regeln, die Programmiersprache HTML5) oder – wie tickt mein Lehrer. Die Besonderheit des LdL-Didaktik besteht u.a. darin, dass der ‚Lehrer‘ mit dem Gesicht ausgesuchter Mitschüler auftritt: Eine Chance für die Mitschüler, sich mit der ‚Sache‘ statt sich mit ihrer ‚Vermittlungsinstitution‘ (Schule, Lehrer) explorativ zu beschäftigen.

    Franz Xaver

  2. @FranzXaver Ja, das ist eine interessante Analyse. Wie du mich kennts, weisst du, dass ich die Welt (auch die Schulwelt) nicht als Minenfeld sehe sondern als Schlaraffenland. Es sind überall Ostereier versteckt, Kickmöglichkeiten, Flows usw… Und mit LdL versuche ich, die Lust an den Ostereiern anzuzapfen. Und das geht nur, wenn die Schüler immer wieder fündig werden. In Abwandlung eines Spruches von Thales (die Welt ist voller Götter) sage ich: die Welt ist voller Ostereier! Ich grüße dich!

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